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Autor Thema: Wohngeld, Werbungskosten und MiniJob  (Gelesen 1577 mal)

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Offline HartzGegner

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Wohngeld, Werbungskosten und MiniJob
« am: 21. März 2017, 12:17:53 »
Ich hatte schon vor einiger Zeit mal erwähnt, dass ich bald einen Arbeitsvertrag unterschreiben werde. Anfang April ist es so weit.

Der Lohn ist aber so gering, dass ich Wohngeld beantragen und sogar einen MiniJob ausüben muss.
Kein Problem aber was darf man aufs Wohngeld anrechnen? Eine erste Rechnung beim Rathaus selber hat ergeben, dass ich 100€ pro Monat Wohngeld bekomme. Das kann doch gar nicht sein?

Was darf man alles anrechnen? Meine Werbungskosten würden pro Jahr 1500€ netto sein.
Wir bekommen noch Kindergeld und mein Lohn würde 1000€ Netto pro Monat sein.
Meine Miete beträgt monatlich etwas unter 400€ (exklusive Strom und Heizung).

Beim Rathaus wurden die Heizkosten einfach in die Miete mit eingerechnet obwohl die da gar nicht drin sind. Der MiniJob war noch nicht in der Rechnung mit drin.

Was darf ich denn jetzt an Wohngeld erwarten? Wir sind eine Familie mit insgesamt drei Personen, davon ein Kleinkind.

Online Sheherazade

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Re: Wohngeld, Werbungskosten und MiniJob
« Antwort #1 am: 21. März 2017, 12:57:24 »
Benutze mal einen Wohngeldrechner. Die Werbungskosten werden je nach Einkommensart (sozialversicherungspflichtig, geringfügig, selbständig) unterschiedlich berücksichtigt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine dreiköpfige Familie mit nur 1000€ Nettolohn wohngeldberechtigt ist. Das Einkommen dürfte zu gering sein für die Plausibilitätsprüfung.
Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten. (unbekannt)

Offline HartzGegner

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Re: Wohngeld, Werbungskosten und MiniJob
« Antwort #2 am: 21. März 2017, 13:15:37 »
Die Seite sagt ich habe keinen Anspruch auf Wohngeld.
Ich habe dort meine Miete, mein baldiges monatliches Brutteinkommen und einen 450€ MiniJob angegeben.
Eine andere Seite sagt ich bekäme etwa 65€ Wohngeld.

Ich möchte nicht extra ein neues Thema erstellen daher...
gehen wir mal davon aus ich bekäme kein Wohngeld, kann man mit rund 1350€ netto gut über die Runden kommen? Damit meine ich, ob man das Leben damit relativ gut genießen kann im Gegensatz zum Geld vom JobCenter.

Die zweite Frage wäre weitaus wichtiger.
Ich kann morgen vielleicht schon einen MiniJob-Vertrag unterschreiben. Bis Ende des Monats würde ich etwa 135€ verdienen. Wie ich das verstanden habe, darf ich fixe 100€ davon ja behalten und noch einmal 20% vom Rest. Das wären dann 107€.

Mein Problem ist jetzt, dass ich es nicht schaffe dem JobCenter das bis morgen zu sagen und wenn ich den MiniJob-Vertrag morgen nicht unterschreibe, ist er weg!

Was kann ich jetzt machen? Trotzdem unterschreiben und am Donnerstag zum JobCenter gehen wenn die wieder offen haben?

Online Sheherazade

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Re: Wohngeld, Werbungskosten und MiniJob
« Antwort #3 am: 21. März 2017, 13:21:04 »
gehen wir mal davon aus ich bekäme kein Wohngeld, kann man mit rund 1350€ netto gut über die Runden kommen?

Für 3 Personen, zzgl. Kindergeld und einer Kaltmiete von 400€? Nein.

Zitat
Was kann ich jetzt machen? Trotzdem unterschreiben und am Donnerstag zum JobCenter gehen wenn die wieder offen haben?

Ja. Wo ist das Problem?
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Offline HartzGegner

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Re: Wohngeld, Werbungskosten und MiniJob
« Antwort #4 am: 21. März 2017, 13:25:09 »
Zitat
Für 3 Personen, zzgl. Kindergeld und einer Kaltmiete von 400€? Nein.
Meine Miete beträgt etwas unter 400€ da sind Nebenkosten schon drin. Dann muss ich noch noch Heizung und Strom bezahlen das sind hier etwa 160€ zusammen pro Monat.
Wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich zwei MiniJobs machen muss wenn das so ist.

Zitat
(JC Donnerstag) Ja. Wo ist das Problem?
Ich habe ein wenig Angst, dass das JobCenter mir dann Probleme macht wie ... "Du hast da was ohne es mir zu sagen unterschrieben!".
Ich habe eben schon dort angerufen und alle möglichen Nummern die ich kenne versucht aber entweder ist man ganz automatisch in irgendeiner Warteschleife oder es hebt 5 Minuten lang niemand ab.


Zusammenfassung:
rund 1350€ netto sind zu wenig zum leben?
und
am Donnerstag zum JC gehen mit unterschriebenem MiniJob-Vertrag ist kein Problem

Online Sheherazade

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Re: Wohngeld, Werbungskosten und MiniJob
« Antwort #5 am: 21. März 2017, 13:59:48 »
Wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich zwei MiniJobs machen muss wenn das so ist.

Du kannst nur bis 450€ in Summe als Minijob machen.

Zitat
Ich habe ein wenig Angst, dass das JobCenter mir dann Probleme macht wie ... "Du hast da was ohne es mir zu sagen unterschrieben!".

Das gilt nur für Mietverträge, ganz bestimmt nicht für Arbeitsverträge.

Zitat
rund 1350€ netto sind zu wenig zum leben?

Du kannst doch wohl selbst rechnen. Zieh von dem Einkommen (und allen weiteren Einkünften wie Kindergeld, Elterngeld ....) die Miete, Strom und Gas ab, sonstige Versicherungen, Telefon und was ihr sonst noch so habt und dann guck, was übrig bleibt. Wenn es weniger als 900€ sind, IST es  zu wenig.
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Offline HartzGegner

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Re: Wohngeld, Werbungskosten und MiniJob
« Antwort #6 am: 21. März 2017, 14:10:59 »
Es bleiben etwas weniger als 700€ übrig wenn Miete und alle Rechnungen bezahlt sind ;)

Zitat
Du kannst nur bis 450€ in Summe als Minijob machen.
Wieder was gelernt. Was ich auch nicht wusste ist, dass man nur 48 Stunden pro Woche arbeiten darf.

Zitat
Das gilt nur für Mietverträge, ganz bestimmt nicht für Arbeitsverträge.
Interessant zu wissen. Werde ich mir für Donnerstag merken!

Ich warte noch ein bisschen ab. Wohngeld wird meiner Meinung nach so oder so nicht gezahlt aber vielleicht klappt es ja noch mit dem Kinderzuschlag. Manche Rechner im Netz sagen wir bekommen rund 150€, manche sagen wir bekommen nix. Werde also die Tage mal selber vor Ort nachfragen!

Online Sheherazade

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Re: Wohngeld, Werbungskosten und MiniJob
« Antwort #7 am: 21. März 2017, 14:22:24 »
Wenn ihr wegen zu wenig Einkommen kein Wohngeld bekommt, bekommt ihr auch keinen Kinderzuschlag. Ihr werdet dann wohl oder übel beim Jobcenter weiter aufstocken müssen.
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Offline HartzGegner

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Re: Wohngeld, Werbungskosten und MiniJob
« Antwort #8 am: 21. März 2017, 14:28:47 »
Ok klingt gerade ein wenig seltsam.

Aufstocken höre ich schon sehr oft und lange. Aber ich dachte immer man darf nur soweit aufstocken bis man den Regelbedarf einer BG zusammen hat?
Mein Lohn+MiniJob wäre über unserem aktuellen BG-Bedarf.

Online Sheherazade

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Re: Wohngeld, Werbungskosten und MiniJob
« Antwort #9 am: 21. März 2017, 14:33:19 »
Ich glaube aber, das wurde dir schon mal erklärt.

Wir reden hier vom anrechenbaren Einkommen, bei Erwerbseinkommen wird ein Betrag in Höhe von 100€ pauschal + 20% bzw. 10% NICHT angerechnet. Das dürften bei dem von dir angepeilten Netto von 1350€ ungefähr 300-330€ sein, die NICHT angerechnet werden.
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Offline kilgore72

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Re: Wohngeld, Werbungskosten und MiniJob
« Antwort #10 am: 21. März 2017, 16:24:56 »
Hallo, guck Dir mal § 11b SGb II (Absetzbeträge), dann § 11a SGB II( nicht zu berücksichtigendes Einkommen) und dann noch § 11 SGB II zum Thema anrechenbaren Einkommen (bereinigtes Einkommen) an.
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"Behauptung ist nicht Beweis." (William Shakespeare)