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Autor Thema: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten  (Gelesen 5257 mal)

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Offline Orakel

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #45 am: 18. März 2019, 11:47:00 »
Deine Buchhaltung ist offenkundig eine einzige Katastrophe! Du musst dich nicht wundern, wenn Fragen auftauchen, auf die du keine plausible Antwort finden kannst.

Ich empfehle dir dringend, erst einmal selbst für Durchblick zu sorgen!

Für den Anfang deiner Hausaufgaben (gilt nicht nur für Handwerker!): Finanz-Check: Zwei Konten sorgen für Durchblick
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Offline Dreammaik

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #46 am: 18. März 2019, 11:52:38 »
Zitat
Das diese Summe da aufgelaufen ist, liegt einfach daran, das ich Miete und Ernährung sowie die einzigen beiden Tankrechnungen aus den Bareinnahmen finanziert habe.

Und wie?

Zitat
Bar Einnahmen Firma 1:       + 1627.93EUR
Einnahmen Firma 2:         + 1112.30EUR

= 2748.23€ Bareinnahme

6x315€ Miete = 1890€
6x Regelsatz 404€ = 2424€


:weisnich:

Nein das ist nicht korrekt! Bitte noch mal genau hin schauen. Die Bargeld Einnahmen aus Firma 2 belaufen sich auf: 118.25EUR. Du hast hier aber die Gesamteinnahmen aufgeführt. In der Summe habe ich im Bewilligungszeitraum also Bareinnahmen von: 1746.18EUR. Den Rest der da noch fehlt zum Begleichen der Miete sowie Lebenshaltungskosten habe ich wie gerade schon geschrieben aus der Bargeldreserve die ich zu Beginn des bewilligungszeitraumes hatte, und auch mit angegeben hatte, bestritten. Das ist ALLES auch so geschehen und nachvollziehbar. Das Problem ist halt die Beweisführung dahingehend zu führen. Dass das ein Fehler war mit dem Bargeld zu arbeiten ist mir jetzt im Nachhinein auch klar. Wäre besser gewesen das Geld (Bar) sofort Auftragsbezogen auf das Konto zu überweisen und auch auch die Miete abbuchen zu lassen. Dann wäre es besser nachvollziehbar und man hätte einen schriftlichen beweis. Aber wie gesagt..

Offline Dreammaik

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #47 am: 18. März 2019, 12:12:19 »
Also, du hast einen monatlichen Gewinn von durchschnittlich etwa 460€ aus deinen Betrieben.
Dann bekommst du 405€ ALG2 dazu.
Du hattest also 865€ im Monat.
Davon gelingt es dir monatlich 540€ zu sparen (die 3244€ die du nach 6 Monaten mehr hast).

D.h. du gibst 325€ im Monat aus und davon sind 315€ Miete (an Mutti oder egal an wen).

Das JC glaubt dir nicht dass du mit 10€ im Monat durchkommst und geht davon aus dass du entweder Einkommen verschweigst oder evtl gar keine Miete bezahlst.

Natürlich kann ich nicht von 10EUR im Monat leben. Den Rest für die Waren des täglichen Bedarfes habe ich wie oben schon geschrieben aus der Bargeld Rücklage vor dem Bewilligungszeitraum bestritten. Ich habe in den 6 Monaten private Ausgaben nur Miete, ca. 40-50EUR Waren des täglichen Bedarfes und die beiden Tankrechnungen gehabt. Das war es.

Offline petersmicha

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #48 am: 18. März 2019, 12:17:34 »
Es ist ja nicht so dass ich zu Beginn des Bewilligungszeitraumes komplett blank war. Ich hatte eine Bargeldreserve von 1250EUR die ich auch angegeben habe. Es gibt ja auch ein Schonvermögen. Den Rest den Du nachfragst, habe ich davon bestritten. Ich habe quasi erst mal meine Bargeldreserven und Einnahmen im Bewilligungszeitraum (Bar) herunter gehfahren. Restbarbetrag am Ende der Bewilligung lag bei ca. 240EUR. Sozusagen noch der Rest aus meinem Schonvermögen.

Also ergibt sich folgende Rechnung:

Als Bareinnahmen hattest Du aus Firma 1 und Firma 2 abzgl. der bezahlten Tankrechnung: 1.645,72 Euro.

Deine Miete: 315,- Euro x 6 = 1.890,- Euro
Angenommene Kosten zur Lebenshaltung = Regelsatz: 404,- Euro x 6 = 2.424,- Euro
Summe: 4.314,- Euro

Differenz zu den Bareinnahmen: 2.668,28 Euro

Laut Deiner Angabe oben 1.250 Euro Barvermögen zu Beginn, 240 Euro am Ende noch übrig. Verbraucht also: 1.010 Euro.

Fehlen immer noch ca. 1.658.- Euro.
Woher komme die?

Offline robiwobi

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #49 am: 18. März 2019, 12:20:40 »
Zitat
Es ist ja nicht so dass ich zu Beginn des Bewilligungszeitraumes komplett blank war. Ich hatte eine Bargeldreserve von 1250EUR die ich auch angegeben habe. Es gibt ja auch ein Schonvermögen. Den Rest den Du nachfragst, habe ich davon bestritten. Ich habe quasi erst mal meine Bargeldreserven und Einnahmen im Bewilligungszeitraum (Bar) herunter gehfahren. Restbarbetrag am Ende der Bewilligung lag bei ca. 240EUR. Sozusagen noch der Rest aus meinem Schonvermögen.

Ah ok.
Schon besser, aber auch wenn du deine Miete und weitere Ausgaben des täglichen Lebens zum Teil aus deinem Barvermögen bezahlt hast, sind die 1000€ bar die du in den 6 Monaten verbraucht hast, also ca 166€ im Monat immer noch sehr wenig.

Mit 170€ kommt man schwer über die Runden, also fragt sich das JC woher hat er das Geld für den Rest? Immerhin geht der Staat bzw das JC davon aus, dass ein ALG2 Empfänger im Jahr 2019 424€ im Monat zum Leben braucht.

Das kannst du dir nur selber beantworten, vielleicht hast du immer bei Muttern gegessen oder mal gar keine Miete bezahlt usw.

Wer einen großen Teil seines Hartz4 Satzes nicht ausgibt macht sich halt verdächtig, das ist bei dir der Fall und jetzt bist du in Erklärungsnot.

Ich weiß nicht wie und ob du im Widerspruch noch etwas für dich rausholen kannst, da können dir andere bestimmt mehr dazu sagen. Der Punkt, dass du dein im ALG2 Antrag angegebenes Barvermögen aufgebraucht hast ist sicher ein wichtiger.

Für nächste mal merken. Am besten unauffällig bleiben, keine Fragen aufwerfen, keinen stark anwachsenden Kontostand haben und auch nicht die Miete mal so mal so bezahlen, sondern am besten immer als gleichbleibende, verständliche Abgänge vom Konto.

Zitat
Ich habe in den 6 Monaten private Ausgaben nur Miete, ca. 40-50EUR Waren des täglichen Bedarfes und die beiden Tankrechnungen gehabt. Das war es.

Nur 40-50€ im Monat für Waren des täglichen Bedarfs?
Wie geht das?


Offline Dreammaik

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #50 am: 18. März 2019, 12:29:18 »
@Dreammaik

Du hast - mit Verlaub - den Überblick über deine Finanzen schlicht und ergreifend verloren, weil du deine privaten Finanzen nicht sauber und konsequent von deinen geschäftlichen trennst.

Zwar gibt es keine gesetzliche Regelung, die dich zwingt, ein Privat- und ein Geschäftskonto zu führen, sinnvoll ist das aus vielerlei Hinsicht aber allemal, und zwar unabhängig von deinem Leistungsbezug, denn mit deiner "Rechnung" überzeugst du auch keinen Betriebsprüfer.

Abgesehen davon solltest du unbedingt einmal einen Blick in die AGB deiner Hausbank werfen, denn du riskierst die Kündigung deiner Bankverbindung, wenn du deine geschäftlichen Transaktionen über ein Privatkonto abwickelst und damit die üblichen Gebühren für ein Geschäftskonto umgehst.

Hallo Orakel, mit Verlaub, ich habe den Überblick nicht verloren. Das Problem ist einzig die Beweisführung wegen dem "Arbeiten" mit der Bargeldreserve. Und was das Konto angeht ist mir das klar, dass zwei Konten übersichtlicher wären. Aber wie Du siehst, backe ich nur kleine Brötchen und die Buchungen sind für mich überschaubar. Mit der Bank ist das schon abgeklärt, die akzeptieren einen "Mischbetrieb". Sollte sich das Auftragsvolumen mal erhöhen, was ich natürlich hoffe, und damit die Sache zu unübersichtlich werden, dann trenne ich das natürlich auf. Bei meinen geringen Umsätzen zählt jeder Euro und ein zweites Konto kostet halt auch wieder Geld.

Offline Dreammaik

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #51 am: 18. März 2019, 13:01:40 »
Zitat
Es ist ja nicht so dass ich zu Beginn des Bewilligungszeitraumes komplett blank war. Ich hatte eine Bargeldreserve von 1250EUR die ich auch angegeben habe. Es gibt ja auch ein Schonvermögen. Den Rest den Du nachfragst, habe ich davon bestritten. Ich habe quasi erst mal meine Bargeldreserven und Einnahmen im Bewilligungszeitraum (Bar) herunter gehfahren. Restbarbetrag am Ende der Bewilligung lag bei ca. 240EUR. Sozusagen noch der Rest aus meinem Schonvermögen.

Ah ok.
Schon besser, aber auch wenn du deine Miete und weitere Ausgaben des täglichen Lebens zum Teil aus deinem Barvermögen bezahlt hast, sind die 1000€ bar die du in den 6 Monaten verbraucht hast, also ca 166€ im Monat immer noch sehr wenig.

Mit 170€ kommt man schwer über die Runden, also fragt sich das JC woher hat er das Geld für den Rest? Immerhin geht der Staat bzw das JC davon aus, dass ein ALG2 Empfänger im Jahr 2019 424€ im Monat zum Leben braucht.

Das kannst du dir nur selber beantworten, vielleicht hast du immer bei Muttern gegessen oder mal gar keine Miete bezahlt usw.

Wer einen großen Teil seines Hartz4 Satzes nicht ausgibt macht sich halt verdächtig, das ist bei dir der Fall und jetzt bist du in Erklärungsnot.

Ich weiß nicht wie und ob du im Widerspruch noch etwas für dich rausholen kannst, da können dir andere bestimmt mehr dazu sagen. Der Punkt, dass du dein im ALG2 Antrag angegebenes Barvermögen aufgebraucht hast ist sicher ein wichtiger.

Für nächste mal merken. Am besten unauffällig bleiben, keine Fragen aufwerfen, keinen stark anwachsenden Kontostand haben und auch nicht die Miete mal so mal so bezahlen, sondern am besten immer als gleichbleibende, verständliche Abgänge vom Konto.

Zitat
Ich habe in den 6 Monaten private Ausgaben nur Miete, ca. 40-50EUR Waren des täglichen Bedarfes und die beiden Tankrechnungen gehabt. Das war es.

Nur 40-50€ im Monat für Waren des täglichen Bedarfs?
Wie geht das?

Hallo Robiwobi, ja genau so sieht es aus. Und ich bin mit diesem Geld um die Runden gekommen, auch wenn sich das ein "wohlgenährter" Beamter nicht vorstellen kann. Natürlich habe ich die Rechnungen aus dem Supermarkt nicht mehr. Wahrscheinlich hätte ich die Einkäufe dann auch noch mit Karte bezahlen müssen, dann wäre auch das nachweisbar gewesen.

Wie gesagt, dass ich über meiner Prognose lag ist mir klar und auch das ich zu viel bekommenes Geld zurückgeben muss. Aber halt nur das, was ich auch wirklich zu viel eingenommen habe. Immerhin zeigte damit der Trend nach oben und ich brauchte keinen neuen Antrag zu stellen, wenn gleich es natürlich auf niedrigem Niveau weiter ging. Aber Hauptsache weg vom Amt!!! Ein kleiner Nebenjob im Sommer und Herbst hat mich noch zusätzlich unterstützt bzw. stabilisiert. Die Zeit war neben meiner gesundheitlichen Belastung auch noch eine nervliche. Eines weiß ich, falls ich jemals wieder in die Situation kommen sollte, und ich hoffe niemals wieder!!!, dann melde ich die Firmen komplett ab. Dieses Theater mit vorläufiger und endgültiger EKS sowie dieser ausufernden Bürokratie mache ich nicht noch einmal mit.

Nun ist die Frage wie weiter verfahren. Ich würde auf alle Fälle einen Wiederspruch verfassen mit den auch hier dargelegten Zusammenhängen. Zumindest will ich damit erreichen, dass der Beamte sich auch wirklich meine EÜR bzw. EKS anschaut, was er ja bisher überhaupt nicht getan hat. Sollte es bei der Rückzahlung der kompletten Summe bleiben, kann man immer noch eine Klage prüfen ob die Erfolg hätte. Bei kompletter Erstattung müsste ich eh versuchen Ratenzahlung zu vereinbaren, weil mich das dann schon wieder in arge Bedrängnis brächte finanziell.

Offline Orakel

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #52 am: 18. März 2019, 13:28:22 »
Das Problem ist einzig die Beweisführung wegen dem "Arbeiten" mit der Bargeldreserve.

Eben! Was für dich nachvollziehbar ist, muss es nicht auch für außenstehende Dritte sein.

Zur Erinnerung:

... denn mit deiner "Rechnung" überzeugst du auch keinen Betriebsprüfer.

Ich kann schon nicht mehr zählen, wie oft ich dieses "Argument" - vielleicht besser: diese Ausrede - schon gehört habe.

Bei meinen geringen Umsätzen zählt jeder Euro und ein zweites Konto kostet halt auch wieder Geld.

Es gibt genügend Banken, die kostenfreie Privatkonten anbieten; regelmäßiger Geldeingang genügt; darunter fallen auch Sozialleistungen. Die Kosten des Geschäftskontos sind Betriebsausgaben (Anlage EKS, Zeile B14c), schmälern also dein anrechenbares Einkommen und erhöhen deinen ergänzenden Leistungsanspruch.
Rechtlicher Hinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.
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Offline robiwobi

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #53 am: 18. März 2019, 13:28:47 »
Zitat
Dieses Theater mit vorläufiger und endgültiger EKS sowie dieser ausufernden Bürokratie mache ich nicht noch einmal mit.

Nun ist die Frage wie weiter verfahren. Ich würde auf alle Fälle einen Wiederspruch verfassen mit den auch hier dargelegten Zusammenhängen. Zumindest will ich damit erreichen, dass der Beamte sich auch wirklich meine EÜR bzw. EKS anschaut, was er ja bisher überhaupt nicht getan hat.

Dass dir die Bürokratie auf den Senkel geht kann ich verstehen. Ich hatte mal eine EKS abgegeben, die war ein 2 cm dicker Stapel, da ist jede Steuererklärung eine Kleinigkeit.

Ich glaube dein Hauptproblem ist nicht dass sich der SB deine EKS nicht richtig anschaut.
Egal wie man es dreht und wendet, niemand glaubt dir dass du ohne Hilfe mit 40€ pro Monat auskommen kannst während man davon ausgeht dass jeder andere ALG2 Empfänger 424€ braucht.
Die Annahme, dass du entweder mehr bar einnimmst als du dem JC mitgeteilt hast oder dir sonst jemand unter die Arme greift (z.B. deine Mutter mit essen oder Miete), ist einfach plausibel.
Und das beeinflusst wesentlich die Beurteilung darüber ob du in den Augen des JC hilfebedürftig bist oder nicht.

Offline Dreammaik

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #54 am: 18. März 2019, 13:53:21 »
Zitat
Dieses Theater mit vorläufiger und endgültiger EKS sowie dieser ausufernden Bürokratie mache ich nicht noch einmal mit.

Nun ist die Frage wie weiter verfahren. Ich würde auf alle Fälle einen Wiederspruch verfassen mit den auch hier dargelegten Zusammenhängen. Zumindest will ich damit erreichen, dass der Beamte sich auch wirklich meine EÜR bzw. EKS anschaut, was er ja bisher überhaupt nicht getan hat.

Dass dir die Bürokratie auf den Senkel geht kann ich verstehen. Ich hatte mal eine EKS abgegeben, die war ein 2 cm dicker Stapel, da ist jede Steuererklärung eine Kleinigkeit.

Ich glaube dein Hauptproblem ist nicht dass sich der SB deine EKS nicht richtig anschaut.
Egal wie man es dreht und wendet, niemand glaubt dir dass du ohne Hilfe mit 40€ pro Monat auskommen kannst während man davon ausgeht dass jeder andere ALG2 Empfänger 424€ braucht.
Die Annahme, dass du entweder mehr bar einnimmst als du dem JC mitgeteilt hast oder dir sonst jemand unter die Arme greift (z.B. deine Mutter mit essen oder Miete), ist einfach plausibel.
Und das beeinflusst wesentlich die Beurteilung darüber ob du in den Augen des JC hilfebedürftig bist oder nicht.

Ich habe die Höhe zwar nicht gemessen, aber 2cm sollten es auch locker gewesen sein. Ein absoluter Wahnsinn.. Und anderen scheint das Geld unreflektiert einfach nachgeworfen zu werden.. Wenn ich hier so lese wie mache hier selbst um EUR Beträge kämpfen müssen für Krankheit und dann sehe was so andre.. Ich höre lieber auf..

Auch wenn ich mich wiederhole, es passt alles so und es nix zu viel da ober übrig. Ich habe das am Wochenende alles aufgeschlüsselt und bis auf ein paar EUR Abweichung passt das. Auch mit der Bar gezahlten Miete und den Lebenshaltungskosten von ca. 40EUR pro Woche. Und der Bearbeiter hat eben NICHT die EKS und auch die Rechnungen überprüft. Das hat er ja im Bescheid auch so vermerkt! ich habe hier nix zusätzlich eingenommen oder gesponsert bekommen.

Offline Fylou

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #55 am: 18. März 2019, 15:44:32 »
Von 40€ die Woche kann man mal leben, wenn es knapp wird. Aber du hast ja nicht nur Lebensmittel zu zahlen, sondern auch andere Kosten wie Kleidung, Schuhe Drogerieartikel (Strom in der Miete?). wir reden hier immerhin von 6 Monaten.

 Und wenn man diese geringen Kosten dann sieht und das dicke Plus auf dem Konto, da wird man natürlich stutzig.  :weisnich:
Wenn man alle Gesetze studieren wollte, so hätte man gar keine Zeit mehr, sie zu übertreten.  :blum:
___Johann Wolfgang von Goethe___

Offline Dreammaik

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #56 am: 18. März 2019, 16:32:46 »
Von 40€ die Woche kann man mal leben, wenn es knapp wird. Aber du hast ja nicht nur Lebensmittel zu zahlen, sondern auch andere Kosten wie Kleidung, Schuhe Drogerieartikel (Strom in der Miete?). wir reden hier immerhin von 6 Monaten.

 Und wenn man diese geringen Kosten dann sieht und das dicke Plus auf dem Konto, da wird man natürlich stutzig.  :weisnich:

Das war wie gesagt ein halbes Jahr. Und ich habe da weder Kleidung noch Schuhe gekauft in der Zeit. Nur Miete und Verzehr und alles andere gelassen. Auch wenn das einige hier anzweifeln es ist es trotzdem so! Es wird ja auch explizit an einen ran getragen, das man sparsam zu leben hat in der Zeit. Und es gibt schließlich kein Gesetz das vorschreibt, den Satz zwingend im Monat zu verbrauchen geschweige für was. Schon gar nicht als Selbstständiger mit, wenn auch geringen Einkünften. Ich habe ja quasi auch nur eine Aufstockung beantragt. Die Summe „atmet“ ja und ist je nach Auftragslage mal mehr Mal weniger.

Ich war ja in einer Notsituation und habe alles runter gefahren was geht. So ist diese Summe halt aufgelaufen zusammen mit meinem Gewinn aus der Firma, der in der Schlussrechnung den vorläufigen Betrag überschritten hat. Und diesen muss ich jetzt zurückzahlen, was vollkommen klar ist. Aber eben nicht die komplette Unterstützung!!

Ich wurde damals auch gefragt wie ich auf den vorläufigen Betrag gekommen bin. Aus einer Querschnittsrechnung des vergangen halben Jahres, was mich leider in diese missliche Situation gebracht hat. Schon die Frage alleine hätten die sich aber sparen können. Welcher Selbständige in so einer Situation kann das schon machen?? Das ist dann der berühmte Blick in die Glaskugel.

Offline Kraftreiniger

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #57 am: 18. März 2019, 18:43:31 »
Von 40€ die Woche kann man mal leben, wenn es knapp wird. Aber du hast ja nicht nur Lebensmittel zu zahlen, sondern auch andere Kosten wie Kleidung, Schuhe Drogerieartikel (Strom in der Miete?). wir reden hier immerhin von 6 Monaten.

 Und wenn man diese geringen Kosten dann sieht und das dicke Plus auf dem Konto, da wird man natürlich stutzig.  :weisnich:

Ich kenne aus sicherer Quelle mehrere Menschen die fast 100% ihres Regelsatzes sparen. Seit Jahren. Ohne nennenswerte Zusatzeinnahmen.

Aus meiner Familie:
Stromverbrauch: ca. 18€/Monat, 7,99€ Alditalk, maximal 15€ Wocheneinkauf frische Sachen,
sonst keine Ausfaben.
Derjenige macht dann Reisen für das Geld, mehrere Tausend €/Jahr.

Wenn man nicht anspruchsvoll ist geht alles, muss sich nur Priöritäten setzen.

Wir leben in solchem extremen Überfluss. In Deutschland gibt es alles umsonst was man zum Leben braucht. Nur Luxus und Konsum kostet.
Wenn man woanders aufgewachsen ist wo es nichts gab dann geht das sparen von alleine.
Es gibt unzählige Möglichkeiten essen gratis zu kriegen, Kleidung auch, Wohnung zahlt das Amt, du kannst sogar zum Sport und Sauna über die Krankenkasse gratis,

So richtig brauchen tut man Geld also nicht. Jeder könnte 300€ sparen vom Hartz4 monatlich.


Offline Orakel

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #58 am: 18. März 2019, 18:53:40 »
So richtig brauchen tut man Geld also nicht. Jeder könnte 300€ sparen vom Hartz4 monatlich.

Schreibe das einfach an Olaf Scholz und/oder Hubertus Heil. DAS wäre doch endlich mal ein Vorschlag zu einer echten Reform des Hartz-IV-Systems.   :mocking:
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Offline Anne-Suvi

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Re: Nächträglichen Ablehnungsbescheid erhalten
« Antwort #59 am: 18. März 2019, 18:58:30 »
Zitat von: Kraftreiniger am 18. März 2019, 18:43:31
maximal 15€ Wocheneinkauf frische Sachen

Wie geht das denn? Gehen die zur Tafel? Gib mal ein Beispiel für eine Woche. Trinken die keinen Kaffee? Klopapier, Duschgel solche Sachen braucht man ja auch :weisnich: