Datenschutzhinweis

Dieses Internetangebot erhebt und verarbeitet Daten gemäß Art. 6 Abs. 1 Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) um seine Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Fehler zu analysieren. Näheres dazu, welche Daten dabei zu welchem Zweck und auf welcher rechtlichen Grundlage erhoben und verarbeitet werden, wie Sie dies verhindern können und zu Ihren diesbezüglichen Rechten erhalten Sie in der Datenschutzerklärung. (Wir werden Sie in regelmäßigen Abständen daran erinnern.)

Verstanden & Schließen

Autor Thema: Anrechnung von Urlaubsabgeltung  (Gelesen 353 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Plöner

  • neu dabei
  • Beiträge: 5
Anrechnung von Urlaubsabgeltung
« am: 20. März 2019, 15:34:38 »
Hallo nochmal,

zum Thema Anrechnung von Erwerbseinkommen bzw. einmaligen Einnahmen habe ich nun zwar schon viel gelesen, aber leider bin ich mir nicht zu hundert Prozent sicher, wie das nun in meiner Situation mit einer Urlaubsabgeltung richtig ist.

Kurz zur Situation:
Aufgrund von Krankheit konnte mir vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses mein Urlaubsanspruch nicht gewährt werden.
Somit hab ich nun einen Anspruch auf Urlaubsabgeltung in Höhe von ca. 1500 Euro brutto.
Mein Gesamtbedarf beträgt 734 Euro.

Meine erste Frage ist nun, wird die Urlaubsabgeltung als Erwerbseinkommen oder als einmalige Einnahme gewertet?
Die Rechtssprechung diesbezüglich hat sich in den letzten Jahren, so wie ich es erlesen konnte, mehrfach geändert und in beiden Fällen gibt es unterschiedliche Freibeträge.

Nächster Punkt ist, da ich mit der Zahlung der Urlaubsabgeltung für diesen Monat nicht mehr hilfebedürftig wäre, findet die Anrechnung auf sechs Monate statt, richtig?
Wie läuft es dann mit dem Freibetrag ab, wird dieser dann einmalig angerechnet oder für jeden der sechs Monate einzeln?

Also angenommen die Urlaubsabgeltung wird als Erwerbseinkommen gewertet, hätte ich, wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe, einen Freibetrag von 300 Euro.
Dieses würde vom Nettoeinkommen abgezogen werden und somit bleibt ein anrechenbare Einkommen von 800 Euro über.
Wir würde dies nun über sechs Monate verteilt werden?
Wird das anrechenbare Einkommen einfach durch sechs geteilt und mir dann quasi jeden Monat 800 Euro / 6 ≈ 133,34 Euro abgezogen?
Oder wird das Bruttoeinkommen durch sechs geteilt und der Freibetrag für jeden Monat einzeln angerechnet?
Also 1500 Euro / 6 = 250 Euro. Das müsste dann einen Freibetrag von 130 Euro ergeben und somit ein anrechenbares Einkommen von 1100 Euro / 6 - 130 Euro ≈ 53,34 Euro.

Fragen nun, als was wird die Urlaubsabgeltung gewertet und auf welche der beiden Weisen findet dann die Verteilung auf sechs Monate statt?

Ich hoffe, ich konnte mein Problem einigermaßen verständlich rüberbringen.

Vielen Dank und Viele Grüße
Plöner

Offline zugchef werner

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 3000
Re: Anrechnung von Urlaubsabgeltung
« Antwort #1 am: 20. März 2019, 17:08:20 »
Du bekommst Hartz IV oder AlG?

Bei erstem, wird es als Einkommen gewertet und entsprechend angerechnet.
Womöglich über die 6 Monate verteilt, aber der Freibetrag wird nicht jeden Monat gewährt. (gemeint sind die 30 € Pauschale?)

Offline Plöner

  • neu dabei
  • Beiträge: 5
Re: Anrechnung von Urlaubsabgeltung
« Antwort #2 am: 20. März 2019, 23:06:45 »
Ich bekomme Hartz IV, da es eine sozialversicherungsfreie Beschäftigung war.

So langsam vermute ich, dass ich verstanden habe, wie die Anrechnung nun stattfindet.

In der Annahme, dass das Urteil vom 10.03.2014 - S 38 AS 4626/13 aktuell Bestand hat, wird eine Urlaubsabgeltung als einmalige Einnahme gewertet.
Somit gilt der Freibetrag in Höhe von 30 Euro pro Monat und nicht die Berechnung, die beim Erwerbseinkommen zugrunde liegt.
Im oben genannten Urteil wurde die Urlaubsabgeltung auch auf sechs Monate verteilt und für jeden Monat einzeln der Freibetrag in Höhe von 30 Euro angerechnet.
Im Absatz 32 steht noch, dass zu der angewandten Berechnungsweise keine rechtlichen Bedenken ersichtlich seien.

Übertragen auf meine Situation müsste dies nun bedeuten, dass pro Monat ein Betrag von 1100 Euro / 6 - 30 Euro ≈ 153,34 Euro anrechenbar ist und mein Gesamtbedarf auf ca. 580,66 Euro sinkt.
Sehe ich das so richtig?