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Autor Thema: Energie-Armut als neues soziales Risiko: Von der Stromsperre in den Ruin  (Gelesen 17106 mal)

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Offline Luchs0

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Dazu kommt dann noch der Skandal mit den viel zu teuren Grundversorgungstarifen.
Mir hat EON den Preis im Grundversorgungstarif von 26 auf 32 cent pro Kilowattstunde zum 01.05.17. erhöhen wollen.
Ich bin dann zu den Stadtwerken Bamberg in den einjährigen Ökostromtarif gewechselt und zahle nun nur noch knapp 23 cent pro Kwh.

Wenn man allerdings eine schlechte Kreditwürdigkeit hat,  kann es passieren,  dass man keinen Stromanbieter findet,  bei dem man einen günstigen Vertrag abschliessen kann.
So bleiben dann finanzschwachen Kunden oft auf den teuren Grundversorgungstarifen sitzen, die eigentlich einen günstigen Stromtarif besonders brauchen.


Offline Planloser

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Zitat von: Luchs0 am 29. April 2017, 14:32:59
Wenn man allerdings eine schlechte Kreditwürdigkeit hat,  kann es passieren,  dass man keinen Stromanbieter findet,  bei dem man einen günstigen Vertrag abschliessen kann.
So bleiben dann finanzschwachen Kunden oft auf den teuren Grundversorgungstarifen sitzen, die eigentlich einen günstigen Stromtarif besonders brauchen.

Deswegen bleibt es auch ein Einkommensproblem und kein Ausgabenproblem. Bei 30% Unterschied sind das i.d.R. immer noch "nur" um die 10-15€ / Person - das sollte normalerweise kein Problem darstellen, selbst wenn man keine Möglichkeit hat energiesparende Geräte anzuschaffen sind es maximal 25€. Für viele ist das ein großes Problem. Für andere sind die Stromkosten exorbitant hoch, manche wohnen in preiswerten Wohnungen die kaum gedämmt sind, mit Strom beheizt werden und ein alter Wasserboiler, das summiert sich ganz schnell - man hat aber auch kaum eine Möglichkeit eine andere Wohnung zu finden (zumal häufig noch exorbitant hohe Grundkosten wie Kaution auf einen zukommen).

Man kann also häufig nur augenscheinlich billig in der Gegend wohnen. Realistisch ist dann was anderes.
Die Arbeit verschwindet – das will kein Politiker seinen Wählern erzählen. Stattdessen hat sich die Politik drei Pseudotheorien ausgedacht, um diese Entwicklung zu erklären. Wir verlieren in unserem Land Jobs, weil die bösen Unternehmer Stellen ins Ausland verlagern. Wir haben genug Jobs, die Leute sind nur nicht richtig ausgebildet. Wir haben zu wenig Jobs, weil die Sozialabgaben zu teuer sind. Alle drei Argumente sind für Jeremy Rifkin absurd.

Offline Meck

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Rechnung nicht bezahlt: Wenn die Stadtwerke den Strom abklemmen
« Antwort #77 am: 07. Juni 2017, 20:28:17 »
Die Preise von Heizöl, Gas und Strom sind in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Zum Teil so stark, dass sich viele Menschen diese Ausgaben nicht mehr leisten können. Das bekommen auch die Stadtwerke Merseburg zu spüren, die regelmäßig mit säumigen Zahlern zu tun haben. „Pro Monat verzeichnen wir rund 80 Sperrandrohungen“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Guido Langer.

Diese werden von dem Stromversorger ausgesprochen, wenn Kunden bereits auf einfache Mahnungen nicht reagiert haben. „Die meisten der Betroffenen reagieren dann auch“, sagt Langer. Bei rund einem Viertel bringt jedoch auch der Druck nichts, ihnen wird der Strom abgedreht.


-->> http://www.mz-web.de/merseburg/rechnung-nicht-bezahlt-wenn-die-stadtwerke-den-strom-abklemmen-27039562

Offline Meck

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Weiter viele Stromabschaltungen wegen unbezahlter Rechnungen
« Antwort #78 am: 22. Oktober 2017, 14:19:08 »
Die Stromrechnung nicht bezahlt, die Mahnung ignoriert: Irgendwann ist es in der Wohnung kalt und dunkel. Stromsperren bleiben im reichen Deutschland ein Massenphänomen.

Wegen unbezahlter Rechnungen ist im vergangenen Jahr rund 330.000 Haushalten in Deutschland der Strom abgestellt worden. Neben den Sperrungen der Anschlüsse hat es 2016 zudem etwa 6,6 Millionen Sperr-Androhungen gegen säumige Zahler gegeben. Das geht aus dem Entwurf für den Jahresmonitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt hervor.


-->> https://www.nordkurier.de/nachrichten/ticker/bonn/weiter-viele-stromabschaltungen-wegen-unbezahlter-rechnungen-2230188210.html

Offline Meck

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Tausende Haushalte: Stromsperrung: Plötzlich im Dunkeln
« Antwort #79 am: 12. Dezember 2017, 12:45:30 »
Besonders in der Weihnachtszeit leuchtet und blinkt die Lichterdeko. Kaum vorstellbar, dass manche Menschen in Deutschland im Dunkeln sitzen, weil ihnen der Strom gesperrt wurde. Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind rund 330.000 Haushalte betroffen. Die Zahl der Androhungen liegt bei über sechs Millionen. Doch wie kann es überhaupt so weit kommen? Und wie kommen die Betroffenen wieder ans Netz?

-->> https://www.mdr.de/nachrichten/ratgeber/stromsperrung-vorgehen-100.html

Offline MichaK

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Re: Energie-Armut als neues soziales Risiko: Von der Stromsperre in den Ruin
« Antwort #80 am: 12. Dezember 2017, 12:54:15 »
Deutschland geht es gut. Die Wirtschaft brummt. Die Steuern sprudeln. Morgen geht es Deutschland noch viel besser. :mocking:

Gast42062

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Re: Energie-Armut als neues soziales Risiko: Von der Stromsperre in den Ruin
« Antwort #81 am: 12. Dezember 2017, 13:24:32 »
Zitat von: MichaK am 12. Dezember 2017, 12:54:15
Morgen geht es Deutschland noch viel besser. :mocking:
du meinst Schäuble und den Bundestagsabgeordneten.

Offline oldhoefi

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Stromsperren in Hartz IV Haushalten - etwa die Hälfte aller gesperrten Haushalte sind SGB II / SGB XII Bezieher

Im Jahr 2016 wurden rund 318.000 Stromsperrungen im Auftrag der Grundversorger durchgeführt.

Das geht aus einer Antwort (19/1604) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/1395) der AfD Fraktion hervor. Darin heißt es weiter, dass der Bundesregierung keine statistischen Daten zur Struktur der Personengruppen vorlägen, die von Stromsperrungen betroffen seien, so die Antwort der Bundesregierung. Allerdings verweist die Bundesregierung auf eine Studie, nach der etwa die Hälfte aller von Stromsperren betroffenen Haushalte Leistungen der Grundsicherung (SGB II oder SGB XII) beziehen.

Drucksache 19/1604 vom 11.04.2018 --> http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/016/1901604.pdf

Abschlussbemerkung: Normalerweise würde ich AfD Anfragen und Antworten nicht veröffentlichen. Im vorliegenden Fall ist das Ergebnis aber so relevant, dass hier eine Ausnahme gemacht werden muss.

Dazu nochmal eine Studie der Verbraucherzentrale NRW e. V. die zu dem Ergebnis kommt, dass der SGB II Regelbedarf zu wenig Geld für Haushaltsenergie enthält. Das zeigt eine Berechnung aus dem Landesprojekt „NRW bekämpft Energiearmut“ der Verbraucherzentrale NRW. Dies wird in der Untersuchung an verschiedenen Haushaltstypen berechnet und aufgezeigt.

Studie aus Juni 2018 --> https://harald-thome.de/fa/redakteur/Harald_2018/2018_VZ_NRW_Deckungsluecke_Energie_6-2018.pdf

(Zitat und Quelle: Harald Thomé – Newsletter vom 15.07.2018)
„Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.“ (Heinrich Heine)

Offline oldhoefi

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Vorschläge der Nationalen Armutskonferenz (nak) zur Überwindung von Stromsperren

„Stromschulden und Stromsperren sind in Deutschland ein großes Problem, kein Randphänomen. Bei 328.000 Kunden wurde 2016 die Stromversorgung wegen nicht gezahlter Rechnungen tatsächlich unterbrochen. Die Sperrungen resultierten aus insgesamt 6,6 Mio. Unterbrechungsandrohungen, von denen ca. 1,2 Mio. in einen Unterbrechungsauftrag mündeten. Die relativ hohe Zahl der Unterbrechungsandrohungen zeigt, dass sehr viele Haushalte Zahlungsprobleme haben. Oft ist Einkommensarmut der Grund.
[...]
Energieschulden als allgemeines gesellschaftliches Problem können nicht allein durch Hilfen vor Ort vermieden werden. Im Kontext einer sozialpolitischen Rahmensetzung ist es erforderlich, die bisherigen Aktivitäten der beteiligten Akteure durch strukturelle Veränderungen im Sozialrecht zu ergänzen. Der Sozialstaat muss als eine der möglichen politischen Maßnahmen im Rahmen der Daseinsvorsorge eine Versorgung dieser Haushalte mit Energie sicherstellen, die dem Kriterium der Menschenwürde entspricht.“

Zitat aus: Vorschläge der nak vom 24.04.2018 --> https://tinyurl.com/ybp3frv3

(Quelle: Harald Thomé – NL vom 29.07.2018 / siehe auch NL vom 15.07.2018)
„Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.“ (Heinrich Heine)

Offline Atalante

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  • Weg mit den "Agenda 2010-Reformen"!
Das sind doch alles  Leute, die schlicht nicht mit ihrem Einkommen auskommen und keine Prioritäten setzen, wenn man denen mehr Geld gibt, zahlen die ihren Strom immer noch nicht.
Die müssen halt nur wöchentlich ihren Stromverbrauch am Zähler ablesen und alles schön in ne Excel-Tabelle eintragen, dann hätten die auch nen Überblick über ihren Verbrauch...

MfG
-_-

Offline HermineL

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Das sind doch alles  Leute, die schlicht nicht mit ihrem Einkommen auskommen
Schlicht und einfach: Bullshit !

Die Leute mag es durchaus geben aber meistens sind Familien mit Kindern betroffen
und ob du es glaubst oder nicht da fehlt es bei diesen Regelsätzen vorne und hinten.
Bei Alleinstehenden allerdings gebe ich dir bedingt Recht aber alle über einen Kamm
scheren geht gar nicht.

Offline Schnuffel01

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@ HermineL

Du hast die Ironie nicht erkannt.

Offline NevAda

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  • Das macht nichts.
So oder so ist es eine Frage der Prioritäten. Ich bin sicher, alle von uns finden im Haushalt aller anderen Punkte, die sie einsparen könnten. Aber eben auch umgekehrt.

Ich habe kein Auto, "spare" also Benzin-(usw.)Geld. Ich habe weder Hund noch Katze. Ich rauche nicht (ha!). Aber ebensogut können mir jetzt alle Immer-noch-Rauchenden vorhalten, Gemüse vom Markt sei auch nicht besser als TK-. Kosmetik ausm Discounter sei so gut wie das ausm Salon. Zucker sei so gut wie Xylit. Usw.

@Hermine hat nicht auf den Absender geachtet :-))

Offline HermineL

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Du hast die Ironie nicht erkannt.
Mag sein. Dann sorry aber ich reagiere mittlerweile auf solche Äußerungen
überempfindlich weil man dies von allen Seiten immer wieder zu hören bekommt.