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Autor Thema: Ausgleichenden Lebensunterhalt nur als Darlehn?  (Gelesen 1287 mal)

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Gast40925

  • Gast
Ausgleichenden Lebensunterhalt nur als Darlehn?
« am: 27. Juli 2016, 21:53:38 »
Hallo, ich hoffe hier kann mir jemand einen guten Rat oder Hinweise geben.

Vor einigen Jahren trat ein Todesfall in der Familie auf und ich hinterblieb als Alleinerbin.
Bis dahin lebte ich in einer Beziehung in der mein Lebensgefährte das Einkommen nach Hause
brachte - einige Zeit nach der Erbschaft trennten wir uns.
Da ich ohne Einkommen bin lebte ich seither von dem geerbten sehr sparsam
da ich so lange es geht ohne Gang zum Amt damit auskommen wollte.

Das Geld ist nun leider aufgebraucht, was übrig bleibt ist ein geerbtes Haus mit Grundstück.
Bei diesem Haus liegt schon seit Jahrzehnten das Problem vor, dass schon aus Vorkriegszeiten
nicht eindeutig geklärt werden konnte, ob noch eventuell rechtmäßige Erben existieren könnten,
daher kann ich das Haus durch gerichtliche Anordnung nicht verkaufen,
so lange dies nicht zweifelsfrei geklärt wurde.
Wohnfläche wäre gute 80 qm, ich dürfte das Haus selbst bewohnen,
lebe aber in einer Grossstadt weit von dem Haus entfernt und es ist mir nicht möglich,
aus verschiedenen Gründen, selbst in dieses Haus zu ziehen.
Daher ist es derzeit vermietet und ich erhalte ca. 400 Euro monatliche Miete,
davon kann ich aber nicht leben.
Darum habe ich nun einen Antrag auf Hartz4 gestellt, damit ich die Differenz zum
Leben aufgestockt bekomme.
Leider wurde mir der Antrag abgelehnt und statt dessen angeboten einen Ausgleich
als Darlehn zu gewähren.

Warum würde ich denn einen Ausgleich bekommen wenn ich selbst dort im Haus wohne
und wenn ich statt dessen die Mieteinnahme dazu nutze meine Miete selbst zu finanzieren
und davon sogar noch einen Teil für den Lebensunterhalt übrig bleibt
bekomme ich nur ein Darlehn, - so müsste das Amt doch sogar noch weniger zuzahlen?

Was wenn das Haus nie verkauft werden kann, immerhin haben schon die Erblasser
seit Jahrzehnten versucht die Sache mit den eventuellen Erben gerichtlich klären zu lassen, ohne Erfolg.
Hänge ich dann auf einem Berg Schulden den ich nie abbezahlen könnte?
Oder wenn die Sache gerichtlich geklärt wird und ich das Haus gar nicht verkaufen möchte
sondern dann selbst einziehen - müsste ich das dann Zwangsversteigern?
Warum kann ich das Haus oder die Miete denn nicht als selbständige Einnahme betrachten
so wie auch andere Selbständige, die ergänzende Aufstockung erhalten wenn es zum Leben sonst nicht reicht.

Kann mir jemand einen Rat geben, ich bin wirklich verzweifelt,
ich weiss ja nicht einmal ob ich Vermögen habe, weil ich das Haus ja nicht zu Vermögen
machen kann wenn ich wollte.

Offline coolio

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Re: Ausgleichenden Lebensunterhalt nur als Darlehn?
« Antwort #1 am: 27. Juli 2016, 22:11:34 »
Schau mal hier nach....
Ratgeber Vermögen
und auch
Erben als ALG II Empfänger
Im Prinzip ist das Haus ja nicht verwertbar.
Wurde denn der Verkehrswert schon mal festgestellt?
Aber neben dem Darlehen (klar, daß das JC die Finger drauf hält) fällt zumindest mir gerade nichts ein.
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Offline crazy

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Re: Ausgleichenden Lebensunterhalt nur als Darlehn?
« Antwort #2 am: 02. August 2016, 10:19:22 »
Ich versuche es mal zu erklären

Ein selbstbewohntes Haus wird wie eine Mietwohnung betrachtet- die laufenden Betriebskosten sind die Miete, eventuell wenn noch belastet wären die Zinszahlungen ,nicht die Tilgung!, ebenfalls "Miete" Soweit eben angemessen nach SGB 2.

Hier sind auf der einen Seite Mieteinnahmen und auf der anderen Seite aber Mietzahlungen plus Hilfe zum Lebensunterhalt  notwendig.
Das nichtgenutzte Grundstück stellt Vermögen dar. Selbst wenn man die 400 Euro Einnahme zu 100% gegen den Bedarf Miete und Regelsatz rechnen würde bliebe immer noch ein Vermögen übrig welches eigentlich entsprechend verwertet werden müsste und damit eine Hilfebedürftigkeit vermutlich nach Abzug von Vermögensfreibetrag immer noch nicht eintreten würde. Da das zur Zeit nicht möglich leiht Papa Sozialstaat dem Hilfebedürftigen so lange das Geld zum Leben bis das Vermögen verwendet werden  und das Darlehen zurückerstattet werden kann. Ein Grundstück könnte man auch belasten über eine Bank und mit den Mieteinnahmen diese Belastung wieder tilgen, vom Darlehen leben  und hat damit am Ende wieder Vermögen in Form eine unbelasteten Grundstücks. Was allerdings eine Bank eher nicht mitmachen würde und in diesem speziellen Fall ist das Grundstück für die Bank sowieso wertlos.
Die andere Sache ist ja noch, selbst wenn man das Grundstück als Vermögensfreibetrag bewerten würde wäre da noch die Mieteinnahme, welche den Zuschuss in Form von ALG 2 entsprechend mindert.  Allerdings reicht ALG 2 nicht aus um notwendige Instandsetzungen für das vermietete Grundstück bezahlen zu können. Wie stellen Sie sich das vor, wenn der Mieter anruft und zur Kenntnis bringt, dass das Dach undicht ist oder die Heizungsanlage defekt oder die Gemeinde einen Straßenausbaubeitrag fordert?

So lange das Grundstück nicht verwertet werden kann wegen der nicht geklärten Eigentumsverhältnisse laufen auf der einen Seite Schulden auf. Bestenfalls bis die Erben dran sind. Diese schlagen das Erbe dann aus und alles ist gut. Sollte vorab eine Verwertung möglich sein und Sie als Eigentümer selbst einziehen wollen, dann können Sie das Grundstück belasten und damit die Schulden beim Jobcenter tilgen, wobei dann fraglich ist wovon Sie dann leben wollen, wenn keine nennenswerte Rentenzahlung zu erwarten ist. Also bleibt wohl nur Verwertung wenn möglich und vom Erlös Schulden tilgen und den Rest für den Lebensunterhalt verwenden mit ggf. Zuschuss vom Sozialamt im Alter.
Andere Möglichkeit wäre- je nach Alter und Können- eine Arbeit suchen und wenn es an der Tankstelle der Nachtschalter ist oder der Sonntagsdienst.Es gibt viele Jobs für die man nicht unbedingt jung und gut ausgebildet sein muss. Auch wenn man dann nicht gleich ein Vermögen verdient ist es dennoch eine Möglichkeit den Stress mit dem Jobcenter zu umgehen und das Grundstück zumindest vorläufig zu retten.  Das Ganze wenigstens mit 451 Euro im Monat, damit die Krankenversicherung drin ist und dann kann alles ohne Jobcenter laufen wie bisher gewohnt.