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Autor Thema: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter  (Gelesen 2969 mal)

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Gast41288

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Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« am: 10. September 2016, 07:43:41 »
Hallo,

ich hab gestern ein Schreiben vom Jobcenter erhalten. Sie sind der Meinung, dass ich eventuell Anspruch auf BAB habe. Das ist aber nicht nur ein Hinweis. Sie möchten das ich einen Antrag stelle, erkläre warum ich noch keinen gestellt habe und wenn ich nicht reagiere machen die es für mich.

Zur Vorgeschichte: Ich hatte an einer Uni studiert, hab dann abgebrochen und hab mich dann für Ausbildungen beworben. In der Zeit bin ich dann auch 25 geworden und war nicht mehr in der Bedarfsgemeinschaft meiner Eltern mit drinnen. Ich hatte auch mal kurz in der Gastronomie gearbeitet. Die Regel war immer, wenn ich Geld verdiene/bekomme beteilige ich mich an den Mietkosten. Durch die eigene Bedarfsgemeinschaft habe ich ja Leistungen nach SGB II bekommen und dort auch angegeben, dass ich mich an den Mietkosten beteilige. (Die Eltern haben dann weniger angegeben)

Ich hab dann monatlich fast 500€ vom Jobcenter bekommen. Jetzt kommt das Schreiben und sie sind der Meinung, dass ich BAB beantragen müsste, weil ich hilfebedürftig sei. Der Witz an der Sache, ich bekomme im Monat 650€ Ausbildungsvergütung (Netto). ca. 150€ mehr. Man könnte ja denken, dass ich durch die Ausbildung mehr Ausgaben habe. Bis auf die Monatskarte für den Bus und hier und da mal Schreibzeug zahle ich nicht mehr. Das würde ich denen auch so sagen. Ich bin mit 500€ gut hingekommen, da komme ich mit 650€ besser hin. Ich vermute ich würde eh nur wenig BAB bekommen. Ich hab aber etwas Sorgen, dass man die Sache mit der Miete/Mietbeteiligung irgendwie falsch aufgenommen hat.

mfg




Offline Sheherazade

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Re: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« Antwort #1 am: 10. September 2016, 07:51:30 »
Meines Wissens nach bekommen Auszubildende, die noch im Elternhaus wohnen, kein BAB.
Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten. (unbekannt)

Gast41288

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Re: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« Antwort #2 am: 10. September 2016, 08:06:10 »
Ja, das ist halt die Sache die mich auch wundert. Deswegen denke ich auch, dass die Sache mit der Miete irgendwie falsch aufgenommen würde. Ich könnte jetzt schreiben, dass ich noch zuhause wohne und ich deshalb keinen Anspruch habe. Wenn die aber davon ausgehen (warum auch immer) das ich nicht mehr zuhause wohne, dann könnte die Antwort "Ja, ich wohne zuhause" irgendwas auslösen. Ich würde die Antwort wenn möglich vermeiden und einfach meine Hilfsbedürftigkeit wiederlegen. Ich brauch ja auch kein Geld vom Staat wenn ich klar komme.

Offline Sheherazade

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Re: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« Antwort #3 am: 10. September 2016, 08:17:26 »
Das Problem könnte hier wirklich die "Miete" sein. Hast du eine Kostenbeteiligungsvereinbarung oder einen Untermietvertrag mit deinen Eltern gemacht? Wenn deine Eltern im ALGII-Bezug sind, ist die Miete kopfteilig zu verteilen, dein Anteil wäre (bei 3 Personen) dann ein Drittel.

Durch die Freibeträge kann es nun sein, dass du grundsätzlich Anspruch auf ergänzendes ALGII hast, aber eben in deiner eigenen Bedarfsgemeinschaft.
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Gast41288

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Re: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« Antwort #4 am: 10. September 2016, 08:27:10 »
Als ich aufs Amt musste habe ich den Mietvertrag meiner Eltern mitgenommen und dann wurde der Betrag durch drei geteilt.

Untermietvertrag haben wir nicht geschlossen. Im Grunde beteilige ich mir mit meiner "Miete" an den Kosten.

Offline Sheherazade

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Re: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« Antwort #5 am: 10. September 2016, 09:22:16 »
Im Grunde beteilige ich mir mit meiner "Miete" an den Kosten.

Und die Höhe, die du zahlst, entspricht auch deinem Drittel? Denn deine Eltern bekommen genau dieses Drittel weniger an ALGII, das darfst du nicht vergessen.

Die Rechnung ist recht einfach: Bedarf = Regelsatz (404€) plus dein Mietanteil minus anrechenbares Einkommen (ca. 800 brutto macht 240€ Freibetrag, diesen vom Netto abgezogen ergibt 410€ anrechenbares Einkommen), demnach müsstest du noch Anspruch auf ALGII haben, fast in Höhe deines Mietanteils.

Weise dem Jobcenter nach, dass du nicht zum BAB-Bezug berechtigt bist und stelle einen eigenen Antrag auf ALGII - darauf wollen die vermutlich auch hinaus.
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Gast41288

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Re: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« Antwort #6 am: 10. September 2016, 10:02:39 »
Ah, ok... Danke für die Antwort. Wenn die mir unbedingt noch mehr Geld geben möchten xD

Ich hab nachgeschaut, die Höhe die ich zahle entspricht genau einem Drittel. Versteh aber noch immer noch warum die mit der BAB ankommen. Es steht doch klar im SGB 3: § 60 Sonstige persönliche Voraussetzungen

(1) Die oder der Auszubildende wird bei einer Berufsausbildung nur gefördert, wenn sie oder er
1. außerhalb des Haushalts der Eltern oder eines Elternteils wohnt und
2. die Ausbildungsstätte von der Wohnung der Eltern oder eines Elternteils aus nicht in angemessener Zeit erreichen kann. (fällt weg, da ich über 18 bin)

Bin ich mit einen eigenen Bedarfsgemeinschaft automatisch ein eigener Haushalt? Das ist aus meiner Sicht auch ein Fall/Frage die häufiger vorkommen sollte. Die Frage ob die BAB überhaupt in Anspruch genommen werden kann oder nicht sollte doch relativ eindeutig sein?

mfg

Offline Sheherazade

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Re: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« Antwort #7 am: 10. September 2016, 10:15:04 »
Versteh aber noch immer noch warum die mit der BAB ankommen.

Weil BAB ebenso wie Bafög grundsätzlich eine vorrangig in Anspruch zu nehmende Leistung ist. Das Jobcenter ist nicht befugt über diesen Leistungsanspruch zu entscheiden.

Dann druck dir die Zugangsvoraussetzungen für BAB eben aus und leg denen das vor.
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Gast41128

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Re: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« Antwort #8 am: 10. September 2016, 15:54:36 »
Zitat von: Sheherazade
Dann druck dir die Zugangsvoraussetzungen für BAB eben aus und leg denen das vor.

Oder stell den Antrag und leg dem JC die Ablehnung vor.

MfG
Gulp

Offline Andra

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Re: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« Antwort #9 am: 10. September 2016, 16:00:06 »
Was spricht dagegen, einfach den BAB-Antrag zu stellen?

Endweder Du liegst richtig. Dann gibt es dort eine Ablehnung.

Oder Du liegst falsch, dann musst Du den Antrag ohnehin stellen und bekommst von dort  Geld  :smile:

Offline Ottokar

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Re: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« Antwort #10 am: 13. September 2016, 09:37:19 »
Meines Wissens nach bekommen Auszubildende, die noch im Elternhaus wohnen, kein BAB.
Ja, das ist halt die Sache die mich auch wundert.
Das ist nicht zum wundern, sondern nur zum Kopfschütteln.
Das JC weis ganz genau, ob du BAB oder Bafög bekommen würdest und wieviel, darum geht es aber nicht.
Das JC will einen förmlichen Ablehnungsbescheid haben, das ist alles. Purer Bürokratiewahnsinn.

Geh mal zur Wohngeldstelle und lass dir ausrechnen, was dir an Wohngeld zusteht. Das könnte u.U. mehr sein als ALG II, da dort Kindergeld nicht als Einkommen zählt. Dann kannst du Wohngeld statt ALG II beziehen und hast den Irrsinn mit dem JC nicht mehr.
Meine Beiträge beinhalten oder ersetzen keine anwaltliche Beratung oder Tätigkeit.
Für eine verbindliche Rechtsberatung und -vertretung suchen Sie bitte einen Anwalt auf.


Offline castagir

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Re: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« Antwort #11 am: 13. September 2016, 09:53:28 »
@Ottokar
Wohngeld umfasst nicht die Krankenversicherung, oder? Ansonsten eine interessante Idee.

Offline Ottokar

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Re: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« Antwort #12 am: 13. September 2016, 09:56:58 »
@castagir
Susi91 erhält eine Ausbildungsvergütung und ist darüber krankenversichert.
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Offline castagir

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Re: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« Antwort #13 am: 13. September 2016, 10:37:42 »
Ah, danke, dann verstehe ich!  :ok:

Gast41537

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Re: Ausbildungsförderung - Schreiben vom Jobcenter
« Antwort #14 am: 19. Oktober 2016, 22:24:00 »
Das ist echt lustig...

Ich hatte/hab auch das gleiche Problem. Ich hab dann geschrieben, dass ich den Antrag nicht gestellt habe weil ich aus meiner Sicht keinen Anspruch habe. [Das Internet hat die gleiche Auffassung, auch die Mitarbeiter des Jobcenters die für BAB zuständig sind, das Landratsamt (Mitarbeiter) sieht es auch so, auf dem BAB Antrag steht im Grunde auch drauf, es steht im Gesetz und die Webseite des Jobcenters sagt es auch]

Was kommt als Reaktion auf mein Schreiben? Exakt das gleiche Formular noch mal mit dem Unterschied, dass ich jetzt "Leistungen der Ausbildungsförderung" beim Landratsamt beantragen soll. Ich vermute die wollen jetzt auf Bafög hinaus...  Es wird weder gesagt was ich konkret beantragen soll, es wird nicht gesagt warum ich einen Anspruch haben sollte und auf meine Begründung wurde nicht eingegangen.

Ich setzt mich nicht hin und fülle BAB oder Bafög-Anträge aus ,was bei den benötigten Informationen Stunden dauert. Ich nerve auch nicht meinen Arbeitgeber mit den Scheiß. Alles was der ausfüllt kostet auch Arbeitszeit. Ich mache viel mit, aber man kann zumindest halbwegs ordentliche Kommunikation erwarten... Ich glaub ja ein Bot verschickt die Formulare...Was die da für Kohle verschleudern und dann steht auch noch auf den Schreiben "Das Jobcenter ist gehalten wirtschaftlich und sparsam zu handeln". Realsatire


Ich schreib denen jetzt, was die Leute mir beim Landratsamt gesagt haben. Mal schauen ob ich dann wieder BAB beantragen soll...