Datenschutzhinweis

Dieses Internetangebot erhebt und verarbeitet Daten gemäß Art. 6 Abs. 1 Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) um seine Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Fehler zu analysieren. Näheres dazu, welche Daten dabei zu welchem Zweck und auf welcher rechtlichen Grundlage erhoben und verarbeitet werden, wie Sie dies verhindern können und zu Ihren diesbezüglichen Rechten erhalten Sie in der Datenschutzerklärung. (Wir werden Sie in regelmäßigen Abständen daran erinnern.)

Verstanden & Schließen

Autor Thema: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung  (Gelesen 8084 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Lullabay

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 27
Hallo,

ich bin momentan etwas verwirrt:

Ich bin seit nunmehr 3 Jahren ALG II Empfängerin. Seit mehr als 8 Jahren leide ich unter Depression, Angstzustände, generierte Angstzustände usw. Bis jetzt stand in jeder Eingliederungsvereinbarung drin
"1. Verbesserung der gesundheitlichen Probleme"
"2. Ausübung einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung "

Ich hatte 3 Jahre die selbe und sehr nette Beraterin, die immer auf meine Problematik eingegangen ist und immer jeden Klinikaufenthalt unterstützt hat.
Nun hätte ich morgen einen Termin bei einem mir völlig Fremden Berater, normal steht in der Einladung immer sowas wie " wenn sie am Termin nicht erscheinen können, erscheinen sie am nächstmöglichen Werktag" oder " Wenn Sie krank sind, erscheinen sie am nächstmöglichen Werktag nach Ablauf der Arbeitsunfähigskeitsbescheinigung"dieser Zusatz fehlt in der Einladung schon mal, des weiteren habe ich hab heute eine frische AU bis zum 28.02.2017, heißt das nun ich muss morgen auf jeden Fall zu diesem Termin? In diesem Brief war nur ein extra Blatt drin, in dem ich ankreuzen konnte falls ich zu diesem Termin nicht erscheine wieso und weshalb das der Fall ist.

So, dann hätte ich am 15.02.2017 ein Vorstellungsgespräch für eine " Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung" in einer Schule zur Kinder und Jugendbetreuung. Meine damalige Beraterin hat gesagt, das ich die Arbeit nicht annehmen muss, da ja in der Eingliederungsvereinbarung an erster Stelle die Verbesserung meiner gesundheitlicher Probleme steht. Reicht dafür dann auch die AU ? Die AU hab ich heute, wie immer direkt beim Amt abgegeben, also ist sie sowohl morgen als auch für Mittwoch schon da.

Also nochmal zusammengefasst: Muss ich morgen trotz AU zu diesem Termin? Reicht die AU dafür aus das ich nicht zu diesem Vorstellungsgespräch muss? Muss ich mit Sanktionen rechnen, weil ich nicht zum Gespräch ins Jobcenter gehe und zum Vorstellungsgespräch?

Ich hoffe das ist alles soweit verständlich.

Lg

Offline Lullabay

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 27
Re: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
« Antwort #1 am: 13. Februar 2017, 17:15:43 »
Ich hab keine edit Funktion gefunden, sorry wenn es falsch ist:

"In diesem Brief war nur ein extra Blatt drin, in dem ich ankreuzen konnte falls ich zu diesem Termin nicht erscheine wieso und weshalb das der Fall ist." Hinzuzufügen ist das ich dort ankreuzen konnte das ich seit dem 13.02.2017 krank bin und in Klammern stand dann " Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung liegt bei "

Offline zugchef werner

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 3445
Re: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
« Antwort #2 am: 13. Februar 2017, 17:26:22 »
Wenn du für 2. unterschrieben hast, bist du mit so einer Massnahme ja auch einverstanden.

Wenn du im Moment krank geschrieben bist musst du eigentlich nicht zu einem Termin beim JC.
Ausser das JC verlangt extra eine Wegeungfähigkeitsbescheinigung. (WUB)

Zu dem Vorstellungsgespräch muss man nicht gehen wenn man krank geschrieben ist.
Allerdings aber evtl. später, wenn man nicht AU ist.

Gast42362

  • Gast
Re: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
« Antwort #3 am: 13. Februar 2017, 17:35:25 »
Hallo Lullababy,
ich kann Dir jetzt nicht mit § und Urteilen dienen, kann Dir aber sagen, das eine AU nicht als Entschuldigung dient bei einem Termin vom JC fern zu bleiben.
Da aber keine Wegeunfähigkeitbescheinigung verlangt wird, zumindest so wie ich es verstehe, würde ich an Deiner stelle morgen wenn es Dir entsprechend gehen sollte dort erscheinen.
Sollte es Dir aber zu schlecht gehen, würde ich zumindest morgen anrufen und sagen das Du nicht kommst, da es Dir aufgrund Deiner Erkrankung so schlecht geht, das Du Dich außerstande fühlst den Termin
durchzustehen.

Was das Vorstellungsgespräch angeht, wenn Du in nächst absehbarer Zeit nicht wieder Arbeitsfähig bist, gebe dem AG bescheid, das Du krank bist. Hast Du zum Stellenangebot eine Rechtsbelehrung? Wenn ja, dann Begründe das Fernbleiben vom Vorstellungsgespräch mit Deiner AU, wenn nicht dann warte ab, ob das JC Dich fragt, warum Du Dich nicht beworben hast. Teile denen dann als Begründung die fehlende Rechtbelehrung mit, die EGV und Deine AU, von der Du hoffentlich noch eine Kopie hast.

Als zusätzlicher Tipp, alles was Du beim JC einreichst immer den Empfang vom JC quittieren lassen und/oder mit einem Zeugen abgeben.

zugchef war schneller, aber lasse meines trotzdem mal stehen

Offline Lullabay

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 27
Re: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
« Antwort #4 am: 13. Februar 2017, 17:45:36 »
Hallo und danke für die Antworten.

Eine WUB wurde nicht verlangt, wie geschrieben stand auch auf dem beigeschickten Zettel auch nur die AU drauf und das ich diese beilegen soll,
wenn ich krank geschrieben bin ( Dieser Zettel war sowohl beim Termin morgen als auch beim Vorstellungsgespräch mit dabei).
Wäre es meine Beraterin wie immer, wäre der Termin morgen kein Problem, aber da es jemand fremdes für mich ist, ist es momentan nicht machbar für mich diesen Termin wahr zunehmen.

Noch eine Frage die mir gerade in den Sinn kommt: Hat man vor jeder Sanktion immer eine " Anhörung " oder kann es sein, das man auch ohne so eine einfach sanktoniert wird ?

Offline zugchef werner

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 3445
Re: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
« Antwort #5 am: 13. Februar 2017, 17:46:37 »
Zitat von: Gast42362 am 13. Februar 2017, 17:35:25
Hast Du zum Stellenangebot eine Rechtsbelehrung

Für mich ist das kein Stellenangebot, sondern nur so ein billiger 1 Euro Job.
Den wird das JC vermutlich sicher später wieder anbieten, nach der AU.

Zitat von: Gast42362 am 13. Februar 2017, 17:35:25
kann Dir aber sagen, das eine AU nicht als Entschuldigung dient bei einem Termin vom JC fern zu bleiben
Doch das tut es schon.
Zitat von: Gast42362 am 13. Februar 2017, 17:35:25
würde ich an Deiner stelle morgen wenn es Dir entsprechend gehen sollte dort erscheinen
Kann man machen, da es später sicher eh eine neue Einladung geben wird.
(Auch um evtl. unnötigen Ärger zu vermeiden)

Gast42362

  • Gast
Re: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
« Antwort #6 am: 13. Februar 2017, 17:51:47 »
Zitat
...aber da es jemand fremdes für mich ist, ist es momentan nicht machbar für mich diesen Termin wahr zunehmen.
Zitat
Sollte es Dir aber zu schlecht gehen, würde ich zumindest morgen anrufen und sagen das Du nicht kommst, da es Dir aufgrund Deiner Erkrankung so schlecht geht, das Du Dich außerstande fühlst den Termin durchzustehen.
Damit ist fast alles gesagt. Ansonsten gebe ich zugführer mit
Zitat
    würde ich an Deiner stelle morgen wenn es Dir entsprechend gehen sollte dort erscheinen

Kann man machen, da es später sicher eh eine neue Einladung geben wird.
(Auch um evtl. unnötigen Ärger zu vermeiden)
zu 100% recht, besonders wenn man einen Termin immer wieder vor sich herschiebt, tut dies der Psyche nicht gut, spreche da aus eigener Erfahrung. Kann sein das es nur ein neuer Berater ist der Dich einfach nur mal sehen möchte.

Offline Lullabay

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 27
Re: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
« Antwort #7 am: 13. Februar 2017, 18:00:18 »
Hast Du zum Stellenangebot eine Rechtsbelehrung?

Das übliche, wenn ich ohne wichtigen Grund fernbleibe wird das ALG II um 30% gekürzt, mit den entsprechenden § - deswegen wollte ich ja wissen ob eine AU ein wichtiger Grund ist.

Noch eine Frage die mir gerade in den Sinn kommt: Hat man vor jeder Sanktion immer eine " Anhörung " oder kann es sein, das man auch ohne so eine einfach sanktoniert wird ?

Offline zugchef werner

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 3445
Re: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
« Antwort #8 am: 13. Februar 2017, 18:08:04 »
Zitat von: Lullabay am 13. Februar 2017, 18:00:18
Das übliche, wenn ich ohne wichtigen Grund fernbleibe

Die AU ist aber ein wichtiger Grund, es geht den Träger auch nichts an warum man AU ist.
Zitat von: Lullabay am 13. Februar 2017, 18:00:18
Hat man vor jeder Sanktion immer eine " Anhörung "
Normalerweise schon, aber es kommt immer mal wieder vor, dass die einfach durchgedrückt werden soll.
(zumindest versuchen das einige JC immer mal wieder)
Würde bei dir aber kaum vom JC durchzusetzen sein.

Gast42362

  • Gast
Re: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
« Antwort #9 am: 13. Februar 2017, 18:08:45 »
Zitat
Das übliche, wenn ich ohne wichtigen Grund fernbleibe wird das ALG II um 30% gekürzt, mit den entsprechenden § - deswegen wollte ich ja wissen ob eine AU ein wichtiger Grund ist.
AU = Arbeitsunfähigkeit, also wichtiger Grund, da es ja auch sein könnte, das Du direkt nach dem Gespräch aufgefordert werden könntest schonmal eine "Schnupper"arbeit machen sollst.

Zitat
Noch eine Frage die mir gerade in den Sinn kommt: Hat man vor jeder Sanktion immer eine " Anhörung " oder kann es sein, das man auch ohne so eine einfach sanktoniert wird ?

Habe ich noch nie erlebt, das ohne Anhörung sanktoniert wird. Wenn es passieren sollte, würde ich sofort einen Anwalt für Sozialrecht aufsuchen und auch prüfen, ob das JC sich u.U. sogar strafbar oder zumindest Schadensersatzpflichtig gemacht hat. Hatte bisher 2 Anhörungen, womit Missverständnisse aus der Welt geschafft werden konnte und somit nicht sanktioniert wurde.

Offline Lullabay

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 27
Re: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
« Antwort #10 am: 13. Februar 2017, 18:22:23 »
Vielen lieben Dank euch zwei, ihr habt mir sehr geholfen und mich und meine Angststörung zum Grossteil beruhigt.

Wünsche euch noch nen schönen Abend.

Gast42362

  • Gast
Re: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
« Antwort #11 am: 13. Februar 2017, 18:27:30 »
Bitte bitte, immer wieder gern.
Leide auch an psychischen Problemen und weiß, wie es einem dann zumute werden kann. Deshalb freut es mich um so mehr, das wir Dir Angst nehmen konnten. Dir auch einen schönen Abend und weiterhin gute Besserung.

Offline Lullabay

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 27
Re: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
« Antwort #12 am: 16. Februar 2017, 09:50:31 »
Hallo, ich mal wieder.
Heute bekam ich folgenden Brief:

" Sehr geehrte Frau XYZ

der Einladung vom 14.02.2017 sind Sie leider - trotz belehrung der Rechtsfolgen - nicht nachgekommen. Sie haben mir bisher auch keinen wichtigen Grund mitgeteilt  der Sie daran gehindert hat, den Termin wahrzunehmen. Ich beabsichtige deshalb, ihr Arbeitslosengeld II bzw Sozialgeld um den in meinem vorangegangenen Einladungsschreiben gegannten Prozentwert des für Sie nach § 20 Zweites Buch Sozialgesetztbuch maßgebenden Regelbedarfs für die Dauer von 3 Monaten zu kürzen"

" Ich gebe ihnen hiermit gem. § 24 Zehntes Sozigesetztbuch Gelegenheit, sich zum Sachverhalt zu äußern"

Und dann ein neuer Termin am 27.2.
Jetzt will er eine WUB, die er aber für den Termin zum 14.02 noch nicht wollte.

" Sollten sie am 27.02.2017 arbeitsunfähig erkrankt sein, informieren sie bitte ihren Ansprechpartner und reichen sie die ärztliche Bescheinigung spätestens bis zum Ablauf des dritten Kalendertages nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit beim Jobcenter ein."

"Eine ärztlich bescheinigte AU bedeutet nicht zwingend, dass Sie nicht in der Lage sind, einen Meldetermin wahrzunehmen. Die Vorlage einer einfachen AU kann daher nicht als wichtiger Grund für Ihr Nichterscheinen zum genannten Meldetermin anerkannt werden. Sollten Sie den genannten Termin aus gesundheitlichen Gründen nicht wahrnehmen können, legen Sie bitte eine Bescheinigung Ihres Arztes vor, aus der hervorgeht, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen gehindert sind, den Termin wahrzunehmen. Sofern Ihnen Kosten für die Bescheinigung entstehen, werden diese im Umfang von 5,36€ übernommen"

Mit " genannten Meldetermin" meint Er den 14.02 oder 27.02?

Ich habe auch keinen Zettel auf dem ich mich äußern kann, heisst das ich muss das dann bei dem persönlich machen? Wie soll ich mich da verhalten?  Ich hatte ja eine AU bzw habe eine die bis zum 28 gilt. 
Muss ich ihm sagen wieso ich krankgeschrieben bin? 
Kann es sein, das er das ganze nun macht, damit ich auf jeden Fall am 27.02 erscheine und ich deswegen auch keinen Zettel habe, auf dem ich mich dazu äußern kann?

Muss ich jetzt damit rechnen, das wegen dem 1€ Job auch ne Sanktionsanhörung kommt, weil ihm die AU nicht gereicht hat?

Die AU muss er ja bekommen haben, da ich zwei Briefe an dem Tag abgegeben habe und von dem anderen Brief ja schon eine Antwort bekommen habe.
« Letzte Änderung: 16. Februar 2017, 10:52:55 von Lullabay »

Offline Lullabay

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 27
Re: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
« Antwort #13 am: 16. Februar 2017, 17:18:08 »
Editfunktion geht irgendwie nemmer:

Muss ich nun für den 14.02 eine WUB besuchen obwohl die im ersten Brief nicht verlangt wurde und ich bis dat immer nur eine AU vorlegen musste?

Offline geha

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 24
Re: Einladung Gespräch / Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung
« Antwort #14 am: 17. Februar 2017, 07:16:02 »

Zitat
Mit " genannten Meldetermin" meint Er den 14.02 oder 27.02

Damit ist der "neue" Termin, also der 27.2., gemeint.

Zitat
Muss ich nun für den 14.02 eine WUB besuchen obwohl die im ersten Brief nicht verlangt wurde und ich bis dat immer nur eine AU vorlegen musste?

Wenn in der Einladung für den 14.2. keine gefordert wurde, reicht die "normale" Krankschreibung. Nachträglich kann keine WUB gefordert werden.

Zitat
Ich habe auch keinen Zettel auf dem ich mich äußern kann

Schreib einen kurzen Brief, das du eine AU eingereicht hast.

Zitat
Muss ich ihm sagen wieso ich krankgeschrieben bin? 
  Nein!

Wenn es irgendwie geht, nimm am 27. (sofern du den Termin wahrnimmst), einen Beistand mit.

Gibt es eigentlich eine Zuweisung für den 1€-Job?