Datenschutzhinweis

Dieses Internetangebot erhebt und verarbeitet Daten gemäß Art. 6 Abs. 1 Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) um seine Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Fehler zu analysieren. Näheres dazu, welche Daten dabei zu welchem Zweck und auf welcher rechtlichen Grundlage erhoben und verarbeitet werden, wie Sie dies verhindern können und zu Ihren diesbezüglichen Rechten erhalten Sie in der Datenschutzerklärung. (Wir werden Sie in regelmäßigen Abständen daran erinnern.)

Verstanden & Schließen

Autor Thema: ALG 1 Probearbeiten... mal wieder  (Gelesen 2245 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Dachochse

  • neu dabei
  • Beiträge: 21
ALG 1 Probearbeiten... mal wieder
« am: 14. Februar 2017, 21:50:47 »
Hallo zusammen, bin gelernter Dachdecker und seit 4 Monaten arbeitslos.

Hatte einen VV einer Dachdeckerfirma auf die ich mich beworben habe.
Der AG will natürlich das ich erstmal ne Woche umsonst Probearbeiten komme, meine SB findet das ganz toll und hat da eine Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung draus gemacht.

Mein Gefühl beim Vorstellungsgespräch war schon mehr als negativ, der Typ mega unfreundlich, wollte rein garnichts von mir wissen, ging halt nur ums Probearbeiten und was ich mir als Gehalt vorstelle.

War dann gestern den ersten Tag dort und mein Eindruck ist pure Verarsche. Sind grad noch Leute im Urlaub, total unterbesetzt der Laden. Der Typ mit dem ich den ganzen Tag unterwegs war und schon lange dort arbeitet, hat auch über den Chef geschimpft und meinte das die Probearbeiter dort ausgenutzt werden.

Habe mich dann heute krank schreiben lassen, weil ich das nicht mehr mit mir machen lasse, hatte in der Vergangenheit schon genug Mist mit Probearbeiten, mal 2 Wochen, mal 4 Wochen, ne Woche und es kam nie zu einer Einstellung.
Habe auch heute morgen den AG nicht angerufen und habe seinen Anruf auch nicht angenommen, habe mich beim AA krank gemeldet und den Schein schon eingeworfen.

Dachte die Sache hätte sich damit erledigt, wer würde so jemanden schon einstellen?
Jetzt will der AG das ich dann nächste Woche komme, hab nur gesagt das ich mich melde wenn ich wieder fit bin.

Bin schon am überlegen mich noch länger krank schreiben zu lassen, dann muss ich Ihn nicht anrufen und hab dann irgendwann meine Ruhe vielleicht. Oder habt Ihr andere Tipps wie ich den verschrecken kann? Nach Bezahlung fragen oder ähnliches? Halt so das mir keine Sanktion droht.

Vorhin rief noch jemand an, bei dem ich mitte Dezember ein Vorstellungsgespräch hatte der mir zusagte mich Anfang Januar einzustellen. Er würde sich dann nochmal melden.
Kam nix von Ihm, nichtmal ne Absage. Jetzt 2 Monate später ruft er mich an und fragt ob ich Probearbeiten kommen kann, von ner Einstellung war keine Rede. Hab Ihm gesagt bin derzeit krank und melde mich wenn ich wieder fit bin. Das ist doch schon wieder die nächste Verarsche.

Dieses ........ Probearbeiten, ich habe die Ausbildung 2002 abgeschlossen und sehe es nicht ein zu Probearbeiten, wenn dann überhaupt nur einen Tag maximal. Die Chef´s lachen sich einen ab weil sie fett Kohle sparen.
Aber meine SB meint 5 Tage wären schon ok.

In der Vergangenheit habe ich die Erfahrung gemacht, die Firmen die es wirklich ernst meinen stellen direkt ein.

Ich habe mal gelesen, das ich bei einem unbezahlten Probearbeiten nur zugucken müsste also dem Chef keinen wirtschaftlichen Vorteil erbringen muss durchs 100 % mitarbeiten.
Dann würde der AG dem AA das wohl aber mitteilen und dann?

Bitte um Hilfe

Offline BigMama

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 3479
  • Für das Können gibt es nur einen Beweis: das TUN!
Re: ALG 1 Probearbeiten... mal wieder
« Antwort #1 am: 14. Februar 2017, 21:54:53 »
Wie ist dein Draht zu deinem Vermittler. Kannst du offen mit ihm reden? Dann würde ich an deiner Stelle dem AV mitteilen, was dir die Mitarbeiter gesagt haben. Denn es ist auch nicht im Sinn des Vermittlers, dass der AG immer wieder die Möglichkeit erhält betriebsbedingte Engpässe über Probearbeiten und Praktika auszugleichen.
Die Welt wird nicht von skrupellosen Verbrechern, finstren Kapitalisten oder machtgierigen Despoten regiert, sondern von einer gigantischen, weltumspannenden RIESENBLÖDHEIT.
Wer´s nicht glaubt, ist schon infiziert.
(Michael Schmidt-Salomon, GBS-Sprecher)

Offline Dachochse

  • neu dabei
  • Beiträge: 21
Re: ALG 1 Probearbeiten... mal wieder
« Antwort #2 am: 14. Februar 2017, 22:20:10 »
Hallo,

ich denke ganz ok. Aber sicher kann man sich da wohl nie sein.

Offline coolio

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 51225
Re: ALG 1 Probearbeiten... mal wieder
« Antwort #3 am: 14. Februar 2017, 23:03:47 »
Probearbeiten heisst nicht: umsonst arbeiten!
Frage die Freunde mal nach der Entlohnung!
Εν οίδα οτι ουδέν οίδα (Sokrates) alias: Scio nescire - zu deutsch: null Ahnung
Wer redet oder telefoniert, der verliert!
I'm with intelligents - hopefully!

Online Fettnäpfchen

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 14819
  • Optionskommune
Re: ALG 1 Probearbeiten... mal wieder
« Antwort #4 am: 15. Februar 2017, 18:49:28 »
 :flag:

Das nächste Mal eine Meldung an das JC erst wenn daraus keine Maßnahme mehr gemacht werden kann und mit dem Chef entweder eine bezahlte Probearbeit ausmachen oder eine unbezahlte aber dann dass:
Zitat von: Dachochse am 14. Februar 2017, 21:50:47
Ich habe mal gelesen, das ich bei einem unbezahlten Probearbeiten nur zugucken müsste also dem Chef keinen wirtschaftlichen Vorteil erbringen muss durchs 100 % mitarbeiten.
nennt sich Einfühlphase.*

Ein Argument gegen eine Woche unbezahltes Probearbeiten wäre ja mal die allgemeine Probezeit und das Recht ohne Grund zu kündigen und das umsonst arbeiten nicht in Frage kommt um es mal harmlos auszudrücken. und nur um eins zu nennen.

*
Zitat von: ZEIT ONLINE
Da staunt der Chef Probearbeit heißt nicht Umsonst-Arbeit

Immer wieder werden Bewerber unter dem Lockmittel der Probearbeit ausgebeutet. Wann das der Fall ist, klärt die Kolumne zum Arbeitsrecht. Von Ulf Weigelt

Einer arbeitslosen Bekannten wurde ein Arbeitsvertrag in Aussicht gestellt, falls sie zu einem Probearbeitstag bereit ist. Bei zwei potenziellen Arbeitgebern hat sie jetzt schon zur Probe gearbeitet – jetzt hört meine Bekannte nichts mehr! Dabei hat sie bei dem einen Probetag einen ganzen Tag in einem Stuttgarter Hotel als Zimmermädchen gearbeitet, das andere Mal war sie einen ganzen Tag in einem
Böblinger Altenheim im Einsatz. Eine andere Arbeitssuchende war mit ihr dort, sie hat anschließend einen Arbeitsvertrag bekommen. Was kann meine Bekannte jetzt tun. Darf sie eine Entlohnung einfordern? Und wie verhält man sich korrekt, wenn von einem eine Probearbeit verlangt wird?,
fragt Andreas Boberach

Sehr geehrter Herr Boberach,

Probearbeitstage werden von Arbeitgebern gern als Instrument der Bewerberauswahl eingesetzt. Denn hier können die Bewerber anhand von kleinen Arbeitsaufträgen zeigen, was sie können. Und sie beweisen auch, ob und wie sie sich in das zukünftige Team einfügen. Arbeitsrechtlich gesehen ist der ordnungsgemäß vereinbarte Probearbeitstag aber noch kein Probearbeitsverhältnis.
Anzeige

Wird keine feste Vergütung vereinbart, ist generell die übliche Vergütung zu zahlen. Ist dies der Fall bei Ihrer Bekannten, kann sie den Lohn geltend machen. Ich rate ihr, dies schriftlich und unter Festsetzung einer Zahlungsfrist zu tun.

Unter Umständen ist sogar ein Arbeitsverhältnis entstanden – die Beweislast liegt beim Arbeitgeber. Ist dies der Fall, endet die Beschäftigung erst nach Ausspruch einer schriftlichen Kündigung und unter Beachtung und Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist von zwei Wochen. Ihre Bekannte müsste dann allerdings ihre Arbeitskraft über das Probearbeiten hinaus nachweislich angeboten haben. Hierzu reicht es aus, dass sie am Arbeitsplatz weiterhin erscheint. Dafür braucht sie Zeugen. Sie kann die Beschäftigung auch glaubhaft machen, indem sie nachweislich schriftlich ihre Arbeitskraft anbietet.

Arbeitgeber sollten beachten, dass sie bei Probearbeitstagen alle versicherungsrechtliche Fragen vorher klären. Es ist immer ratsam, vor einem Probearbeitstag schriftlich zu vereinbaren, wer im Falle eines (Arbeits-)Unfalls haftet.

Und wer aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus einen Probearbeitstag bei einem anderen Unternehmen absolvieren möchte, muss beachten, ob arbeitsvertragliche Regelungen mit dem derzeitigen Arbeitgeber dagegen sprechen.

Ihr Ulf Weigelt

MfG FN
Meine Beiträge beinhalten oder ersetzen keine anwaltliche Beratung oder Tätigkeit.
Für eine verbindliche Rechtsberatung und -vertretung suchen Sie bitte einen Anwalt auf.
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe. Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern. (Konfuzius)

Gast42062

  • Gast
Re: ALG 1 Probearbeiten... mal wieder
« Antwort #5 am: 15. Juli 2017, 14:15:18 »
ich wollte das Thema mal wiederbeleben und diese eMail noch anfügen, weil es mich auch wieder betrifft.
Es ist ja wieder Urlaubszeit und die Firmen suchen wieder verstärkt Arbeitskräfte zum Probearbeiten oder Praktikum.



[gelöscht durch Administrator Erreichen der Speicherfrist]