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Autor Thema: Willkürliche Maßnahmenbeurteilung  (Gelesen 528 mal)

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Offline Fadox

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Willkürliche Maßnahmenbeurteilung
« am: 19. Januar 2020, 11:58:51 »
Ich habe an einer 12-wöchige Maßnahme „Diagnose der Arbeitsmarktfähigkeit besonders betroffener behinderter Menschen“ im Rahmen von „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ / „Berufliche Reha“ teilgenommen, welche auch ein Praktikum enthielt.


Im Ergebnis wird für mich ohne Begründung eine „Unterstützte Beschäftigung“ empfohlen, was gleichbedeutend damit ist, dass man mich für zu krank für eine Aus- oder Weiterbildung hält. Dies tut man, obwohl sowohl der Praktikumsbetrieb als auch meine behandelnden Ärzte mich in der Zeit der Maßnahme für Ausbildungsfähig erklärten. Eigene Erkenntnisse hat man nicht.

Frage 1:
Wie kann ich erreichen, dass ein Maßnahmenanbieter sein Ergebnis bzw. seine Empfehlung begründen muss?


Ich habe mich während der Maßnahme über dümmliche Tests (denken sie sich 5 Freunde aus, die sie zu einer Überraschungsparty einladen) in Verbindung mit falschen Teilnehmerverträgen (angeblicher Unterricht, Praktikum zur Vertiefung der in der Maßnahme erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten) aufgeregt. Leider habe ich mich dabei, was vorkommt wenn ich Sachen nicht verarbeiten kann, selber gebissen. Im Ergebnis wird mir die „Aufnahme bzw. Fortsetzung einer spezifischen Fachtherapie“ empfohlen, „um die psychische Belastbarkeit sowie Leistungsfähigkeit zu stabilisieren und damit die Integrationschancen auf dem Arbeitsmarkt zu erleichtern“.

Frage 2:
Kann ich verhindern, dass der Anbieter einer Maßnahme inhaltlich falsche Teilnehmerverträge auf Stress anonymisiert und mir dafür eine Therapie empfiehlt?

Offline Charlie

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Re: Willkürliche Maßnahmenbeurteilung
« Antwort #1 am: 21. Januar 2020, 09:07:56 »
Hallo, ein neues Gutachten von einer unabhängigen Stelle erstellen lassen.

Um eine Begründung für die Beurteilung vom Maßnahme Träger zu bekommen, muß dieser dazu schriftlich aufgefordert werden, Dir ebenfalls schriftlich genau mitzuteilen, wie es zu diesem Ergebnis gekommen ist. Auf weitere Gespräche mit dem Maßnahmeträger nicht einlassen.

Offline Ottokar

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Re: Willkürliche Maßnahmenbeurteilung
« Antwort #2 am: 21. Januar 2020, 12:13:54 »
Eine solche Belastungserprobung ist immer auch darauf ausgelegt, die Teilnehmer so unter Stress zu setzen, wie es ihnen auch im Arbeitsalltag passiert bzw. passieren kann.
Genaugenommen geht es dabei darum, die Grenzen der individuellen Belastbarkeit zu ermitteln.
Für Betrofffene ist das meist nur schwer zu akzeptieren.
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Offline Charlie

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Re: Willkürliche Maßnahmenbeurteilung
« Antwort #3 am: 21. Januar 2020, 13:12:27 »
Na ja, dann muss Fadox das so erklärt und begründet werden, dass Fadox dass Ergebnis akzeptieren kann und nicht über seinen Kopf hinweg irgend was angeordnet werden.

Offline Ottokar

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Re: Willkürliche Maßnahmenbeurteilung
« Antwort #4 am: 21. Januar 2020, 18:02:54 »
Jeder Maßnahmeträger muss gegenüber dem JC eine umfangreiche Beurteilung abgeben. Diese kann man über eine Akteneinsicht beim JC einsehen und auch eine Kopie davon erhalten.
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Offline Charlie

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Re: Willkürliche Maßnahmenbeurteilung
« Antwort #5 am: 21. Januar 2020, 19:11:07 »
Sollte die Beurteilung nicht erst dem Betroffenen zukommen? Außerdem finde ich, dass der Beurteilte auch ein Mitspracherecht haben sollte. Dieses ganze Verfahren ist doch wie eine Verurteilung und im Endeffekt gar nicht hilfreich für den Betroffenen.

Offline Fadox

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Re: Willkürliche Maßnahmenbeurteilung
« Antwort #6 am: 22. Januar 2020, 11:09:46 »
Danke für die Antworten.

Am Ende der 12-wöchigen Maßnahme war theoretisch ein Abschlussbericht zu erstellen. Bei mir nennt sich das nur "Leistungs- und Verhaltensbeurteilung". Das ganze wurde in einem gemeinsamen Gespräch zwischen Maßnahmenträger, der Rehaberaterin der Agentur für Arbeit und mir "besprochen" bzw. nach friss oder stirb Manier mir vorgelegt.

Der Rehaberaterin war das Ergebnis so ziemlich egal. Auf unterschiedliche Einschätzungen zu meiner Aus- und Weiterbildungsfähigkeit gibt es nun erst einmal ein gemeinsames Gespräch mit jemanden vom Berufspsychologischen Service, eventuell dann auch noch mal ein neues Gutachten. 12 Wochen Maßnahme ist doch scheiß egal, fangen wir von vorne an. Sich mit den guten Freunden vom Maßnahmenträger anlegen - nein danke.

Ich habe inzwischen eine Ausschreibung für so eine Maßnahme gefunden. In der Leistungsbeschreibung ist ziemlich genau aufgeführt, wie so ein Abschlussbericht auszusehen hat. Es gibt bei der Agentur für Arbeit sogar ein Muster zum Download. 90% der geforderten Angaben fehlen. Die haben theoretisch auf meine beruflichen Interessen, Fähigkeiten und Erfahrungen einzugehen, die durchgeführten Maßnahmeinhalte darzulegen, Schlussfolgerungen zu ziehen, Aussagen zu meinem Potential und Entwicklungsfortschritten zu treffen und sich zu den angezeigten stützenden/fördernden Gegebenheiten zu äußern. und so weiter... Nichts davon steht in meinem Schreiben.


Das ganze liegt jetzt erst mal eine Etage höher beim Maßnahmenträger als Beschwerde zusammen mit Verweisen auf meinen Vertrag.

Ebenso habe ich eine Beschwerde aufgrund des mangelhaften/fehlenden Abschlussberichtes gegen den Maßnahmenträger bei der Agentur für Arbeit abgegeben, zusammen mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen meine Rehaberaterin und der Aufforderung dafür zu sorgen, dass ein den eigenen Anforderungen entsprechender Abschlussbericht erstellt wird.


Ist aber halt alles nur Amoklaufen und hoffen, dass es irgendwo jemanden gibt der nicht nur nach "ein psychisch Kranker beschwert sich, egal und weg damit" entscheidet.



Offline BigMama

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Re: Willkürliche Maßnahmenbeurteilung
« Antwort #7 am: 24. Januar 2020, 18:00:39 »
Was ist überhaupt dein Ziel? Was willst du? Eine Ausbildung? Einen normalen Arbeitsplatz?
Die Welt wird nicht von skrupellosen Verbrechern, finstren Kapitalisten oder machtgierigen Despoten regiert, sondern von einer gigantischen, weltumspannenden RIESENBLÖDHEIT.
Wer´s nicht glaubt, ist schon infiziert.
(Michael Schmidt-Salomon, GBS-Sprecher)