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Autor Thema: Jobcenter will alle Seiten meines neuen Arbeitsvertrages in schriftlicher Form  (Gelesen 2625 mal)

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Offline pisko

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Hallo liebe Gemeinde,

ich habe von Mitte 11/2016 bis Mitte 02/2017 wieder arbeitslos und habe ALG-II erhalten. Jetzt habe ich seit Mitte 02/2017 wieder eine Vollzeitstelle und habe das Jobcenter informiert und von meinem Arbeitsvertrag (13 Seiten!) die Seite 1 (Vertragspartner, Name, Zeit des Arbeitsbeginns) und die letzte Seite (Vertragsunterschrift Arbeitgeber & Arbeitnehmer, Datum) dem Jobcenter zugesandt.
Ich wollte nicht den kompletten Arbeitsvertrag senden (da stehen viele interne Sachen drin, über mein Aufgabengebiet, Vertraulichkeitserklärung, usw...)

Jetzt der Brief vom Jobcenter: Sie wollen den ganzen Arbeitsvertrag, alle Seiten. Meine Logik: Das geht die doch gar nix an....
Frage: Lieg ich richtig? Gibt es eine Gesetzesgrundlage? Bin ich verpflichtet denen das zu zeigen? Sie wollen außerdem meinen Lohnnachweis (Kontoauszug), den ich erst Mitte diesen März 2017 bekomme, sehen.

Vielen Dank im Voraus

Offline crazy

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Du hättest nicht eine Seite des AV kopieren und abgeben müssen.
Du musst lediglich die Arbeitsaufnahme melden und den ersten Lohnzufluss nachweisen zwecks Überprüfung ob - Zuflussprinzip ggf was ans JC zurück erstattet werden muss.
Erster Lohnzufluss 01.04 - null Euro Zufluss im März, null Euro ans JC.

Offline coolio

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Was steht vom JC oben drüber?
"Aufforderung zu Mitwirkung"?
Wie lautet die Begründung?

Dann gälte  http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_1/__65.html Abs 1 (2)
auch hier lesen
Welche Dokumente & Nachweise darf das JobCenter fordern?

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Offline pisko

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Na dann liege ich wenigstens mit dieser Annahme aus meinem logischen Verständnis ohne Rechtskenntnisse richtig.
Danke für euer Feedback.

Der Brief hat den Betreff: Aufforderung zur Mitwirkung....dann muss ich also keinen A-Vertrag denen als Kopie senden? Kann ich mich auf einen Paragraphen beziehen?
Ich habe am 28.02.2017 jetzt vor Kurzem Geld erhalten.........ich habe am 14.02. den A-Vertrag unterschrieben und bekommen meinen Lohn am 15.03. 2017. Muss ich wieder etwas zurückzahlen oder habe ich diesmal Glück ?

Offline coolio

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Die JC Leistung vom 28.02 ist für 03.
Wenn Du im gleichen Monat (03) Lohn bekommst, gilts wohl wieder zu rechnen.
Allerdings ist fraglich, ob die Lohnzahlung für Rest 02 nach Abzug der Freibeträge Deinen ALG II Bedarf vollständig deckt.
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Offline pisko

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Die JC Leistung vom 28.02 ist für 03.
Wenn Du im gleichen Monat (03) Lohn bekommst, gilts wohl wieder zu rechnen.
Allerdings ist fraglich, ob die Lohnzahlung für Rest 02 nach Abzug der Freibeträge Deinen ALG II Bedarf vollständig deckt.

Ich habe volle Leistung für 28.02. erhalten.....warum soll ich wieder zurückzahlen....diesmal ist es doch ein anderer Monat und etwas anders als im anderen Thread von mir.
Das mit dem Freibetrag habe ich leider gar nicht verstanden. Wenn du so nett bist und das kurz erklären kannst. Wofür gehe ich überhaupt arbeiten, wenn das Amt jedesmal von mir eine Monatsleistung zurückfordert. Das bremst ja jeden aus, der sich in den ersten Monaten beim Berufseinstieg wieder etwas Luft holen kann. Ich ärgere mich total.

Offline coolio

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Das Zuflussprinzip bleibt aber, eben nur nicht für ALG Leistungen, weil die lt. Gesetz im Voraus gezahlt werden müssen, bzw. sicher  gestellt sein muss, daß die am 1. des Bezugsmonat zur Verfügung steht.
Ratgeber Einkommensanrechnung
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Offline pisko

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dann wird mein erster Arbeitslohn ja genauso hoch liegen wie die monatliche Zahlung vom Jobcenter. Dann ist der erste Arbeitslohn ja kein richtiger Lohn...wenn man wieder zurückzahlen muss. Wo ist da die Logik schon wieder.....? Man arbeitet also den ersten Monat umsonst, wenn man Leistungen vom Amt bekommt.  :lachen:

Offline HansHansen

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dann wird mein erster Arbeitslohn ja genauso hoch liegen wie die monatliche Zahlung vom Jobcenter. Dann ist der erste Arbeitslohn ja kein richtiger Lohn...wenn man wieder zurückzahlen muss. Wo ist da die Logik schon wieder.....? Man arbeitet also den ersten Monat umsonst, wenn man Leistungen vom Amt bekommt.  :lachen:

Seltsame Logik von Dir.

Die staatliche Leistungen gibt es halt im voraus, Gehalt in der Regel am Ende des Monats. Falls Du wieder Arbeitslos werden solltest, ist der "Vorteil" genau andersrum auf Deiner Seite. Machst Du dann auch einen Aufstand und beschwerst Dich, dass Du für den letzten Monat vor der Arbeitslosigkeit "doppelten Lohn" bekommst?

Aber es gibt sogar noch mehr Vorteile für Dich:
Überbrückungsdarlehen nennt sich das eine Zauberwort.
Nichtvollständige Rückzahlungspflicht für KdU das andere.

Offline crazy

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Na ja.. man wird hier in Deutschland so lange mit dem notwendigsten unterstützt bis man es wieder selbst kann. Schau über die Grenzen und du wirst feststellen dass man es hier in Not einigermaßen gut hat.
Die Unterstützung gibt es in voraus. Am 28.02 Geld für März. Hast du dann schon eigenen Lohn im März gibt es logischerweisr nichts mehr oder weniger. Diech Freibetrag und det nur teilweisen Rückforderung von Wohnzuschuss bleibt aber was extra. Rückzahlung kann bei geringem Einkommen auch in Raten zurück gezahlt werden.

Offline Regensburg

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Hu Hu pisko  :-)

ist zwar schon 5 Jahre alt, aber vielleicht hilft Dir weiter.

LG aus der Ostfront

[gelöscht durch Administrator wegen Erreichen der Speicherfrist]

Offline Simone-

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Die staatliche Leistungen gibt es halt im voraus, Gehalt in der Regel am Ende des Monats. Falls Du wieder Arbeitslos werden solltest, ist der "Vorteil" genau andersrum auf Deiner Seite. Machst Du dann auch einen Aufstand und beschwerst Dich, dass Du für den letzten Monat vor der Arbeitslosigkeit "doppelten Lohn" bekommst?
Was passiert, wenn das letzte Gehalt später kommt, also im neuen Monat? Gilt dann nicht das Zuflussprinzip.

"Alles was die weise Frau lernte schrieb sie in ihr Buch, und als die Seiten schwarz vor Tinte waren, nahm sie weiße Tinte und begann von vorne."

Offline kaykaiser

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Aber es gibt sogar noch mehr Vorteile für Dich:
Überbrückungsdarlehen nennt sich das eine Zauberwort.
Nichtvollständige Rückzahlungspflicht für KdU das andere.

Die 56%-Regelung der Nichtzahlungspflicht von der KdU wurde mit dem neunen SGB vom 1.08.2016 aufgehoben und existiert daher nicht mehr. Demnach kann auch die volle KdU vom JC zurück gefordert werden.
"Ich habe viel Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest hab’ ich einfach nur verprasst." - George Best

Ich habe nichts gegen Kritiker. Ich komme aus Ironien, das liegt direkt an der sarkastischen Grenze.

Online SantanaAbraxas

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"dann wird mein erster Arbeitslohn ja genauso hoch liegen wie die monatliche Zahlung vom Jobcenter."

Von deinem Lohn werden mindestens 100€ Freibetrag abgezogen - siehe Ratgeber Einkommensanrechnung (Link von @coolio). Die Differenz zur ALG2-Leistung wirst du wegen Überzahlung erstatten müssen.