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Autor Thema: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?  (Gelesen 2931 mal)

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Offline Tasco

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Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« am: 06. April 2017, 12:34:24 »
Post vom Jobcenter

Folgende Unterlagen beziehungsweise Angaben werden hierzu noch benötigt

-Nachweisliche monatliche Aufstellung über gesparte Beträge bis eine Summe von x.xxx Euro zusammen kommt.
-Erklärung wie es ihnen möglich war bei einem Bezug von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes so viel Geld anzusparen.



Punkt eins verstehe ich so:
Das ich 60 bis 80 Kontoauszüge in die Hand nehme und folgendes Schreiben verfasse.

Melde gehorsamst, März 2011, 33 Euro aus dem Regelsatz gespart.
April 2011 ,101 Euro gespart
Mai 2011 , 63 gespart
Juni....
Juli...
August...
u.s.w
Jahresabschluss 2011 z.B. x.xxx Euro gespart
Jahresabschluss 2012 x.xxx Euro 
u.s.w
Dezember 2016 Summe die von Ihnen angesprochene Summe in Höhe von  x.xxx Euro erreicht.

Punkt 2 würde ich folgendermaßen beantworten:
Ich pflege einen bescheidenen,sparsamen geradezu asketischen Lebensstil.


Meine Frage: Sollte ich so ein Schreiben überhaupt verfassen? Und wenn Ja,ist die Form überhaupt richtig?


Offline Jigme

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Re: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« Antwort #1 am: 06. April 2017, 12:45:45 »
Also ein Weiterbewilligungsantrag?
Hast du denn wirklich extrem viel gespart, dass man daran zweifeln könnte?
Die Umbuchungen auf das "Ansparkonto" sind ja nachvollziehbar.

Zitat
Jahresabschluss 2011
Sind das EkSt Erstattungen die gemeldet wurden?

Auszüge muss man nur vorlegen, nicht einreichen. Und lass dich zur Vorlage einladen, damit die Fahrtkosten dort hin übernommen werden. Mitteilen, dass du das beim Termin mündlich erläuterst.
Dann kannst du immer noch was schriftliches nachreichen, wenn denen das nicht passt.
Denn die müssen ja einen Bescheid erlassen und begründen, falls sie nicht zahlen wollen.
Gegen den kannst du dann Widerspruch einlegen und dort deine schriftliche Begründungen abgeben, bzw. zur Niederschrift geben.

Online BigMama

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Re: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« Antwort #2 am: 06. April 2017, 13:05:06 »
Hast du denn in den WBA das angesparte Geld immer angegeben? Dann sollte es doch kein Problem sein.
Die Welt wird nicht von skrupellosen Verbrechern, finstren Kapitalisten oder machtgierigen Despoten regiert, sondern von einer gigantischen, weltumspannenden RIESENBLÖDHEIT.
Wer´s nicht glaubt, ist schon infiziert.
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Offline Quinky

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Re: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« Antwort #3 am: 06. April 2017, 15:07:36 »
Übrigens,
man ist GESETZLICH VERPFLICHTET!!!! Ansparungen zu tätigen!!!
Dieser Betrag lautet rund 50€ per Monat aus dem Regelsatz, bei 6 Jahren also 3.600€ (sofern keine Anschaffungen getätigt wurden, man ist beispielsweise NICHT verpflichtet, jedes Jahr einen neuen Kühlschrank zu kaufen, man darf durchaus solange warten, unter Umständen 10,15 oder 20 Jahre, bis der alte kaputt geht, daher >MUSS!!!!!! angespart werden.

WENN also der angesparte Betrag niedriger als 3.600€ lautet, würde ich dem Jobcenter antworten:

Ich habe lediglich die GESETZLICH GEFORDERTEN Ansparungen durchgeführt.

Das allgemein der Regelsatz zu niedrig angesehen wird, spielt KEINE Rolle, Gesetz ist Gesetz!!!

Gruß
Ernie

Offline Orakel

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Re: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« Antwort #4 am: 06. April 2017, 15:16:17 »
Übrigens,
man ist GESETZLICH VERPFLICHTET!!!! Ansparungen zu tätigen!!!
Dieser Betrag lautet rund 50€ per Monat aus dem Regelsatz ...

Sicher hast du dafür auch eine Rechtsgrundlage parat ...
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Online crazy

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Re: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« Antwort #5 am: 06. April 2017, 16:40:38 »
Brauchts nicht. Schaut man sich die Zusammensetzung des Regelsatzes an, so ist im Regelsatz ein Teil für Haushaltsgegenstände usw vorgesehen. Ersatzbeschaffungen müssen davon selbst finanziert werden.Den Paragraphen zaubern die SB bei jedem Antrag auf Wama Kühlschrank und Co hervor

Offline Jigme

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Re: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« Antwort #6 am: 06. April 2017, 16:53:42 »
Brauchts nicht. Schaut man sich die Zusammensetzung des Regelsatzes an, so ist im Regelsatz ein Teil für Haushaltsgegenstände usw vorgesehen. Ersatzbeschaffungen müssen davon selbst finanziert werden.Den Paragraphen zaubern die SB bei jedem Antrag auf Wama Kühlschrank und Co hervor

Meinst du evtl. das aus 2010?
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-geplante-aenderungen-des-sgb-ii-2011.php#6718539e21075040c
Aktuell Satz 
Zitat
4Über die Verwendung der zur Deckung des Regelbedarfs erbrachten Leistungen entscheiden die Leistungsberechtigten eigenverantwortlich; dabei haben sie das Eintreten unregelmäßig anfallender Bedarfe zu berücksichtigen.
Was da seit dem obigen Link geändert wurde, habe ich nicht recherchiert.

Offline MichaK

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Re: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« Antwort #7 am: 06. April 2017, 18:20:11 »
wie auch immer man es macht, ist es sowieso verkehrt.  :mocking:

Online crazy

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Re: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« Antwort #8 am: 06. April 2017, 20:06:21 »
 :lachen:
Ja, spart man dann muss man erklären wie man es gemacht hat, spart man nicht und hat kein Geld dann wird man darauf verwiesen, dass man darauf hätte ansparen müssen.

Exakt- "unregelmäßig auftretender Bedarf ist Vorauszusehen. Trotzdem überrascht es den Lohnempfänger genau wie den ALG 2 Bezieher immer wieder, wenn die Wama nach Jahren streikt und eine neue her muss :)

Hab mal ausgerechnet, müsste wenigsten 250 Euro im Monat zurücklegen , damit im Notfall all die Gerätschaften und Möbel iwie ersetzt werden könnten ohne überrascht zu sein. Es ist ja immer so, wenn dann alle auf einmal nie nacheinander.

Offline MichaK

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Re: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« Antwort #9 am: 06. April 2017, 20:23:01 »
:lachen:
Ja, spart man dann muss man erklären wie man es gemacht hat, spart man nicht und hat kein Geld dann wird man darauf verwiesen, dass man darauf hätte ansparen müssen.

der Regelbedarf ist das gesammelte Wissen der Menschheit .  :mocking:

Offline Tasco

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Re: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« Antwort #10 am: 07. April 2017, 09:20:07 »
Erst einmal danke für die Rückmeldungen.

Wie so eine , nachweisliche monatliche Aufstellung gesparter Beträge aussieht und wie man sie verfasst
weiß ich leider immer noch nicht.

Habe vergessen zu erwähnen ,das dem Jobcenter sämtliche Kontoausdrucke von Januar 2011 bis Dezember 2016 vorliegen. Damit können die doch selber rechnen/sehen wie es zu dem angesparten Betrag gekommen ist oder?

Und Ja mir ist bewusst das man Ausdrucke nur vorlegen aber nicht überlassen muss.Habe kein Problem damit.
 

Offline Glaskugel

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Re: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« Antwort #11 am: 07. April 2017, 11:20:10 »
Zitat von: Tasco
Wie so eine , nachweisliche monatliche Aufstellung gesparter Beträge aussieht und wie man sie verfasst weiß ich leider immer noch nicht.

Ich würde das JC schriftlich auffordern, mir die gesetzliche Grundlage für diese Aufforderung zu nennen, zumal die Kontoauszüge seit 2011 vorliegen.

Ich kenne den angesparten Betrag nicht, aber es ist nicht ungewöhnlich, wenn man nicht raucht, nicht trinkt, keine Schulden hat, keine Auto zu unterhalten hat und günstig kocht, dass man mtl. einen Betrag ansparen kann. Wenn allerdings Beträge auf dem Konto am Monatsende übrig sind, würde ich diese jeweils vom Konto abheben, schon deswegen, um mich nicht rechtfertigen zu müssen, dass ich einen sehr sparsamen Lebenstil führe!

Der Regelsatz von 409 € mtl. ist aufgeteilt für bestimmte Bedarfe. Alleine für Freizeit, Kultur mtl. 45,15 €, für andere Waren und Dienstleistungen 29 €, für Innenaustattung, Haushaltsgeräte etc. 31 €. Wenn ich z.B. für diese 3 genannten Posten kein Geld ausgeben will/muss, kann ich mtl. ca. 100 € sparen, um für den Fall der Fälle (defekte Waschmaschine, Kühlschrank u.a.) eine Notreserve zu haben.
http://www.hartziv.org/regelbedarf.html

Ich wüsste auch nicht, dass irgendwo steht, wie ich meinen Regelsatz zu verwenden habe.
Wortspiel: BUNDESKANZLERIN = BANKZINSLUDER

Online BigMama

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Re: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« Antwort #12 am: 07. April 2017, 11:53:00 »
#2 ist immer noch unbeantwortet. Wurden die angesparten Beträge immer in den WBA angegeben?
Die Welt wird nicht von skrupellosen Verbrechern, finstren Kapitalisten oder machtgierigen Despoten regiert, sondern von einer gigantischen, weltumspannenden RIESENBLÖDHEIT.
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Offline MichaK

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Re: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« Antwort #13 am: 07. April 2017, 13:03:08 »

-Nachweisliche monatliche Aufstellung über gesparte Beträge bis eine Summe von x.xxx Euro zusammen kommt.
-Erklärung wie es ihnen möglich war bei einem Bezug von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes so viel Geld anzusparen.


ich denke, das JC wird nun nicht wegen 500 EUR Guthaben solche Fragen stellen bzw. Erklärungen fordern. Es wäre der Sache wahrscheinlich dienlich, mal eine Aussage zu der Summe zu machen und über den fraglichen Zeitraum. Sonst macht es hier nicht sehr viel Sinn, Hinweise zu einer Reaktion zu geben.
Es ist doch logisch, dass das JC dann eine Erklärung/Auflistung erwartet, wenn bspw. ein Betrag sich ansammelt, der weit über dem liegen würde, der durch Ansammeln des "Ansparbetrages" (ca 50 EUR) ermöglicht würde.

Natürlich kann es dafür Erklärungen geben, die dann aber benannt werden sollten. Das JC wird sowieso nicht aufhören mit den Nachforschungen, wenn es keine befriedigende Antwort bekommt. Es wird dann eben nicht genannte Einnahmequellen vermuten. Asketischer Lebensstil -  ich weiß nicht, ob das glaubhaft ist. Ich würde mir ziemlich veralbert vorkommen....

Offline Jigme

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Re: Interpretiere Ich folgende Aufforderung richtig?
« Antwort #14 am: 07. April 2017, 13:53:58 »
Zitat von: Tasco
Wie so eine , nachweisliche monatliche Aufstellung gesparter Beträge aussieht und wie man sie verfasst weiß ich leider immer noch nicht.
Ich würde das JC schriftlich auffordern, mir die gesetzliche Grundlage für diese Aufforderung zu nennen, zumal die Kontoauszüge seit 2011 vorliegen.
  :sehrgut:


@Tasco
Evtl. liegen die Auszüge nicht lückenlos vor? Meist muss man ja nur die letzten 3 Monate vorlegen.
Aber sollten die alle Auszüge haben:

Zitat
Hallo JC,

Ihnen liegen (sämtliche?) Auszüge ab 2011 vor. Somit können Sie selbst nachrechnen und kontrollieren, wie es zu diesem Guthaben kam.
Wenn Sie bisher trotz regelmäßiger Vorlage der Auszüge keine zeitnahe Prüfung vornehmen und bei etwaigen Unregelmäßigkeiten mich nicht zeitnah auffordern, dies zu erläutern, dann sehe ich keine Veranlassung, mich für den Kontostand zu rechtfertigen.
Eine erneute Aufstellung wäre eine doppelte Datenerhebung, der ich m. E. nicht nachkommen muss und unzulässig ist.

Auch bitte ich um Nennung der Rechtsgrundlage die mich verpflichtet, eine Auflistung der von mir angesparten Beträge vorzulegen und zu begründen, obwohl entsprechende Beweismittel bereits vorliegen.
Ich kann meinen Regelsatz selbstbestimmt verwenden und bin auch gehalten Rücklagen zu bilden, um z.B. im Regelsatz enthaltene Anteile für Neuanschaffungen (Haushaltsgeräte, Möbel etc.) realisieren zu können.
Mir ein vorausschauendes Wirtschaften und die Bildung von Rücklagen vorzuwerfen ist nicht nachvollziehbar und bedarf einer näheren Begründung.
Hierbei bitte ich den leider gerne vergessenen § 65 SGB I zu beachten.
Ebenso die §§ 20 und 21 SGB X.