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Autor Thema: Betriebskostenabrechnung - Nachzahlung abgelehnt wegen Höchstgrenze  (Gelesen 2198 mal)

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Offline Amselchen

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Moin,

habe letzte Woche meine Betriebskostenabrechnung für 2016 erhalten (Miete + Nebenkosten, ohne Heizkosten) und muss 133,81€ nachzahlen.
Habe dann die Abrechnung ans Jobcenter gegeben mit Bitte um Überprüfung. Folgendes kam zurück:

"Im Abrechnungszeitraum.... entstanden somit Kosten in Höhe von 4093,81€ für Kaltmiete und Betriebskosten.

Vom Jobcenter wurde bereits Kosten in Höhe von 3960,00€ übernommen. Der Höchstbetrag nach dem schlüssigen Konzept zu den KDU Richtlinien für das Jahr 2016 liegt bei 3984,00€. Es ergibt sich folglich eine Nachzahlung bis zum angemessenen Höchbetrag in Höhe von 24,00€."

Gibt es eine Möglichkeit trotzdem noch an die Übernahme der gesamten Nachzahlung zu kommen und ist dies alles richtig so?
Zahlen stimmen soweit, Höchstgrenze lag 2016 bei 332,00€/Monat laut Website vom Jobcenter, dieses Jahr liegt sie bei 360,00€/Monat für meinen Haushalt.

MfG




Offline Orakel

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Re: Betriebskostenabrechnung - Nachzahlung abgelehnt wegen Höchstgrenze
« Antwort #1 am: 07. April 2017, 08:23:02 »
Gibt es eine Möglichkeit trotzdem noch an die Übernahme der gesamten Nachzahlung zu kommen und ist dies alles richtig so?

Die Entscheidung ist unter den von dir geschilderten Voraussetzungen korrekt. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.
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Offline Ecki07

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Re: Betriebskostenabrechnung - Nachzahlung abgelehnt wegen Höchstgrenze
« Antwort #2 am: 07. April 2017, 09:16:14 »
Ohne vorherige Aufforderung zur Kostensenkung  ist eine Abweichung von den tatsächlichen Unterkunfts und Heizkosten rechtswidrig.

Wurdest Du bisher nicht dazu aufgefordert, wäre die kpl. Nachforderung zu übernehmen.

Offline SantanaAbraxas

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Re: Betriebskostenabrechnung - Nachzahlung abgelehnt wegen Höchstgrenze
« Antwort #3 am: 07. April 2017, 09:57:42 »
Das sehe ich genauso - Aufforderung zur Kostensenkung mit einer Frist von sechs Monaten. Die Festsetzung der Miete muss angekündigt werden mit Angabe der angemessenen Höhe der Bruttokaltmiete und der Heizkosten.

Offline Amselchen

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Re: Betriebskostenabrechnung - Nachzahlung abgelehnt wegen Höchstgrenze
« Antwort #4 am: 07. April 2017, 16:47:48 »
Gibt es da irgendwie ein Urteil auf das man sich berufen kann?

Offline Ecki07

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Re: Betriebskostenabrechnung - Nachzahlung abgelehnt wegen Höchstgrenze
« Antwort #5 am: 07. April 2017, 17:01:41 »
§ 22 Abs. 1 SGB II

Offline SantanaAbraxas

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Re: Betriebskostenabrechnung - Nachzahlung abgelehnt wegen Höchstgrenze
« Antwort #6 am: 07. April 2017, 17:07:18 »
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__22.html

§ 22 Bedarfe für Unterkunft und Heizung

(1) Bedarfe für Unterkunft und Heizung werden in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen anerkannt, soweit diese angemessen sind. Erhöhen sich nach einem nicht erforderlichen Umzug die Aufwendungen für Unterkunft und Heizung, wird nur der bisherige Bedarf anerkannt. Soweit die Aufwendungen für die Unterkunft und Heizung den der Besonderheit des Einzelfalles angemessenen Umfang übersteigen, sind sie als Bedarf so lange anzuerkennen, wie es der oder dem alleinstehenden Leistungsberechtigten oder der Bedarfsgemeinschaft nicht möglich oder nicht zuzumuten ist, durch einen Wohnungswechsel, durch Vermieten oder auf andere Weise die Aufwendungen zu senken, in der Regel jedoch längstens für sechs Monate. Eine Absenkung der nach Satz 1 unangemessenen Aufwendungen muss nicht gefordert werden, wenn diese unter Berücksichtigung der bei einem Wohnungswechsel zu erbringenden Leistungen unwirtschaftlich wäre.

Offline Jigme

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Re: Betriebskostenabrechnung - Nachzahlung abgelehnt wegen Höchstgrenze
« Antwort #7 am: 08. April 2017, 12:18:37 »
Nebenbei. Auch bei "schlüssigen Konzepte" kann sich eine Überprüfung lohnen. Da wurden schon einige von Gerichten gekippt.
Aber durch das IFG kann man anfordern, wie das erstellt wurde.
Bin da grad dran und recherchiere noch, da die gerne abwiegeln und meinen, für eine gem. Einrichtung gelte das IFG nicht.

Ist halt leider viel Aufwand und wenn laut Konzept angemessene Wohnungen aktuell auf dem Markt verfügbar sind, hat man eh keine Chance.