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Autor Thema: Jobkündigung  (Gelesen 6061 mal)

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Offline HartzGegner

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Jobkündigung
« am: 07. April 2017, 11:48:52 »
Ich habe gestern Abend noch aus heiterem Himmel die telefonische Mitteilung bekommen, dass ich fristlos gekündigt bin. Der Brief dazu soll wohl noch kommen.

Ich stelle mir jetzt eine wichtige Frage: kann es überhaupt ein echtes Arbeitsverhältnis gegeben haben wenn es noch gar keinen von mir unterschriebenen Arbeitsvertrag gab?

Offline kilgore72

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Re: Jobkündigung
« Antwort #1 am: 07. April 2017, 12:01:18 »
Ja klar gibt es mündliche Arbeitsverträge. Nach 4 Wochen des mündlichen Abschlusses des Arbeitsvertrages hat man nach den Nachweisgesetz Anspruch auf Ausstellung eines schriftlichen Arbeitsvertrages.

In Deutschland sieht das Privatrecht vor, dass Verträge dann wirksam werden, wenn die Vertragsparteien inhaltlich übereinstimmende und aufeinander bezogene Willenserklärungen äußern. Macht der Arbeitgeber also ein Angebot, das der Arbeitnehmer annimmt, gehen er ein Arbeitsverhältnis ein. Es kommt also ein Arbeitsvertrag zustande.
Cogito ergo sum
"Behauptung ist nicht Beweis." (William Shakespeare)

Offline HartzGegner

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Re: Jobkündigung
« Antwort #2 am: 07. April 2017, 12:06:31 »
Es wurde nur schnell über den Stundenlohn geredet und die Wochenarbeitszeit. Mehr nicht. zählt das schon?
Falls ja der Vertrag war dann nur 8 Tage lang aktiv bevor ich die mündliche Kündigung bekam gestern. Bekomme ich jetzt Probleme beim JobCenter? Weil diese Arbeit hatte ich mir selber gesucht.

Offline Peter Viersen

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Re: Jobkündigung
« Antwort #3 am: 07. April 2017, 13:01:52 »
Zitat von: HartzGegner am 07. April 2017, 12:06:31
Bekomme ich jetzt Probleme beim JobCenter?


Wenn du gekündigt worden bist, dann nicht. Warte erst mal die schriftliche Kündigung ab und gehe dann zum JC.

Offline erfolgreicherQuerulant

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Re: Jobkündigung
« Antwort #4 am: 07. April 2017, 13:13:44 »
Wie lange bestand denn das Arbeistverhältnis?
So einfach fristlos zu kündigen ist oft nicht zulässig, eher nur in ausnahmefällen und dann muß es auch gut begründet werden.
Auch in einer Probezeit sind Kündigungsfristen einzuhalten.

Gast39398

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Re: Jobkündigung
« Antwort #5 am: 07. April 2017, 13:16:49 »
Zitat von: erfolgreicherQuerulant am 07. April 2017, 13:13:44
Wie lange bestand denn das Arbeistverhältnis?

Zitat von: HartzGegner am 07. April 2017, 12:06:31
der Vertrag war dann nur 8 Tage lang aktiv

Offline HartzGegner

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Re: Jobkündigung
« Antwort #6 am: 07. April 2017, 13:27:26 »
Genau, 8 Tage lang war der wohl mündliche Vertrag aktiv und gestern kam die mündliche Kündigung, morgen oder Montag dann der Brief dazu.
Ob da etwas zulässig ist oder nicht, ich stelle mich da jetzt nicht quer. Werde mir einfach was neues suchen. Mir war nur wichtig zu wissen, dass das JobCenter mir keine Probleme macht.
Muss ich denen denn mitteilen WO ich gearbeitet habe? Mein SB ist nämlich einer der gerne überall rumtelefoniert obwohl er es nicht darf.

Offline Orakel

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Re: Jobkündigung
« Antwort #7 am: 07. April 2017, 13:32:11 »
Es wurde nur schnell über den Stundenlohn geredet und die Wochenarbeitszeit. Mehr nicht. zählt das schon?

Du hast das Angebot deines Arbeitgebers angenommen; der Vertrag ist wirksam zu Stande gekommen.

So einfach fristlos zu kündigen ist oft nicht zulässig ...

"So einfach" ist das nie zulässig, vielmehr müssen die Voraussetzungen des § 626 BGB gegeben sein und dann gelten keine Kündigungsfristen. Die Zwei-Wochen-Frist nach § 626 Abs. 2 Satz 1 BGB ist bei einem erst acht Tage bestehendem Arbeitsverhälts auch nicht verletzt.

Mein SB ist nämlich einer der gerne überall rumtelefoniert obwohl er es nicht darf.

In dem Fall darf er!
Rechtlicher Hinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.
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Offline erfolgreicherQuerulant

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Re: Jobkündigung
« Antwort #8 am: 07. April 2017, 13:38:49 »
@ Pumuckel, danke da muß sich wohl ein Fleck auf emienr Brille befunden haben ;)

Aber da drängt sich mir eine weitere frage auf: Wurde denn eine Probearbeitszeit vereinbart?

Ich werf gleich mal ein:
§ 622, Abs. 3, BGB:

„(3) Während einer vereinbarten Probezeit, längstens für die Dauer von sechs Monaten, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden“.

Wenn überhaupt keine Probezeit vereinbart wurde, gilt § 622 Abs. 1 BGB:
"(1) Das Arbeitsverhältnis eines Arbeiters oder eines Angestellten (Arbeitnehmers) kann mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden."

Wenn also nichts weiter als das geschilderte besprochen wurde, hat der AG hier 4 Wochen Kündigungsfrist (zur Monatsmitte, also zum 15.05.2017) einzuhalten, da keine Probezeit vereinbart wurde. Für eine fristlose Kündigung muß er dann sehr begrenzte Gründe haben.

Zitat von: HartzGegner am 07. April 2017, 13:27:26
Ob da etwas zulässig ist oder nicht, ich stelle mich da jetzt nicht quer.
Das solltest du aber, denn wenn du berechtigte Ansprüche nicht durchsetzen willst, könnte das JC dir gegenüber als mutwillige erhöhung dienre Bedürftigkeit auslegen.
Zudem sollten solchen Arbeitgebern das Handwerk gelegt werden, nur weil sie meinen, als Chef könne man machen was man will, bedeutet das noch lange nicht dass sie sich einfach über geltendes Recht hinwegsetzen können.

Offline Orakel

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Re: Jobkündigung
« Antwort #9 am: 07. April 2017, 13:43:15 »
Geschenkt!!!

Wenn der Arbeitgeber fristlos kündigt, kann der Arbeitnehmer allenfalls geltend machen, dass ein Grund nach § 626 BGB nicht vorlag. Ende der Fahnenstange!
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Offline HartzGegner

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Re: Jobkündigung
« Antwort #10 am: 07. April 2017, 13:50:08 »
Ist doch unwichtig. Arbeit ist weg und Stress mache ich mir deswegen jetzt keinen, schadet nur.

Wieso darf mein SB denn rumtelefonieren wo er will? Finde ich nicht OK. Mein alter SB hat damals sogar einfach meine ehemalige Ausbildungsstätte angerufen und nach Zeugnissen per Fax gefragt.
Mein neuer SB ist nicht besser deswegen gebe ich denen so gut wie keine Informationen mehr.

Offline Orakel

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Re: Jobkündigung
« Antwort #11 am: 07. April 2017, 13:52:05 »
Ist doch unwichtig.

Es wird sich erst noch herausstellen müssen, ob das das Jobcenter auch so sieht ...
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Gast26342

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Re: Jobkündigung
« Antwort #12 am: 07. April 2017, 14:32:41 »
Bekomme ich jetzt Probleme beim JobCenter?
Bei einer fristlosen Kündigung wird das JC auf jeden Fall rumzicken.

Wenn der Arbeitgeber fristlos kündigt, kann der Arbeitnehmer allenfalls geltend machen, dass ein Grund nach § 626 BGB nicht vorlag. Ende der Fahnenstange!
Damit wäre die Kündigung unwirksam, der AG müsste nochmal kündigen.
Oder sie wird in eine fristgerechte Kündigung umgewandelt, wenn der AG das im Kündigungsschreiben vorausschauenderweise entsprechend formuliert hat.

Offline Orakel

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Re: Jobkündigung
« Antwort #13 am: 07. April 2017, 14:40:26 »
Wir kennen die Kündigung nicht, nicht den Kündigungsgrund, nicht, ob der Arbeitgeber vorsorglich auch fristgerecht gekündigt hat.

Im Übrigen scheint der TE an einem Arbeitsrechtsstreit kein Interesse zu haben:

Arbeit ist weg und Stress mache ich mir deswegen jetzt keinen, schadet nur.

Nur darum geht es ihm offensichtlich:

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Offline HartzGegner

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Re: Jobkündigung
« Antwort #14 am: 07. April 2017, 14:42:42 »
Zitat
Es wird sich erst noch herausstellen müssen, ob das das Jobcenter auch so sieht ...
Wenn das JobCenter mir wegen 8 unbezahlter Arbeitstage ein Problem macht, dann werde ich denen aber ein Problem machen welches die nicht vergessen werden.

Zitat
Wir kennen die Kündigung nicht, nicht den Kündigungsgrund, nicht, ob der Arbeitgeber vorsorglich auch fristgerecht gekündigt hat.
Grund wurde keiner genannt.