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Autor Thema: Umziehen, Mietvertrag auf anderen Namen und Aufstocken - suche Rat  (Gelesen 1652 mal)

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Offline RiverOrange

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Hallo liebes Forum,

ich bin die RiverOrange, ganz neu hier und bin auf der Suche nach etwas Hilfe bzw. einem guten Rat.

Meine Mutter und ich (24) wohnen derzeitig in Berlin in einer viel zu teuren Wohnung (980€!!!). Wir sind schon lange auf der suche nach einer neuen Wohnung, haben jedoch den Nachteil, dass meine Mutter sehr stark verschuldet war(!). Meine Mutter und ich haben zusammen Ihre Schulden inzwischen komplett abgezahlt, trotzdem bestehen weiterhin diese ganzen negativen Einträge bei Ihr in der Schufa, dementsprechend ist es sehr schwer für meine Mutter eine Wohnung auf ihren Namen anzumieten. Ist sehr doof, entsprechend sieht unser Plan also erst einmal derzeitig so aus, dass ich die Wohnung dann auf meinen Namen anmiete.

Wir sind jetzt allerdings schon etwas länger auf der Suche und ich möchte schon seit langem eigentlich alleine wohnen, allerdings könnte ich niemals einfach ausziehen ohne dass meine Mutter dann eine entsprechende Wohnung auch für sich hätte. Ich denke dass das irgendwie verständlich sein sollte. Ich bin außerdem schon 24 Jahre alt und es ist halt immer schwierig wenn ich mit Kumpels oder Mädels zu mir will, dass funktioniert einfach nicht. (Nicht dass meine Mutter etwas dagegen hätte, aber ich finde es unangemessen und es ist mir dann auch immer wieder sehr unangenehm)

Ich muss dazu sagen, dass ich selber mit "Leichtigkeit" an eine Wohnung kommen könnte (Gute Schufa, verdiene 1600 Netto, habe genug Rücklagen, etc.), aber wie oben bereits geschrieben meine Mutter eben nicht. Es kommt außerdem hinzu, dass meine Mutter eine "gering Verdienerin" (heißt das so?) ist. Sie arbeitet aufgrund eines besiegten Krebs nur wenige Stunden (4,5 Stunden) und könnte theoretisch früh Rente beantragen, aber würde sich dann zu Tode langweilen, nicht genug dadurch bekommen und möchte diese halt nicht. Meine Mutter hat also nicht nur das Problem mit der Schufa, sondern verdient einfach viel zu wenig (~850€).

Sooo.... das war es jetzt erst einmal zum Hintergrund... weiter gehts:

Ich würde jetzt eine Wohnung suchen und diese auf meinen Namen anmieten. Meine Mutter würde dann in diese einziehen und mit im Mietvertrag stehen, aber ich als Hauptmieter.  Wenn meine Mutter jetzt wieder Hartz 4 / ALG2 (oder wie auch immer man dieses "Aufstocker" Geld nennt) beantragen. Sie muss dann jedoch den Mietvertrag vorlegen, damit berechnet werden kann wie viel sie letztendlich bekommt und ob noch andere dort Wohnen. Da ich ja dann mit im Mietvertrag stehe, habe ich nun Angst, dass sie kein Geld vom Amt bekommt. Ich verdiene nämlich soviel, dass solange wir in einer Wohnung wohnen (und somit eine "Bedarfsgemeinschaft" sind) nichts dazu bekommt.

Ich hoffe dass ihr mich verstehen könnt und ggf. ein paar Tips hättet. Ich bin für alles was mir in unserer derzeitigen Situation weiterhelfen kann sehr dankbar. Mich würde außerdem auch interessieren wie ihr mit dieser Situation umgehen würdet oder ob es noch andere Möglichkeiten gibt.

MfG,
die RiverOrange

Offline NevAda

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Re: Umziehen, Mietvertrag auf anderen Namen und Aufstocken - suche Rat
« Antwort #1 am: 09. April 2017, 09:25:41 »
Deine Mutter bezieht momentan ALG2?
Hat sie eine Kostensenkungsaufforderung vorliegen?
Da Du Deinen Bedarf ja offensichtlich selber decken kannst, gehörst Du nicht zur BG Deiner Mutter, Ihr bildet nur eine WG (Wohngemeinschaft). Richtig?
Du hast Dir gut überlegt, dass Du das Risiko eingehen willst, die Miete für zwei Wohnungen zu schulden/zahlen zu müssen?
Wir sind hier nicht bei Wünschdirwas sondern bei ISSO.

Gast42596

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Re: Umziehen, Mietvertrag auf anderen Namen und Aufstocken - suche Rat
« Antwort #2 am: 09. April 2017, 10:51:18 »
@RiverOrange
Wenn die Schulden abgezahlt sind, dann muss dann müssen die Einträge auch entsprechend gelöscht werden. Dies nur mal als Information. Wenn deine Mutter im Leistungsbezug ist, kann der Zugang zur Schuldnerberatung vereinfacht und auch die Kosten etwaig übernommen werden. Für die restlichen Schulden würde ich das Angebot dann evtl. nutzen. Gibt ja vielleicht auch die Möglichkeit mit den Gläubigern eine Vereinbarung zu treffen in der nur 30-50% der Summe zurückgezahlt wird. So viel dazu.

In deinem Plan verstecken sich ein paar Probleme.
Bei der Untermiete und der Weitervermietung/Gebrauchüberlassung benötigst du das Einverständnis des Vermieters. Im Gegensatz zur Untermiete darf der Vermieter bei der Weitervermietung das Einverständnis auch Grundlos verweigern bis hin zur Kündigung der Wohnung. Ich würde daher mit dem potenziellen Vermieter offen die Situation ansprechen und an deiner Stelle den Mietvertrag mit unterschreiben. So darf deine Mutter dort alleine wohnen, aber du haftest eben voll mit. Darauf lassen sich die Vermieter eher ein wie auf eine Weitervermietung. 

Offline Wolf27

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Re: Umziehen, Mietvertrag auf anderen Namen und Aufstocken - suche Rat
« Antwort #3 am: 09. April 2017, 13:52:17 »
Zitat von: Gast42596 am 09. April 2017, 10:51:18
Wenn deine Mutter im Leistungsbezug ist, kann der Zugang zur Schuldnerberatung vereinfacht und auch die Kosten etwaig übernommen werden. Für die restlichen Schulden würde ich das Angebot dann evtl. nutzen

Zitat von: NevAda am 09. April 2017, 09:25:41
Deine Mutter bezieht momentan ALG2?
Hat sie eine Kostensenkungsaufforderung vorliegen?

Hallo ihr Beiden,

soweit ich die TEin verstanden habe, ist die Mutter momentan nicht im Leistungsbezug und die Schulden sind bereits alle getilgt.

LG Wolf
Meine Beiträge spiegeln nur meine persönliche Sicht der jeweiligen Sachlage wider. Ich gebe hier keine Rechtsberatung oder Ähnliches!!! Von mir formulierte Schreiben kann jeder, auf seinen Fall angepasst, gerne verwenden. Noch Fragen...?

Gast42596

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Re: Umziehen, Mietvertrag auf anderen Namen und Aufstocken - suche Rat
« Antwort #4 am: 09. April 2017, 14:03:07 »
Habe ich aus so verstanden. So wie ich es verstanden habe sollen dann aber ergänzende Leistungen beantragt werden. Hätte vielleicht noch "dann" hinzufügen sollen. Bis alle Einträge aus der Schufa gelöscht werden, geht dann eh noch viel Zeit ins Land.

Offline Fettnäpfchen

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Re: Umziehen, Mietvertrag auf anderen Namen und Aufstocken - suche Rat
« Antwort #5 am: 09. April 2017, 14:46:51 »
 :scratch:

Ich berücksichtige in dem Vorschlag mal den Wunsch auf eine eigene Whg.

Wie wäre es eine Whg in der Preisklasse zu suchen die in den Kriterien eines JC für eine Person liegt >http://www.harald-thome.de/oertliche-richtlinien.html / oder beim JC erfragen* <
dann mal versuchen dass die Mutter als Mieterin akzeptiert wird. Wenn das mit der Schufa so einfach zu regeln ist wie meine Vorposter geschrieben haben sollte das machbar sein, ansonsten gibt es vllt. auch verständige Vermieter.

Zeitgleich nach einer eigenen Whg für Dich suchen und diese anmieten wenn es klappt.
Wenn es mit einer der beiden Wohnungen Überschneidungen gibt
dann hat man die Möglichkeit 
entweder bis zum Ende der Kündigungszeit in der alten Whg zu bleiben,
oder der jeweilige der noch keine Whg hat zieht kurzfristig beim anderen mit ein.

Zitat von: RiverOrange am 08. April 2017, 23:01:15
Da ich ja dann mit im Mietvertrag stehe, habe ich nun Angst, dass sie kein Geld vom Amt bekommt. Ich verdiene nämlich soviel, dass solange wir in einer Wohnung wohnen (und somit eine "Bedarfsgemeinschaft" sind) nichts dazu bekommt.
Kinder sind im SGB 2 den Eltern gegenüber nicht zum Unterhalt verpflichtet. Du verdienst dein eigenes Geld und bist dadurch (1600.-) nicht vom JC abhängig.
Deine Mutter hätte also, wenn sie erwerbsfähig ist, Anspruch auf aufstockendes ALG 2 ab Antragstellung.
Würde also in der jetzigen Whg auch gehen.
Da müsstet Ihr lediglich eine KBV machen und Du deinen Anteil an die Mutter bezahlen.
Den Anspruch müsste man ausrechnen. Kommt ja auf den Verdienst der Mutter und die Mietkosten, abzüglich deiner Hälfte, an. (ist aber nicht mein Ding die Rechnerei)

* Vorsicht in Berlin da gibt es u.U. das "schlüssige Konzept von AV Wohnen" Unterkunftskosten und Urteile
Zitat
- Urteile vom 19.10.2010, Az. B 14 AS 2/10 R, B 14 AS 65/09 R:
Die AV-Wohnen ist zur Bestimmung eines angemessenen Quadratmeterpreises innerhalb des gesamten Stadtgebiets von Berlin nicht geeignet, da diese auf einem nicht schlüssigen Konzept (der Bruttowarmmiete) beruht und somit keine hinreichende Gewähr dafür bietet, dass die aktuellen Verhältnisse des örtlichen Wohnungsmarktes wiedergegeben werden.
deswegen
Zitat
- Urteil vom 20.12.2011, Az. B 4 AS 19/11 R:
Es ist zuvörderst Aufgabe des Grundsicherungsträgers, bereits im Verwaltungsverfahren ein schlüssiges Konzept zur Bestimmung der angemessenen Unterkunftskosten zu entwickeln.
Das Gericht hat anhand der vom Grundsicherungsträgers gelieferten Daten bzw der zusätzlich im Rahmen der Amtsermittlungspflicht von ihm angeforderten und zur Verfügung zu stellenden Daten und Unterlagen zu verifizieren, ob die angenommene Mietobergrenze angemessen ist.
Vor einem Rückgriff auf die Tabellenwerte zu § 8 WoGG bzw. nunmehr § 12 WoGG ist ein qualifizierter Mietspiegel anzusetzen. Dieser erfordert, dass die Datenerhebung über den gesamten Vergleichszeitraum erfolgt, die einbezogenen Daten repräsentativ sind und bei der Datenauswertung mathematisch-statistische Grundsätze eingehalten werden. Es muss sichergestellt sein, dass der darin berücksichtigte Wohnungsbestand im gesamten Vergleichsraum die Anmietung einer angemessenen Wohnung ermöglicht, ohne auf bestimmte Stadteile beschränkt zu sein.
Wenn nur die Wohnungen einfachen Standards zugrunde gelegt werden, ist als Angemessenheitsgrenze der obere Spannenwert zu berücksichtigen.
Es gab voriges Jahr eine Sonderregelung ob diese noch gültig ist weiß ich nicht. Stand mal auf der Seite von Berlin im Netz.

MfG FN
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Offline SantanaAbraxas

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Re: Umziehen, Mietvertrag auf anderen Namen und Aufstocken - suche Rat
« Antwort #6 am: 09. April 2017, 15:26:56 »
Wenn jetzt die Mutter ALG2 beantragen würde, würden dann nicht die hälftigen Mietkosten für sechs Monate übernommen werden, bei gleichzeitiger Aufforderung zur Kostensenkung? Und wenn die Tochter 25 wird, ist sie ihre eigene Bedarfsgemeinschaft, beide würden sich nicht gegenseitig finanziell unterstützen und somit hätte die Mutter einen Bedarf für Unterkunftskosten in Höhe von ca. 450€ (angemessen für eine Person in Berlin)? Was ja dann auch wieder die Hälfte der derzeitigen Miete wäre und innerhalb der sechs Monate findet sich vielleicht eine entsprechende Wohnung oder zwei.

Offline Kaffeesäufer

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Re: Umziehen, Mietvertrag auf anderen Namen und Aufstocken - suche Rat
« Antwort #7 am: 09. April 2017, 15:32:06 »
die Tochter ist auch jetzt schon ihre eigene "BG"  ;)  das können auch 18jährige sein sobald sie genug verdienen.diese müssen eben nur ihren Mietanteil selber tragen.

Offline SantanaAbraxas

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Re: Umziehen, Mietvertrag auf anderen Namen und Aufstocken - suche Rat
« Antwort #8 am: 09. April 2017, 15:33:43 »
schtümmt  :smile: