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Autor Thema: Arbeitslosengeld I ab Antragsstellung  (Gelesen 2374 mal)

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Offline magigstar

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Arbeitslosengeld I ab Antragsstellung
« am: 14. Februar 2017, 10:49:19 »
Hallo liebe Leute,
ich würde gerne nachfragen, ob die Versicherungsleistung ab dem Antragsdatum gezahlt wird oder doch ab dem Datum der Arbeitslosigkeit.
Wie sieht es aus, wenn ich z. B. zum 31.12.2016 gekündigt wurde und ich den Antrag am 11.01.2017 abgegeben habe.
Mal davon abgesehen, dass womöglich eine Sperrzeit eintritt.

Könnt ihr mir auch die Rechtsquelle nennen?


EDIT:

Warum wird im Bescheid bei einem jährlichen Bruttoeinkommen in Höhe von 28.000 Euro (Durchschnitt: 2333,33 Euro) ein Bemessungsentgelt von 76,50 Euro ausgewiesen und ein Leistungsbetrag von 30,78 Euro.
Im Dschungel des SGB hoffen, dass ich den Wald vor lauter Bäumen noch sehen werde.

Offline Quinky

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Re: Arbeitslosengeld I ab Antragsstellung
« Antwort #1 am: 14. Februar 2017, 11:22:47 »
Bruttojahreseinkommen rund 28.000 ergibt pro Tag rund 76,50€ BRUTTO/Tag
Von diesem Brutto werden Lohnsteuer und SV-Beträge abgezogen (theoretischer Wert)
Von diesem dann ermittelten Nettowert werden 60% als ALGI pro Tag gezahlt (bei einem Single, verheiratet 67%)
Das ergibt dann diese 30,78€ PRO Tag (Woche x 7, Sa und So zählen da MIT)

Gruß
Ernie

Offline Sheherazade

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Re: Arbeitslosengeld I ab Antragsstellung
« Antwort #2 am: 14. Februar 2017, 11:25:09 »
ich würde gerne nachfragen, ob die Versicherungsleistung ab dem Antragsdatum gezahlt wird oder doch ab dem Datum der Arbeitslosigkeit.

In der Regel ab 1. Tag der Arbeitslosigkeit.

Zitat
Warum wird im Bescheid bei einem jährlichen Bruttoeinkommen in Höhe von 28.000 Euro (Durchschnitt: 2333,33 Euro) ein Bemessungsentgelt von 76,50 Euro ausgewiesen und ein Leistungsbetrag von 30,78 Euro.

Bruttoeinkommen dividiert durch 366 Tage = tägliches Bemessungsentgelt, davon 60% (ohne Kinder) macht den täglichen Leistungsbetrag.
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Offline magigstar

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Re: Arbeitslosengeld I ab Antragsstellung
« Antwort #3 am: 14. Februar 2017, 14:04:16 »
Was muss ich tun (Widerspruch) um dagegen vorzugehen, dass das ALG 1 erst ab dem 11.01.2017 gezahlt wird (Datum der Antragsstellung)?
Wo steht das im Gesetz, dass ALG 1 ab Arbeitslosigkeit bezahlt wird?


Das stimmt soweit dann.
Rein rechnersich musste mehr LSt und SolZ abgezogen werden. Aber ist ok.
Der tägliche Leistungssatz stimmt.
Warum 366 Tage weiß ich nicht, steht womöglich auch im Gesetz. Hab nichts gefunden.
Das ist soweit nicht falsch.

Falsch ist eher, warum vom 11.01.
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Offline Sheherazade

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Re: Arbeitslosengeld I ab Antragsstellung
« Antwort #4 am: 14. Februar 2017, 14:22:25 »
Falsch ist eher, warum vom 11.01.

Ich schrieb "in der Regel" ab erstem Tag der Arbeitslosigkeit. Warum das bei dir anders ist, wird im Bescheid erläutert worden sein.

Ich nehme aber an, dass du dich auch nicht telefonisch rechtzeitig arbeitssuchend gemeldet hast und dein Tag der Antragstellung deine erste Meldung bei der Agentur für Arbeit war, dann gilt:
Zitat
Arbeitslosengeld wird frühestens von dem Tag an gewährt, an dem Sie Ihrer Agentur für Arbeit die Arbeitslosigkeit persönlich mitteilen. Suchen Sie daher im eigenen Interesse sofort Ihre Agentur für Arbeit auf, wenn Sie arbeitslos werden.
Quelle

2016 war ein Schaltjahr, d. h. es hatte einen Tag mehr (den 29. Februar), deswegen wurden 366 statt 365 Tage gerechnet.
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Offline magigstar

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Re: Arbeitslosengeld I ab Antragsstellung
« Antwort #5 am: 15. Februar 2017, 10:12:04 »
Ich hab jetzt mal den Bescheid mit einem Widerspruch geantwortet.
Warum das jetzt anders ist weiss ich nicht.
Ich meine, man kann technisch ne Sperrzeit einlegen. Pers. ASU-Meldung war der 11.01.
Man könnte ja ALG 1 ab dem 1. Jan. zahlen, aber durch Sperrzeit (Anhöhrung wurde zugesendet, Erklärung wurde geschrieben) beginnt es erst ab keine Ahnung.. drei Wochen später oder so.
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Offline BigMama

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Re: Arbeitslosengeld I ab Antragsstellung
« Antwort #6 am: 15. Februar 2017, 10:28:34 »
§ 141 SGB III - pers. Antragstellung spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit. Daher erst Bewilligung ab 11.01.
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Offline magigstar

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Re: Arbeitslosengeld I ab Antragsstellung
« Antwort #7 am: 20. Februar 2017, 14:59:21 »
Hab noch keine Antwort erhalten. Bin ja mal gespannt.
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Offline Kaffeesäufer

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Re: Arbeitslosengeld I ab Antragsstellung
« Antwort #8 am: 21. Februar 2017, 15:23:10 »
Was willst du erwarten ? ALG gibts ab dem 1. Tag wo du dich PERSÖNLICH arbeitslos gemeldet hast......und wenn du ne Sperre erwartest , aus welchen Gründen auch immer, gilt diese auch ab 11.1........

Offline magigstar

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Re: Arbeitslosengeld I ab Antragsstellung
« Antwort #9 am: 21. Februar 2017, 16:25:03 »
Ok, so hab ich das noch nicht bedacht.
Ich hoffe, es ergeht keine Sperre ab dem 11.01.

Aber mal ne Frage...

Wieso zieht man mir Lohnsteuer, Sozialversicherungspauschale und SolZ ab. Auf meinem ALG I??
Auf welcher Gesetzesgrundlage.

Und wieso zahl ich dann, wenn ich arbeit gefunden habe auch noch Einkommensteuern auf das ALG I aufgrund der Progression.
Da wird man doch zwei Mal veräppelt.

Ne, ernsthaft, ich glaube an dei Rechtstaatlichkeit Deutschlands. Aber auf welcher Rechtsgrundlage basiert das?
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Offline Sheherazade

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Re: Arbeitslosengeld I ab Antragsstellung
« Antwort #10 am: 21. Februar 2017, 16:36:34 »
Fangen wir schon wieder von vorne an? Mach dich mal vertraut mit den verschiedenen Begriffen wie Bemessungsentgelt, Leistungssatz und  Leistungsentgelt.

Zitat
Das Bemessungsentgelt (EUR/Tag) wird berechnet aus der Summe aller im Bemessungszeitraum erzielten Brutto-Arbeitsentgelte, für die eine Beitragspflicht in der Arbeitslosenversicherung bestand, in besonderen Fällen gelten Abweichungen, geteilt durch die Kalendertage des Bemessungszeitraums.[4] Das Bemessungsentgelt kann maximal so hoch sein wie die Beitragsbemessungsgrenze in der Arbeitslosenversicherung, im Jahre 2016 beträgt das Bemessungsentgelt maximal 203,84 EUR/Tag.

Haben Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist.[5]

In besonderen Fällen wird das Bemessungsentgelt nach der erreichten Qualifikation des Arbeitslosen fiktiv bestimmt.[6] Das fiktive Bemessungsengelt beträgt 1/300, 1/360, 1/450 oder 1/600 der Bezugsgröße. Im Jahr 2016 sind das 50,40 EUR/Tag bis 116,20 EUR/Tag.[7]

Das pauschalierte Nettoengelt bzw. Leistungsentgelt (EUR/Tag) ist das Bemessungsentgelt abzüglich pauschal 21 % als Beitrag zur Sozialversicherung sowie der Lohnsteuer und des Solidaritätszuschlags.

Der allgemeine Leistungssatz beträgt 60 %, der erhöhte Leistungssatz 67 %. Dieser steht einem Arbeitslosen zu, der ein Kind hat, für das Kindergeld bezogen wird. Dabei muss der Arbeitslose nicht der Bezieher des Kindergeldes sein. Außerdem steht der erhöhte Leistungssatz Arbeitslosen zu, deren nicht dauernd getrennt lebender Ehegatte/Ehegattin mindestens ein Kind hat, für das Kindergeld bezogen wird.

Das tägliche Arbeitslosengeld (EUR/Tag) ist Leistungsentgelt x Leistungssatz.

Das Arbeitslosengeld pro vollem Kalendermonat beträgt das 30-fache des täglichen Arbeitslosengeldes (unabhängig davon, wie viele Tage der Monat tatsächlich hat).

Quelle

Oder lass dir den Bescheid von jemandem erklären, der Ahnung davon hat.
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Gast26342

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Re: Arbeitslosengeld I ab Antragsstellung
« Antwort #11 am: 21. Februar 2017, 16:53:10 »
Wieso zieht man mir Lohnsteuer, Sozialversicherungspauschale und SolZ ab. Auf meinem ALG I??
Auf welcher Gesetzesgrundlage.
Schon mal im SGB III nachgeschaut, insb. ab § 149?

Und wieso zahl ich dann, wenn ich arbeit gefunden habe auch noch Einkommensteuern auf das ALG I aufgrund der Progression.
Steuerliche Regelungen findet man oft in Steuergesetzen, in diesem Fall könnte das Einkommensteuergesetz einen Treffer beinhalten ...

Offline magigstar

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Re: Arbeitslosengeld I ab Antragsstellung
« Antwort #12 am: 10. April 2017, 10:01:04 »
Wieso zieht man mir Lohnsteuer, Sozialversicherungspauschale und SolZ ab. Auf meinem ALG I??
Auf welcher Gesetzesgrundlage.
Schon mal im SGB III nachgeschaut, insb. ab § 149?

Und wieso zahl ich dann, wenn ich arbeit gefunden habe auch noch Einkommensteuern auf das ALG I aufgrund der Progression.
Steuerliche Regelungen findet man oft in Steuergesetzen, in diesem Fall könnte das Einkommensteuergesetz einen Treffer beinhalten ...


Vielen Dank...
§ 149 SGB III gibt nur die Werte an in Höhe von 60 bzw 67 %.
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