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Autor Thema: Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen  (Gelesen 2360 mal)

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Offline Lilie

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Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen
« am: 18. April 2017, 14:08:27 »
Hallo ihr Lieben .
Ich hab da mal eine Frage !
Muss ich eine Maßnahme antreten ,wenn ich Gesundheitlich nicht fit bin ?
Vor 12 Wochen würde ich am Fuß operiert ,war daraufhin beim ÄD der mich dann für 2 Monate für krank beim Amt gemeldet hat .(die 2 Monate sind am Freitag rum)
Jetzt ist natürlich eine Einladung seitens des JC ins Haus geflattert um mit mir eine neue EGV zu machen .
Das Thema hatte ich schon in einem anderen Tread.
Da ich seit 1 Jahr an  mittel gradiger Depressione leide (Angstzustände ,Schlafstörungen ,Panik Attacken u.s.w leide fühle ich mich schlecht in solch einer Massnahme zu kommen 😓😭
Oben drein leide ich an Chronischer unbeeinflussbaren Schmerzen im Rücken .
Die Diagnosen werde einfach nicht berücksichtigt ,weder vom ÄD noch vom Jobcenter .
Die EGV werde ich natürlich nicht unterschreiben ,aber was tun wenn ich in eine Maßnahme verdonnert werde?



Gast41851

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Re: Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen
« Antwort #1 am: 18. April 2017, 16:55:23 »
Na wenn du krank bist lass es von deinem Arzt assistieren und gib die AU bei deinem Maßnahmeträger ab. Wo ist das Problem?

Offline jonathan

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Re: Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen
« Antwort #2 am: 18. April 2017, 17:26:19 »
Könnte sein das eine Au nicht ausreicht! Meine will z.B. neben der Au ein zusätzliches Attest haben!

Offline Fylou

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Re: Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen
« Antwort #3 am: 18. April 2017, 18:19:10 »
Wenn du dich weiterhin nicht arbeitsfähig siehst, kannst du auch eine erneute Begutachtung durch den äD verlangen. Solange reichen die AU aus, um einer Maßnahme fern zu bleiben.

Allerdings sollte man dann vor einer erneuten Begutachtung schauen, warum deine anderen Krankheiten nicht berücksichtigt wurden, damit das ganze nicht wieder nach hinten losgeht.

Offline kilgore72

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Re: Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen
« Antwort #4 am: 19. April 2017, 09:06:14 »
Beantrage doch mal Einsicht in den Teil A des Gutachten, da geht es um die Medizinische Dokumentation und Erörterung. Das wär bestimmt interessant zu sehen in Deinem Fall, wie der ÄD zu Deinem Ergebnis gekommen ist. Der Teil A verbleibt in Deiner Akte beim ÄD und die Einsicht sollte bei denen geschehen.

Beachte aber folgendes: In zeitlicher Hinsicht besteht der Anspruch auf Akteneinsicht nur während eines Verwaltungsverfahrens nach § 8. Außerhalb eines laufenden Verwaltungsverfahrens hat die Behörde grundsätzlich nach pflichtgemäßem Ermessen über die Akteneinsicht zu entscheiden (BSG Beschluss v. 4.4.2012, B 12 SF 1/10 R, SozR 4-1720 § 17a Nr. 9).

« Letzte Änderung: 19. April 2017, 09:21:38 von kilgore72 »
Cogito ergo sum
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Offline Zahnfee

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Re: Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen
« Antwort #5 am: 19. April 2017, 09:47:46 »
Ich rufe immer direkt beim Ärztlichen Dienst an und kann mir dann immer sehr zeitnah Teil A und B abholen. (Ausweis nicht vergessen!)

Offline kilgore72

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Re: Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen
« Antwort #6 am: 19. April 2017, 09:53:55 »
Ich war mir nicht sicher, wie der ÄD sowas "händelt", aber scheint ja dann keine "große Sache" zu sein.
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Offline Zahnfee

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Re: Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen
« Antwort #7 am: 19. April 2017, 09:58:54 »
Bei uns nicht. Bin auch schon einmal so hinmarschiert.  :grins: Ich habe allerdings auch schon gelesen, dass es Ärztliche Dienste geben soll, die die Teile zuschicken.  :smile:

Offline kilgore72

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Re: Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen
« Antwort #8 am: 19. April 2017, 10:25:48 »
Bei mir steht auch eine Begutachtung an durch den ÄD, warte momentan nur auf die Einladung und werde dieses Mal auch Teil A mir anschauen  :grins:
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Offline Terra

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Re: Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen
« Antwort #9 am: 19. April 2017, 10:44:06 »
Geht es wirklich um eine Maßnahme oder um einen Termin beim JC, deine Angaben sind etwas widersprüchlich.

Gast42596

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Re: Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen
« Antwort #10 am: 19. April 2017, 12:13:42 »
Diese empfohlene Vorgehensweise direkt wieder beim ÄD vorstellig zu werden kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen.

Wichtig wäre wirklich erst mal zu wissen ob tatsächlich eine Maßnahme im Raum steht und was auf der Einladung steht. Steht auf der Einladung nichts von einer Wegeunfähigkeitsbescheinigung etc., dann einfach zum behandelten Arzt gehen und eine reguläre Arbeitunfähigkeitsbescheinigung einreichen.

Der ärztliche Dienst ist sehr selten dazu geeignet eine psychiatrische Erkrankung zu beurteilen. Deswegen wird sowas auch in der Regel an der Aktenlage beurteilt.

Wenn kein Psychiater die Krankheit behandelt, dann würde ich dringend einen Psychiater aufsuchen. Bis dahin darf der Hausarzt auch die Arbeitsunfähigkeit feststellen. Die Arbeitsunfähigkeit muss das Jobcenter erst mal so akzeptieren auch müssen keine weiteren Informationen an das Jobcenter gehen. Auch wird es zu keine weiteren Einladung kommen oder Maßnahmezuweisungen. Warum auch.. Bist ja AU...Sollte das Jobcenter Zweifel an der AU haben, dann muss das JC sich bei der Krankenkasse melden und diese Bedenken äußern. Die Kasse entscheidet dann ob eine Vorstellung beim medizinischen Dienst  notwendig ist.

Auf welcher Grundlage soll der der ärztliche Dienst hier eine Feststellung treffen? Auf die ärztliche Untersuchung? Der Schuss kann auch nach Hinten losgehen und dann haben wir den Salat. Das mag bei Dingen wie Brüchen, offensichtlichen Erkrankungen usw. noch funktionieren.

Sollte hier durch die Phobien, Depressionen und Angstzuständen eine generelle Beeinträchtigung gelten und man will dieses feststellen lassen, dann sind ärztliche Untersuchungen einen Psychiaters dem man Vertraut unabdingbar. Auch muss erst mal durch alle Fachärzte abgeklärt werden ob die Rückenschmerzen evtl. auch auf die Psyche zurückzuführen ist. Erst mit den ganzen Feststellungen und Untersuchungsergebnissen würde ich die Feststellung vom ÄD treffen lassen.

Auch sollte man nicht die Änderungen des §50 SGB II vergessen. Nach der Gesetzesänderung im letzten Jahr hat sich  hier gravierend etwas geändert. Der ÄD wird entsprechend nach Absatz 1 Sacht 2 alle im Ergebnis vorliegenden Daten an das Jobcenter übermitteln, die das JC für die Aufgabenerfüllung für erforderlich hält. Die Sache mit Blatt A und B sieht in diesem Licht auch wieder ganz anders aus. Übrigens hat der ÄD hier kein Mitspracherecht welche Daten er dem JC überlässt und darf dies auch nicht überprüfen. Mit anderen Worten. Der Sachbearbeiter hat so die Einsicht in die Gesundheitsakte.

Offline Fettnäpfchen

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Re: Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen
« Antwort #11 am: 19. April 2017, 17:24:04 »
Zitat von: Gast42596 am 19. April 2017, 12:13:42
Die Sache mit Blatt A und B sieht in diesem Licht auch wieder ganz anders aus. Übrigens hat der ÄD hier kein Mitspracherecht welche Daten er dem JC überlässt und darf dies auch nicht überprüfen. Mit anderen Worten. Der Sachbearbeiter hat so die Einsicht in die Gesundheitsakte.
Blatt A und B heißt es entweder beim DRV oder den KK genau weiß ich das nicht mehr. Beim JC und BfA heisst es immer noch Teil A und B.
Der Rest im Zitat wäre,:
vorrausgesetzt es wäre eine Schweigepflichtsentbindung die das Weiterleiten der Daten verbietet abgegeben worden,
ein eindeutiger Verstoß gegen den Datenschutz!,
und die ärztliche Schweigepflicht.
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Für eine verbindliche Rechtsberatung und -vertretung suchen Sie bitte einen Anwalt auf.
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Gast42596

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Re: Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen
« Antwort #12 am: 19. April 2017, 18:01:40 »
@Fettnäpfchen
Blatt A Teil A Blatt B ... what the hell.. Wer soll da auch durchblicken^^

Mit der Änderung des §50 SGB II wird der Sozialdatenschutz faktisch ausgehebelt.

Auszug aus dem Thread: http://hartz.info/index.php?topic=102986.0
Zitat
§ 50 Abs. 1 S. 2
Wenn das JC einen externen Gutachter mit einer ärztlichen oder psychologischen Untersuchung oder Begutachtung nach § 44a SGB II beauftragt, so hat dieser Gutachter alle ihm im Ergebnis vorliegenden Patientendaten an das JC zu übermitteln, die das JC zu seiner Aufgabenerfüllung für erforderlich hält. (Durch diese weit auslegbare Ermessensregelung wird der Sozialdatenschutz ausgehebelt, insbesondere das Recht des Patienten nach § 76 Abs. 1 und 2 SGB X zum Widerspruch der Datenübermittlung. Jobcenter erhalten so unzulässig Zugriff auf die komplette Patientenakte des Gutachters, einschließlich aller darin enthaltenen Befunde und Gutachten Dritter.)

Also jede Aufregung zwar Berechtigt aber naja....

Offline Fettnäpfchen

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Re: Frage wegen Maßnahme bei gesundheitlichen fragen
« Antwort #13 am: 20. April 2017, 11:29:07 »
Zitat von: Gast42596 am 19. April 2017, 18:01:40
Also jede Aufregung zwar Berechtigt aber naja....
stimmt leider habe das zwar auch mal gelesen aber nach veraltetem Wissen geantwortet. 
Ich persönlich würde es trotz allem mit der Schweige....entbindung von hier versuchen und hoffen dass das JC da auch noch nicht auf dem laufenden ist.
Ansonsten evtl sogar Anzeige erstatten und hoffen, dass so etwas wieder geändert wird, wenn es genug andere auch machen.
:no: zu so etwas!

MfG FN
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