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Autor Thema: Mindestlohn  (Gelesen 1897 mal)

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Offline EinRatsuchender

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Mindestlohn
« am: 19. April 2017, 16:12:33 »
Moin,

seit dem zum 01.01.17 der Mindestlohn gestiegen ist, hatte man ja ein paar Euro mehr in der Tasche.

Ist es nun rechtens, dass diese Erhöhung auf den Bezug von ALG 2 angerechnet wird und so einem wieder "weggenommen" wird bzw. den Bedarf verringert?

Offline Atalante

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Re: Mindestlohn
« Antwort #1 am: 19. April 2017, 16:24:09 »
Ja, durchaus korrekt, denn an den "Freibeträgen" hat sich ja zum 1.1. 17 nix geändert, sind ja immer noch die 100 Euro + 20% bzw 10% von dem, was über die 100 hinausgeht.
Der einzige Unterschied ist, dass man seit dem 1.1.17 ggf. weniger Stunden arbeiten muss, um auf dasselbe Einkommen zu kommen. (z.B. 450-Euro-Job o.ä.)

MfG
-_-

Offline EinRatsuchender

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Re: Mindestlohn
« Antwort #2 am: 19. April 2017, 16:27:36 »
Danke für die Info. Also nix mit ein paar Taler mehr in der Tasche.  :sleep:

Offline HansHansen

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Re: Mindestlohn
« Antwort #3 am: 19. April 2017, 16:38:19 »
Na, aber sicher mehr in der Tasche. Denn der Freibetrag nach neuem Mindestlohn ist bei gleicher Stundenzahl höher als der Freibetrag nach altem Mindestlohn.
Außerdem sollte doch das Ziel eines jeden Arbeitnehmers der sein, dass einem alles 'weggenommen' wird - sprich: man auf keine Leistungen mehr angewiesen ist.

Seltsame Einstellung immer wieder. ALG2 ist nur dafür da, um die Lücke zwischen Bedarf und tatsächlichem Einkommen zu schließen. Es ist kein bedingungsloses Grundeinkommen auf das der Lohn on top kommt.  :weisnich:

Offline EinRatsuchender

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Re: Mindestlohn
« Antwort #4 am: 19. April 2017, 16:46:37 »
Ja, die Leute von heute ... ich verstehs auch nicht ... alle zu faul zum arbeiten, gell?

[Das war Ironie.]

Offline Turbo

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Re: Mindestlohn
« Antwort #5 am: 19. April 2017, 17:03:59 »
Ja, die Leute von heute ... ich verstehs auch nicht ... alle zu faul zum arbeiten, gell?

[Das war Ironie.]
Och, so weit würde ich nicht gehen. Allerdings ein bißchen zu faul zum nachdenken oder leichte Probleme mit dem Grundverständnis, wenn immer mal wieder gemeint wird, Aufstockung bedeutet, dass man sich ein bißchen was zum ALG2 dazu verdient.
(Das war keine Ironie)

Offline CHIPI

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Re: Mindestlohn
« Antwort #6 am: 19. April 2017, 17:13:41 »
Moin,

seit dem zum 01.01.17 der Mindestlohn gestiegen ist, hatte man ja ein paar Euro mehr in der Tasche.

Ist es nun rechtens, dass diese Erhöhung auf den Bezug von ALG 2 angerechnet wird und so einem wieder "weggenommen" wird bzw. den Bedarf verringert?

das liegt an diesem Satz... wenn ich den höre, könnte ich immer wahnsinnig werden ... denn das JC nimmt dir nichts weg sondern du sorgst somit mit ein paar Euro für dein Lebensunterhalt und nicht nur der Staat. Wenn man kein ALG bekommt sondern von seinem Gehalt alles bestreitet, muss man selbst für sich sorgen, für dich u. andere.

Offline Quinky

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Re: Mindestlohn
« Antwort #7 am: 19. April 2017, 17:50:09 »
Chipi, ich gebe Dir Recht, auch Dir "Turbo"

doch hier geht der Staat hin, und nimmt das Geld TROTZDEM weg!!!
Begründung:
WENN der Mindestlohn steigt, sollte der Selbstbehalt um die gleiche %-Zahl steigen, damit wenigstens ANTEILMÄSSIG (auch wenn 10 oder 20% Selbstbehalt der Steigerung nicht viel ist) etwas vom Mehrlohn bleibt. NUR WEIL der Staat SÄMTLICHE Anrechnungsbeträge NICHT erhöht hat,werden arbeitende Menschen um ihren Lohn (wenn auch nur anteilmässig) gebracht.
Beispiele:
Die Versicherungspauschale beträgt seit 1.1.2005 genau 30€, heute beträgt sie nach wie vor 30€ = für ALLE ALGII-Empfänger hat sich KEINE Versicherungsprämie erhöht, so zumindest die Behauptung im Gesetz (sonst hätte die VP ebenfalls erhöht werden)
Seit 1.10.2005 beträgt der Grundfreibetrag 100€ = Für alle ALGII-Empfänger hat KEINE Verteuerung stattgefunden, so zumindest das Gesetz, ALLES ist seit 1.10.2005 gleich teuer geblieben, für ALGII-Empfänger gibt es keine Inflation (Grundfreibetrag hätte erhöht werden müssen)
JEDER Single, der Vollzeit arbeitet zum Mindestlohn, bekommt bei 8,50€/Stundenlohn oder 8,84€/Stundenlohn den gleichen Freibetrag!
Von den 4% der allen Menschen zusteht, bekommt er nichts.

WENN höhere Löhne oder Inflation vorliegt, MÜSSEN zum Ausgleich (damit keine Minderung entsteht) auch SÄMTLICHE Anrechnungsmodalitäten bei HartzIV gleichbedeutend angepasst werden.
OHNE diese Anpassung hat "EinRatsuchender" Recht, DENN die Lohnerhöhung (die zum Ausgleich an sich vorgesehen ist) kassiert der Staat in VOLLER Höhe ein!

Das das Jobcenter keinen Lohn wegnimmt, ist richtig, jedoch der finanzielle Ausgleich (Inflation) wird verweigert!

"EinRatsuchender" das hat mit zu faul sein zum Arbeiten nichts zu tun, sonst gäbe es nicht fast 2.000.000 arbeitende HartzIV-Empfänger

Gruß
Ernie

Offline EinRatsuchender

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Re: Mindestlohn
« Antwort #8 am: 19. April 2017, 17:56:52 »
wenn ich den höre, könnte ich immer wahnsinnig werden
Was meinst du, warum das *weggenommen* in "" steht? Genau ...

@Ernie: Wenigstens einer der versteht, was ich meine. Danke.

Offline CHIPI

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Re: Mindestlohn
« Antwort #9 am: 19. April 2017, 18:02:14 »
Dann musst du es richtig schreiben, denn mit zusätzlicher Betonung Satzzeichen sieht es so aus wie ich es gesehen habe.
@ Quinky Natürlich hat der TN mehr Geld, wenn das Gehalt höher ist sind ja auch die 20 % mehr als vorher.

Offline Quinky

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Re: Mindestlohn
« Antwort #10 am: 19. April 2017, 18:38:54 »

Quinky Natürlich hat der TN mehr Geld, wenn das Gehalt höher ist sind ja auch die 20 % mehr als vorher.

NEIN, ich habe geschrieben bei Vollzeit

Single, Vollzeit, 173 Stunden a' 8,50 = 1470€ brutto
Single, Vollzeit, 173 Stunden a' 8,84 = 1530€ brutto

Ergebnis, in beiden Fällen werden 100€ Grundfreibetrag, plus 20% von 900€, plus 10% von 200€ gerechnet, da der MAXIMALWERT zur Errechnung des Selbstbehaltes 1.200€ beträgt. Jeder CENT Verdienst wird auf die Aufstockung angerechnet, vom mehr bleibt NICHTS.
Selbst bei einem verheirateten mit Kind bleiben lediglich 3€ mehr übrig >(weil die Grenze 1.500€ beträgt!)

Tatsächlich mehr bekommen nur die, die bis 960€ verdienen, bei allen anderen ist der Maximalbetrag ganze 4€!!!!!

Es ist so, wie ich geschrieben habe, weil die Anrechnungsmodalitäten NICHT verändert wurden, werden sämtliche Lohnerhöhungen in den meisten Fällen wirkungslos, bzw. Kaufkraftmäßig steht trotz Erhöhung weniger zur Verfügung.

Gruß
Ernie

Auch der Vollzeitsingle benötigt HartzIV, weil das netto minus Freibetrag sowenig ist, das HartzIV-Aufstockung benötigt wird.

Offline EinRatsuchender

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Re: Mindestlohn
« Antwort #11 am: 19. April 2017, 18:55:55 »
Dann musst du es richtig schreiben

Ich will mich hier nicht streiten, aber die ergänzende Ausführung mit dem Bedarf verringern war schon eindeutig zu verstehen (wenn mans möchte), oder?

Nix für ungut. Thema ist erledigt. Danke an die Helfenden!