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Autor Thema: Gegenleistung für gemeinnützige Tätigkeiten: "Solidarisches Grundeinkommen"  (Gelesen 13885 mal)

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Offline Meck

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Müll aufsammeln, Rabatten harken, Babysitten: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will ein "solidarisches Grundeinkommen" für alle einführen, die Dienst an der Gesellschaft leisten. Nicht alle sind begeistert.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die Einführung eines bundesweiten "solidarischen Grundeinkommens" vorgeschlagen. Dafür sollten Tätigkeiten wie Sperrmüllbeseitigung, das Säubern von Parks, das Bepflanzen von Grünstreifen, Begleit- und Einkaufsdienste für Behinderte oder auch Babysitting für Alleinerziehende übernommen werden, nannte er als Beispiele in einem Beitrag für den "Tagesspiegel". 


-->> https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2017/10/berlins-buergermeister-mueller-solidarisches-grundeinkommen.html

Offline Meck

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Kolumnist Jan Fleischhauer: "Unser Grundeinkommen heißt Hartz IV"
« Antwort #1 am: 30. Oktober 2017, 16:54:00 »
Warum sollte man angesichts faktischer Vollbeschäftigung ein bedingungsloses oder solidarisches Grundeinkommen einführen? Der "Spiegel"-Kolumnist Jan Fleischhauer sieht darin wenig Sinn. Außerdem gebe es doch schon ein Grundeinkommen: "Es heißt halt Hartz IV."

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat eine weitere Variante des Grundeinkommens in die Diskussion gebracht: ein "solidarisches Grundeinkommen". Dessen Bezieher sollen im Gegenzug gemeinnützige Arbeit leisten: Sperrmüllbeseitigung etwa, das Säubern von Parks, Begleit- und Einkaufsdienste für Behinderte oder Babysitting für Alleinerziehende.


-->> http://www.deutschlandfunkkultur.de/spiegel-kolumnist-jan-fleischhauer-unser-grundeinkommen.2950.de.html?dram:article_id=399456

Gast42062

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Ein Vernünftiger Vorschlag, aber ob da ältere Langzeitarbeitslose eine Chance bekommen wage ich zu bezweifeln.

Offline Quinky

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Der "vernünftige Vorschlag" ist ein NULL-EURO-JOB!!!
WER gemeinnützige Arbeit für HartzIV leistet, wird sobald er Rentner ist umgebracht, da keine Renteneinzahlungen für seine ARBEIT geleistet werden.
WER arbeitet soll Lohn bekommen. Mit allen Renten-und versicherungstechnischen Gegebenheiten.
Wie dann der tatsächliche Lohn (mindestens Mindestlohn) mit seinen HartzIV-Ansprüchen verrechnet wird, steht auf einem anderen Blatt.
Jedoch gesetzlich erzwungene Sklaverei (nichts anderes ist der Vorschlag von Herrn Müller) lehne ich ab!!!

Gruß
Ernie

Offline Meck

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Nahles will Hartz-IV-Debatte beenden - Nahles fordert „Agenda 2030“
« Antwort #4 am: 14. November 2017, 21:20:54 »
Die Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Nahles, plädiert für einen Neuanfang der Sozialdemokraten.

Die Partei brauche eine Zukunftsdebatte anstelle des Blicks zurück, sagte Nahles auf dem Landesparteitag der Berliner SPD. Hintergrund ist die parteiinterne Debatte über den Umgang mit den umstrittenen Hartz-IV-Sozialreformen, die unter Kanzler Schröder auf den Weg gebracht wurden. Der Berliner SPD-Landesvorsitzende und Regierende Bürgermeister Müller forderte seine Partei ebenfalls auf, den Blick nach vorn zu richten. Die SPD müsse aus der elenden Hartz-IV-Debatte rauskommen, sagte Müller.

Der Politikwissenschaftler Neugebauer warnte vor solch einem Schritt.


-->> http://www.deutschlandfunk.de/spd-reform-nahles-will-hartz-iv-debatte-beenden.1939.de.html?drn:news_id=814364



Bundestagsfraktionschefin Andrea Nahles will lieber eine neue Sozialreform-„Agenda 2030“ reden als über die umstrittenen Hartz-Reformen der „Agenda 2010“. Die Partei brauche eine Zukunftsdebatte anstelle des Blicks zurück, sagte sie am Samstag auf dem Landesparteitag der Berliner SPD. „Armutsfeste Sozialleistungen, weniger Druck und weniger Kontrollen, sichere Arbeitsverhältnisse, das muss wirklich neu gedacht werden.“ Berlins Bürgermeister fordert „solidarisches Grundeinkommen“ - Nahles zeigt sich offen.

-->> https://www.merkur.de/politik/nahles-fordert-agenda-2030-zr-9299158.html

Offline Frau

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Jetzt wird das Thema wohl aktuell: https://web.de/magazine/politik/arbeitsminister-hubertus-heil-offen-gespraeche-solidarisches-grundeinkommen-32891368

Mir schwillt gerade der Kamm! Wenn es so viel unerledigte Arbeit in den Kommunen gibt, dann sollen diese gefälligst vernünftige Arbeitsstellen dafür schaffen, anstatt das dann über ein "solidarisches Grundeinkommen" zu finanzieren.
Es ist keine System-Änderung innerhalb des Systems möglich!
"Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen." (Fr. v. Schiller)
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Offline MichaK

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Mir schwillt gerade der Kamm! Wenn es so viel unerledigte Arbeit in den Kommunen gibt, dann sollen diese gefälligst vernünftige Arbeitsstellen dafür schaffen, anstatt das dann über ein "solidarisches Grundeinkommen" zu finanzieren.

Bei der Pflege beispielsweise gibt es auch noch sehr viel unerledigte Arbeit. Es will halt nur keiner bezahlen. Man will das Geld praktisch nur ein wenig umlenken. Steuererhöhungen sollen tabu bleiben. Das wird nix. Ein paar Nebelkerzen werden unters Volk geworfen.... :grins:
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Offline 58plus

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Mir schwillt gerade der Kamm! Wenn es so viel unerledigte Arbeit in den Kommunen gibt, dann sollen diese gefälligst vernünftige Arbeitsstellen dafür schaffen, anstatt das dann über ein "solidarisches Grundeinkommen" zu finanzieren.

Bei der Pflege beispielsweise gibt es auch noch sehr viel unerledigte Arbeit. Es will halt nur keiner bezahlen. Man will das Geld praktisch nur ein wenig umlenken. Steuererhöhungen sollen tabu bleiben. Das wird nix.
Zwangsarbeit klingt viel besser, wenn man es "solidarisches Grundeinkommen" nennt. Und das wird es werden: Zwangsarbeit. Denn Hartz IV soll wegfallen. Also Zwangsarbeit oder nix. Deine Entscheidung.

Mit einer Entlohnung, die für Kost und Logis reicht, kann sich doch auch keiner beschweren.

Mit etwas Glück erlebe ich 2030 noch. Bin gespannt, was draus geworden sein wird.

Offline MichaK

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Zwangsarbeit klingt viel besser, wenn man es "solidarisches Grundeinkommen" nennt. Und das wird es werden: Zwangsarbeit. Denn Hartz IV soll wegfallen. Also Zwangsarbeit oder nix. Deine Entscheidung.

mit den 1500 kommt doch eh keiner aus H4 raus. Der ganze Quark soll nur von der Regelsatzdebatte abhalten. In jeder Talkshow hört man jetzt mindestens 3 mal: "Es geht doch gar nicht um die Leistungshöhe etc.." Die wollen uns verarschen. Weiter gar nix...!
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Offline Frau

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Naja, Zwangsarbeit... Ich finde es grundsätzlich gar nicht verkehrt, dass jeder, der kann, seinen Beitrag zum Gemeinwohl leistet, warum dann nicht auch Arbeiten auf kommunaler Ebene? Ich habe 'ne Zeitlang bei meinen Hundespaziergängen Müll aufgesammelt und mir gesagt, dass ich dafür mit ALG2 "bezahlt" werde - fand ich schon okay (mal abgesehen davon, dass ich es schei*** finde, dass überhaupt jemand Müll in die Gegend schmeißt... weshalb ich dann auch irgendwann wieder mit dem Müllaufsammeln aufgehört habe).

@ MichaK

Wenn H4 abgeschafft ist, braucht ja auch niemand mehr aus H4 rauszukommen - dann gips ja vermutlich auch keine Freibeträge mehr.
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Offline MichaK

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Wenn H4 abgeschafft ist, braucht ja auch niemand mehr aus H4 rauszukommen - dann gips ja vermutlich auch keine Freibeträge mehr.

ja...  :mocking: Armut auch nicht. Alles bestens. Hauptsache ist doch, Deutschland wird Weltmeister.  :grins:
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Offline Lady Miou

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Ob die wohl auch Gegenvorschläge annehmen?
Denn bisher hört es sich an als wenn das Projekt sozialer Arbeitsmarkt ausgeweitet werden soll und nur zu solidarisches Grundeinkommen umdeklariert wird. Das kostet AN und Steuerzahler und die ALV für die AN gibt´s  auch nicht.
Was geschieht denn wenn die bisherigen Ehrenamtler (ALG II- Empfänger) nach Mindestlohn bezahlt würden anstatt Aufwandsentschädigung, wieviel sind dann noch erwerbslos?
Kann man sich als gemeinnützig Tätiger auch selbstständig machen?

Ich stell mir das wirtschaftlich für von Erwerbslosigkeit Betroffene vor wenn jeder der z.B. Müll aufsammelt, Bürgersteige reinigt, Nachbarschaftsdienst leistet, die Zeit die er darauf verwendet seiner Gemeinde/Stadt in Rechnung stellt, als solidarische Tätigkeit.
« Letzte Änderung: 28. März 2018, 11:58:23 von Lady Miou »

Offline 58plus

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Hauptsache ist doch, Deutschland wird Weltmeister.  :grins:

Brot und Spiele - wussten schon die alten Römer.

Offline Lady Miou

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Zitat von: 58plus am 28. März 2018, 12:12:05
Brot und Spiele - wussten schon die alten Römer.

Das funktioniert aber nur so lange wie der Bürger nicht versteht, das der Staat (Verwalter von eingezahlten Bürgergelder) von Ihm lebt und nicht er vom Staat!

Offline 58plus

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Das Schulsystem klärt die nachwachsenden Generationen in dieser Hinsicht ja beispielhaft auf.

[/ironie]