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Autor Thema: Leistungen gekürzt: Mann sticht auf Sachbearbeiter in Hattinger Jobcenter ein  (Gelesen 59357 mal)

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Offline Lady Miou

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Zitat von: Orakel am 07. Dezember 2017, 22:53:21
Irgendjemand muss die Party nämlich auch bezahlen ...
Jupp, immer mehr die Solidargemeinschaft der Steuerzahler, somit alle! Ein ewiger Kreislauf!
Wir sollten den Sozialstaat auch umbenennen in Steuerstaat  :mocking:

Offline Turbo

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Zitat von: Lady Miou am 07. Dezember 2017, 22:17:30
Anspruch auf Arbeitslosen
hilfe  hatten  15-  bis  unter  65-jährige  bedürftige  arbeitslos gemeldete  Beschäftigungsuchende  ohne  Anspruch  auf
Arbeitslosengeld.
Die Arbeitslosenhilfe knüpfte an das Arbeitslosengeld an, musste jährlich neu beantragt werden,
konnte  grundsätzlich  aber  zeitlich  unbegrenzt  bezogen werden,  solange  die  Anspruchsvoraussetzungen  (Suche
einer  wöchentlich  mindestens  15  Stunden  umfassenden Beschäftigung,  Nutzung  aller  Möglichkeiten  die  Beschäf-
tigungslosigkeit  zu  beenden  und  Bedürftigkeit)  vorlagen.
Nicht einfach nur "ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld", sondern erst und nur, wenn dieses ausgelaufen war. Abgesehen davon, sowohl Höhe des ALGs als auch der Arbeitslosenhilfe richtete sich auch damals nicht nur nach dem letzten Einkommen, sondern auch nach der Verfügbarkeit. Stand also jemand lediglich für einen 15 Std. Job zur Verfügung, wurde auch das ALG und die Arbeitslosenhilfe entsprechend runter gerechnet.

Also auch da schon nix hiermit:
Aber nachrangig, erst kam die Bedürftigkeit und dann die Verfügbarkeit. Was heutigen Bedürftigen Erwerbslosen abgesprochen wird.
Im Gegenteil. Damals musste beispielsweise eine Alleinerziehende nachweisen können, dass sie im Falle eines Jobangebots auch umgehend einen Betreuungsplatz für ihr Kind parat hat, selbst, wenn das erst 5 Monate alt war. Ansonsten gab es weder ALG noch Arbeitslosenhilfe, weil die Verfügbarkeit eben nicht gegeben war.
Da sind die heutigen Regelungen doch schon beinahe Weichspülprogramm.

Zitat von: Lady Miou am 07. Dezember 2017, 22:41:30
Es ging um Vorrangigkeit und Nachrangigkeit der Anspruchvoraussetzungen, damals wurde niemand auf 0 sanktioniert, es bliebt immer soviel das der Bedürftigkeit genüge getan wurde.
Nö, da wurde nicht auf 0 sanktioniert, sondern ganz einfach in die Sozialhilfe abgeschoben. Und die war eben nicht ganz so etabliert, wie das heutige ALG2, das durch seinen Einheitsbrei (egal wieviel oder wenig jemand in seinem Leben gearbeitet hat, am Ende stehen sie alle gleich da), dafür gesorgt hat, das Leute wie du einen auf dicke Backen machen können.

Gast29894

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Wer Sozialhilfe bekam, galt als Schmarotzer und arbeitsscheu.

Offline Lady Miou

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Zitat von: Turbo am 07. Dezember 2017, 22:55:40
Damals musste beispielsweise eine Alleinerziehende nachweisen können, dass sie im Falle eines Jobangebots auch umgehend einen Betreuungsplatz für ihr Kind parat hat, selbst, wenn das erst 5 Monate alt war. Ansonsten gab es weder ALG noch Arbeitslosenhilfe, weil die Verfügbarkeit eben nicht gegeben war.

Bitte Belege für diese Behauptung.

Offline fluchtzwerg

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Zitat von: Orakel am 07. Dezember 2017, 22:53:21
Irgendjemand muss die Party nämlich auch bezahlen ...
Jupp, immer mehr die Solidargemeinschaft der Steuerzahler, somit alle! Ein ewiger Kreislauf!
Wir sollten den Sozialstaat auch umbenennen in Steuerstaat  :mocking:

Stimmt, und Steuern zahlen ja deiner Meinung nach alle, deshalb sollten am Besten alle Deutschen Hartz 4 beziehen, was sich dann aus den Steuern die alle zahlen refinanziert. Das perfekte Perpetuum mobile.

Offline Lady Miou

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Zitat von: fluchtzwerg am 07. Dezember 2017, 23:01:41
deshalb sollten am Besten alle Deutschen Hartz 4 beziehen,
Habe ich nie geäußert, im Gegenteil jeder der das Unrechtssystem nicht nutzen muß kann froh und glücklich sein.

Zitat von: fluchtzwerg am 07. Dezember 2017, 23:01:41
Steuern zahlen ja deiner Meinung nach alle

Ja, denn indirekte und Konsumsteuern spielen eine immer größere Rolle http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Steuerschaetzungen_und_Steuereinnahmen/2017-10-20-steuereinnahmen-1-3-vierteljahr.pdf;jsessionid=D17A22715BCE04B14F8B4C3A24977581?__blob=publicationFile&v=2

und die müssen auch Leistungsempfänger des SGB II und SGB XII zahlen

Offline Turbo

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Bitte Belege für diese Behauptung.
Tja, im Gegensatz zu dir muss ich sowas nicht ergooglen - ich kann da aus Eigenerfahrung sprechen  :sleep:

Offline Lady Miou

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Zitat von: Turbo am 07. Dezember 2017, 23:18:16
Tja, im Gegensatz zu dir muss ich sowas nicht ergooglen - ich kann da aus Eigenerfahrung sprechen

Das nutzt Usern hier im Therad wenig. Nicht umsonst belege ich meine Aussagen meistens mit Links zu den entsprechenden Fakten/ Gesetzen.

Offline fluchtzwerg

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Zitat von: Turbo am 07. Dezember 2017, 23:18:16
Tja, im Gegensatz zu dir muss ich sowas nicht ergooglen - ich kann da aus Eigenerfahrung sprechen

Das nutzt Usern hier im Therad wenig. Nicht umsonst belege ich meine Aussagen meistens mit Links zu den entsprechenden Fakten/ Gesetzen.

Nur dass die Verlinkungen meist fehlendes Verständnis offenbaren und nicht wirklich deinen Standpunkt untermauern.

Offline Orakel

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Nur mal so am Rande:

"(1) Weigert sich jemand trotz wiederholter Aufforderung beharrlich, zumutbare Arbeit zu leisten, und ist es deshalb notwendig, ihm oder einem Unterhaltsberechtigten laufende Hilfe zum Lebensunterhalt zu gewähren, so kann seine Unterbringung zur Arbeitsleistung in einer von der zuständigen Landesbehörde als geeignet anerkannten abgeschlossenen Anstalt nach den Bestimmungen des Gesetzes über das gerichtliche Verfahren bei Freiheitsentziehungen vom 29. Juni 1956 (Bundesgesetzbl. I S. 599), geändert durch das Gesetz zur Änderung und Ergänzung kostenrechtlicher Vorschriften vom 26. Juli 1957 (Bundesgesetzbl. I S. 861, 937), angeordnet werden. Er ist vor der Einleitung des gerichtlichen Verfahrens auf die Möglichkeit der gerichtlichen Anordnung hinzuweisen. Das Grundrecht der Freiheit der Person nach Artikel 2 Abs. 2 Satz 2 des Grundgesetzes wird insoweit eingeschränkt.

(2) Die Unterbringung in der Anstalt ist nicht zulässig bei Personen unter achtzehn Jahren oder wenn die Anstaltsunterbringung eine außergewöhnliche Härte bedeuten würde.

(3) Während des Aufenthalts in der Anstalt ist auf die Bereitschaft des Unterggebrachten hinzuwirken, den Lebensunterhalt fü sich und seine Unterhaltsberechtigten durch Arbeit zu beschaffen. In geeigneten Fällen soll die Ausbildung zu einem angemessenen Beruf oder zu einer sonstigen angemessenen Tätigkeit erstrebt werden.

(4) Di Vollstreckung einer Freiheitsstrafe oder einer mit Freiheitsentziehung verbundenen Maßregel der Sicherung und Besserung geht der Unterbringung in einer Anstalt nach Absatz 1 vor."

Das galt bis zu Beginn der 70er Jahre (Quelle hatte ich genannt), ist also sooooo lange nun auch nicht her ... Hier soll aber niemand behaupten, der Vorrang der Vermittlung bzw. der Nachrang von Sozialleistungen sei gaaaaaanz neu, wegen der Wirtschaftsdiktatur und dem Unternehmen BA und so ... und verfassungswidrig sei das Ganze sowieso ...
Rechtlicher Hinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.
Ein Blick ins Buch und zwei ins Leben // wird die rechte Form dem Geiste geben. (Johann Wolfgang von Goethe)
Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

Offline Turbo

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Zitat von: Lady Miou am 07. Dezember 2017, 23:19:10
Das nutzt Usern hier im Therad wenig.
Nein, das nützt Leuten wenig, die es dank Google nicht (mehr) so mit dem logischem Denken haben.
ALG/Arbeitslosenhilfe und die Höhe dessen richtete sich nach dem letzten Einkommen und der Verfügbarkeit. Ist beim ALG1 auch heute noch so. Stehst du nur für 10 Std. Arbeit zur Verfügung, bekommst du auch nur für diese Stundenzeit ALG1.
Jetzt musst du noch scharf nachdenken, seit wann es diese Regelung überhaupt erst gibt, dass man sich 3 Jahre lang auf die Kinderbetreuung berufen kann. Zu Zeiten des Arbeitslosengeldes und der Arbeitslosenhilfe jedenfalls noch nicht. Hatte man keine Betreuung, stand man auch nicht zur Verfügung. So einfach war das.

Offline Fouxie

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Hey, was ich echt nicht verstehe ist, dass irgendein mittelprächtig intelligenter Mensch es nötig hat, auf das  Geschwurbel zu antworten.
Es gibt nun mal Menschen, die nicht fähig sind, intellektuelle Transferleistungen zu leisten. Und damit können sie auch nicht auf Argumente reagieren, denn dies würde ja genau diese Fähigkeit voraussetzen. Dafür reagieren sie mit Stereotypen und Rückfragen ...
Und somit ist auch keine Diskussion möglich, außer man versteht unter Diskussion, sich irgendwelche fragwürdige (hinsichtlich der Quellen) verlinkte Zitate um die Ohren zu hauen...

Also, warum läßt man den Sch... nicht einfach ins Leere laufen ...

Offline Lady Miou

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Zitat von: Orakel am 07. Dezember 2017, 23:31:10
Das galt bis zu Beginn der 70er Jahre (Quelle hatte ich genannt), ist also sooooo lange nun auch nicht her

Selbst bei der Freiheitsentziehung war das Existenzminimum gesichert im Gegensatz zu heute bei Totalsanktionierung, sogar mit med. Versorgung!
Tja, damals wurde man eingesperrt und heute ausgesperrt, bei ersterem war das Leben noch gesichert!

Zitat von: Fouxie am 07. Dezember 2017, 23:35:41
fragwürdige (hinsichtlich der Quellen)
Welche?

Offline Fouxie

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Re: Leistungen gekürzt: Mann sticht auf Sachbearbeiter in Hattinger Jobce
« Antwort #283 am: 07. Dezember 2017, 23:51:53 »
 Schätzelchen, der war gut ....

Offline bebe82

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1. Ihm wurden aufgrund mangelnder Verfügbarkeit die Leistungen eingestellt, das entspricht nicht einer Sanktion. Diese gilt für einen bestimmten Zeitraum.
Einstellung der Leistung heißt dagegen, diese werden wieder aufgemacht,wenn der eLB sich blicken lässt...

2. Selbst eine 100%-Sanktion geschieht nicht von heut auf morgen

3. NICHTS rechtfertigt den Angriff mit einem Messerauf irgendjemanden, v.a. ist ein solcher in den seltensten Fällen spontan

4. Jemand, der allen Ernstes die Verfolgungen im 3. Reich mit der Lage eines alg2-Empfängers und JC-Mitarbeiter mit KZ-Aufsehern/SS-Mitgliedern vergleicht, disqualifiziert sich selbst für eine intelligente Diskussion bzw. Diskussionen jeglicher Art