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Autor Thema: Ablehnung von Bewerbungskosten  (Gelesen 5127 mal)

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Offline sno0opy

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Ablehnung von Bewerbungskosten
« am: 17. Dezember 2017, 22:07:30 »
Hallo,

das Jobcenter hat mir mit Bescheid vom 12.12.17 die Erstattung von Bewerbungskosten (50 Euro) abgelehnt. Hier zunächst einmal der Text (Fehler und Hervorhebungen wurden 1:1 übernommen):

Zitat
Ablehnung von Bewerbungskosten
Ihr Antrag vom 16.10.2017

Sehr geehrter Herr XXX,

Ihren Antrag auf Bewilligung von Bewerbungskosten entsprechend der "Liste der Bewerbungsaktivitäten"
 vom 16.10.2017 lehne ich hiermit ab.

B e g r ü n d u n g :

Die Entscheidung der Ablehnung beruht auf § 16 Abs. 1 und 3 Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II)
 i.V.m. § 44 Abs 1 Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Grundlage für die Entscheidung sind die Bewerbungen, deren Kostenübernahme Sie mit der eingereichten "Liste der Bewerbungsaktivitäten" vom 16.10.2017 beantragt haben.

Ich kann nur bei Erfolg versprechenden Bewerbungen Kosten erstatten. Das heißt, Ihre Unterlagen müssen den in der gültigen Eingliederungsvereinbarung (EGV) geregelten Anforderungen entsprechen und nachgewiesen werden.

Alle Bewerbungen entsprechen nicht den in der EGV festgelegten Anforderungen:
- Alle beigefügte Bewerbungsanschreiben beinhalten den gleichen Text. Lediglich die Anschrift wurde von Ihnen angepasst.

Folgende Bewerbungen sind nicht ausreichend individuell formuliert:
- Ich konnte bei allen Anschreiben keinen Bezug auf die Anforderungen der Stellenausschreibungen erkennen.
- Ich konnte in keinem Anschreiben erkennen, daß Sie sich individuell über dem jeweiligen Arbeitgeber erkundigt haben um deren Einstellungsabsichten zu analysieren.
- In allen Anschreiben wiederholen Sie unnötigerweise die Angaben aus Ihrem Lebenslauf.
- Ich kann nicht erkennen wie Sie den Arbeitgeber davon überzeugen wollen Sie und nicht die anderen Bewerber in die engere Wahl zu nehmen.
Diese Form der Anschreiben ist nicht erfolgversprechend. Erfolgversprechend ist jedoch die Voraussetzung für die Erstattung von Bewerbungskosten.

I h r e   R e c h t e (Rechtsbehelfsbelehrung):
Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch erhoben werden. Der Widerspruch ist beim Standort AAA schriftlich oder zur Niederschrift einzulegen. Der Widerspruch kann auch beim Landkreis BBB schriftlich oder zur Niederschrift eingelegt werden.

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift]

Eine wundervolle Weihnachsüberraschung vom "Fallmanager" des "Arbeitgeberservice" meines Jobcenters, der mich schon seit über einem Jahr betreut und sich bei früheren Bewerbungskostenanträgen niemals so angestellt hatte. Dass alle Anschreiben denselben Text enthalten stimmt nicht ganz. Ich habe mich auf zwei recht unterschiedliche Kategorien von Stellen (Klimaschutz und Seniorenbetreuung) beworben und dafür natürlich auch ganz verschiedene Texte verwendet. Innerhalb der gleichen Stellenkategorie habe ich allerdings wirklich identische Texte verwendet und halte das aufgrund der Ähnlichkeit der Anforderungen auch für ausreichend. Alles andere sind meines Erachtens Ermessensangelegenheiten, die der Sachbearbeiter mit mir hätte besprechen können, ohne gleich die Kostenerstattung für nachgewiesene Bewerbungen zu streichen. Ein Vertauensbruch.

In der sechs Seiten langen EGV steht zu diesem konkreten Thema nur der Satz "Das Bewerbungsschreiben muss individuell und stellenbezogen sein". Das ist sehr kurz und ungenau, aber wenn der Herr stur sein will, kann er sich darauf natürlich stützen. Andererseits ist in der EGV aber auch ein Pauschalbetrag von 5 Euro pro Briefbewerbung vereinbart. "Der Pauschalbetrag umfasst die Kosten für die Erstellung und Versendung von Bewerbungsunterlagen (Druck, Bewerbungsmappe, Schreibpapier, Briefumschlag, Porto, Fotokopien, Lichtbild)." Diese Kosten sind mir ja tatsächlich entstanden, und auf denen lässt er mich nun sitzen - eine Art Sanktionierung durch die Hintertür.

Nun hätte ich natürlich nicht wenig Lust, mich für diese Nettigkeit mit einem Widerspruch zu bedanken. Allerdings könnte er dann auf die Idee kommen, die beanstandeten Mängel als Pflichtverletzung einzustufen und mit einer 30%-Sanktionierung zu ahnden, was für mich dann noch wesentlich unangenehmer wäre. Käme er damit durch? Müsste er dies innerhalb einer gewissen Frist tun? Immerhin habe ich den Antrag schon Mitte Oktober gestellt und könnte mir mit dem Widerspruch noch bis Mite Januar Zeit lassen - das wären dann schon drei Monate.

Zum Schluss noch eine kleine Formalität aus der EGV: Diese ist gültig bis zum 16.01.2018 und verpflichtet mich ein weiteres mal Bewerbungen nachzuweisen - bis spätestens zum 19.01.2018. Ist das überhaupt zulässig, dass eine EGV Regelungen für einen Zeitpunkt außerhalb ihres Gültigkeitszeitraums trifft? Am 19.01.2018 ist die EGV ja gar nicht mehr gültig. Bin ich dann überhaupt noch daran gebunden?

Online coolio

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Re: Ablehnung von Bewerbungskosten
« Antwort #1 am: 17. Dezember 2017, 22:15:29 »
1) Jahresende sind die Budgets leer - daher die Ablehnung
Laut EGV hast Du Anspruch - dieses subjektive Gewäsch des SB hat keinerlei Rechtskraft - nicht ausreichend konkretisiert.
Durch die Verpflichtung zur Bewerbung sind die Kosten zu erstatten und zwar im objektiv erfolgten Umfang.
==> Widerspruch! Alles Willkür (und vermutlich vom Teamleiter vorgegeben).
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Offline sno0opy

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Re: Ablehnung von Bewerbungskosten
« Antwort #2 am: 17. Dezember 2017, 22:40:57 »
Danke für die Einschätzung. Mir juckt es eigentlich auch schon in den Fingern. Ich habe nur etwas Sorge, dass der SB auf die Idee kommen könnte, das ganze in eine Sanktionierung umzuwandeln. Dann müsste ich ER beantragen und klagen. Das wäre im Grunde aber auch nicht so schlimm, wenn die Erfolgsaussichten gut genug wären.

Online coolio

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Re: Ablehnung von Bewerbungskosten
« Antwort #3 am: 17. Dezember 2017, 22:53:23 »
Dann hättest Du sicher spätestens mit gleicher Post eine Anhörung bekommen - keine Sorge.
Die SB soll froh sein, wenn sie selbst ungeschoren davon kommt (grobe fachliche Mängel).
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Offline oldhoefi

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Re: Ablehnung von Bewerbungskosten
« Antwort #4 am: 18. Dezember 2017, 01:43:31 »
@sno0opy

Zitat
"Das Bewerbungsschreiben muss individuell und stellenbezogen sein".
Ich hätte darauf eine Antwort parat.

:mocking: Individualiät ist an den unterschiedlichen Firmen-Anschriften zu erkennen. Stellenbezogen kann aus dem Betreff der Bewerbung entnommen werden.

Jetzt ernsthaft.

In der EinV nicht konkret beschreiben, was unter „individuell“ und „stellenbezogen“ genau verstanden wird, aber sich dann in der Bewerbungskosten-Ablehnung detailliert dazu erklären.

Wenn der Arbeitsvermittler gewisse Vorstellungen von Bewerbungen hat (die nicht überzogen sein dürfen), hätte er dies bereits in der EinV explizit niederlegen müssen.

Der o. g. nichts aussagende Satz kann alles Mögliche bedeuten, der Phantasie und der persönlichen Auslegung des Arbeitsvermittlers sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Ich würde mich tatsächlich auf diesen läppischen Satz in der EinV stützen, dass dieser weit auslegbar ist und auch nicht nachträglich (per Bewerbungskosten-Ablehnung) genau definiert werden kann.

Maßgeblich ist, was in der EinV niedergeschrieben steht und nicht in der Bewerbungskosten-Ablehnung.

Zitat
Diese Form der Anschreiben ist nicht erfolgversprechend. Erfolgversprechend ist jedoch die Voraussetzung für die Erstattung von Bewerbungskosten.
Oder drehe den Spieß um und hinterfrage die Rechtsgrundlage für diese Aussage (mir ist keine bekannt).

Dieser Satz dürfte mit ziemlicher Sicherheit auch nicht in der EinV enthalten sein.

Ebenso liegt es nicht in der Entscheidungsgewalt des Arbeitsvermittlers, ob eine Bewerbung erfolgversprechend ist (außer bei bewusster Negativ-Bewerbung). Die Vorauswahl der Bewerber trifft immer noch der pot. Arbeitgeber.

Für mich sind das auch an den Haaren herbeigezogene Ablehnungs-Gründe.
„Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.“ (Heinrich Heine)

Offline Peter Viersen

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Re: Ablehnung von Bewerbungskosten
« Antwort #5 am: 18. Dezember 2017, 07:39:16 »
Zitat von: sno0opy am 17. Dezember 2017, 22:07:30
Alle beigefügte Bewerbungsanschreiben beinhalten den gleichen Text. Lediglich die Anschrift wurde von Ihnen angepasst.

Eine Bewerbung ist kein Serienbrief !!!

Nur mal eben schnell 10 Bewerbungen(?) "rausklotzen" um noch ´nen bisschen "Kohle" abgreifen ist wohl zu Recht deutlich daneben gegangen.

Offline erfolgreicherQuerulant

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Re: Ablehnung von Bewerbungskosten
« Antwort #6 am: 18. Dezember 2017, 08:01:15 »
Zitat von: Peter Viersen am 18. Dezember 2017, 07:39:16
Eine Bewerbung ist kein Serienbrief !!!
:no: :no: :no:
Lies DU ersteinmal genau! das voin dir zitierte ist die Aussage des AV.

TE hat geschrieben:
Zitat von: sno0opy am 17. Dezember 2017, 22:07:30
Ich habe mich auf zwei recht unterschiedliche Kategorien von Stellen (Klimaschutz und Seniorenbetreuung) beworben und dafür natürlich auch ganz verschiedene Texte verwendet. Innerhalb der gleichen Stellenkategorie habe ich allerdings wirklich identische Texte verwendet und halte das aufgrund der Ähnlichkeit der Anforderungen auch für ausreichend.

Wenn das Anforderungsprofil gleich oder sehr ähnlich ist, sehe ich auch kaum Möglichkeiten bzw Notwendigkeiten unterschiedlicher Formulierungen, besonders, wenn es sich um ZAF handelt, bekommt man viel zu wenige Informationen um wirklich ein individuelles Anschreiben zu verfassen.

Offline Pumukel

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Re: Ablehnung von Bewerbungskosten
« Antwort #7 am: 18. Dezember 2017, 09:24:20 »
Zitat von: Peter Viersen am 18. Dezember 2017, 08:47:54
Mein lieber Pumuckel,

Soweit sind WIR noch nicht !!!

Zitat von: Peter Viersen am 18. Dezember 2017, 08:47:54
aber ich unterstelle hier niemanden etwas

Zitat von: Peter Viersen am 18. Dezember 2017, 07:39:16
um noch ´nen bisschen "Kohle" abgreifen

Achsoooo ..... JA ne is Klar !!!!


Zitat von: Peter Viersen am 18. Dezember 2017, 08:47:54
deren Individualität nur in der jeweiligen Adressanschrift zu finden ist

Du hast den Beitrag des TE wohl immer noch nicht verstanden oder ????? Hättest Du richtig gelesen, dann wüsstest Du , dass der TE sich auf zwei unterschiedliche Richtungen beworben hat....Und für jede Richtung ein individuelles Anschreiben erstellt hat.


Dieses Anschreiben mehrfach zu verwenden halte ich für legitim !

Außerdem
Zitat von: oldhoefi am 18. Dezember 2017, 01:43:31
Ebenso liegt es nicht in der Entscheidungsgewalt des Arbeitsvermittlers, ob eine Bewerbung erfolgversprechend ist

LG

Pumukel

Offline potamopyrgus

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Re: Ablehnung von Bewerbungskosten
« Antwort #8 am: 18. Dezember 2017, 09:33:37 »

Zitat von: sno0opy arm 17. Dezember 2017, 22:07:30
Ich habe mich auf zwei recht unterschiedliche Kategorien von Stellen (Klimaschutz und Seniorenbetreuung) beworben und dafür natürlich auch ganz verschiedene Texte verwendet. Innerhalb der gleichen Stellenkategorie habe ich allerdings wirklich identische Texte verwendet und halte das aufgrund der Ähnlichkeit der Anforderungen auch für ausreichend.

Jetzt mal abgesehen davon,  dass ich auch denke, dass man dir im Nachhinein keine genauere Definition unterschieben und dir damit die Kosten verweigern kann...

...sinnvoll sind identische Texte sicher nicht, wenn man Interesse an einer Stelle hat. 1, 2 Sätze zur Firma und warum man dort arbeiten möchte gehören definitiv rein. 08/15 Bewerbungen die auf jeden Arbeitgeber aus der Kategorie passen können, haben keine guten Chancen.
Und besonders in Bereichen wie Betreuung, wo Referenzen wichtig sind, hört sich ein Arbeitgeber auch schonmal um. Da kommt schnell raus, dass die identische Bewerbung auch anderswo auf dem Tisch liegt.

Rein praktisch hat der SB daher schon Recht, aber für diese Kostenerstattung sollte das irrelevant sein. Das muss in der nächsten EGV expliziter vereinbart werden.

Offline NevAda

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Re: Ablehnung von Bewerbungskosten
« Antwort #9 am: 18. Dezember 2017, 09:38:12 »
Ich habe ja bisher nie ein Bewerbungstraining gehabt. Aber: Lernt man da nicht so was? Dass ICH SUCHE ARBEIT nicht so richtig zielführend ist?

Offline sno0opy

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Re: Ablehnung von Bewerbungskosten
« Antwort #10 am: 18. Dezember 2017, 12:52:38 »
@oldhoefi - Deine Argumentationen finde ich ausgesprochen brilliant - die werde ich in den Widerspruch einflechten :)

@Peter Viersen @NevAda - Motivative Mutmaßungen scheinen mir nicht auszureichen, um plötzlich einfach mal so die Erstattung entstandener Bewerbungskosten zu streichen. Dafür besteht keine Rechtsgrundlage. Meine Moivationslage hat übrigens eine lange Vorgeschichte. Seit nunmehr zwei Jahren befinde ich mich in einem hartnäckigen Rechtsstreit mit dem JC, welches mich zur Veräußerung meines Wohneigentums nötigen will. Regelmäßig werden mir Leistungen verweigert. Ich hatte schon vier einstweilige Rechtsschutzverfahren - jedesmal mit Erfolg, habe schon hungernd und frierend auf einem Berg Mahnungen gesessen und deshalb sogar eine Ankündigung der Beugehaft vom Amtsgericht erhalten. Zum Sozialgericht hat mein Anwalt schon sechs Klageschriften und PKH-Anträge geschickt - die nächsten Widersprüche habe ich gerade in Arbeit. Letztes Jahr wurde ich vom normalen, individuellen Fallmanagement zum neu eingerichteten "Arbeitgeberservice" verschoben, was ich für unpassend halte. Ich bin promovierter Biologe. Mein jetziger Fallmanager hat sich jedoch auf Massenabfertigung seiner "Kunden" in Bereichen spezialisiert, die seiner Ansicht nach gefragt sind. Ich habe mich auf Betreuung eingelassen, bevor etwas schlimmeres kommt. Während des Kurses musste sowohl ich als auch der Bildungsträger ihn wiederholt daran erinnern, mir Fahrtkosten zu erstatten. Erst als ich ihm schriftlich eine Frist gesetzt habe, nach der ich die Maßnahme aus finanziellen Gründen hätte abbrechen müssen, bequemte er sich, mir Fahrtkosten zu überweisen. Er hat einen besonders schnellen und billigen Kurs ausgewählt, zu dem er massenhaft Leute geschickt hat, um später zu merken, dass ein besserer, aufwändigerer Kurs bei den Arbeitgebern beliebter ist. Die Bewerbungen werden nun massenhaft abgeschmettert, nicht nur meine, sondern auch die der anderen Kursteilnehmer. Weil ihm wohl nichts besseres einfiel, verwarf er sein Prinzip, nicht zu viele Pflichtbewerbungen zu verschicken, und schraubte eben diese Anzahl hoch. Um dies zu ermöglichen, führte er auch eine Pauschale für Initiativbewerbungen in die EGV ein - also Blindbewerbungen. So viel zum Thema "erfolgversprechend" und "Bewerbungen rausklotzen". Einfach mal zur Erörterung, wie so ein "fauler Sozialschmarotzer" sein Leben verbringt.

Offline Momo123

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Re: Ablehnung von Bewerbungskosten
« Antwort #11 am: 18. Dezember 2017, 13:49:18 »
Zitat von: sno0opy am 17. Dezember 2017, 22:07:30
Andererseits ist in der EGV aber auch ein Pauschalbetrag von 5 Euro pro Briefbewerbung vereinbart.

5€ ? so wenig? Da hast ja nicht mal die Fahrkosten+Porto wieder drin.

- Stelle suchen -> ?€
- Bewerbung digital schreiben -> ?€
- Hin-/Rückfahrt (Bsp. Berlin) zu einer Bude wo man in Farbe drucken kann -> 4,50€
- Druck der Bewerbung in der Bude -> ?€
- hochwertige Bewerbungsmappe kaufen wenn die Bewerbung ernst gemeint sein soll -> 10€
- Bewerbung akkurat zusammenstellen (Das geht nur in der eigenen Wohnung wo man die Ruhe dafür hat um nix zu vergessen) -> kostet Zeit
- Hin-/Rückfahrt zur Post -> 4,50€
- Porto -> 1,45€

Das macht zusammen: 20,45€ pro Postbewerbung! Das sind bei 5 Bewerbungen/Monat über 100€ die man jeden Monat ausgibt und vorstrecken muss bzw. den Großteil davon nicht mal erstattet bekommt.

Wer meint man kann sich doch ein Sozialticket kaufen: Erst bei der 3. Bewerbung im Monat die man auf diese Art schreibt, lohnt es sich (hier auch wieder Bsp. Berlin). Dass man sich dieses Ticket nicht bei der 1. Bewerbung kauft, liegt wohl daran dass man vorher nicht wissen kann wieviele Bewerbungen dieser Art man schreibt. Also muss man diese Einzelfahrscheinoption wählen, selbst wenn diese im Endeffekt teurer sein kann.

In den 20,45€ sind nicht mal die Kosten für die Suche nach der Stelle, den Datenträger für den Transport zur Druckbude, Druckkosten usw. drin.
Rechnet euren SB-Fritzen das mal vor mal schauen wie schnell die mit der Bewerbungsanzahl runtergehen. Auch dass die Bewerbungen für VVs im Cap der maximalen jährlichen Erstattungspauschale nicht berücksichtigt sind, ist für einen Erwerbslosen der eine gewisse Anzahl von Bewerbungen schreiben soll eine einseitige Benachteiligung.

Offline NichtMitMir

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Re: Ablehnung von Bewerbungskosten
« Antwort #12 am: 18. Dezember 2017, 14:02:53 »
Interessante Rechnung
Hat das schon mal jemand im Gericht durchbekommen?

Offline SantanaAbraxas

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Re: Ablehnung von Bewerbungskosten
« Antwort #13 am: 18. Dezember 2017, 14:04:38 »
Bei monatlich 3 Bewerbungen à 9€ Fahrtkosten würde sich das Berliner Sozialticket für 27,50€ lohnen.    :smile:

Edit: Wurde ja inzwischen ausgerechnet...

Offline Ottokar

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Re: Ablehnung von Bewerbungskosten
« Antwort #14 am: 18. Dezember 2017, 14:47:52 »
Zitat von: sno0opy am 17. Dezember 2017, 22:07:30
Ich konnte in keinem Anschreiben erkennen, daß Sie sich individuell über dem jeweiligen Arbeitgeber erkundigt haben um deren Einstellungsabsichten zu analysieren.
Die Einstellungsabsicht dürfte regelmäßig sein, dass der AG will, dass die anfallende Arbeit zu seiner Zufriedenheit erledigt wird.
Und seit wann kann man anhand einer Bewerbung erkennen, ob und wie intensiv sich der Bewerber über den AG informiert hat?
Das kann der AG höchstens durch gezielte Fragen im Vorstellungsgespräch herausfinden.
Die anderen "Feststellungen" des SB sind ähnlich (un)schlüssig.

Das was der SB da schreibt ist ein Grund für die Zuweisung eines Bewerbertrainings. Tatsächlich ist hier der SB in der Pflicht, den seiner Auffassung nach inhaltlich ungenügenden Bewerbungen abzuhelfen.
Für die Erstattung der Bewerbungskosten ist es jedoch vollkommen ohne Belang, da diese eben nicht davon abhängig ist, ob das Anschreiben dem SB "erfolgversprechend" erscheint oder nicht.

Zitat von: Peter Viersen am 18. Dezember 2017, 07:39:16
Eine Bewerbung ist kein Serienbrief !!!
Warum nicht?
Wenn die Anforderungen vergleichbar sind, kann man durchaus inhaltlich identische Texte verwenden.
Es gibt keinen Grund, für jede Bewerbung eine neue Formulierung zu erfinden. Das macht diese nicht erfolgversprechender.
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