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Autor Thema: Sozialamt: wie weit wird Geld vom Hausverkauf angerechnet? Geht alles ans Heim?  (Gelesen 5414 mal)

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Offline ADHSCoach

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Hallo,

kann mir jemand sagen, wie ist die Regelung Erben und wie viel rechnet das Amt an, wie viel kann man behalten?
Meine Eltern beschäftigen sich das Haus zu verkaufen und ins Heim gehen. Die Rente reicht nicht mal um die monatlichen Heimkosten zu zahlen. Mir sagen sie: trotz allem würden wir Geschwister 1/6 bekommen, so wäre es geregelt damals.
Doch nun die nächste Frage: wenn die Rente nicht für das Heim ausreicht und immer vom Hausverkauf monatlich (bis zu 700 /800€) zusätzlich weg geht, kann es sein, das es Heim Regelungen gibt und das Erbe somit für das Heim komplett weg geht?
Welche Gesetze gibt es da?  :weisnich:
« Letzte Änderung: 14. Januar 2018, 20:06:08 von ADHSCoach »

Online NevAda

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  • Das macht nichts.
Zu erben gibt es doch erst etwas, wenn sie sterben (beide wahrscheinlich). Wenn sie das Geld aus dem Hausverkauf aufgebraucht haben bis zu ihrem Tod, ist 1/6 von nichts halt nichts.
Oder rechnest Du damit, jetzt etwas von dem Geld aus dem Hausverkauf zu kriegen? Das hat dann ja aber nichts mit ERBEN zu tun. Im Ratgeberbereich steht was zum Thema Erben. Da schon geschaut?

Offline ADHSCoach

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ach so, ok mir wurde gesagt wenn das Haus verkauft wird, würde ich 1/6 bekommen. Das wäre dann kein Erbe.
Aber läuft das so? Wird das nicht erst alles einbehalten vom "Heim?"

Offline zuaenn007

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Wenn deine Eltern das Haus vor Antritt ins Heim verkaufen, können sie selbstverständlich noch 1/6 des Erlöses an euch auszahlen.

Wenn aber schon Heimkosten beantragt sind wird es schwierig.

Denn dann geht das Haus in verwertbares Vermögen über und die gesamte Summe ist für die Heimkosten zu zahlen. Dabei gehen zwei Konstellationen:

1. Deine Eltern leben so lange, bis alles verbraucht ist
oder
2. Deine Eltern sterben vorher, dann geht der Rest wieder zurück an die Erbengemeinschaft

Offline ADHSCoach

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Wo können sie denn "Heimkosten" beantragen?
Mein Dad arbeitete 47J

Offline zuaenn007

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Mit Heimkosten meine ich die Kosten die anfallen, wenn sie sich im Heim aufhalten.

Sagen wir mal ( nur fiktiv gerechnet) der Heimplatz kostet im Monat 1500,00 Euro.

1500,00 - Rente - Staatliche Zuzahlung bei Pflegestufe = 450,00 Euro die fehlen würden. Das müssten sie selber aus ihrem verwertbaren Vermögen dazuzahlen.

Hätten sie kein Vermögen, müssten evtl. die Kinder das zahle ( wenn sie es können) oder wenn nicht, das Sozialamt.

Offline ADHSCoach

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Das Heim / betreutes Wohnen kostet 2000€ im Monat.
Wir Kinder haben kein Einkommen.
Es würden ca 700-800€ fehlen- daher meine Frage: wird dann evtl. das ganze Geld vom Hausverkauf gerechnet und wir können unseren Anteil vergessen?

knifflig da eine Lösung zu finden, wenn es verkauft wird muss der Heimplatz frei sein.
Wie könnten sie vorgehen: denn sie warten auf den Heimplatz. Also: es wird wohl parallel alles dann geschehen- wenn die Heimleitung vom Hausverkauf erfährt, dann geht alles weg? :schock:

Offline Orakel

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Klartext: Was die Eltern mit ihrem Vermögen machen, ist allein ihre Angelegenheit. Dabei müssen sie keine Rücksicht auf spätere Erben nehmen.

Wenn sich die Eltern entschließen, ihren Lebensabend in einem Heim zu verbringen, so haben sie dafür Enkommen und Vermögen vorrangig einzusetzen, auch wieder ohne Rücksicht auf spätere Erbansprüche der Kinder. Verteilt werden kann nach Eintritt des Erbfalles nur, was zu diesem Zeitpunkt noch vorhanden ist.

Ich verstehe das "Problem" nicht.

Auskunft erteilen das Sozialamt oder die Pflegekasse ...
Rechtlicher Hinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.
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Offline Maunzi

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Mal angenommen deine Eltern verkaufen und geben euch das Geld, dann fehlt es ihnen um das Heim zu bezahlen. Soweit denke ich nachvollziehbar.

So jetzt müssen sie aber das Geld fürs Heim aufbringen, also müssen sie Sozialleistungen beantragen und hier kommt der Punkt der dich nicht freuen dürfte: Das Sozialamt wird an euch Kinder rantreten und die Schenkung (denn etwas anderes ist es nicht, da Erben erst geht wenn sie beide verstorben sind) rückgängig machen und wenn das dann immernoch nicht reicht wird auch euer Einkommen offen gelegt werden müssen um zu schauen von wem da wieviel noch zu holen ist als sogenannter Elternunterhalt.

Etwas Lesestoff für dich: http://www.elternunterhalt.org/verfahren_elternunterhalt.php mit Berechnungsmöglichkeit usw. denn auch wenn ihr zu wenig verdienen solltet, müsst ihr das nachweisen. Also schadet nicht sich mal einzulesen.
http://www.fachanwalt-familienrecht-essen.de/303/elternunterhalt-pflegekosten-und-schenkung-oder-geschenkt-ist-geschenkt-wiederholen-ist-gestohlen/ und hier passend zum Thema Schenkung zurückfordern.

Offline zuaenn007

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Das stimmt nicht ganz, Kinder können auch zu Lebzeiten erben ( freiwillig von den Eltern), allerdings gibt es kein gesetzlichen Anspruch darauf...


Eine Erbschaft findet selbstverständlich immer erst nach dem Tod des Erblassers statt, sodass ein Erbe zu Lebzeiten einen Widerspruch in sich darstellt. Nichtsdestotrotz sieht das deutsche Gesetz durchaus diese Möglichkeit vor, indem es ein vorzeitiges Erbe durchaus im Erbrechtberücksichtigt und juristisch verankert. 

Die Kinder des Erblassers oder andere direkte Abkömmlinge können demnach ihre erbrechtlichen Ansprüche schon zu Lebzeiten des Erblassers geltend machen. Im Zuge dessen gilt es jedoch zu beachten, dass hierzu kein gesetzliches Anrecht besteht. Der Gesetzgeber sieht diese Möglichkeit zwar vor, räumt den Abkömmlingen aber kein juristisches Recht hierauf ein. Folglich erfolgt ein Erbe zu Lebzeiten immer nur auf freiwilliger Basis und kann in keinster Weise verlangt oder eingefordert werden.



Offline Birgit63

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Das Sozialamt kann aber das Erbe von den Kindern zurückverlangen, wenn es aufgefordert wird, die Heimkosten zu bezahlen und zwar bis zu 10 Jahre nach Erbauszahlung. Das bedeutet, dass die Kinder ihr Erbe an das Sozialamt abtreten müssen, wenn der Erlös vom Hausverkauf aufgebraucht ist und ein Antrag auf Übernahme der Heimkosten durch das Sozialamt gestellt wird.

Offline ADHSCoach

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zum "Klartext-Schreiber" meine Eltern haben es geregelt, das wir den Pflichtanteil direkt nach dem Hausverkauf erhalten!

Das Heim -"betreutes wohnen" ist wesentlich günstiger, sie hatten was verwechselt.
Sie kommen selbst dafür auf! Keine Ämter brauchen sie- da sie es selbst zahlen!

Meine Frage ist nun anders:

Wenn wir unser Erbteil nun vorzeitig ausgezahlt bekommen, in wie weit wird es vom Grundsicherungsamt / JC verrechnet und was darf man überhaupt behalten?
Ich und Geschwister sind leider vom JC / Grundsicherung abhängig.

Bzw. wo gibt es § zum Informieren?
Danke im Voraus.


Online NevAda

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Du darfst alles behalten - und für Deinen Lebensunterhalt aufwenden. Den Beitrag zu ERBEN im Ratgeberbereich hast Du sicher schon gelesen?

Offline ADHSCoach

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Hallo,
nein wo finde ich den Artikel?

Soweit ich weiss werden dann doch erstmal ein Jahr oder so von den JC / Grundsicherungsamt gar nichts weiter gezahlt?
d. h. bei ca. 10.000 / 20000 würde die Hälfte weggehen? :sad:

Offline Orakel

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Erbe (auch im Wege der vorweggenommenen Erbfolge) ist sowohl im Rechtskreis des SGB II, als auch des SGB XII grundsätzlich Einkommen

http://hartz.info/index.php?topic=8.0

zum "Klartext-Schreiber" meine Eltern haben es geregelt, das wir den Pflichtanteil direkt nach dem Hausverkauf erhalten!

Gern noch einmal Klartext: Deine Eltern können den offensichtlich bestehenden notariellen Erbvertrag jederzeit ändern und ein Testament errichten, dass nach deinen bisherigen Beiträgen nicht in deinem Interesse liegen dürfte. Ich verzichte auf Erläuterungen zu einem sog. Berliner Testament, da mir wesentliche Informationen zu euren Familienverhältnissen fehlen.
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