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Autor Thema: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag  (Gelesen 4988 mal)

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Offline NevAda

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #15 am: 23. Februar 2018, 12:26:16 »
Hast Du eine Alternative? Kannst Du (glaubwürdig) "drohen" (dass Du sonst ...).

Du würdest ja gerne, kannst es Dir aber nicht leisten, bräuchtest sonst einen Nebenjob.

Ob sie denn wollen würden, dass Du dann auch weniger/langsamer/schlechter arbeitest als bisher.

Viel Erfolg!!

Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #16 am: 23. Februar 2018, 13:02:23 »
Zitat von: NevAda am 23. Februar 2018, 12:26:16
Hast Du eine Alternative? Kannst Du (glaubwürdig) "drohen" (dass Du sonst ...).
Ich könnte auf die Einhaltung meines bestehenden Vertrags pochen.

Ich bin mir nicht sicher, ob mein Arbeitgeber für den Monat zwischen Projektende und aktuellem Vertragsende Urlaub anordnen kann. Eigentlich darf das Betriebsrisiko ja nicht auf den Arbeitnehmer abgewälzt werden, indem man ihn zwingt, Urlaub zu nehmen. Wenn er keinen Urlaub anordnen könnte, könnte ich anbieten, dass ich in der Zeit Urlaub nehme.

Bisher habe ich mir überlegt, vorzuschlagen, dass ich den überwiegenden Teil meines aktuellen Resturlaubs nehme und im Gegenzug für die restliche Zeit bis zu Beginn des neuen Projekts bezahlt freigestellt werde. Gleichzeitig möchte ich aber auch einen höheren Stundenlohn aushandeln. Das Angebot entspricht nicht einmal ansatzweise meiner Qualifikation und auch wenn man berücksichtigt, dass ein Bachelor anstelle des Master ausreichen würde, grenzt es an Frechheit.

Offline Jigme

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #17 am: 24. Februar 2018, 12:03:27 »
Meine ersten Fragen wären:
Wo will er dich einsetzen und für wie lange? Also wieder nur befristet?
Ist wieder ein Umzug notwenig und wer bezahlt den?

Bei solch unsicheren Arbeitsplätzen, auch noch an wechselnden Arbeitsorten, mit anscheinend ewiger Kettenbefristung, muss schon was rausspringen.
1. Umzugskosten müssen generell übernommen werden. Und zwar mit Einpacken der Sachen durch die Umzugsfirma, also Rundumpaket.
Das ist in renommierten Firemn auch üblich.
2. Der AG muss die Unterkunft grundsätzlich besorgen. Und bei vorübergehender Unterbringung (falls Hauptwohnung ehalten wird)  auch bezahlen.
3. Die Flexibilität, immer mal wieder seine Sachen packen zu müssen, oder lange Zeit vom sozialen Umfeld getrennt zu sein, hat ihren Preis.

Zu der Sache mit Zwangsurlaub bin ich mir nicht absolut sicher. Angeordneter Urlaub geht m.W. nur, wenn es festgesetzte Betriebsferien gibt, die dann für die gesamte Belegschaft gelten.
Hier wäre das - wie du richtig erkannt hast - eher ein Fall von 615 BGB. Daher würde ich auch nicht freiwillig meinen Urlaub dafür opfern.

Da in deinem AV als Arbeitsort die Behörde steht, kann er dich m.E nicht einfach in die Filiale beordern. Denn das hat ja nichts mit Außendienst zu tun, sondern du wärst dann am Hauptfirmensitz eingesetzt.
Das dürfte nicht der Fall sein, wenn das Pendeln nicht zumutbar ist (Das hast du noch nicht beantwortet, wie lange  du fahren müsstest).
Schon allein wegen des Arbeitszeitgesetzes!
Der AG hat darüber hinaus eine Fürsorgepflicht!

Der will doch ganz klar sein Risiko und sein Pech, dass der Auftraggeber das Projekt verkürzt auf dir abladen.
Dann sol ler gefälligst entsprechende Projektverträge machen, wo der Kunde entweder an die Zeit gebunden ist, oder den Preis so klakulieren, dass seine Kosten und AG-Pflichten auch bei Verkürzung des Projekts erfüllt werden.

Erst recht, wenn der Laden anscheinend gandenlos drauf ist und die "Friss-oder-Stirb" Methode anwendet. Das klingt nicht nach einem seriösen AG und jeder muss selbst wissen, ob er für so jemanden länger arbeiten will. Du willst das anscheinend.
Dann musst du dich halt seinen Vorstellungen fügen und nachgeben und deinen Urlaub nach seinen Bedürfnissen richten.
Dann ist er sicher gesprächsbereit, wenn er merkt, du tust einiges, um wieder bei ihm arbeiten zu dürfen.

Klingt eher nach Abzocker, der das H4 System verstanden hat und die AN schamlos ausnutzt und abzockt. Nach dem Motto es stehen andere vor der Tür und du bekommst eine Sperre, wenn du den Job nicht (zu seinen!) Bedingungen annimmst.  Dann noch der Verdacht der unerlaubten Arbeitnehmerüberlassung mittels Kettenverträgen unter dem Deckmantel einer Projektarbeit..... :teuflisch:

Ich kann deine Kompetenzen und Wert für den AG nicht einschätzen. Bist du leicht ersetzbar, hast du eine schlechtere Verhandlungsposition.
Weißt du, dass das nächste Projekt schon ansteht und es evtl. schwierig wird schnell einen anderen AN dafür zu finden, weil sonst der Auftrag in Gefahr ist, ist deine Position besser.

Verhandlungen sind immer ein Pokerspiel. Da kann man als Außenstehender nicht viel sagen. Kommt auch darauf an, ob du eher selbstbewusst auftrittst, oder eher defenisiv. Auch wie hart der Chef drauf ist.
Jenfalls wünsche ich dir viel Glück.


Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #18 am: 25. Februar 2018, 13:48:22 »
Zitat von: Jigme am 24. Februar 2018, 12:03:27
Meine ersten Fragen wären:
Wo will er dich einsetzen und für wie lange? Also wieder nur befristet?
Ist wieder ein Umzug notwenig und wer bezahlt den?
Der neue Arbeitsort wäre der Firmensitz für 6 Monate mit Option auf Verlängerung. Umzug ist in dem Sinne nicht notwendig, da ich im Moment an meinem Hauptwohnsitz arbeite und die Wohnung nicht aufgebe. Dafür würde ich mir im Idealfall ein WG-Zimmer zur Zwischenmiete nehmen und es gäbe dann erstmal eine doppelte Haushaltsführung.

Zitat von: Jigme am 24. Februar 2018, 12:03:27
Zu der Sache mit Zwangsurlaub bin ich mir nicht absolut sicher. Angeordneter Urlaub geht m.W. nur, wenn es festgesetzte Betriebsferien gibt, die dann für die gesamte Belegschaft gelten.
So habe ich es auch gelesen. Meine Überlegung war nur, ob der Arbeitgeber zum Ende eines Arbeitsvertrags verlangen kann, dass der Urlaub genommen wird, damit er nicht ausgezahlt werden muss.

Zitat von: Jigme am 24. Februar 2018, 12:03:27
Hier wäre das - wie du richtig erkannt hast - eher ein Fall von 615 BGB. Daher würde ich auch nicht freiwillig meinen Urlaub dafür opfern.
Würde die Arbeit normal weiterlaufen, hätte ich in der Zeit eh ein paar Tage Urlaub genommen (Ostern). Deswegen würde es mir nicht weh tun, das in den Verhandlungen anzubieten. Mein Resturlaub reicht aber zum Glück nicht aus, den gesamten Zeitraum abzudecken. Deswegen sehe ich es so, dass er mich sowieso bezahlt freistellen muss. Er wird dann sicherlich sagen, dass er mir sofort Arbeit am Firmensitz anbieten kann, aber dann müsste ich verlangen, dass er mir eine Unterkunft organisiert. Das wird er auch nicht wollen.

Zitat von: Jigme am 24. Februar 2018, 12:03:27
Das dürfte nicht der Fall sein, wenn das Pendeln nicht zumutbar ist (Das hast du noch nicht beantwortet, wie lange  du fahren müsstest).
Doch hab ich ;)
Es sind etwa 400km zwischen meinem jetzigen Arbeits- und Wohnort und dem Firmensitz.

Zitat von: Jigme am 24. Februar 2018, 12:03:27
Erst recht, wenn der Laden anscheinend gandenlos drauf ist und die "Friss-oder-Stirb" Methode anwendet. Das klingt nicht nach einem seriösen AG und jeder muss selbst wissen, ob er für so jemanden länger arbeiten will. Du willst das anscheinend.
Man muss ja immer schauen, was die Alternative ist. Bei mir ist das Arbeitslosigkeit ohne ALG-II-Anspruch dank VuE-Unterstellung. Ich habe zwar noch einen Rest-ALG-I-Anspruch für ein paar Monate, darüber spar ich mir aber im Prinzip nur die Krankenversicherung. Mir fehlen noch 3 Monate für einen neuen ALG-I-Anspruch. Ich habe zwar mehrere Bewerbungen laufen, aber noch kein anderes Angebot.

Zitat von: Jigme am 24. Februar 2018, 12:03:27
Ich kann deine Kompetenzen und Wert für den AG nicht einschätzen. Bist du leicht ersetzbar, hast du eine schlechtere Verhandlungsposition.
Weißt du, dass das nächste Projekt schon ansteht und es evtl. schwierig wird schnell einen anderen AN dafür zu finden, weil sonst der Auftrag in Gefahr ist, ist deine Position besser.
Ich bin sicherlich nicht unersetzbar. Habe aber Erfahrung in dem Bereich und bisher nur positives Feedback von den bisherigen Projektleitern bekommen. Der Leiter vom nächsten Projekt hat mich angerufen und gesagt, dass ich mit meinen Vorkenntnissen perfekt reinpassen würde. Bewerben musste ich mich nicht.

Offline The Witch

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #19 am: 25. Februar 2018, 16:21:08 »
Nach allem, was du berichtest (man braucht und will dich, nur drei fehlende Monate bis zum vollen ALG-I-Anspruch, Option auf weitere Verlängerung), wärst du mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn du den Vertrag einfach auslaufen ließest.

Wenn du auf eine Freistellung spekulierst: Die muss nicht notwendigerweise bezahlt sein. Der Arbeitgeber kann dich auch ohne Bezahlung freistellen, wenn du deine Arbeitskraft nicht zur Verfügung stellst. Und dann kann ggf. auch noch eine (ordentliche oder außerordentliche) Kündigung infrage kommen - je nachdem, was dein Arbeitsvertrag dazu meint.

Zitat von: Floeti am 25. Februar 2018, 13:48:22
Meine Überlegung war nur, ob der Arbeitgeber zum Ende eines Arbeitsvertrags verlangen kann, dass der Urlaub genommen wird, damit er nicht ausgezahlt werden muss.

Ja, kann er - umso mehr in diesem Fall, als keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen, dass du Urlaub nimmst. (Ganz genau ist es sogar so, dass Urlaub nicht ausgezahlt werden darf, wenn er genommen werden kann.)

Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #20 am: 25. Februar 2018, 20:43:41 »
Zitat von: The Witch am 25. Februar 2018, 16:21:08
Wenn du auf eine Freistellung spekulierst: Die muss nicht notwendigerweise bezahlt sein. Der Arbeitgeber kann dich auch ohne Bezahlung freistellen, wenn du deine Arbeitskraft nicht zur Verfügung stellst. Und dann kann ggf. auch noch eine (ordentliche oder außerordentliche) Kündigung infrage kommen - je nachdem, was dein Arbeitsvertrag dazu meint.
Ich habe einen Arbeitsvertrag, den mein Arbeitgeber nicht einhalten kann. Das darf ja nicht zu meinen Lasten gehen. Ich stelle meine Arbeitskraft am vertraglich vereinbarten Arbeitsort gerne zur Verfügung. Ab Beginn des anderen Projekts dann auch gerne am neuen Arbeitsort.

Zitat von: The Witch am 25. Februar 2018, 16:21:08
Ja, kann er - umso mehr in diesem Fall, als keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen, dass du Urlaub nimmst. (Ganz genau ist es sogar so, dass Urlaub nicht ausgezahlt werden darf, wenn er genommen werden kann.)
Wenn das so ist, werde ich erstmal abwarten, ob er was dazu sagt. Bisher kam diese Forderung nicht.

Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #21 am: 02. März 2018, 13:27:22 »
Hab mal eine Frage zur Arbeitsbescheinigung beim ALG 1. Da steht unter Punkt 5.3:
Es handelt sich um eine unwiderrufliche Freistellung durch den Arbeitgeber mit tatsächlicher Weiterzahlung des Arbeitsentgelts

Welche Auswirkung hat das auf den ALG-1-Anspruch? Wird der AG nach dem Grund dafür gefragt? Wird er auch gefragt, warum keine Weiterbeschäftigung möglich ist?

Ich habe jetzt eventuell die Wahl zwischen einem Änderungsvertrag mit mäßig bis schlechten Konditionen und dem jetzigen Vertrag mit bezahlter Freistellung bis Vertragsende (abzgl. Urlaub) und der Möglichkeit, dass man dann leider nie wieder einen Vertrag mit mir abschließen kann. Deswegen möchte ich mich zur Sicherheit darüber informieren, was auf mich zukommen könnte, wenn ich mich für Tor 2 entscheide.

Offline Jigme

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #22 am: 02. März 2018, 13:51:22 »
Was gefragt wird, (Arbeitsbescheinigung) hast du ja schon gesehen.
Hier Version SGB III https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok/ct/dam/download/documents/Arbeitsbescheinigung_ba013140.pdf
Und Version SGB II https://www3.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mdiw/~edisp/l6019022dstbai414047.pdf?_ba.sid=L6019022DSTBAI414050
Die scheinen gleich zu sein?


Hab mal eine Frage zur Arbeitsbescheinigung beim ALG 1. Da steht unter Punkt 5.3:
Es handelt sich um eine unwiderrufliche Freistellung durch den Arbeitgeber mit tatsächlicher Weiterzahlung des Arbeitsentgelts

Da müsste er m.E. eintragen, dass die Freistellung unter Anrechnung des Urlaubsentgeltes wegen Ablauf der Befristung erfolgt.

Wesentlich ist m. E., was er hier einträgt:
Zitat
4.2 Das Arbeitsverhältnis war befristet:
Weiterbeschäftigung wurde durch den Arbeitgeber bei Abschluss des Vertrages in Aussicht gestellt:
Da kann er dir eine reinwürgen. Manxche AG tun das auch mittels Zusatzanmerkung "AN verweigerte Weiterbeschäftigung" o. Ä.
Nach der Schilderung deines AG, ist ihm das durchaus zuzutrauen. Solche Typen dulden es nicht, wenn man nicht nach Ihrer Pfeife tanzt und es wagt, sie abzuweisen.
Als Reoturkutsche bleibt dir nur - wie ich bereits aus gutem Grund empfohlen habe - die unerlaubte Arbeitnehmerüberlassung prüfen zu lassen!!
Ich habe da oft einen guten Riecher für unseriöse AG. Ich war selbst mal einer und hatte mich mit unseriöser Konkurrenz rumzuschlagen ;)

Zitat
Welche Auswirkung hat das auf den ALG-1-Anspruch?
Eine Sperre.
Warst du derjenige der sagte, es fehlen ihm noch Zeiten für Alg 1 Anspruch? Habe nicht nachgelesen.

Zitat
und dem jetzigen Vertrag mit bezahlter Freistellung bis Vertragsende (abzgl. Urlaub)

Die steht dir ja ohnehin zu! Bei Weiterbeschäftigung ohne Anrechnung des Urlaubs, bei Ausscheiden mit Anrechnung.

Zitat
Ich habe jetzt eventuell die Wahl zwischen einem Änderungsvertrag mit mäßig bis schlechten Konditionen .....und der Möglichkeit, dass man dann leider nie wieder einen Vertrag mit mir abschließen kann. Deswegen möchte ich mich zur Sicherheit darüber informieren, was auf mich zukommen könnte, wenn ich mich für Tor 2 entscheide.

Da fallen mir nur Worte ein, die ich einer freiwilligen Selbstzensur unterwerfen muss  :teuflisch:

Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #23 am: 02. März 2018, 14:22:46 »
Wesentlich ist m. E., was er hier einträgt:
Zitat
4.2 Das Arbeitsverhältnis war befristet:
Weiterbeschäftigung wurde durch den Arbeitgeber bei Abschluss des Vertrages in Aussicht gestellt:
Den Punkt hab ich gekonnt überlesen. Beim ALG I gilt auch erstmal, dass jede objektiv zumutbare Arbeit angenommen werden muss? Wäre ich da mit der Begründung "Arbeitsort ist 400 km entfernt" aus der Nummer raus?

Zitat von: Jigme am 02. März 2018, 13:51:22
Warst du derjenige der sagte, es fehlen ihm noch Zeiten für Alg 1 Anspruch? Habe nicht nachgelesen.
Ich habe noch einen Restanspruch von vorher, allerdings nur in geringer Höhe. Die Krankenversicherung wäre abgedeckt und ein Teil der Miete. Für einen neuen höheren Anspruch brauche ich noch 3 Monate.

Zitat von: Jigme am 02. März 2018, 13:51:22
Die steht dir ja ohnehin zu! Bei Weiterbeschäftigung ohne Anrechnung des Urlaubs, bei Ausscheiden mit Anrechnung.
Sehe ich auch so. AG aber offensichtlich nicht.

Offline Jigme

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #24 am: 02. März 2018, 14:30:48 »
Wesentlich ist m. E., was er hier einträgt:
Zitat
4.2 Das Arbeitsverhältnis war befristet:
Weiterbeschäftigung wurde durch den Arbeitgeber bei Abschluss des Vertrages in Aussicht gestellt:
Den Punkt hab ich gekonnt überlesen. Beim ALG I gilt auch erstmal, dass jede objektiv zumutbare Arbeit angenommen werden muss? Wäre ich da mit der Begründung "Arbeitsort ist 400 km entfernt" aus der Nummer raus?
Stimmt, habe ich nicht dran gedacht. Pendeln ist unzumutbar. Daher durchaus ein Grund, einen Anschlussvertrag abzulehnen. Allerdings kommt es darauf an, ob und wo der AG etwas anbietet, das die Weiterbeschäftigung zumutbar macht.

Wie hat sich das der AG denn vorgestellt für den Anschlussvertrag?
Hat er da eine Unterkunft in der Nähe deines jetzigen Wohnortes, zahlt er die auch, oder ist wenigstens das Gehalt angemessen, dass man sich 2 Unterkünfte leisten kann? Welche Pflichten da der AG hat, kann ich dir leider nicht sagen, dazu reicht mein Wissen im Arbeitsrecht nicht aus.
Da lohnt evt. eine Beratung beim Anwalt.

Zitat
Ich habe noch einen Restanspruch von vorher, allerdings nur in geringer Höhe. Die Krankenversicherung wäre abgedeckt und ein Teil der Miete. Für einen neuen höheren Anspruch brauche ich noch 3 Monate.
Ah, ok, dann bräuchtest du aufstockendes Alg 2.

Zitat
Zitat von: Jigme am 02. März 2018, 13:51:22
Die steht dir ja ohnehin zu! Bei Weiterbeschäftigung ohne Anrechnung des Urlaubs, bei Ausscheiden mit Anrechnung.
Sehe ich auch so. AG aber offensichtlich nicht.
Das ist nicht dein Problem! Dann musst du das einklagen, wenn er den Lohn nicht zahlt.
Auch wenn er dir am Haupsitz eine Arbeit anbietet, wäre das nur zumutbar, wenn er dir dort eine Unterkunft zahlt, oder zumindest anbietet. Pendeln ist ja nicht zumutbar.

Schei** Situation, wenn dir der Job Spaß macht. Aber so ein AG ist nicht gerade ein Traum-Chef. Der scheint recht abgezockt zu sein.

Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #25 am: 02. März 2018, 14:52:48 »
Zitat von: Jigme am 02. März 2018, 14:30:48
Wie hat sich das der AG denn vorgestellt für den Anschlussvertrag?Hat er da eine Unterkunft in der Nähe deines jetzigen Wohnortes, zahlt er die auch, oder ist wenigstens das Gehalt angemessen, dass man sich 2 Unterkünfte leisten kann?
Es wird keine Unterkunft gestellt und von dem Gehalt kann ich zwar zwei Wohnungen zahlen, aber dann ist eben die Hälfte des Geldes weg. Für das neue Projekt wird ein geringerer Stundenlohn angesetzt, was Einbußen von über 15% bedeuten würde. Ob nicht doch etwas mehr drin ist, ist noch nicht klar. Ich geh aber erst einmal nicht davon aus. Bedeutet also weniger Lohn bei doppelten Kosten. Wenig attraktives Angebot.

Zitat von: Jigme am 02. März 2018, 14:30:48
Ah, ok, dann bräuchtest du aufstockendes Alg 2.
Was ich wegen VuE-Unterstellung höchstwahrscheinlich nicht bekommen würde. Ich müsste also von meinem Ersparten leben.

Zitat von: Jigme am 02. März 2018, 14:30:48
Schei** Situation, wenn dir der Job Spaß macht. Aber so ein AG ist nicht gerade ein Traum-Chef. Der scheint recht abgezockt zu sein.
Die Arbeit ist gut, die Kollegen super. Deswegen ist das schon echt schade. Vor allem bin ich aber in der Zwickmühle, weil mir diese blöden drei Monate fehlen. Sonst würde ich gar nicht überlegen.

Offline Jigme

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #26 am: 02. März 2018, 15:12:40 »
Es wird keine Unterkunft gestellt und von dem Gehalt kann ich zwar zwei Wohnungen zahlen, aber dann ist eben die Hälfte des Geldes weg. Für das neue Projekt wird ein geringerer Stundenlohn angesetzt, was Einbußen von über 15% bedeuten würde. Ob nicht doch etwas mehr drin ist, ist noch nicht klar. Ich geh aber erst einmal nicht davon aus. Bedeutet also weniger Lohn bei doppelten Kosten. Wenig attraktives Angebot.
Scheint dem AG egal zu sein. Wer seine AN schätzt und halten will, kommt ihnen auch entgegen. Muss doch jedem einleuchten, dass sich ein Job auch lohnen muss und man keine 2 Wohnungen davon zahlen kann.
Da besteht also Verhandlungsbedarf, falls überhaupt noch gewünscht und aussichtsreich.

Zitat
Was ich wegen VuE-Unterstellung höchstwahrscheinlich nicht bekommen würde. Ich müsste also von meinem Ersparten leben.
Und die existiert wirklich, bzw. falls nicht wäre sie nicht widerlegbar?

Zitat
Vor allem bin ich aber in der Zwickmühle, weil mir diese blöden drei Monate fehlen. Sonst würde ich gar nicht überlegen.
Tu mir leid für dich.
Und wenn du das 3 Monate machst, zwischenzeitlich den AG mal überprüfen lässt und ihn dann mit dem Ergebnis konfrontierst?

Was mir noch einfällt
Zitat
zwischen einem Änderungsvertrag
Wieso Änderungsvertrag? für diese knapp 2 Monate? Und danach?
Ein befristeter Vertrag endet doch automatisch ohne Kündigung. Also es wurde kein weiterer (befristeter) Vertrag angeboten? Eine unbefristete Verlängerung? Kapier nicht ganz, was mit nderungsvertrag gemeint ist.
Aber anyway, wenn er nicht nachbessert gilt Friss oder Stirb. Das ist ja sein Geschäftsmodell auf dem Rücken seiner AN.
Es geht offenbar auf. Das ärgert mich! Solchen AG gehört das Handwerk gelegt.

Ein Briefchen an die Sozialversicherer und den Zoll (?) wegen AN-Überlassung ......

Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #27 am: 02. März 2018, 15:48:25 »
Zitat von: Jigme am 02. März 2018, 15:12:40
Und die existiert wirklich, bzw. falls nicht wäre sie nicht widerlegbar?
Die existiert meiner Meinung nach nicht, wurde jedoch vom SG festgestellt, als mein Freund noch ALG II bekommen hat. Ob sie trotzdem widerlegbar wäre, würde wohl vom Richter abhängen. Ist die Frage, ob ich mir den Spaß gönnen will.

Zitat von: Jigme am 02. März 2018, 15:12:40
Wieso Änderungsvertrag? für diese knapp 2 Monate? Und danach?Ein befristeter Vertrag endet doch automatisch ohne Kündigung. Also es wurde kein weiterer (befristeter) Vertrag angeboten? Eine unbefristete Verlängerung? Kapier nicht ganz, was mit nderungsvertrag gemeint ist.
Änderungsvertrag, weil sich das neue Projekt und mein aktueller Vertrag zeitlich überschneiden. Wenn das nicht wäre, könnte man wohl einfach einen neuen Vertrag für das neue Projekt abschließen.

Zitat von: Jigme am 02. März 2018, 15:12:40
Ein Briefchen an die Sozialversicherer und den Zoll (?) wegen AN-Überlassung ......
Ach, in sowas will ich keine Energie stecken. Ich muss mir eben schnellstmöglich was anderes suchen. War auch letztens erst bei einem Bewerbungsgespräch, vielleicht kommt da ja noch rechtzeitig eine positive Antwort. Ein paar andere Bewerbungen laufen auch noch.

Offline Jigme

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #28 am: 02. März 2018, 15:58:08 »
Viel Glück.

Bleibt zu hoffen, dass mal jemand gegen so einen Friss oder Stirb AG vorgeht und er seine Quittung bekommt.
Das hilft ja auch anderen, wenn unseriöse AG, die den Markt kaputt machen, mal eine auf den Deckel bekommen.

Aber klar, nicht jeder will sich das antun.

Wenn ein Gericht mal die VuE festgestellt hat, wird es wohl schwierig. Das steht ja in den Akten und das wird ein JC sicher heranziehen.

Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #29 am: 02. März 2018, 20:22:20 »
Eventuell hat sich das Ganze jetzt erledigt. AG hat sein Angebot nochmal "nachgebessert" und es damit endgültig unannehmbar gemacht. Wenn sich nicht noch herausstellen sollte, dass es sich um ein Missverständnis handelt, ist das die größte Frechheit, die mir seit langem untergekommen ist. Nimmt mir wenigstens die Entscheidung ab.