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Autor Thema: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag  (Gelesen 4990 mal)

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Offline The Witch

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #45 am: 03. März 2018, 17:58:30 »
Sorry, aber diese Spekulation über unerlaubte Arbeitnehmerüberlassung ist Schwachsinn. Es ist im Dienstleistungsbereich absolut üblich, projektbezogene Arbeitsverträge abzuschließen. Und es ist auch absolut üblich, dass die entsprechenden Arbeitnehmer beim Auftraggeber arbeiten.

Offline Jigme

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #46 am: 03. März 2018, 18:40:16 »
Sorry, aber diese Spekulation über unerlaubte Arbeitnehmerüberlassung ist Schwachsinn. Es ist im Dienstleistungsbereich absolut üblich, projektbezogene Arbeitsverträge abzuschließen. Und es ist auch absolut üblich, dass die entsprechenden Arbeitnehmer beim Auftraggeber arbeiten.
Ich habe stets betont, dass zu wenig Infos vorhanden sind.

Es riecht danach, dass das Unternehmen vor allem Projektarbeiten durchführt. Sowohl im eigenen Firmensitz als auch bei anderen.
Maßgelblich ist hier, ob der MA beim Auftraggeber in die Betriebsorganisation eingegliedert ist und die Weisungen vom Auftragnehmer bekommt.
Dann ist das keine Projektarbeit, sondern Arbeitnehmerüberlassung.

Aber wenn du auf Grund der Infos definitiv sagen kannst, dass das nicht der Fall ist, ich kann das nicht.
Einiges spricht dagegen.
Zitat von: Floeti
Ich arbeite für ein Unternehmen, das mich allerdings für ein Projekt an eine Behörde ausgeliehen hat. Ich verstehe mich deswegen im Moment als Leiharbeitnehmer, auch wenn das so nicht explizit im Arbeitsvertrag genannt ist. Der Vertrag wurde befristet für die Projektlaufzeit abgeschlossen. Ich habe zwar vorher auch schon für denselben Arbeitgeber gearbeitet, allerdings für ein anderes Projekt und mit einem anderen Vertrag.

Was macht dich denn so sicher, ohne nähere Infos?
Nur weil es das oft gibt? Das bedeutet noch lange nicht, dass es rechtlich sauber ausgestaltet ist. Da können viele Fehler passieren.

Bei der Befristung sind Besonderheiten zu beachten. Da kann es durchaus sein, dass gar keine zulässige Befristung vorlag.
Gerade bei Kettenbefristungen in Kombination mit Sachgrund Projekt, gibt es viele Feinheiten.
Selbst wenn die AÜ nicht zutrifft, sollte die Rechtsmäßgkeit der Befristung geprüft werden.
Dann kann dennoch sein, dass die Befristung ungültig ist und ein unbefristeter Vertrag zu Stande kam.

Geplant war eine weitere Befristung für ein Pojekt.
Der AG hat also permanent Projekte in Fremdfirmen, weit weg vom Hauptsitz.

https://www.anwalt.de/rechtstipps/arbeitsrecht-projekttaetigkeit-des-arbeitnehmers-reicht-als-sachgrund-fuer-befristung-nicht-zwingend-aus_047870.html
Zitat
DAs ArbG war daher der Auffassung, dass in einem solchen Fall, wo zwar jedes einzelne Projekt nur eine begrenzte Dauer hat, aber ständig neue Projekte durchgeführt werden, ein ständiger Bedarf an Arbeitnehmern besteht. Deren Arbeitsverhältnisse könnten daher nicht einfach projektbezogen befristetet werden.

https://www.anwalt.de/rechtstipps/die-befristung-von-arbeitsvertraegen-nach-dem-teilzeit-und-befristungsgesetz-tzbfg_077109.html
Zitat
Daher geht es nicht, projektbezogene Befristungen beliebig oft zu verlängern. Verfänglich ist es, wenn der Arbeitnehmer im Rahmen projektbezogener Befristungen mit zusätzlichen Aufgaben betraut wird, die nicht vom Befristungsgrund gedeckt sind oder die über die Projekttätigkeit hinausgehen. In gleicher Weise problematisch ist es, wenn ein projektbezogenes befristetes Arbeitsverhältnis verlängert wird, indem die Aufgabenbereiche/Projekte ganz oder teilweise ausgewechselt werden. In solchen Fällen werden die Arbeitsgerichte dem Arbeitgeber unterstellen, dass die Befristung nur ein Vorwand war, um ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu umgehen. Auch in diesem Fall wäre die Befristung unwirksam und das Arbeitsverhältnis würde unbefristet bestehen.     

Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #47 am: 04. März 2018, 13:05:57 »
Zitat von: Jigme am 03. März 2018, 18:40:16
Maßgelblich ist hier, ob der MA beim Auftraggeber in die Betriebsorganisation eingegliedert ist und die Weisungen vom Auftragnehmer bekommt.
Dann ist das keine Projektarbeit, sondern Arbeitnehmerüberlassung.
Ich schrieb ja schon zu Anfang, dass ich von einer Arbeitnehmerüberlassung ausgehe. Ich unterliege den Weisungen des Auftraggebers, bin in den Betrieb eingegliedert, bekomme dort mein Arbeitsmaterial usw. gestellt, muss kein bestimmtes Werk verrichten, sondern einfach bei einer normalen Aufgabe des Auftraggebers mitarbeiten, die auch weiterläuft, wenn ich nicht mehr da bin.

Die Infos von der IHK klingen für mich auch so, als ob eine verdeckte Arbeitnehmerüberlassung vorliegen könnte, z.B. weil diese nicht konkret in meinem Arbeitsvertrag festgehalten wurde. Ich verstehe es aber so, dass die rechtlichen Folgen (Bußgeld, unbefristeter Vertrag mit dem Leiharbeitnehmer) vor allem den Entleiher treffen würden.

Offline Jigme

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #48 am: 05. März 2018, 10:20:53 »
Wie gesagt, könnte es sein, dass der Entleiher dich einstellen muss.
Es könnte auch so sein, dass du bei deinem AG einen unbefristeten Vertrag hast.
Ob und was hier zutrifft kann ich nicht beurteilen.

Was ich aber glaube beurteilen zu können, dass dir eine Prüfung der Sachlage nicht zum Nachteil gereicht.

Selbst die Behörde meinte doch glaube ich, sie könnten dichweiterhin brauchen, können es aber aus formalen Gründen (Keine Planstelle, Sachkosten) nicht. Wären Sie gesetzlich zur Übernhame verpflichtet, hättest du deinen Job, sie ihren Mitarbeiter und würden evtl. eine Lösung finden?
Je nach dem was für eine Behörd es ist, wäre schlechte Presse sicher auch nicht gut und dann schauen die bestimmt, dass die eine Lösung finden ;) Wie leicht man im öD Mitarbeiter wieder los wird, weiß ich nicht. Jedenfalls schwieriger als in Kleinbetrieben ohne Kündigungsschutz.

Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #49 am: 06. März 2018, 10:34:25 »
Zitat von: Jigme am 05. März 2018, 10:20:53
Was ich aber glaube beurteilen zu können, dass dir eine Prüfung der Sachlage nicht zum Nachteil gereicht.
Ich verstehe, wie du zu dieser Einschätzung kommst, bin aber nicht überzeugt  :zwinker:
Vielleicht scheue ich auch nur die Auseinandersetzung. Ich denke aber, dass das auf jeden Fall mit einem längeren Kampf verbunden wäre und ich, falls ich unterliege, auf der "Schwarzen Liste" stehe. Stress und Risiko ist mir da einfach zu hoch.

Andere Sache:
Ich werde mich einen Tag nach Vertragsende persönlich arbeitslos melden. Theoretisch habe ich dann ja, selbst wenn ich den Antrag erst später abgebe, ab diesem Tag Anspruch auf ALG I. Kann ich auch erst ab einem späteren Zeitpunkt ALG I beanspruchen?
Meine Überlegung ist, den einen Monat beitragsfreie Krankenversicherung zu nutzen, bevor ich ALG I beantrage und dann darüber versichert bin. Da der ALG-Anspruch sowieso nicht viiiel mehr als die Krankenversicherung sichert, wäre ich so wenigstens einen Monat länger krankenversichert. Ginge das?

Offline BigMama

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #50 am: 06. März 2018, 10:36:58 »
Arbeitsuchend gemeldet bist du schon?

Ja, du kannst den Antrag zu einem späteren Zeitpunkt stellen. Alg II beziehst du ja aktuell nicht, oder? Denn dann müsstest du Alg I direkt im Anschluss an die Beschäftigung beantragen.
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Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #51 am: 06. März 2018, 10:45:40 »
Arbeitsuchend bin ich schon seit einer Weile gemeldet wegen der Befristung. ALG II bekomme ich momentan nicht und werde ich wahrscheinlich wegen der VuE-Geschichte gar nicht erst beantragen.

Muss ich mich denn sofort persönlich arbeitslos melden oder kann ich auch z.B. 4 Wochen warten und mich dann melden und gleichzeitig den Antrag stellen?

Offline BigMama

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #52 am: 06. März 2018, 11:01:30 »
Meine Empfehlung:
Sprich am ersten Tag der Arbeitslosigkeit mit gültigem Personalausweis vor. Dann lässt du dich dort über alle Auswirkungen einer späteren Antragstellung beraten. Dann bist du auf der sicheren Seite. Denn rechtssicher kann ich dir diese Frage nicht beantworten.
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Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #53 am: 06. März 2018, 11:33:15 »
Am besten ruf ich einfach mal die Hotline an.

Soweit ich weiß, bleibt ein einmal festgestellter Anspruch auf ALG 1 vier Jahre bestehen, was ja dafür spricht, dass man den Auszahlungszeitpunkt verschieben kann. Mein Anspruch wurde bei meiner kurzen Arbeitslosigkeit im letzten Jahr festgestellt und ich habe seitdem ja leider keinen neuen Anspruch erworben. Mir ist nur nicht ganz klar, ob eine spätere persönliche Arbeitslosmeldung eine Sperrzeit verursacht oder ob dadurch die Zahlung einfach nur später beginnt.
Ich hab hier jetzt nur einen etwas anderen Fall gefunden. Klingt aber so, dass man die Auszahlung durchaus verschieben kann.

Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #54 am: 06. März 2018, 19:46:53 »
So wie es aussieht, war die ganze Aufregung umsonst. Hab eine Zusage von einer anderen Stelle erhalten. 50% mehr Geld und ein viel interessanteres Aufgabengebiet. Wenn ich das nur vorher gewusst hätte  :clever:

Offline BigMama

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #55 am: 06. März 2018, 20:13:33 »
 :sehrgut:
Ich drück dir die Daumen, dass du dort dauerhaft bleiben kannst und es ein guter Job mit tollen Kollegen und Vorgesetzten ist.
Herzlichen Glückwunsch
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Offline NevAda

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #56 am: 06. März 2018, 20:52:42 »
Gratuliere!

Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #57 am: 06. März 2018, 21:57:54 »
Danke! Das ist jetzt auch echt eine riesige Erleichterung und unglaublich befriedigend. Als wollte mir das Universum sagen "Richtig so! Lass dir nichts gefallen!"   
Ist natürlich wieder Projektarbeit... ich hab mich aber auch einfach geweigert, was Vernünftiges zu lernen. Elende Wissenschaft :grins:

Offline Floeti

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Re: Versetzung trotz Arbeitsort im Arbeitsvertrag
« Antwort #58 am: 09. März 2018, 11:12:34 »
Eine Frage stellt sich mir jetzt noch. Was mache ich, wenn ich bis zu meinem letzter Arbeitstag keine Freistellungserklärung von meinem Arbeitgeber für die restliche Vertragslaufzeit bekommen habe?

Bisher habe ich nur eine Email, in der das Wort Freistellung nicht vorkommt, man aus dem Geschriebenen nur ableiten kann, dass freigestellt werden soll. Ich habe es aber so verstanden, dass explizit unwiderruflich freigestellt werden muss, damit Urlaubsansprüche gegen die Freistellung aufgerechnet werden können.

Muss ich meine Arbeitskraft am vereinbarten Arbeitsort nachweislich anbieten, damit mir im keine Arbeitsverweigerung vorgeworfen werden kann?