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Autor Thema: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung  (Gelesen 3084 mal)

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Offline Weinberg

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Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« am: 21. Februar 2018, 08:46:04 »
Moin allerseits,

ich bin schwerbehindert 70% +G, durchgängig krankgeschrieben. Mein SB (Arbeitsamt für Behinderte) schreibt mich dennoch regelmässig an und lädt mich zu einem Termin ein. EU Rente wurde abgelehnt, Widerspruch eingelegt/läuft noch. SB reagiert nicht auf Krankschreibungen, meinte er müsse so handeln, da die RV mich für arbeitsfähig hält.
Meine Sorge ist, dass mir Meldefehler unterlaufen könnten und daher meine Frage: Reicht das Einreichen einer Krankschreibung aus, um Termine nicht wahrnehmen zu müssen, oder muß ich zusätzlich auch jedesmal beim AA anrufen und den Termin absagen?

Offline mousekiller

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Re: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« Antwort #1 am: 21. Februar 2018, 10:54:54 »
Krankschreibung einreichen langt, es sei denn der SB verlangt zusätzlich eine sogenannte "Wegeunfähigkeitsbescheinigung". Die ist jedoch beim Hausarzt zu erhalten und kostet 5,38 €. Sofern deine SB die Übernahme dieser Kosten nicht zusichert, beantragst du die Übernahme der Kosten vorab.

Hinweis: Stelle bei deinem Jobcenter einen "Antrag auf Feststellung der Erwerbsfähigkeit". Da du ja mit 70 % +G möglicherweise erheblich eingeschränkt bist, sollte das auch per amtsärztlichen Gutachten einmal festgestellt werden, wenn deine SB dauernd rumzickt.
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Offline BigMama

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Re: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« Antwort #2 am: 21. Februar 2018, 11:33:32 »
Zitat von: mousekiller am 21. Februar 2018, 10:54:54
Hinweis: Stelle bei deinem Jobcenter einen "Antrag auf Feststellung der Erwerbsfähigkeit". Da du ja mit 70 % +G möglicherweise erheblich eingeschränkt bist, sollte das auch per amtsärztlichen Gutachten einmal festgestellt werden, wenn deine SB dauernd rumzickt.
Zitat von: Weinberg am 21. Februar 2018, 08:46:04
EU Rente wurde abgelehnt, Widerspruch eingelegt/läuft noch.
Somit hat sich der Hinweis wohl erledigt.
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Offline Weinberg

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Re: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« Antwort #3 am: 21. Februar 2018, 12:36:56 »
Ich wurde vom Amtsarzt des AA´s schon begutachtet, wie auch von verschiedenen anderen Ärzten- die sehen keine Möglichkeit mehr für mich zu arbeiten. Wie erwähnt habe ich 70% +G, dazu noch Pflegegrad 2, eine Pflegerin und eine Haushaltshilfe. Dennoch geht der SB nach dem Gutachten der RV, die meint ich könnte, ohne das ich mich bewegen darf, noch mind. 6 Stunden arbeiten. Wegeunfähigkeit werde ich mal bei meinem Arzt besorgen, auch wenn (noch) nicht vom SB verlangt. Vielleicht liegt es ja wirklich daran, dass Krank nicht gleichzusetzen ist, dass ich deswegen nicht zum Termin erscheinen kann?!

Offline mousekiller

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Re: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« Antwort #4 am: 21. Februar 2018, 12:51:06 »
Die SB versuchen das gerne.

Aber krank ist nun mal krank. Auf Arbeit schleppst du dich ja auch nicht mit Krankenschein. Da würde dir die KK die Hölle heiß machen ;)
Sofern der SB die Wegeunfähigkeitsbescheinigung noch nicht verlangt, mußt du diese auch nicht vorlegen. Diese beim Arzt holen ohne Aufforderung würde ich ebenso unterlassen, das könnte nach hinten losgehen.

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Offline NevAda

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Re: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« Antwort #5 am: 21. Februar 2018, 13:07:23 »
Abgesehen davon, dass das keine Kassenleistung ist, Du das dem Arzt also privat bezahlen musst (und das Geld kriegst Du vom JC nicht wieder).

Offline mousekiller

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Re: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« Antwort #6 am: 21. Februar 2018, 14:43:55 »
Abgesehen davon, dass das keine Kassenleistung ist, Du das dem Arzt also privat bezahlen musst (und das Geld kriegst Du vom JC nicht wieder).

Das ist richtig, bezahlen muss er das erst mal. Wenn das JC aber eine solche einfordert, muss es auch die Gebühren dafür tragen.

Abgesehen davon, § 20 SGB X fordert eine Amtsermittlungspflicht. Das JC kann dem Bezieher auch einen Termin beim MDK beschaffen, um die Krankheit feststellen zu lassen. Diesen Weg scheuen sie aber, da das mit noch mehr Kosten verbunden ist.
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Offline Weinberg

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Re: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« Antwort #7 am: 21. Februar 2018, 16:30:42 »
Ich danke euch, ihr habt mich ein wenig beruhigt.

@ mousekiller: Ist der MDK das Gleiche, wie der Amtsarzt vom AA? Da war ich ja schon und aufgrund des Bescheides vom Amtsarzt sollte ich ja die Rente einreichen. Amtsarzt meint, ich könne nicht mehr arbeiten .. und der Gutachter von der RV sagt das Gegenteil. Sogesehen sucht sich der SB nun aus (wird schon rechtens sein), dass er dem Amtsarzt nicht mehr glaubt, sondern nur den Ablehnungsbescheid der RV wertet, woraufhin der SB mir nun versuchen möchte, eine Arbeit zu vermitteln.

Naja, ich werde abwarten, wie der SB weiter verfährt und bis dahin immer die Krankschreibung aktuell einreichen. Danke euch nochmals.

Offline mousekiller

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Re: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« Antwort #8 am: 21. Februar 2018, 17:37:03 »
MDK ist "Medizinischer Dienst der Krankenkassen". Amtsarzt als solches gibt es nicht für das JC, höchstens einen amtsärztlichen Dienst. Die begutachten im Ort sämtliche Patienten, die auf Grund der Verfügung örtlicher Behörden dort aufschlagen müssen. Der Medizinische Dienst der Rentenversicherung ist nur für diese zuständig.

Frage am Rande: Das Gutachten der Rentenversicherung - basiert das auf persönlicher Begutachtung oder lediglich nach Aktenlage?

Ich hatte hier so einen Fall, da wurde der Rentenantrag ebenfalls abgelehnt. Auf Nachfrage des Mandanten wurde dann seitens seiner behandelnden Ärzte konstantiert, dass sie im Zuge der Begutachtung nicht angeschrieben worden sind. Das heißt, die Ablehnung basierte lediglich auf den vorhandenen Kenntnissen der Rentenversicherung und die waren schon ein paar Jahre alt.

An deiner Stelle würde ich mal bei den Ärzten, die du im Fragebogen vor der rentenrechtlichen Begutachtung angegeben hast anfragen, ob von denen ein aktueller Bericht angefordert wurde durch die RV.
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Offline Weinberg

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Re: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« Antwort #9 am: 21. Februar 2018, 18:06:14 »
@ mousekiller .. oha, die Frage werde ich nächste Woche mal meinem Arzt stellen. Der Gedanke ist mir noch garnicht gekommen. Klar habe ich meine Ärzte angegeben, aber nie nachgefragt, ob die auch angeschrieben wurden. Danke für die Info

Das JC schickte mich damals zu einem Gutachter, dann also wohl amtsärztlicher Dienst (obwohl das ein ganz normaler Arzt (Hausarzt) war, wo jeder hingehen kann) und von der RV wurde ich zu einem Gutachter der RV bestellt.

Offline The Witch

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Re: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« Antwort #10 am: 21. Februar 2018, 18:44:32 »
Zitat von: Weinberg am 21. Februar 2018, 16:30:42
Amtsarzt meint, ich könne nicht mehr arbeiten .. und der Gutachter von der RV sagt das Gegenteil. Sogesehen sucht sich der SB nun aus (wird schon rechtens sein), dass er dem Amtsarzt nicht mehr glaubt, sondern nur den Ablehnungsbescheid der RV wertet, woraufhin der SB mir nun versuchen möchte, eine Arbeit zu vermitteln.

Nein, das sucht er sich nicht aus. Er ist an das Gutachten der Rentenversicherung gebunden. Gutachten der RV stehen grundsätzlich über allen anderen. Er muss jetzt also zusehen, dich in Arbeit zu bringen.

Zitat von: mousekiller am 21. Februar 2018, 17:37:03
Ich hatte hier so einen Fall, da wurde der Rentenantrag ebenfalls abgelehnt. Auf Nachfrage des Mandanten wurde dann seitens seiner behandelnden Ärzte konstantiert, dass sie im Zuge der Begutachtung nicht angeschrieben worden sind. Das heißt, die Ablehnung basierte lediglich auf den vorhandenen Kenntnissen der Rentenversicherung und die waren schon ein paar Jahre alt.

Zitat von: Weinberg am 21. Februar 2018, 18:06:14
oha, die Frage werde ich nächste Woche mal meinem Arzt stellen. Der Gedanke ist mir noch garnicht gekommen. Klar habe ich meine Ärzte angegeben, aber nie nachgefragt, ob die auch angeschrieben wurden.

Das kommt zwar durchaus vor, viel häufiger liegt allerdings ein Versäumnis bzw. Schlamperei der behandelnden Ärzte vor. Die kriegen nämlich einen Fragebogen zugeschickt, auf dem sie einfach Kurzantworten geben und Kästchen ankreuzen können. Und wenn sich ein Arzt nicht die Mühe macht, ausführliche Begründungen zu schreiben bzw. mitzuschicken, hat man oftmals Pech gehabt.




Offline Kaffeesäufer

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Re: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« Antwort #11 am: 22. Februar 2018, 09:44:06 »
Da haste aber nen fleißigen SB :/

Bei mir lief das ganze ohne Probleme wie folgt ab:

kurzform:

Rücken kaputt, chronischer Schmerzpatient, dadurch psychisch angeschlagen.....

SB:  mit diesem gutachten gibts hier nix.Soll mich auf meine gesundheit konzentrieren. EM rente ist auch nocht nicht da vollschichtig "arbeitsfähig"  , Umschulung ist nicht (mehr) aufgrund der Minderbelastung , körperlich wie psychisch.Hab ich auch dann (irgendwann) eingesehen.

Ergebnis: Bin ohne Probleme aus der Vermittlung genommen worden und habe Ruhe vorm JC, muss auch keine AU mehr bringen......


Wie man sieht läufts hier sehr gut , für mich gesehen.Seit 7 Jahren......bin quasi nur ne Karteileiche. Letzte Einladung vor gut 2 Jahren.

Da fnde ich es in deinem Falle eine echte Frechheit wie sie mit dir umgehen.Was sollst du denn arbeiten nach deren Meinung nach??

Offline Keen

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Re: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« Antwort #12 am: 22. Februar 2018, 11:55:16 »
Zitat von: mousekiller am 21. Februar 2018, 14:43:55
Abgesehen davon, § 20 SGB X fordert eine Amtsermittlungspflicht. Das JC kann dem Bezieher auch einen Termin beim MDK beschaffen, um die Krankheit feststellen zu lassen. Diesen Weg scheuen sie aber, da das mit noch mehr Kosten verbunden ist.
Für das Jobcenter besteht die Möglichkeit nicht. Das JC hat nur bei begründeten Zweifeln an der AU die Möglichkeit die Krankenkasse mit der Überprüfung der AU zu beauftragen. Hat die Krankenkassen selbst dann dennoch keine Zweifel wird es keine Untersuchung durch den MDK geben.

@Weinberg
Auf welchem Stand ist das Widerspruchsverfahren?

Offline Weinberg

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Re: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« Antwort #13 am: 23. Februar 2018, 06:46:50 »
@ Keen .. da habe ich keine Ahnung, habe es im August´17 in Widerspruch gebracht.

@ Kaffeesäufer .. laut RV kann ich mindestens 6 Stunden arbeiten: ohne sitzen, ohne stehen, ohne laufen, ohne Arme zu bewegen, ohne bücken oder schwer heben usw. :-(

Offline mousekiller

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Re: Krankschreibung - komplizierte Fragestellung
« Antwort #14 am: 23. Februar 2018, 09:47:05 »
@ Kaffeesäufer .. laut RV kann ich mindestens 6 Stunden arbeiten: ohne sitzen, ohne stehen, ohne laufen, ohne Arme zu bewegen, ohne bücken oder schwer heben usw. :-(

 :ironie: Okay... dann sitzt, steht oder liegt also ein kopfloser Torso am Arbeitsplatz. Auch nicht schlecht. (sorry, could'nt resist)
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