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Autor Thema: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!  (Gelesen 6560 mal)

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Offline Lady Miou

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KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« am: 04. März 2018, 12:19:52 »
Weshalb müssen einkommenschwache Menschen die sich freiwillig versichern müssen, den vollen Prozentsatz von 14,6 zahlen?
Ich meine jetzt jene die weder Freiberufler, Selbstständiger sind aber eben auch keine Sozialleistung beziehen.
Normalerweise zahlen AN und AG hälftigen Anteil (Parität), weshalb muss ein Mensch der sich selbst versichert und AN/AG nicht in sich vereint beide Anteile zahlen?
Kann mir jemand erklären warum diese einkommenschwachen Menschen behandelt werden wie Selbstständige?

Ich habe dazu nur diese gefunden:
Für 2018 beträgt die Mindestbemessungsgrundlage für freiwillig in der GKV Versicherte 1015 Euro. Wessen tatsächliches Einkommen geringer ist, wird von der Krankenkasse so eingestuft, als würde er 1015 Euro pro Monat verdienen. Das ergibt bei einem Beitragssatz von 14,6 Prozent mit Krankengeldanspruch einen Monatsbeitrag von gut 148 Euro. Das Mindesteinkommen ist meist bei denjenigen maßgeblich, die wenig oder gar nichts verdienen. Das ist beispielsweise bei Studenten der Fall, die die Voraussetzungen für eine studentische Krankenversicherung nicht mehr erfüllen.   
https://www.finanztip.de/gkv/freiwillig-versichert/

Rein vom Gerechtigkeitsgefühl her, müssen Menschen unter der Mindestbemessenheitsgrenze doch wie AN behandelt werden, oder?
« Letzte Änderung: 04. März 2018, 12:38:38 von Lady Miou »

Offline Sheherazade

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Re: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« Antwort #1 am: 04. März 2018, 13:24:59 »
einkommenschwache Menschen die sich freiwillig versichern müssen

Zum Beispiel?

Die genannten Studenten mit Bafög-Anspruch fallen schon mal weg, die bekommen über das Bafög einen Zuschuss zur KV.

Gleiches gilt übrigens auch für Rentner, die keinen Anspruch auf Leistungen aus der KVdR haben, die bekommen von der DRV einen Zuschuss zu den KV-Beiträgen.

AN unter 1015 brutto fallen auch schon mal weg, Minijobber haben Anspruch auf andere Leistungen, über die die KV bezahlt wird, wenn keine Familienversicherung möglich ist.

Also, wer bleibt noch?
Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
Warum lästert Ihr über Dicke? Die sind nicht gefährlich. Über die Dummen solltet Ihr Euch Gedanken machen! (unbekannt)
Komisch, dass Menschen, die immer alles besser wissen, nie etwas besser machen. (unbekannt)

Offline Lady Miou

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Re: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« Antwort #2 am: 04. März 2018, 13:34:43 »
Zitat von: Sheherazade am 04. März 2018, 13:24:59
Zum Beispiel?

Nach zum Beispiel der Fall, wenn man keinen Hartz IV- Antrag stellen möchte http://hartz.info/index.php?topic=113600.0 , denn es besteht zwar KV Versicherungspflicht aber eine Pflicht zur Beantragung ALG II gibt es nicht und durch die neue Gesetzgebung ist die Familienversicherung ja ausgeschlossen.

Offline Sheherazade

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Re: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« Antwort #3 am: 04. März 2018, 13:37:48 »
Ich konnte in dem Thread nicht lesen, dass der TE keinen Antrag stellen möchte.
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Offline Lady Miou

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Re: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« Antwort #4 am: 04. März 2018, 13:41:27 »
Zitat von: Sheherazade am 04. März 2018, 13:37:48
Ich konnte in dem Thread nicht lesen, dass der TE keinen Antrag stellen möchte.

Bitte lese doch mal richtig.  :sad:

Zitat von: Lady Miou am 04. März 2018, 13:34:43
wenn man keinen Hartz IV- Antrag stellen möchte

Mir geht es nicht um seinen Fall, sondern allgemein zur KV freiwillige Versicherung bei Einkommesnschwachen, daher auch in dieser Rubrik und nicht bei Fragen zu ALG II

Es gibt auch Menschen die zwar Miet- oder Pachteinnahmen haben aber sonst weiter kein Einkommen. Die sind auch KV- versicherungspflichtig und können unter die Mindesteinkommensgrenze KV fallen.

Offline NevAda

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Re: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« Antwort #5 am: 04. März 2018, 13:48:11 »
Ich habe 60-70 Euro KV gezahlt, als ich nachgewiesen habe, dass ich ein Einkommen von <1'/Jahr hatte (Studierende ü30). Das waren ~15% vom RS ALG2.
Wie kommst Du auf Deine Zahlen?

Offline Sheherazade

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Re: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« Antwort #6 am: 04. März 2018, 13:50:17 »
Bitte lese doch mal richtig.

Gleichfalls.

einkommenschwache Menschen die sich freiwillig versichern müssen

Zum Beispiel?

Die genannten Studenten mit Bafög-Anspruch fallen schon mal weg, die bekommen über das Bafög einen Zuschuss zur KV.

Gleiches gilt übrigens auch für Rentner, die keinen Anspruch auf Leistungen aus der KVdR haben, die bekommen von der DRV einen Zuschuss zu den KV-Beiträgen.

AN unter 1015 brutto fallen auch schon mal weg, Minijobber haben Anspruch auf andere Leistungen, über die die KV bezahlt wird, wenn keine Familienversicherung möglich ist.

Also, wer bleibt noch?
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Offline Lady Miou

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Re: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« Antwort #7 am: 04. März 2018, 13:51:02 »
Zitat von: NevAda am 04. März 2018, 13:48:11
Wie kommst Du auf Deine Zahlen?

Siehe Link, sind nicht meine Zahlen

@Sheherazade, das es Menschen gibt die aus dem Netz rausfallen und sich dadurch massiv verschulden müssen, wissen wir wohl alle.
Aber mir geht es darum warum diese Menschen auch noch den vollen Prozentsatz 14,6% zahlen müssen, anstatt die Hälfte, wie in einem Arbeitverhältnis oder bei Rentnern.

Offline Sheherazade

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Re: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« Antwort #8 am: 04. März 2018, 14:16:32 »

@Sheherazade, das es Menschen gibt die aus dem Netz rausfallen und sich dadurch massiv verschulden müssen, wissen wir wohl alle.

Nein, weiß ich nicht. Also noch mal die Frage: Welche Menschen meinst du? Dann kann man dir ggf. auch deine Frage beantworten.
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Offline Lady Miou

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Re: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« Antwort #9 am: 04. März 2018, 14:20:48 »
Nun, nehmen wir mal den Fall aus dem ALGII bereich, wenn der TE nun nicht AlG II beantragen wollte, so müsse er trotzdem die volle freiwillige KV zahlen obwohl er kein eigenes Einkommen hat oder jemand der ein eigenes Haus hat und daraus nun sagen wir mal 800,-€ Mieteinnahmen hat,  aber keine anderen Einahmen und auf soziale Hilfe durch staatliche Stellen verzichtet, er ist KV-pflichtig und muss den vollen Prozentsatz zahlen.

Offline Sheherazade

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Re: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« Antwort #10 am: 04. März 2018, 14:24:53 »
Zitat
Andere Personen ohne Einkommen

Wie Sie den vorherigen Ausführungen entnehmen konnten, gibt es für die weitaus meisten Menschen ohne Einkommen die Möglichkeit, sich dennoch kranken zu versichern. Häufig werden die fälligen Beiträge von den Sozialträgern übernommen oder es besteht die Option, eine Familienversicherung zu nutzen. Wie stellt sich die Situation aber für Menschen dar, die sich weder über die Familienversicherung versichern können noch Leistungen vom Staat erhalten, aber dennoch über kein eigenes Einkommen verfügen?

Diese Menschen haben prinzipiell die Möglichkeit, sich freiwillig gesetzlich zu versichern. Allerdings funktioniert dies ausschließlich unter der Voraussetzung, dass bereits vorher eine Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse bestand und dieser Zeitraum nicht länger als drei Monate zurückliegt. Wird diese Voraussetzung erfüllt, stellt sich natürlich dennoch die Frage, wer dann die Zahlung der Krankversicherungsbeiträge übernimmt, wenn weder der Staat zuständig ist noch ein Einkommen erzielt wird, aus dem heraus die Beträge gezahlt werden können.

Letztendlich muss in diesem Fall der Krankenversicherungspflichtige selbst die Beiträge zahlen oder, falls dies nicht möglich ist, einen Antrag auf staatliche Hilfe stellen. Es wird nämlich davon ausgegangen, dass die Beiträge aus einem vorhandenen Vermögen heraus gezahlt werden können, auch wenn kein Einkommen vorhanden ist. In diesem Fall legt die gesetzliche Krankenversicherung ein sogenanntes fiktives Einkommen zugrunde, welches als Berechnungsgrundlage für den Beitrag dient. Aktuell beläuft sich dieses fiktive Mindesteinkommen auf 1015 Euro. Daraus resultiert, dass der zu zahlende Krankenversicherungsbeitrag (ohne Zusatzbeitrag und Pflegeversicherungsbeitrag) bei mindestens 148,19 Euro liegt.

Quelle

Wer Verzicht übt, muss sich über die Konsequenzen im Klaren sein. Den freiwilligen Verzicht der Solidargemeinschaft aufzubürden, indem man noch weniger als den Mindestbeitrag zahlen möchte, ist asozial.
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Offline Lady Miou

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Re: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« Antwort #11 am: 04. März 2018, 14:28:56 »
Ja, ist klar, aber weshalb müssen diese Menschen ohne sonderliches Einkommen den vollen KV- Beitrag zahlen, trotz das sie unter sämtlichen Einkommensgrenzen liegen. Das ist mir unverständlich. Hier wird den Ärmsten mehr in die Tasche gegriffen als lohnabhängigen Erwerbstätigen und das obwohl sie durch Verzicht auf staatliche Hilfen die Solidargemeinschaft entlasten.

Offline Sheherazade

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Re: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« Antwort #12 am: 04. März 2018, 14:32:59 »
Es gibt immer die Möglichkeit, dass die KV-Beiträge erstattet oder bezuschusst werden. Wenn man von diesen Möglichkeiten keinen Gebrauch machen möchte, muss man in den sauren Apfel beißen, dann ist man wohl auch noch nicht "arm" genug.

Zitat
In Deutschland besteht seit zehn Jahren eine allgemeine Krankenversicherungspflicht, die für alle hierzulande lebenden Bürger gilt. Viele Personen ohne eigenes Einkommen können sich im Zuge der Familienversicherung kostenlos beim Hauptversicherten mit versichern lassen, insbesondere im Haushalt lebende Kinder und Ehepartner ohne Einkommen. Nahezu alle Personen, die Sozialleistungen wie ALG II und ALG II beziehen, müssen ebenfalls nicht selbst für die Krankversicherung aufkommen, sondern in diesem Fall übernimmt der Staat die Sozialversicherungsabgaben. Selbst bei nicht krankenversicherungspflichtigen Personen, insbesondere Asylbewerbern, ist die medizinische Versorgung bei Krankheiten und/oder Schmerzen gewährleistet. Zusammenfassend gibt es in Deutschland also niemanden, der im Notfall nicht medizinisch versorgt werden würde, selbst wenn keine Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden (können).

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Re: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« Antwort #13 am: 04. März 2018, 14:35:49 »
Zitat von: Lady Miou am 04. März 2018, 13:51:02
Aber mir geht es darum warum diese Menschen auch noch den vollen Prozentsatz 14,6% zahlen müssen, anstatt die Hälfte, wie in einem Arbeitverhältnis oder bei Rentnern.
Mir geht es um die Höhe der freiwilligen Versicherung bei Einkommen unter der Mindesteinkommensgrenze.


Offline Sheherazade

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Re: KV freiwillige Versicherung, Verständnisfrage!
« Antwort #14 am: 04. März 2018, 14:37:01 »
Ich weiß. Du verstehst nur mal wieder das System nicht, das du so gerne und ausgiebig kritisierst und in Frage stellst.
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