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Autor Thema: Unangemessene Reaktion  (Gelesen 1662 mal)

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Offline crazy

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Re: Unangemessene Reaktion
« Antwort #15 am: 13. März 2018, 08:41:51 »
Gewerbe abmelden und Gewerbe betreiben mit Einnahmen  sind zwei paar Schuhe.

Allerdings kommt der TE nicht drumherum die EKS abschließend einzureichen. Für Monat März hat er dann kein Einkommen mehr aus der Selbständigkeit. Also für Monat März null Euro und auch null Euro für KV und Co.

Als Nachweis Einkommen aus abhängiger Beschäftigung genügt der Zahlungseingang auf dem Konto und ggf. noch die Einkommensbescheinigung die Du für den Monat erhalten hast. Den Namen der Firma kannst du schwärzen- Auf diesem A 4 Schriebs steht sogar dein Eintrittsdatum drauf!

Solltest Du noch eine Zahlung aus der selbständigen Tätigkeit im März erhalten haben so musst du die natürlich eintragen.

EKS sind immer vorläufig, abgerechnet wird mit den tatsächlichen Einnahmen als abschließende EKS. Die solltest Du auf jeden Fall erledigen und dann war es das.


Offline Keen

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Re: Unangemessene Reaktion
« Antwort #16 am: 13. März 2018, 11:01:39 »
Zitat von: crazy am 13. März 2018, 08:41:51
Gewerbe abmelden und Gewerbe betreiben mit Einnahmen  sind zwei paar Schuhe.
Natürlich zwei paar Schuhe. Nur wäre das Gewerbe bereits im Februar abgemeldet worden, dann spielt der März für die Berechnung der abschließenden EKS keine Rolle mehr. Da dies aber hier nicht der Fall ist muss die abschließende EKS einschließlich für März eingereicht werden.

Zitat von: crazy am 13. März 2018, 08:41:51
Solltest Du noch eine Zahlung aus der selbständigen Tätigkeit im März erhalten haben so musst du die natürlich eintragen.
Nicht nur Einnahmen sondern natürlich auch Ausgaben.
Dies völlig unabhängig davon ob tatsächlich auf Leistungen ab März verzichtet wurde.



Offline KnotenKurt

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Re: Unangemessene Reaktion
« Antwort #17 am: 13. März 2018, 15:59:51 »
Sprich, so nicht beweissicher das Gewerbe ruht bzw abgemeldet ist, wird weiterhin eine EKS gefordert werden?

Offline Keen

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Re: Unangemessene Reaktion
« Antwort #18 am: 13. März 2018, 16:40:28 »
Japp, der Zeitraum der Berechnung (aEKS) bezieht sich grundsätzlich auf die vollen 6 Monate der Bewilligung.

Offline heinetz

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Re: Unangemessene Reaktion
« Antwort #19 am: 13. März 2018, 18:56:18 »
Der Verzicht am 26.02. erklärte (und dem Leistungsträger zugegangene Verzicht wurde daher erst zum 01.04. wirksam.

Die wirst deine abschließenden Angaben (Anlage EKS) bis einschließlich 31.03., also dem gesamten Bewilligungszeitraum vorlegen müssen. Anderenfalls riskierst du einen vollständigen Verlust deines Leistungsanspruchs für den gesamten Bewilligungszeitraum vom 01.10.2017 bis zum 31.03.2018 (§ 41a Abs. 3 Sätze 3 und 4 SGB II).

Obwohl mir das eigenartig erscheint, gehe ich davon aus, dass Du weisst wovon Du redest. Darüber hinaus habe ich trotzdem eben bei Servicetelefon nachgefragt. Die Argumentation von dem Mann klang ähnlich. Aber was genau bedeutet das nun für mich? Ich bin seit 01.03. sozialversicherungspflichtig beschäftigt und mein Auftrag- und nun Arbeitgeber weiss nichts vom Jobcenter und ich möchte eigentlich auf, dass das so bleibt.

- Dem Schreiben vom JC liegt eine Einkommensbescheinigung, die vom Arbeitgeber auszufüllen ist, bei. Muss der AG die ausfüllen?

- Was ist, wenn ich noch im März einen Lohn auf mein Konto erhalte. Wird der Lohn auf mein Einkomen angerechnet?

Und jetzt ein ganz besonders heikles Thema:

Das Jobcenter weiss dass ich freiberuflich gearbeitet habe, wollte mir deshalb mit der Begründung, dass ich Einnahmen erwarte, Leistungen kürzen. Ich habe argumentiert, dass ich nicht weiss, wann mein Auftraggeber die Rechnungen bezahlen wird und konnte das damit abwenden. Ich habe während des Bewilligungszeitraums ganz bewusst keine Rechnungen geschrieben. Das hätte ich jetzt tun wollen, könnte aber auch noch bis April damit warten.

Was sagt Ihr?

gruss,
heinetz



Offline Orakel

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Re: Unangemessene Reaktion
« Antwort #20 am: 13. März 2018, 19:01:08 »
Mit anderen Worten: Du suchst nach Möglichkeiten, das Jobcenter zu bescheißen ...

Obwohl mir das eigenartig erscheint, gehe ich davon aus, dass Du weisst wovon Du redest.

Mit Sicherheit weiß ich, wovon ich schreibe ...
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Offline NevAda

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Re: Unangemessene Reaktion
« Antwort #21 am: 13. März 2018, 19:03:40 »
Zitat von: heinetz am 13. März 2018, 18:56:18
Ich habe während des Bewilligungszeitraums ganz bewusst keine Rechnungen geschrieben. Das hätte ich jetzt tun wollen, könnte aber auch noch bis April damit warten.
Um höhere Sozialleistungen zu erhalten?

Offline Keen

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Re: Unangemessene Reaktion
« Antwort #22 am: 13. März 2018, 20:06:16 »
Es macht einen gewaltigen Unterschied ob du Rechnungen schreibst und der Auftraggeber gleicht die Rechnung (ohne dein Einwirken) nach dem Bewilligungszeitraum aus oder aber ob du erst gar keine Rechnungen geschrieben hast. Was am Ende bedeuten könnte dass das Jobcenter die Leistungen komplett erstattet haben will und was ggf. auch ein Bußgeld und evtl. sogar ein Strafverfahren nach sich ziehen könnte.


Offline heinetz

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Re: Unangemessene Reaktion
« Antwort #23 am: 13. März 2018, 20:41:56 »
Das bedeutet, das Jobcenter kann Einfluss daraus nehmen, wann ich meine Rechnungen schreibe? Muss ich dem Jobcenter auch erzählen für wen ich zu welchen Konditionen arbeite? Ich habe während meiner Selbständigkeit häufig genug Situationen gehabt, in denen ich vor lauter Arbeit erst Wochen später dazu gekommen bin, Rechnungen zu schreiben.

Offline Keen

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Re: Unangemessene Reaktion
« Antwort #24 am: 13. März 2018, 21:02:23 »
Zitat von: heinetz am 13. März 2018, 20:41:56
Das bedeutet, das Jobcenter kann Einfluss daraus nehmen, wann ich meine Rechnungen schreibe?
Nicht das Jobcenter, sondern der Gesetzgeber. Du bist verpflichtet deine Hilfebedürftigkeit zu vermeiden, beseitigen, verkürzen oder zu vermindern.

Zitat von: heinetz am 13. März 2018, 20:41:56
Muss ich dem Jobcenter auch erzählen für wen ich zu welchen Konditionen arbeite?
Sieht das Jobcenter ja anhand der Rechnungen.

Zitat von: heinetz am 13. März 2018, 20:41:56
Ich habe während meiner Selbständigkeit häufig genug Situationen gehabt, in denen ich vor lauter Arbeit erst Wochen später dazu gekommen bin, Rechnungen zu schreiben.
Unabhängig vom SGB II besteht ja auch die Pflicht einer Rechnungsstellung innerhalb von 6 Monaten. Die Buchführung und Rechnungsstellung gehört bei der Selbständigkeit doch zum Pflichtprogram Wenn du so überfordert gewesen bist, dann hättest du doch zB auch ein einen Büroservice damit beauftragen können. "Ich hatte keine Zeit", ist jedenfalls kein Grund seine Hilfbedürftigkeit zu verringern etc..

Zitat von: heinetz am 13. März 2018, 18:56:18
Ich habe während des Bewilligungszeitraums ganz bewusst keine Rechnungen geschrieben.
Liest sich obendrein auch noch mal ganz anders als "hatte keine Zeit".

Offline heinetz

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Re: Unangemessene Reaktion
« Antwort #25 am: 13. März 2018, 21:34:44 »
Zitat von: heinetz am 13. März 2018, 18:56:18
Ich habe während des Bewilligungszeitraums ganz bewusst keine Rechnungen geschrieben.
Liest sich obendrein auch noch mal ganz anders als "hatte keine Zeit".
[/quote]

Ja, ich schreibe hier, dass ich ganz bewusst keine Rechnungen geschrieben habe ...




Offline Keen

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Re: Unangemessene Reaktion
« Antwort #26 am: 13. März 2018, 21:48:16 »
Mal Klartext:
Wenn du so viel zu tun hattest, dann war deine Auftragslage auch ganz gut und in dem Moment auch sehr wahrscheinlich das entsprechende Einkommen welches du erhalten hast.
Was du hier machst ist ganz offensichtlich der Versuch das Jobcenter zu besch****. Es mag Leute geben die dir dafür einen fetten Daumen hoch geben.
Sinn einer Sozialleistung ist es deinen Bedarf zu sichern. Es mag auch sein, dass der Bedarf viel zu niedrig angesetzt ist. Wenn du aber in der Lage gewesen bist deinen Bedarf selbständig zu sichern, dann hast du eben auch keinen Anspruch auf Leistungen gehabt.
Die hier konkrete Tipps zu geben wie du dein Einkommen weiter verschleierst, wäre eben auch eine Anleitung zum Betrug. Du verstehst?
Die einzigen Tipps die man die geben kann ist wie du den Schaden minimierst oder verhinderst. Zum Beispiel eine sofortige Rechnungsstellung und den Eingang entsprechend noch in die abschließende EKS mit aufzunehmen.
Du bist nicht die einzige Quelle der Daten. Auch andere Behörden wie das Finanzamt können entsprechende Auskünfte geben.