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Autor Thema: Keine Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt / Halber Mehrbedarf für Alleinerziehende  (Gelesen 2819 mal)

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Offline carlito13

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Hallo liebe Community !  :flag:

Ich habe ein paar Fragen wo ich nicht weiterkomme, daher hoffe ich, dass ihr helfen könnt.

Also ich bin Student, habe 2 Kinder (1 J und 6j) und wohne nicht mit den Kindern in einer Wohnung zusammen.

Da die Mutter der Kinder bis jetzt alleinerziehend war, weil ich aufgrund es Studiums mich nicht im selben Umfang um die Pflege und Erziehung der Kinder kümmern konnte.

Die letzten 6 Monate hat die Mutter der Kinder Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt erhalten, da das Jobcenter dies gefordert hatte  (Mehrbedarf für Alleinerziehende erhält sie die volle Summe).

Ich habe von meinem Nebenjob nicht viel über, damit ich selber zahlen kann. Bin froh, wenn die Ämter mich während des Studium in Ruhe lassen. Das Jugendamt nervt ständig damit irgendwelche Auskünfte, Verdienstbescheinigungen einzureichen.

In diesem Semester habe ich wenig Vorlesungen und kann mich deshalb mehr um die Kinder kümmern, was auch eine Erleichterung für die Mütter der Kinder sein würde.


Ich habe gehört das der Unterhaltsvorschuss irgendwann zurückgezahlt werden soll, das ziemlich blöd wäre, da ich mit Bafög sowieso schon genug Schulden habe.

1. Stimmt es, dass man es zurückzahlen muss?


2. Angenommen ich kümmere mich mehr um die Kinder und teile dieses dem Jugendamt mit, gibt es dann immer noch Unterhaltsvorschuss von dort oder gibt es dann Geld wieder vom Jobcenter ?

2.1 Oder kommt es darauf an wie viel ich mich um die Kinder kümmere?

2.2 Wann wäre die Sache beim Jugendamt sicher beendet, im welchem Unfang müsste ich mich dafür um meine Kinder kümmern?

Möchte ungern noch weiter Schulden sammeln  :wand:, da dieses Semester viel Zeit wäre,  daher würde ich lieber mich mehr um die Kinder kümmern.

3. Falls danach das Jobcenter für die Kinder zahlen würde, gäbe es dann den Mehrbedarf für Alleinerziehende für     die Mutter der Kinder?

3.2 Wie müsste so eine Umgangsrechtsvereinbarung aussehen, damit die Mutter noch 50% vom Mehrbedarf für Alleinerziehende erhalten kann?

Würde gern eine Lösung finden, damit das Jugendamt nicht mehr den Unterhaltsvorschuss zahlt(Vermeidung der Ansammlung von weiteren Schulden wegen Unterhaltsvorschuss), und das die Mutter danach optimalerweise wenigstens noch 50% vom Mehrbedarf für Alleinerziehende erhalten kann (da dies der Mutter gegenüber fair wäre, weil wir arbeiten getrennt leben werden)
 
Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.

Vielen Dank schonmal.

Online global

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Viele deiner Fragen können geklärt werden, wenn du die Forensuche mit dem Begriff "Wechselmodell Kinderbetreuung" fütterst.

Solange es kein richtiges Wechselmodell ist, drehst du dich im Kreis. Es mag vielleicht bei einer verstärkten Betreuung der Kinder das Thema UV wegfallen (Frage beim Jugendamt nach den Vorgaben), dafür bekommt die Kindsmutter mehr Geld vom JC. Die Kindsmutter wird dann u. U. aufgefordert gegenüber dir eine Unterhaltsklage zu erwirken, was zur Folge hat, dass sich weiter Schulden aufbauen. Oftmals wird dieser Anspruch dann ans JC abgetreten, so dass das JC auch gegenüber dir Vollstreckungsmaßnahmen einleiten kann.

Wenn du den Bedarf der Kinder decken kannst, dazu zählt auch das Kindergeld, dürfte das JC keine weiteren Maßnahmen einleiten, bzw. die Kindsmutter zur Unterhaltsklage bewegen.

Die Schulden werden zwangläufig immer mehr.

Offline mystik-1

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Meine Erfahrung dazu ist folgende.
WENN der Unterhaltsanspruch durch das Jugendamt berechnet wurde (Beistandschaft) oder Unterhaltsvorschussstelle, dann kannst du regelmäßig Dein Einkommen nachweisen.
Solltest Du aktuell nicht leistungsfähig sein, dann wären das Unterhaltsausfallleistungen, die Du beim Jugendamt nicht zurückzahlen musst. Es sei denn, Du unterschreibst ungelesen so eine Rückzahlungsverpflichtungserklärung beim Jugendamt.
Das Jobcenter rechnet ja eh wild...kennt keinen Selbstbehalt usw.da wäre ich entspannter und würde auf die aktuellen Berechnungen des Jugendamtes verweisen.....dann sollen sie sich mal trauen zu klagen.

Online global

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Zitat von: mystik-1 am 27. März 2018, 14:53:23
Solltest Du aktuell nicht leistungsfähig sein, dann wären das Unterhaltsausfallleistungen, die Du beim Jugendamt nicht zurückzahlen musst.
Das wäre mir neu, denn im Grunde ist jeder ALG II Bezieher nicht unterhaltsfähig. Es bauen sich zwangsläufig Schulden aus.

Es wird dem TS zugemutet, mehr zu arbeiten, sein Studium zu unterbrechen um sich eine Arbeit zu suchen.


Online NevAda

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  • Das macht nichts.
Du willst Dich mehr um Deine Kinder kümmern, damit Deine Frau weniger Geld vom Jugendamt kriegt???
Ey, bitte, bleib weg von denen...

Offline mystik-1

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Zitat von: mystik-1 am 27. März 2018, 14:53:23
Solltest Du aktuell nicht leistungsfähig sein, dann wären das Unterhaltsausfallleistungen, die Du beim Jugendamt nicht zurückzahlen musst.
Das wäre mir neu, denn im Grunde ist jeder ALG II Bezieher nicht unterhaltsfähig. Es bauen sich zwangsläufig Schulden aus.

Mein Exex muss bei 5 oder k.a.wie vielen Kids nicht EINEN Cent an das Jugendamt oder Jobcenter zahlen, da er nachweislich nicht leistungsfähig zum Zeitpunkt der Zahlungen war.
Es erfreut sicher jedes Kind ihn regelmässig in sozialen Netzwerken auf der halben Welt urlauben zu sehen.

Diese Info hätte ich damals aus einem Zweitfrauenforum erhalten.

Nevada  :ok:

Online global

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@NevAda

Deine persönliche Meinung hilft dem TS in keinster Weise.

Sehr wohl sehe ich ein Beschwernis, wenn sich Eltern trennen, vorallem das sich dann Schulden bei dem Teil aufbauen, der die Kinder nicht in Betreuung hat. Würden die beiden zusammen wohnen, sich der TS aber überhaupt nicht um die Kinder kümmern, obwohl im gleichen Haushalt lebend, gabe es keinen UV, keinen Mehrbedarf und auch keine Anhäufung von Schulden.

Zitat von: mystik-1 am 27. März 2018, 15:05:14
Mein Exex muss bei 5 oder k.a.wie vielen Kids nicht EINEN Cent an das Jugendamt oder Jobcenter zahlen, da er nachweislich nicht leistungsfähig zum Zeitpunkt der Zahlungen war.
Das ist ja auch logisch. Wenn er offiziell kein Einkommen oder ein Einkommen unterhalb der Pfändungsfreigrenze hat.
Es sagt aber doch gar nichts darüber aus, dass sich jedem Monat Schulden über Schulden aufbauen.

Sollte er dann einmal in die Privatinsolvenz gehen, unterliegen diese Schulden nicht automatisch der Restschuldbefreiung, da sich die Insolvenzordnung vor ein paar Jahre geändert hat.

Offline mystik-1

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Nein global, hier liefen keine Schulden auf, da er nicht leistungsfähig war. Auch nicht fiktiv durch ein Gericht.
Darum muss man sich aber auch kümmern als Unterhaltsschuldner.
Habe es aufgrund höherer Altersstufe bei 2 Kids gerade durch. Das Jugendamt und auch das Jobcenter bekommen keinen Cent vom Schuldner, da er nachweisen könnte (unverschuldet!!! Ganz wichtig) nicht leistungsfähig zu sein.

Online global

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Zitat von: mystik-1 am 27. März 2018, 15:29:08
Nein global, hier liefen keine Schulden auf, da er nicht leistungsfähig war. Auch nicht fiktiv durch ein Gericht.
Liegt vielleicht auch am Gericht. Es gibt Bundesländer, die sehr restriktiv sind, was Unterhalt und Strafrecht anbelangt.
Mir ist ein Fall bekannt, allerdings schon einige Jahre her, dass den Kindern eines ALG II Bezieher vom Familiengericht für beide Kinder der Mindestunterhalt zugesprochen wurde und sich Schulden aufgebaut haben, auch wenn nichts zu holen war. Jugendamt hat UV bezahlt und dann entsprechende Vollstreckungsmaßnahmen eingeleitet. Auch das Thema Mangelfallberechnung (Unterhaltsschuldner hatte weitere Kinder) war für das Gericht kein Thema.

Zitat von: mystik-1 am 27. März 2018, 15:29:08
(unverschuldet!!! Ganz wichtig) nicht leistungsfähig zu sein.
Wann ist man schuldhaft leistungsunfähig, wenn man seinen Job nicht kündig oder oder ihn mutwillig verliert.

Was ist mit dem Thema erhöhte Obligenheitspflicht bei Minderjährigen?

Offline Sheherazade

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Es gibt Bundesländer, die sehr restriktiv sind, was Unterhalt und Strafrecht anbelangt.


Ja, Niedersachsen zum Beispiel. Da meldet sich das Jugendamt alle 3-5 Jahre wieder um den gezahlten Unterhaltsvorschuss einzutreiben. Auch weit über die Volljährigkeit des betreffenden Kindes hinaus. Und wenn nur 3,50€ zu holen sind nach Einkommensberechnung, dann wollen sie die auch haben.
Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten. (unbekannt)

Gast44790

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Ich verstehe das nicht. Ist man alleinerziehend weil ein Elternteil z.B. beruflich stark eingespannt ist? Das klingt alles wirklich seltsam und bevor du dich ans Jugendamt wendest und dir dein eigenes Grab noch tiefer schaufelst solltest du dich richtig informieren. Gerade in dem Bereich kann dir sehr schnell ein Strick gedreht werden. Mit den Schulden musst du dann wohl einfach leben und wie andere auch arbeiten und dafür aufkommen  :zwinker:

Offline crazy

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Erstmal sollte der Bescheid UVG welcher dem KV zugegangen ist gelesen werden. Es bauen sich in Fällen nachweislicher Leistungsunfähigkeit in der Regel keine Schulden auf. Auch nicht un NDS, das wei§ ich aus diversen Konstellationen sicher.
Selbstverständlich unterliegt der KV der gesteigerten Erwerbsobliegenheit wobei der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung vorrang hat. Denn nur dann besteht anschließend Aussicht, dass die Kinder dann ihren Rechtsanspruch auf Unterhalt auch befriedigt bekommen.
Wie man Umgang gestaltet ist Privatsache. Selbstverständlich kann der KV jeden nachmittag mit den Kindern verbringen ohne dass das irgendjemanden was angeht. Idealerweise kann er sogar gesichert Betreuung übernehmen und damit der KM berufstätigkeit ermöglichen. Viele Studierende  haben Kinder und bekommen das geregelt.
Den Status Alleinerzihend verliert man wenn beide Eltern gleichermaßen Betreuung und Versorgung erledigen. Dann aber mit zu hause bleiben bei Erkrankung des Kindes ,organisieren von Freizeit und notwendiger Arzt/Friseur/Therapie Besuche usw. Drei mal die Woche 2 Stunden Spielplatz reichen da nicht aus.
Alleinerziehend ist man sicher auch oft in einer Ehe oder Partnerschaft mit gemeinsamer Wohnung wenn das klassische Modell einer rackt 40 Stunden plus und der andere organisiert Haushalt und Kinder. Allerdings wird man dann in derartigen Konstellationen versorgt in Bar und Natural was bei getrennten Eltern nun mal nicht der Fall ist

Offline carlito13

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Vielen Dank für die Zahlreichen Antworten :)

Mir ist noch eins unklar, sobald wir dem Jugendamt mitgeteilt haben, dass wir uns beide die Betreuung in wöchentl. Abständen aufteilen, ist die Unterhaltsvorschusskasse raus aus der Sache, richtig?

Die Kindesmutter bekommt Geld vom Jobcenter, kann das Jobcenter danach von mir trotzdem Unterhalt verlangen, obwohl ich die Kinder betreue?

Danke nochmals :smile:

Offline crazy

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Noch schlimmer,das JC zahlt dann halben RS für die Kinder die andere Hälfte müsstest Du aufbringen.
Das Aufpassen für ein paar Stunden im Haushalt der Mutter ist kein Wechselmodell! Wenn Du planst die Kids eine Woche zu dir zu nehmen oder auch täglich abwechselnd dann ist es eines. Dass die Kids Umgang, auch öfter als jedes 2.WE haben ist Elternsache. Für ein Wechselmodell müssen sich beide Eltern einig sein,beide werden unterhaltspflichtig und beide Elternteile beaufsichtigen nicht nur sondern kümmern sich gleichberechtigt um alles rund um die Kids. Das geht auch als Residenzmodell dann ziehen die Eltern jeweils aus.
Ergo kommst Du nur ein paar Stunden zum aufpassen oder gehst auf den Spielplatz bleibt alles wie es ist. In dem Moment wo UVG wegfällt gibt es für die KM unnötigen Stress mit dem KC wenn Du das finanziell nicht auffangen willst

Offline carlito13

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achso okay

Also wir wollen das machen, das ich eine woche und sie eine Woche aufpasst, das wäre meines erachtens nach ja das wechselmodell !?

Aber wenn ich Unterhalt in Form von Betreuung leiste, dann kann das Jobcenter ja eigentlich kein Unterhalt mehr von mir verlangen oder sehe ich das nicht richtig?

lg