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Autor Thema: Jobcenter fordert (meiner Meinung nach) zu viele unrelevante Unterlagen  (Gelesen 6335 mal)

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Online Fylou

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Zwischen "Recht haben" und "Recht bekommen" liegt in Deutschland leider oftmals eine starke Kluft oder zumindest braucht man Nerven, Zeit und Geld. Und wenn man dann noch an so manche Behörde und Gerichte gerät...naja. Wir kennen hier alle genug Beispiele, wo man sich nur an den Kopf fassen kann.

Hätte deine Bekannte denn die Bescheinigungen?
Was mir auch einfällt: was ist mit dem kindsvater? Will das Jc vielleicht die Bescheinigung, dass das Kind bei der Mutter lebt?  :scratch:

Offline global

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Die Meldebescheinigung hat sie meines Wissens, die Schulbescheinigung will sie morgen  besorgen.

Nein, eine Bescheinigung, dass das Kind bei der Mutter lebt, ist nicht gefordert.

Mal eine Frage am Rande:
Wenn das Kind seinen Bedarf mit Kindergeld und Unterhalt decken kann, fällt es ja aus dem ALG II Bezug.
Was ist dann mit den BuT Packet? Fällt das dann auch weg?

Gast44116

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Das überschüssige Einkommen wird bei der Mutter abgezogen

Was ist but???

Meinst du Bildung und Teilhabe?

https://www.nuernberg.de/internet/sozialamt/bildung_und_teilhabe.html

Denke das ist überall gleich od ähnlich

Offline global

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Ich dachte, das wäre nicht rechtens.

Bei einem Abzug würde einen Kind nie der für ihm gedachte Unterhalt ankommen.

Und wie sieht es mit dem Bildung und Teilhabe (BuT) Packet aus?

Gast44116

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Kindergeld und Unterhalt werden als Einkommen angesehen

So als hätte jemand in der bG Arbeit das wird ja auch abgezogen

Sie kann noch einen Mehrbedarf für Alleinerziehende beantragen

https://www.nuernberg.de/internet/sozialamt/bildung_und_teilhabe.html

Da muss sie zum entsprechenden Amt bei euch und bekommt Gutscheine und jeweils Geld für schulzeug. Am besten direkt beim Amt schlau machen ich bekomme das nur am Rand bei ner Freundin mit mit diesen Gutscheinen

Mehr kann ich dir nicht sagen, weiß das auch nur weil ich oft bescheide nachrechne für Alleinerziehende bekannte.
Gefühlt bekommen sie zu wenig eben weil das eine Geld von dort kommt das andere von da unterhalt komisch verrechnet wird
Aber rein rechnerisch stimmt's dann meist doch

Offline global

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Zitat von: Gast44116 am 07. April 2018, 18:31:53
Kindergeld und Unterhalt werden als Einkommen angesehen

So als hätte jemand in der bG Arbeit das wird ja auch abgezogen
Das ist schon richtig.
Kinder sind aber im SGB II ihren Eltern nicht unterhaltspflichtig und somit das m.M. nach nicht abgezogen werden.
Das würde ja dann auch dem Unterhaltsrecht zuwiderlaufen, wenn dem Kind der gesetzlich zustehende Unterhalt nicht zugute kommt

Gast44116

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Nein das siehst du falsch

Die Mutter bekommt 416

Kind zB 300
Minus Kindergeld zB 150
Unterhalt 200

Hat das Kind 50 zuviel

Somit wird der Mutter 416-50 also 366 ausgezahlt

Hoffe das ist nachvollziehbar sind fiktive zahlen

Es ist ja eine Gemeinschaft alles kommt in einen Topf sozusagen nur auf dem Papier wird's auseindergerechnet

Unterm Strich muss aber rauskommen das sie zusammen zB 716€ haben

Offline global

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Dein Rechnung habe ich schon verstanden.

Und deshalb noch einmal der Einwand, dass das dem Kind zustehende Geld nicht in vollem Umfang dem Kind zugute kommt, sondern der dem Bedarf übersteigende Betrag der Mutter. Das glaube habe ich hier öfters gelesen, dass das nicht richtig ist.

Gast31592

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Solange das Kind zu Hause wohnt, bekommt das Kindergeld die Mutter um das Kind zu versorgen. Wenn der Bedarf des Kindes aber schon gedeckt ist, wird der Überhang bei der Mutter angerechnet.

Offline global

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Wenn nun z. B. das ganze Kindergeld als Überhang angerechnet wird und dann immer noch der geleistete Unterhalt höher ist, als der Bedarf des Kindes, darf das Kind dann den übersteigenden Betrag behalten oder wird dann weiter der Überhang der Mutter angerechnet?

Online crazy

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Die Sache mit dem Kindergeld ist tatsächlich unfair aber irgend so ein weiser Mensch meint das eben nicht.
Der Unterhaltsanspruch eines Kindes bemisst sich am Einkommen des Unterhaltspflichtigen. Der Unterhaltsanspruch ist der Bedarf nach DT. Der Unterhaltsverpflichtete zieht davon die Hälfte des Kindergeldes ab, der Rest wird überwiesen. Das Kibd hat also den Zahlbetrag plus volles Kige.
Hat das Kind Pech, so lebt es beim mittellosen Elternteil. Damit wird der Unterhaltsbedarf auf das Einkommen des Kindes durch das Jobcenter auf das Einkommen des betreuenden Elternteils reduziert. Das was das Kind dann zu viel hat muss es diesem mittellosen Elternteil abgeben und wird damit arm obwohl es das eigentlich nicht wäre.
Da es leider nicht möglich ist den Kindergeldanspruch an beide Eltern zu gleichen Teilen auszuzahlen kommt es dann leider dazu, dass bis zu komplettem Kige abgezogen werden kann obwohl sich der unterhaltspflichtige sich seinen Happen Steuerpauschale schon weggenommen hat.

Im Übrigen kann man sich monatelang rumstreiten ob man etwas was man hat und was kein Drama wäre einfach vorlegt oder schnell Geld haben möchte.
Da das Konto erst aufgelöst wurde und eigentlich jeder seine Auszüge aufhebt zumindest eine Weile sollte es keine Schwierigkeit darstellen. 3 bis 6 Monate zurück kann das JC immer mal fordern insbesondere eben nei Erstantrag.

Gast44116

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Stell dir vor du hast Mutter zwei Kinder

Für das eine zahlt der Vater 500€unterhalt
Für das andere ( anderer Vater) wird 200 bezahlt
Mutter hat 416€

Nachdem wie du denkst müsste man jetzt drei Geldbeutel nehmen und aus jedem was rausnehmen wenn man für die Person was kauft

Damit ja nicht das reichere Kind für die Mutter oder das ärmere geschwisterchen aufkommt.

In einer Gemeinschaft teilt man ein und ausgaben

Es ist nur Papier. Irgendwie müssen die das darstellen

Nehm einen zweiten Zettel schreib die Sätze je Person auf Zuschlag für Alleinerziehende Miete für zwei Personen. Rechne das zusammen und vergleich es nur mit der Endsumme auf dem Bescheid plus Kindergeld plus Unterhalt

Die zwei summen müssen gleich sein
Der Rest ist Bürokratie

Ich finds auch nicht richtig das das Kindergeld nicht zusätzlich zum regelsatz bleibt. Aber da redet man sich wirklich sinnlos den Kopf heiß
Es ist so.
Kinderschutzbund usw kämpfen seit Jahren drum
Wir werden das hier nicht ändern

Gast31592

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Wenn nun z. B. das ganze Kindergeld als Überhang angerechnet wird und dann immer noch der geleistete Unterhalt höher ist, als der Bedarf des Kindes, darf das Kind dann den übersteigenden Betrag behalten oder wird dann weiter der Überhang der Mutter angerechnet?

Nur das Kindergeld kann angerechnet werden.
Wenn das Kind sonst höheres Einkommen hat, dann darf es das natürlich behalten nachdem davon seine Kostenanteile gedeckt wurden.

Gast44116

  • Gast
Wie reden von kleinen Kindern. Gehen sie arbeiten ist das wieder was ganz anderes

Unterhalt gilt auch als Einkommen und der überhang wird abgezogen

Deshalb denken viele Mütter sie werden betrogen

Aber rein rechnerisch nicht
Es fühlt sich nur so an, wenn zB der Unterhalt direkt ans jc geht oder man nur 80€ überwiesen bekommt vom jc

Man muss Gegenrechnen und am besten erst mal vom Bescheid nur die Endsumme anschauen

Stimmen die beiden Summen nicht überein dann auf die Suche gehen. Also so mach ich das

Offline global

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@Angie69

Diese Aussage dürfte dein letztes Beispiel wieder verwerfen:

Zitat von: Gast31592 am 07. April 2018, 19:15:16
Wenn das Kind sonst höheres Einkommen hat, dann darf es das natürlich behalten nachdem davon seine Kostenanteile gedeckt wurden.


Soweit ich gelesen habe, wird das Kindergeld als Einkommen des Kindes gezählt, was früher nicht so war.

Was ist nun der Unterschied oder der Vorteil, dass das Kindergeld nun als Einkommen des Kindes angerechnet wird und nicht dem Elternteil, abgesehen von den 30 Euro Versicherungspauschale, welches vom Kindergeldzufluss abgezogen wird?

@Angie69

Wir reden im Moment von einem Kind, welches nicht arbeiten geht.

Sähe die Anrechnung bei einem arbeitenden Kind (Einkommen+Kindergel+Unterhalt) anders aus?