Datenschutzhinweis

Dieses Internetangebot erhebt und verarbeitet Daten gemäß Art. 6 Abs. 1 Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) um seine Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Fehler zu analysieren. Näheres dazu, welche Daten dabei zu welchem Zweck und auf welcher rechtlichen Grundlage erhoben und verarbeitet werden, wie Sie dies verhindern können und zu Ihren diesbezüglichen Rechten erhalten Sie in der Datenschutzerklärung. (Wir werden Sie in regelmäßigen Abständen daran erinnern.)

Verstanden & Schließen

Autor Thema: Schulden  (Gelesen 4774 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Rimschoemmel

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 114
Schulden
« am: 10. April 2018, 15:30:08 »
Ich bin neu hier und habe eine Frage:
Ich habe morgen einen Termin bei der Schuldnerberatung.
Könnt ihr mir sagen, ob eine Bürgschaft für einen Kredit ein Ablaufdatum hat?
Also ob das verjährt irgendwann (es sind schon ca. 10Jahre).

Ich würde gerne dem Schuldnerberater beauftragen einen Vergleich für einen Kredit auszuhandeln. Das Problem ist, dass es eben diese Bürgschaft gibt. Der Bürge hat aber derzeit auch HartzIV.

Offline Wuff

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 233
Re: Schulden
« Antwort #1 am: 10. April 2018, 15:37:30 »
Eine Bürgschaft verjährt nicht und ob diese hätte gekündigt werden können, hängt vom Vertrag ab.

Offline Rimschoemmel

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 114
Re: Schulden
« Antwort #2 am: 10. April 2018, 15:41:33 »
Eine Bürgschaft verjährt nicht und ob diese hätte gekündigt werden können, hängt vom Vertrag ab.

Es war ein normaler Vertrag soweit ich weiß.
Ein Inkassobüro hat den Kredit ein Jahr nach Abschluss abgekauft, ändert das irgendetwas? Wird die Bürgschaft mit verkauft.

Offline Wuff

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 233
Re: Schulden
« Antwort #3 am: 10. April 2018, 15:46:43 »
Dann wäre der Bürgfall doch bereits eingetreten, wenn ein Inkassounternehmen eingeschaltet wurde bzw. die Forderung aufgekauft hat.

Offline Rimschoemmel

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 114
Re: Schulden
« Antwort #4 am: 10. April 2018, 15:57:02 »
Dann wäre der Bürgfall doch bereits eingetreten, wenn ein Inkassounternehmen eingeschaltet wurde bzw. die Forderung aufgekauft hat.

damals haben die sowohl mich als auch meinen Bürgen angeschrieben, ich habe mich auf eine wesentlich niedrigere Rate als bei der Bank geeinigt und zahle das seit dieser Zeit.
Ist damit etwa die Bürgschaft "aufgebraucht"?

Offline Wuff

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 233
Re: Schulden
« Antwort #5 am: 10. April 2018, 16:06:12 »
Wenn das Inkassounternehmen seit dem nicht mehr auf den Bürgen zurückgegriffen hat, könnte es als Verzicht auf die Bürgschaft gedeutet werden.

Kommt aber halt alles auf den Vertrag an, denn es gibt auch Konstellationen wo eine Bürgschaft erst endet, wenn die vollständige Abzahlung der zugrundeliegende Forderung erst das Ende der Bürgschaft beendet.

Offline Rimschoemmel

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 114
Re: Schulden
« Antwort #6 am: 10. April 2018, 16:16:23 »
Wenn das Inkassounternehmen seit dem nicht mehr auf den Bürgen zurückgegriffen hat, könnte es als Verzicht auf die Bürgschaft gedeutet werden.

Kommt aber halt alles auf den Vertrag an, denn es gibt auch Konstellationen wo eine Bürgschaft erst endet, wenn die vollständige Abzahlung der zugrundeliegende Forderung erst das Ende der Bürgschaft beendet.

Also mir geht es hauptsächlich darum, dass ich einen vernünftigen Betrag als Vergleich angeboten bekomme. Es sind etwas über 10.000€ Schulden und ich hätte allerhöchstens 3000€ anzubieten. Ich habe im Internet gelesen, dass im Durchschnitt 8% der Gesamtforderung gezahlt werden bei einem Vergleich wenn beim Schuldner Nichts zu holen ist.
Die Inkassofirma ist eigentlich bisher immer sehr korrekt vorgegangen, als ich vor Jahren mal telefonisch das Thema angeschnitten hatte hat man mir 50% gesagt komplett ohne Verhandlung und ohne Schuldnerberater. Seit dem habe ich über 3000 weitere €uros bezahlt und will es diesmal genau wissen.

Offline global

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 1377
Re: Schulden
« Antwort #7 am: 10. April 2018, 19:57:37 »
Zitat von: Wuff am 10. April 2018, 16:06:12
Wenn das Inkassounternehmen seit dem nicht mehr auf den Bürgen zurückgegriffen hat, könnte es als Verzicht auf die Bürgschaft gedeutet werden.
Mitnichten. Warum sollte ein Verzicht der Bürgschaft eintreten? Das Inkassounternehmen, versucht denjenigen zu kontaktieren, von dem es glaubt, am ehesten das Geld zu bekommen. Wenn der Bürge nun selber insolvent ist, wären nur sinnlos hinausgeschmissene Gelder, wenn es Vollstreckungsmaßnahmen gegen eine unsolventen Bürgen vornehmen würde.

Offline Rimschoemmel

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 114
Re: Schulden
« Antwort #8 am: 11. April 2018, 11:56:10 »
Zitat von: Wuff am 10. April 2018, 16:06:12
Wenn das Inkassounternehmen seit dem nicht mehr auf den Bürgen zurückgegriffen hat, könnte es als Verzicht auf die Bürgschaft gedeutet werden.
Mitnichten. Warum sollte ein Verzicht der Bürgschaft eintreten? Das Inkassounternehmen, versucht denjenigen zu kontaktieren, von dem es glaubt, am ehesten das Geld zu bekommen. Wenn der Bürge nun selber insolvent ist, wären nur sinnlos hinausgeschmissene Gelder, wenn es Vollstreckungsmaßnahmen gegen eine unsolventen Bürgen vornehmen würde.

War heute bei dem Berater gewesen. Das wird Nichts mit dem Vergleich, muss mich selber darum kümmern.

Wie sollte ich da am besten vorgehen?
Wie viel % sind da realistisch?

Offline Wuff

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 233
Re: Schulden
« Antwort #9 am: 11. April 2018, 22:20:43 »
Es geht beim Verhandeln kaum über Realismus, sondern darum, wie schnell das ganze vom Tisch ist. Wenn das Inkassounternehmen schlecht drauf ist, wollen Sie alles haben. Wenn die einigermaßen Human sind, geben Sie sich mit weniger als der Hauptforderung zufrieden.

@global

Wie kommst du darauf? Vor 10 Jahren wurde ein Kredit aufgenommen, vor 9 Jahren ging das alles bereits an ein Inkassounternehmen und es dürfte anzunehmen sein, dass der Bürge damals noch nicht im Hartz IV gerutscht war, sondern halt nur derzeit Hartz IV bezieht. Natürlich könnte der TE hier dazu noch angaben machen, aber wenn selbst die Schuldnerberatung einen wieder unverrichteter Dinge wegschickt, weiß ich auch nicht.

Offline global

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 1377
Re: Schulden
« Antwort #10 am: 14. April 2018, 19:11:03 »
Zitat von: Wuff am 11. April 2018, 22:20:43
aber wenn selbst die Schuldnerberatung einen wieder unverrichteter Dinge wegschickt, weiß ich auch nicht.
Dem Inkassobüro 1000 Euro anbieten und gleichzeitig erwähnen, dass nach Ablehnung des Angebotes das Insolvenzverfahren angestrebt wird. Natürlich nur dann, wenn der TS in 7 Jahren weit weniger als die geforderten 10.000 Euro zurückzahlen kann.

Offline Turbo

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2002
Re: Schulden
« Antwort #11 am: 14. April 2018, 19:36:42 »
Schlauer Tipp. Und was ist mit dem Bürgen?
Zitat
Stellt der eigentliche Darlehensnehmer einen Insolvenzantrag, geht seine Bankschuld vollständig auf den Bürgen über.
https://anwalt-kg.de/faq/privatinsolvenz-recht/privatinsolvenz/burgschaft-des-ehegatten-bei-privatinsolvenz-was-passiert/

Offline global

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 1377
Re: Schulden
« Antwort #12 am: 14. April 2018, 21:53:40 »
... und was ist dein Tipp @Turbo, wenn das Inkassounternehmen nicht verhandlungsbereit ist, was in der Situation eines Bürgen leichter der Fall sein wird, weil dann der zahlungsunfähige Bürge auch ins Insolvenzverfahren getrieben wird.

Offline Turbo

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2002
Re: Schulden
« Antwort #13 am: 14. April 2018, 22:44:17 »
Zitat von: global am 14. April 2018, 21:53:40
... und was ist dein Tipp @Turbo, wenn das Inkassounternehmen nicht verhandlungsbereit ist, was in der Situation eines Bürgen leichter der Fall sein wird, weil dann der zahlungsunfähige Bürge auch ins Insolvenzverfahren getrieben wird.
Normalerweise kann man da ein bißchen pokern und mit Privatinsolvenz drohen, mit einem Bürgen an der Backe ist das aber eine ganz schlechte Option. Insofern kann es eigentlich nur heißen, entweder Raten weiter bezahlen oder aber genug Geld zusammenkratzen für einen realistischen Vergleich, der zumindest in der Nähe der 50% der Restforderung, die die Inkassofirma fordert, liegt.

Offline global

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 1377
Re: Schulden
« Antwort #14 am: 15. April 2018, 08:03:55 »
Zitat von: Turbo am 14. April 2018, 22:44:17
entweder Raten weiter bezahlen oder aber genug Geld zusammenkratzen für einen realistischen Vergleich, der zumindest in der Nähe der 50% der Restforderung, die die Inkassofirma fordert, liegt.
Dazu sollte man auch den Bürgen ins Boot nehmen, denn er hat sich ja auch als Bürge bereit erklärt, bei Zahlungsschwierigkeiten zu helfen.Dieser war sich ja bewußt, welche finanziellen Folgen auf ihn zukommen, wenn der Schuldner zahlungsunfähig wird.