Datenschutzhinweis

Dieses Internetangebot erhebt und verarbeitet Daten gemäß Art. 6 Abs. 1 Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) um seine Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Fehler zu analysieren. Näheres dazu, welche Daten dabei zu welchem Zweck und auf welcher rechtlichen Grundlage erhoben und verarbeitet werden, wie Sie dies verhindern können und zu Ihren diesbezüglichen Rechten erhalten Sie in der Datenschutzerklärung. (Wir werden Sie in regelmäßigen Abständen daran erinnern.)

Verstanden & Schließen

Autor Thema: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?  (Gelesen 731 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline whippet84

  • neu dabei
  • Beiträge: 5
Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« am: 15. April 2018, 18:15:06 »
Hallo!

Hatte während meines letzten Arbeitsverhältnisses eine Betriebliche Altersvorsorge bei einer Pensionskasse abgeschlossen. Nach Verlust des Arbeitsplatzes habe ich sie "auf Eis" gelegt. Eingezahlt wurden gute 2000,- Euro. Laut der Pensionskasse ist eine vorzeitige Auflösung nur bei wirtschaftlicher Notlage, sprich Arbeitslosigkeit, möglich. Meine Frage ist, ob eine Auflösung (müsste ich die überhaupt mitteilen?) Sinn machen würde oder ob das Geld sowieso angerechnet wird und ich nichts davon habe.

Vielen Dank für euren sachkundigen Rat im Vorraus!

Gast31592

  • Gast
Re: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« Antwort #1 am: 15. April 2018, 18:19:40 »
Wenn du es dir vorher auszahlen lässt, hat es ja nichts mit Altersvorsorge mehr zu tun. Es muss angegeben werden und wird angerechnet.

Offline global

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 1446
Re: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« Antwort #2 am: 15. April 2018, 18:20:20 »
Bist du Bezieher von ALG I oder ALG II?

Offline whippet84

  • neu dabei
  • Beiträge: 5
Re: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« Antwort #3 am: 15. April 2018, 18:23:02 »
Danke für die Antworten!

Beziehe ALG II.

Sollte ich eine Auflösung nicht angeben, hätte ich vermutlich schlechte Chancen ungeschoren davon zu kommen nehme ich an, oder?

Offline global

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 1446
Re: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« Antwort #4 am: 15. April 2018, 18:25:19 »
M.M.nach hättest du die betriebliche Altersversorgung bereits bei Antragsstellung angeben müssen.

Offline Sheherazade

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 30088
Re: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« Antwort #5 am: 15. April 2018, 18:29:24 »
Wenn du es dir vorher auszahlen lässt, hat es ja nichts mit Altersvorsorge mehr zu tun. Es muss angegeben werden und wird angerechnet.

Da fehlt noch ein Zwischenschritt. Die Auflösung muss angegeben werden. Dann ist es erst einmal eine Vermögensumwandlung. Ob davon was angerechent wird, hängt davon ab, ob noch mehr Vermögen beim TE ist. Angerechnet wird erst, was über dem Schonvermögen liegt.
Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten. (unbekannt)

Online coolio

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 47216
Re: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« Antwort #6 am: 15. April 2018, 18:39:54 »
Der Anspruch aus der Altersvorsorge ruht doch noch bei der 'Pensionskasse' ?
Kannst Du die z.B. in eine private LV umwandeln? (so kenne ich das - zumindest sinngemäss)
Ratgeber Vermögen
Alleine die Möglichkeit, diese aufzulösen sagt imho nichts über die Pflicht zur Auflösung aus.
Εν οίδα οτι ουδέν οίδα (Sokrates) alias: Scio nescire - zu deutsch: null Ahnung
Wer redet oder telefoniert, der verliert!
I'm with intelligents - hopefully!

Offline Sheherazade

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 30088
Re: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« Antwort #7 am: 15. April 2018, 18:55:26 »
Alleine die Möglichkeit, diese aufzulösen sagt imho nichts über die Pflicht zur Auflösung aus.

Ganz offensichtlich ist es aber der Wunsch des/der TE, die betriebliche Altersvorsorge auszulösen.
Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten. (unbekannt)

Offline whippet84

  • neu dabei
  • Beiträge: 5
Re: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« Antwort #8 am: 15. April 2018, 19:59:10 »
Zur Ergänzung. Die Altervorsorge wird beiträgsfrei fortgeführt momentan, falls das wichtig ist. Weitere Optionen waren private Weiterführung oder bei einem neuen Arbeitgeber. Will sie auch nicht zwingend auflösen, sondern nur die Lage klären und sehen was sinnvoll ist. Natürlich könnte ich das Geld in meiner momentanen Lage gut gebrauchen.

An Vermögen ist ansonsten nur eine Riester-Rente vorhanden, die ich auch angegeben habe.
Schonvermögen wäre 150,- Euro je vollendetem Lebensjahr (Baujahr:´84), richtig? Würde das heißen, ich könnte über diesen Betrag frei verfügen? (Sorry für die doofe Frage)
Insgesamt würde ich dieses Schonvermögen nicht übersteigen (Riester-Rente + Betriebliche AV). Mit welcher Sanktion müsste ich rechnen, falls ich diese Auflösung der betrieblichen AV mitteile, die ich vorher nicht angegeben habe?

Vielen Dank für eure Hilfe!


Gast31592

  • Gast
Re: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« Antwort #9 am: 15. April 2018, 20:32:50 »
Du musst mit keinen Sanktionen rechnen.
Man kann schonmal vergessen so etwas anzugeben.
Wichtig ist nur, dass du dich transparent und umfassend erklärst, wenn du dieses Geld als Vermögen nachmeldest.

Dann sollte es auch kein Problem sein, das als Vermögensumwandlung ohne Anrechnung abzuwickeln.

(Danke @Sheherazade, das hatte ich vergessen)

Offline global

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 1446
Re: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« Antwort #10 am: 15. April 2018, 20:37:50 »
Zitat von: whippet84 am 15. April 2018, 19:59:10
Mit welcher Sanktion müsste ich rechnen, falls ich diese Auflösung der betrieblichen AV mitteile, die ich vorher nicht angegeben habe?
http://www.gegen-hartz.de/news/fehlende-oder-falsche-angaben-im-hartz-iv-antrag

Offline whippet84

  • neu dabei
  • Beiträge: 5
Re: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« Antwort #11 am: 15. April 2018, 20:42:39 »
Danke für eure schnellen und helfenden Antworten! Echt toll!

Edit: Kurz noch eine Frage die sich mir im Nachhinein gestellt hat:

Habe im Übergang zwischen ALG I und ALG II noch eine Wohngeldzahlung (wg. langer Bearbeitungszeit verzögert) erhalten (und auch von mir beim Antrag zu ALG II angegeben als noch ausstehende Zahlung), die bereits in den Bezugszeitraum von ALG II fiel und wegen dem Zuflussprinzip angerechnet und mir dann monatlich anteilig abgezogen wurde. Wieso greift dieses Zuflussprinzip dann nicht bei der von mir angedachten Vermögensumwandlung?
« Letzte Änderung: 15. April 2018, 21:39:08 von whippet84 »

Offline MichaK

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 6395
Re: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« Antwort #12 am: 15. April 2018, 22:03:09 »
Wieso greift dieses Zuflussprinzip dann nicht bei der von mir angedachten Vermögensumwandlung?

weil Vermögensumwandlung kein Einkommen ist. Vermögen ist das, was du schon hattest, Einkommen ist das, was dazu kommt.

Offline Fettnäpfchen

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 13928
  • Optionskommune
Re: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« Antwort #13 am: 16. April 2018, 17:39:23 »
Zitat von: whippet84 am 15. April 2018, 19:59:10
An Vermögen ist ansonsten nur eine Riester-Rente vorhanden, die ich auch angegeben habe.
Schonvermögen wäre 150,- Euro je vollendetem Lebensjahr (Baujahr:´84), richtig? Würde das heißen, ich könnte über diesen Betrag frei verfügen? (Sorry für die doofe Frage)
Insgesamt würde ich dieses Schonvermögen nicht übersteigen (Riester-Rente + Betriebliche AV). Mit welcher Sanktion müsste ich rechnen, falls ich diese Auflösung der betrieblichen AV mitteile, die ich vorher nicht angegeben habe?
Kann es sein das du Schonvermögen und Altersschonvermögen durcheinander bringst.
und das privilegierte, also Altersschonvermögen, wird nicht in die Berechnung genommen bzw. erst wenn da die Freibeträge überschritten sind.

Zitat von: whippet84 am 15. April 2018, 20:42:39
Habe im Übergang zwischen ALG I und ALG II noch eine Wohngeldzahlung (wg. langer Bearbeitungszeit verzögert) erhalten (und auch von mir beim Antrag zu ALG II angegeben als noch ausstehende Zahlung), die bereits in den Bezugszeitraum von ALG II fiel und wegen dem Zuflussprinzip angerechnet und mir dann monatlich anteilig abgezogen wurde.
Ob dass überhaupt richtig ist? Zweckgebunden und auch noch so ähnlich wie Sozialleistung.
Da kenne ich mich aber leider nicht gut genug aus, unten der Thread ist auch von 20125 und ob da die Änderungen etwas neues ergeben haben  :weisnich: :
http://hartz.info/index.php?topic=52844.msg914862#msg914862
Zitat von: # 31
Ich vertrete darüber hinaus jedoch die Auffassung, dass aufgrund der Systematik der Einkommensanrechnung die Zweckidentität sehr wohl auch auf den Zuflussmonat zutreffen muss, was bei einer Wohngeldnachzahlung für zurückliegende Zeiträume nicht zutrifft.
Dieses Systematik der monatsweisen Betrachtung von Einkommen findet sich auch durchgehend in der Rechtsprechung des BSG zum SGB II.

MfG FN
Meine Beiträge beinhalten oder ersetzen keine anwaltliche Beratung oder Tätigkeit.
Für eine verbindliche Rechtsberatung und -vertretung suchen Sie bitte einen Anwalt auf.
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe. Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern. (Konfuzius)

Offline whippet84

  • neu dabei
  • Beiträge: 5
Re: Betriebliche Altersvorsorge auflösen?
« Antwort #14 am: 16. April 2018, 21:27:25 »
Kann es sein das du Schonvermögen und Altersschonvermögen durcheinander bringst.
und das privilegierte, also Altersschonvermögen, wird nicht in die Berechnung genommen bzw. erst wenn da die Freibeträge überschritten sind.

Kann sein. Da die Frage nach sonstigem Vermögen aufkam, hab ich einfach alles was ich hab (Riester+Betriebliche AV) einbezogen. Grundsätzlich war auch nur interessant für mich, wie es gehandhabt wird, wenn ich die Betriebliche AV auflösen kann. Der Betrag würde deutlich unter meinem Freibetrag des Schonvermögens liegen. Was dann wohl heißen würde, das ich es behalten dürfte, wenn ichs korrekt verstanden habe.

Der Punkt mit dem Wohngeld ist leider schon gelaufen. Hab es halt ehrlicherweise angegeben damals.

Trotzdem Danke für deine Meinung!