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Autor Thema: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?  (Gelesen 11264 mal)

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Offline mousekiller

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #15 am: 19. Juni 2018, 17:15:54 »
Am 4.7 ist eine Anhörung vor Gericht: § 157
Erörterung der Kindeswohlgefährdung; einstweilige Anordnung

Das hier meint sie sicher: https://dejure.org/gesetze/FamFG/157.html

Ganz ehrlich? Wenn es schon soweit ist und die Mutter bis dahin nicht nachweisen kann, dass sie sich in Therapie befindet sehe ich schwarz.

Insbesondere bei Alkohol und Nichteinsehbarkeit des falschen Verhaltens sehen Familienrichter keinen Grund, die Kinder bei der Mutter zu belassen.

Mein Ratschlag:
Umgehend einen Anwalt für Familienrecht suchen (es muß nicht zwingend ein Fachanwalt sein) und sich von ihm helfen lassen! Die Mutter hat je nach Einkommensituation Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe (=Prozesskostenhilfe, nur in Familiensachen gibt es keine Prozesse sondern nur Verfahren). Allein oder mit Hilfe von Freunden ist das Kind spätestens nach der Anhörung weg.
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Offline Sheherazade

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #16 am: 19. Juni 2018, 17:26:19 »
Allein oder mit Hilfe von Freunden ist das Kind spätestens nach der Anhörung weg.

Ich bin mir nicht sicher, ob genau das nicht das beste für das Kind wäre in der gegenwärtigen Situation. Solange das Kind bei ihr ist, wird die Mutter IMMER Wege finden, sich nicht ihrem Suchtproblem zu stellen. Kommt das Kind jedoch vorübergehend zu Pflegeeltern, hat die Mutter einen guten Grund, die Strapazen der Therapie durchzustehen.
Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
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Online Anne-Suvi

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #17 am: 19. Juni 2018, 17:39:44 »
Diakonie und Caritas sind wahrscheinlich auch nicht das richtige. Das ist nur 1x pro Woche. Eine Woche Gruppentherapie, die andere Woche Einzelgespräch. Das ist wenig, vor allem, wenn man eigentlich gar nicht wirklich will.

Offline Angie69

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #18 am: 19. Juni 2018, 21:07:53 »
Hallo

Mousekiller ja die Anhörung ist entsprechend deinem Link.

Also fachanwalt hat sie. Er war letzten Donnerstag da und hat ihr heute noch mal eine Liste geschickt ( hab grad kurz mit ihr gesprochen )

Sie soll ein Attest vom Hausarzt vorlegen, Leberwerte und Therapieplan.

Wie wissen nur nicht genau was er meint.

Sie sagt sie trinkt seit drei Tagen nicht. Hätte keine Probleme und braucht keine Hilfe.
Was soll ich dazu sagen? Bringt ja nichts dagegen zu reden.

Hab ihr jetzt gesagt wir rufen morgen in der Pia an und fragen was die anbieten und wie das abläuft. Wenn der Richter sagt sie muss was tun kann sie das erst mal anbieten

Dann ambulante Tagesklinik

Und wenn drauf bestanden wird hätte ich noch das mit 7 bzw 10 Tagen Klinik mit anschließen PIA

Ich will sie nicht entmutigen. Denke aber auch das sie nicht um stationär herumkommt.


Wenn das Kind wegkommt, für eine gewisse zeit, weiß ich nicht wie sie das verkraftet.

Ihre söhne sind beim Exmann. Damals waren drogen im Spiel. Der Alkohol ist ersatzsucht.
Die älteste Tochter ist grad ausgezogen zum Vater pupertät der Vater ist der leichter Weg.

Das ist alles etwas viel aufeinmal.

Ich sitze zwischen zwei Stühle, ich möchte weder das meine Freundin kaputt geht aber auch ne gute und schöne Kindheit für die kleine
Kriegt sich meine Freundin in den Griff okay, aber leider Zweifel ich daran. Ausser sie würde sich echt auf Therapie mit allem drum und dran und langfristig einlassen.

Es ist ne ganz schwierige Situation. Wäre es für mich eine Fremde wäre es leichter
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Online coolio

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #19 am: 19. Juni 2018, 21:28:36 »
Leider ist Jugendamt ein ähnliches Roulettespiel wie das JC....
Im Grunde sollte man sich bei einem Entzug/Therapie auf sich selbst konzentrieren (und auseinandersetzen)  können.
Insoweit halte ich eine zeitlich befristete Pflegefamilie begleitend für nicht die dümmste Lösung...
Halbes Jahr für beide ?
Das macht die Beziehung zum Kind nicht kaputt und hülfe evtl. der Mutter.


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Offline Angela1968

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #20 am: 19. Juni 2018, 21:30:59 »
Normalerweise gibt es einen Erzeuger/Vater fürs Kind. Was spricht dagegen wenn er sich das halbe Jahr um sein Kind kümmert?

Angela
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Online Paula

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #21 am: 19. Juni 2018, 21:36:33 »
du, ich frage mal vorsichtig nach. Das ist aber nicht die Nachbarin um die Du Dich schon so intensiv gekümmert hast. Die alkoholkranke Frau? Der man schon die Tiere weggenommen hat?

Offline Angie69

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #22 am: 19. Juni 2018, 21:37:43 »
Der Vater ist zwei Wochen vor der Geburt an Lungenkrebs gestorben. Diagnose kam als sie im vierten Monat war und sie hat ihn gepflegt bis zu letzt.

Ich hab heute nur was von 10 Tage vom Kind trennen gesagt, das war für sie schon ganz furchtbar. Obwohl das was ich gefunden habe mit der sbahn 30 Minuten entfernt ist und wie sie notfalls jeden Tag besuchen würde.

Rein sachlich habt ihr mit allem recht. Ich denke auch so, aber sobald ich nur ein bisschen andeute was mit Therapie Trennung usw zu tun habe, merkt man das das für sie zuviel ist

Paula: nein ist nicht. Keine sorge da würde ich keine Hoffnung mehr sehen
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Online Paula

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #23 am: 19. Juni 2018, 21:39:51 »
danke für die Antwort. Alles Gute der Mutter!

Offline Meph1977

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #24 am: 19. Juni 2018, 21:50:36 »
Also soviel mal vorweg. Wenn sie hochgradig abhängig ist dann muss die Entgiftung stationär erfolgen mit intensivmedizinischer Überwachung. Eine solche Entgiftung ist lebensgefährlich. Da ist weise Mäuse sehen (typisch für Alkoholentzug) noch das geringste Problem. Ich würde ihr auch nicht ohne weiteres glauben das sie die letzten 3 Tage nix getrunken hat wobei das aus der Beschreibung nicht so ganz einfach zu Beurteilen ist wie schlimm es um ihre Alkoholsucht steht.

Meine Meinung ist auch wenn sie deine Freundin ist sollte deine erste Sorge dem Kind gelten.
Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.

Offline Angie69

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #25 am: 19. Juni 2018, 22:04:39 »
Also soviel mal vorweg. Wenn sie hochgradig abhängig ist dann muss die Entgiftung stationär erfolgen mit intensivmedizinischer Überwachung. Eine solche Entgiftung ist lebensgefährlich. Da ist weise Mäuse sehen (typisch für Alkoholentzug) noch das geringste Problem. Ich würde ihr auch nicht ohne weiteres glauben das sie die letzten 3 Tage nix getrunken hat wobei das aus der Beschreibung nicht so ganz einfach zu Beurteilen ist wie schlimm es um ihre Alkoholsucht steht.

Meine Meinung ist auch wenn sie deine Freundin ist sollte deine erste Sorge dem Kind gelten.

Ich bin mir da auch nicht sicher. Kann auch nicht glauben das sie einfach so aufhören kann wie sie behauptet. Vielleicht macht es jetzt die Angst.

Und ganz ganz ehrlich ich hoffe das das Gericht auf stationär besteht und auf eine langfristige Nachsorge.
Aber das kann ich ihr nicht sagen. Ich versuche ihr beizustehen und gleichzeitig auch klar zu machen das sie Hilfe braucht. Nur aktuell ist sie komplett Neven der Spur null aufnahme fähig.
Ich mache ihr morgen eine Liste, denn sie soll ihre Chance bekommen vor Gericht und dort etwas anbieten können als letzte Chance. Bekommt sie die liegt es an ihr und wenn sie es dann vergeigt hat sie wenigstens keine ausrede mehr.
Besteht das Gericht auf die Umsetzung drei Monate stationär dann wird sie sich fügen müssen.

Das Kind ist aktuell sehr gut versorgt und quietsch fidel. Der Freund der Mutter kümmert sich um die kleine wirklich sehr gut. Sonst wäre ich nicht daheim sondern bei meiner Freundin

danke für die Antwort. Alles Gute der Mutter!

Danke lieb von dir. Ich hoffe auch das alles gut wird, für jeden auch wenn es eine harte zeit wird.

Achso also der Freund kümmert sich und wir machen grad gemeinsam die Wohnung kindersicher. Er wird meiner Freundin beistehen egal wie lang das dauert. Aber er ist zu lasch er hat zuviel Verständnis und bestärkt sie das sie nicht abhängig sei. Aber wichtig ist das Kind ist versorgt und registriert noch nicht was los ist. Gott sei dank
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Offline Angie69

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #26 am: 19. Juni 2018, 22:48:27 »
Eine Frage noch. Wenn so eine Entgiftung so gefährlich ist, also wäre es dann besser sie trinkt ein wenig. Erstmal ?

Bin da jetzt schon erschrocken. Vorallem wenn ich daran denke das sie garnicht gut ausgesehen hat.
Sie trinkt mindestens 5 Jahre, schnaps Wodka

Ich kann auch nicht glauben das das einfach so vorbei sein kann. Sie braucht schon einen gewissen Level um zu funktionieren.

Jetzt mach ich mir sorgen
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Online Paula

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #27 am: 19. Juni 2018, 23:30:42 »
das kann man nicht pauschalisieren. Es gibt Abhängige die sich "heruntertrinken" können. Und es gibt welche die von heute auf nachher auf Null gesetzt werden, mit allen Entzugserscheinungen die es so hergibt. Leider wird hier auch immer alles pauschalisiert. Ich wünsche mir so arg für die junge Mutti, dass sie (mit Deiner Hilfe) eine Einrichtung findet, wo man auf sie eingeht und wo es ihr gutgeht. Auch hier kann man so viel kaputtmachen.

Offline Meph1977

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #28 am: 20. Juni 2018, 02:12:42 »
https://de.wikipedia.org/wiki/Delirium_tremens

Das heruntertrinken funktioniert wenn überhaupt nur vorrübergehend. Die Anzahl der Personen die es auf diese Weise schaffen dauerhaft clean zu werden tendiert gegen null bestenfalls verschiebt es das Problem nur auf später.

Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.

Offline Sheherazade

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Re: Alkoholentzugstherapie wo macht man das?
« Antwort #29 am: 20. Juni 2018, 04:42:29 »
Sie trinkt mindestens 5 Jahre, schnaps Wodka

Super. Und das Kind wird jetzt 2 Jahre alt ......... Da hat die Kindeswohlgefährdung offenbar schon viel früher begonnen.

Zitat
Ihre söhne sind beim Exmann. Damals waren drogen im Spiel. Der Alkohol ist ersatzsucht.
Die älteste Tochter ist grad ausgezogen zum Vater pupertät der Vater ist der leichter Weg.

Also wieder dieser Pflegefall von dir, dachte ich mir schon.

Bei der Vorgeschichte ist die Prognose, dass sie es dieses Mal mit diesem Kind schaffen wird, denkbar schlecht. Sie will es ja noch nicht mal für das Kind versuchen.

Übrigens: Alkoholabhängige glauben wirklich daran, dass sie jederzeit aufhören können. Davon ist jeder Süchtige immer fest überzeugt.
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Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten. (unbekannt)