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Autor Thema: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?  (Gelesen 1510 mal)

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Offline Nataliya

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Hallo Leute,
Ich hab ne Frage. Muss mir Arbeitgeber  bei den ich im Nebenjob als Zeitungszustelerrin tätig bin, mein Lohn vortzahlen wenn ich krank bin?
Situation: ich bin seit 12.06.2018 krankgeschrieben. Alle Au-Nachweise sind als Kopien( Originale gingen an Hauptarbeitgeber) an dieser Arbeitgeber per Post verschickt worden. Montags kam eine Abrechnung für Juni und da wurde mir nur ein Arbeitstag abgerechnet, wo ich gearbeitet habe. Ist das ne Frechheit und Verstoß gegen §3 Entgeltvortzahlungsgesetz? Oder ich verstehe was falsch?
Was werden Sie mir empfehlen, wie ich weiter verfahren soll?
P. S. Habe schon alle AU per Mail an Arbeitgeber nochmal geschickt. Seit zwei Tagen warte ich auf eine Antwort.

Offline Orakel

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Re: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?
« Antwort #1 am: 11. Juli 2018, 20:17:30 »
Zwei Voraussetzungen müssen gegeben sein:

1. Das Arbeitsverhältnis muss mindestens vier Wochen bestehen
2. Der Arbeitgeber muss zur Teilnahme am Ausgleichsverfahren verpflichtet sein und die sogenannte Umlage 1 („Aufwendungen bei Krankheit“) zahlen
Rechtlicher Hinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.
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Offline Nataliya

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Re: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?
« Antwort #2 am: 11. Juli 2018, 21:10:12 »
Zwei Voraussetzungen müssen gegeben sein:

1. Das Arbeitsverhältnis muss mindestens vier Wochen bestehen
2. Der Arbeitgeber muss zur Teilnahme am Ausgleichsverfahren verpflichtet sein und die sogenannte Umlage 1 („Aufwendungen bei Krankheit“) zahlen
Wie kann ich erkennen ob er zu Nr. 2 verpflichtet ist?

Offline Floeti

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Re: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?
« Antwort #3 am: 11. Juli 2018, 22:22:55 »
Ich kenne es nur so, dass bei unregelmäßiger Stundenzahl die durchschnittliche Stundenzahl pro Woche bzw. Tag genommen wird. Bei Urlaub der Durchschnitt der letzten 13 Wochen und bei Krankheit, glaube ich, der Durchschnitt der letzten 12 Monate.

Offline global

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Re: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?
« Antwort #4 am: 12. Juli 2018, 09:27:18 »
Zitat von: Orakel am 11. Juli 2018, 20:17:30
Der Arbeitgeber muss zur Teilnahme am Ausgleichsverfahren verpflichtet sein und die sogenannte Umlage 1 („Aufwendungen bei Krankheit“) zahlen
Könntest du die rechtliche Grundlage dieser Aussage aufzeigen?

Zitat von: Nataliya am 11. Juli 2018, 19:56:04
Muss mir Arbeitgeber  bei den ich im Nebenjob als Zeitungszustelerrin tätig bin, mein Lohn vortzahlen wenn ich krank bin?
Ein Arbeitsverhältnis im Nebenjob ist keine Arbeit 2. Klasse, d. h. du hast die gleichen Rechte und Pflichten wie bei einem sozialversicherungspflichtigen Job. Somit muss der AG dir auch das Geld bei Krankheit, Urlaub usw. weiter bezahlen.

Offline Nataliya

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Re: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?
« Antwort #5 am: 12. Juli 2018, 09:41:16 »
Zitat von: Orakel am 11. Juli 2018, 20:17:30
Der Arbeitgeber muss zur Teilnahme am Ausgleichsverfahren verpflichtet sein und die sogenannte Umlage 1 („Aufwendungen bei Krankheit“) zahlen
Könntest du die rechtliche Grundlage dieser Aussage aufzeigen?

Zitat von: Nataliya am 11. Juli 2018, 19:56:04
Muss mir Arbeitgeber  bei den ich im Nebenjob als Zeitungszustelerrin tätig bin, mein Lohn vortzahlen wenn ich krank bin?
Ein Arbeitsverhältnis im Nebenjob ist keine Arbeit 2. Klasse, d. h. du hast die gleichen Rechte und Pflichten wie bei einem sozialversicherungspflichtigen Job. Somit muss der AG dir auch das Geld bei Krankheit, Urlaub usw. weiter bezahlen.
Das sehe ich auch so. Aber bis jetzt  kam von Arbeitgeber keine Antwort auf meine Schreiben. Nur heute Eingang auf meine Girokonto in Höhe von 2,95€

Online surasti

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Re: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?
« Antwort #6 am: 13. Juli 2018, 09:46:41 »
Hallo, ich habe vor Jahren mal Zeitungen ausgetragen, da wurde ich nach der Anzahl ausgetragener Zeitungen bezahlt. Eventuell liegt es daran? Müsste im Arbeitsvertrag vermerkt sein.

Offline Orakel

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Re: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?
« Antwort #7 am: 13. Juli 2018, 10:25:25 »
... Zeitungen ausgetragen, da wurde ich nach der Anzahl ausgetragener Zeitungen bezahlt. Eventuell liegt es daran?

Nein, daran liegt es nicht. Natürlich haben auch geringfügig Beschäftigte Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, sofern das Arbeitsverhältnis länger als vier Wochen besteht. Rechtsgrundlagen sind §§ 3 und 4 EntgFG, in besonderen Fällen § 3a EntgFG.

Wenn nach Anzahl der Zeitungen entlohnt wird, gilt: Erhält der Arbeitnehmer eine auf das Ergebnis der Arbeit abgestellte Vergütung, so ist der von dem Arbeitnehmer in der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit erzielbare Durchschnittsverdienst der Berechnung zugrunde zu legen.

Die Frage ist aber, ob der Anspruch auch tatsächlich durchsetzbar ist. Mein Hinweis auf die Umlage im Krankheitsfall (Antwort #1) zielt nämlich genau darauf ab. Zunächst ist der Arbeitgeber in der Pflicht, zahlt er die Umlage, hat er Anspruch auf Erstattung von 80 % der von ihm geleisteten Lohnfortzahlungen. Was aber wenn der Arbeitgeber selbst "am Hungertuch nagt"? In der Branche sind jede Menge schwarzer Schafe unterwegs, die sich im Grunde in jedem Rechtsstreit gelassen zurücklehnen können, weil bei ihnen ohnehin nichts zu holen ist ...
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Offline global

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Re: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?
« Antwort #8 am: 13. Juli 2018, 10:42:37 »
Zitat von: Orakel am 13. Juli 2018, 10:25:25
Was aber wenn der Arbeitgeber selbst "am Hungertuch nagt"? In der Branche sind jede Menge schwarzer Schafe unterwegs, die sich im Grunde in jedem Rechtsstreit gelassen zurücklehnen können, weil bei ihnen ohnehin nichts zu holen ist ...
In der Zeitungsbranche ist es relativ einfach nach einem gewonnenen Arbeitsgerichtsstreit an sein Geld zu kommen, da man eine Vielzahl der Kunden (Anzeigenkunden) ausfindig machen kann und diese dann als Drittschuldner angibt.


Zitat von: surasti am 13. Juli 2018, 09:46:41
, ich habe vor Jahren mal Zeitungen ausgetragen, da wurde ich nach der Anzahl ausgetragener Zeitungen bezahlt
Die Stückentlohnung dürfte wohl noch vor der Einführung des Mindestlohnes für die Verlage stammen.

Zitat von: Orakel am 13. Juli 2018, 10:25:25
Erhält der Arbeitnehmer eine auf das Ergebnis der Arbeit abgestellte Vergütung, so ist der von dem Arbeitnehmer in der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit erzielbare Durchschnittsverdienst der Berechnung zugrunde zu legen.
Mit Einführung des Mindestlohnes wäre diese Abrechnungsvariante nicht mehr statthaft, weil damit zu einer Unterlaufung des Mindestlohnes käme.

Offline Sheherazade

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Re: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?
« Antwort #9 am: 13. Juli 2018, 11:05:00 »
Mit Einführung des Mindestlohnes wäre diese Abrechnungsvariante nicht mehr statthaft, weil damit zu einer Unterlaufung des Mindestlohnes käme.

---> Hier mal ein bißchen Grundlagenwissen.
Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten. (unbekannt)

Offline Orakel

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Re: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?
« Antwort #10 am: 13. Juli 2018, 11:13:01 »
Die Stückentlohnung dürfte wohl noch vor der Einführung des Mindestlohnes für die Verlage stammen.

Mit Einführung des Mindestlohnes wäre diese Abrechnungsvariante nicht mehr statthaft, weil damit zu einer Unterlaufung des Mindestlohnes käme.

Mir ist keine Änderung des Entgeltfortzahlungsgesetzes bekannt. Dir?

Kleiner Tipp am Rande:

Entgeltfortzahlungsgesetz vom 26. Mai 1994 (BGBl. I S. 1014, 1065), das zuletzt durch Artikel 7 des Gesetzes vom 16. Juli 2015 (BGBl. I S. 1211) geändert worden ist

und

Mindestlohngesetz vom 11. August 2014 (BGBl. I S. 1348), das zuletzt durch Artikel 2 Absatz 4 des Gesetzes vom 18. Juli 2017 (BGBl. I S. 2739) geändert worden ist

Bestimmt ist dem Gesetzgeber entgangen, was dir natürlich längst aufgefallen ist. Schreib doch mal 'ne Mail an die Bundesjustizministerin ...
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Offline Quinky

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Re: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?
« Antwort #11 am: 13. Juli 2018, 11:29:39 »
Zeitungsverleger:

Allgemein wird nach wie vor nach Stücklohn bezahlt.

Damit jedoch der Mindestlohn erfüllt wird, wird von vielen im Arbeitsvertrag ein Passus eingefügt, hier einer:

Ergibt sich für einen Kalendermonat, dass das Entgelt aus den Stücklöhnen geringer ist als der für diesen Kalendermonat zu zahlende Mindestlohn nach dem MiLoG, so wird das Entgelt entsprechend um den Differenzbetrag erhöht.

DAMIT ist dem Gesetz Genügegetan!

Jedoch, jetzt kommt die Krux:

Jetzt wird die Regelarbeitszeit ermittelt, hierbei jedoch sind Vorgabezeiten gegeben, die völlig ins Reich der Fantasie gehören, nicht jedoch die Wirklichkeit wiederspiegeln.
Beispiel:
Rüstzeit (in meinem Vertrag stehend)
Eintreffen an der Arbeitsstelle, Übernahme der Pakete und Überprüfung des Lieferscheines, Entpackun, Vorsortierung und Beladung (des Austragungskarrens).
0,1 - 0,12 Sek./Stück
d.h. jetzt Übersetzung in die Realität:
Anlieferung von 10 Paketen a´jeweils 15 Zeitungen, liegen kreuz und quer innerhalb eines jeden Paketes, innliegend Werbungen fallen teilweise aus den Zeitungen heraus bei Öffnung des Paketes, 3-fach Umbändelung entfernen, Sortierung damit die Werbungen ordnungsgemäß in der Zeitung liegen, 2maliges Befüllen des Austragungskarrens (da bei einer Austragung durch Gewicht und Umfang nicht alle Zeitungen mitgenommen werden können.
Für SÄMTLICHE Arbeitsgänge werden exakt 15-18 SEKUNDEN!!!! Vorgabezeit ermittelt und nur diese 15/18 Sekunden = 4 Cent Lohn wird tatsächlich bezahlt. Die tatsächliche Arbeitszeit hierfür beträgt ca. 6-8 Minuten (d.h. mind. 24fach), d.h. es wird ein Stundenlohn von 8,84 : 24 = ca. 35 Cent bezahlt.
Lässt sich der Austräger jetzt alles gefallen, ist er der Betrogene.

Jetzt kommt die Besonderheit:
JEDER Austräger der sich wehrt, bekommt den tatsächlichen Lohn bezahlt (Damit es niemals zum Gerichtstermin kommt). Da aber weniger als 10% der Austräger sich wehren, verdienen sich die Zeitungsverleger "dumm und dämlich" und bekommen ihre BETRUGSMASCHE einschl., gigantischem Sozialbetrag durch, und es "kräht kein Hahn danach".

Gruß
Ernie

P.S. Entgeltfortzahlung bei Krankheit UND Urlaub ist gesetzlich vorgeschrieben!!!

Offline Nataliya

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Re: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?
« Antwort #12 am: 14. Juli 2018, 23:19:21 »
Zeitungsverleger:

Allgemein wird nach wie vor nach Stücklohn bezahlt.

Damit jedoch der Mindestlohn erfüllt wird, wird von vielen im Arbeitsvertrag ein Passus eingefügt, hier einer:

Ergibt sich für einen Kalendermonat, dass das Entgelt aus den Stücklöhnen geringer ist als der für diesen Kalendermonat zu zahlende Mindestlohn nach dem MiLoG, so wird das Entgelt entsprechend um den Differenzbetrag erhöht.

DAMIT ist dem Gesetz Genügegetan!

Jedoch, jetzt kommt die Krux:

Jetzt wird die Regelarbeitszeit ermittelt, hierbei jedoch sind Vorgabezeiten gegeben, die völlig ins Reich der Fantasie gehören, nicht jedoch die Wirklichkeit wiederspiegeln.
Beispiel:
Rüstzeit (in meinem Vertrag stehend)
Eintreffen an der Arbeitsstelle, Übernahme der Pakete und Überprüfung des Lieferscheines, Entpackun, Vorsortierung und Beladung (des Austragungskarrens).
0,1 - 0,12 Sek./Stück
d.h. jetzt Übersetzung in die Realität:
Anlieferung von 10 Paketen a´jeweils 15 Zeitungen, liegen kreuz und quer innerhalb eines jeden Paketes, innliegend Werbungen fallen teilweise aus den Zeitungen heraus bei Öffnung des Paketes, 3-fach Umbändelung entfernen, Sortierung damit die Werbungen ordnungsgemäß in der Zeitung liegen, 2maliges Befüllen des Austragungskarrens (da bei einer Austragung durch Gewicht und Umfang nicht alle Zeitungen mitgenommen werden können.
Für SÄMTLICHE Arbeitsgänge werden exakt 15-18 SEKUNDEN!!!! Vorgabezeit ermittelt und nur diese 15/18 Sekunden = 4 Cent Lohn wird tatsächlich bezahlt. Die tatsächliche Arbeitszeit hierfür beträgt ca. 6-8 Minuten (d.h. mind. 24fach), d.h. es wird ein Stundenlohn von 8,84 : 24 = ca. 35 Cent bezahlt.
Lässt sich der Austräger jetzt alles gefallen, ist er der Betrogene.

Jetzt kommt die Besonderheit:
JEDER Austräger der sich wehrt, bekommt den tatsächlichen Lohn bezahlt (Damit es niemals zum Gerichtstermin kommt). Da aber weniger als 10% der Austräger sich wehren, verdienen sich die Zeitungsverleger "dumm und dämlich" und bekommen ihre BETRUGSMASCHE einschl., gigantischem Sozialbetrag durch, und es "kräht kein Hahn danach".

Gruß
Ernie

P.S. Entgeltfortzahlung bei Krankheit UND Urlaub ist gesetzlich vorgeschrieben!!!
Alles richtig, nur bei mir  für die Berechnung meines Lohnes spielt dieses vom PC ausgerechnete Zeit wenn ich tatsächlich arbeite nicht, sondern tatsächliche Zeit, die ich für komplette Austragung brauche. Z. B. Vom PC  wird 1,42 St. vorgeschlagen, ich brauche tatsächlich 3 St. Diese 3 Stunden  werden bezahlt.
Wenn ich wenn ich krank bin, dann zahlt AG anscheinent gar nicht.
Was soll ich jetzt tun? Anwalt einschalten? Wird dies Erfolg haben?

Offline global

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Re: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?
« Antwort #13 am: 14. Juli 2018, 23:39:09 »
Zitat von: Nataliya am 14. Juli 2018, 23:19:21
Was soll ich jetzt tun? Anwalt einschalten? Wird dies Erfolg haben?
1. Du schreibst deinen AG liebevoll an, der er sicherlich die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall übersehen hat und wartest erst einmal ab.
2. Sollte er nicht reagieren, eine kurze Frist setzen (1 Woche).
3. Sollte dann immer noch keine Reaktion erfolgen, gehst du zum Arbeitsgericht und reichst Klage ein.
Die Rechtsbehelfsstelle hilft dir dabei. Da brauchst du keinen Anwalt. Das ist dort Standardsache.
« Letzte Änderung: 15. Juli 2018, 00:02:04 von global »

Offline Nataliya

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Re: Entgeldvortzahlung bei Nebentaetigkeit im Fall der Krankheit?
« Antwort #14 am: 15. Juli 2018, 05:00:40 »
... Zeitungen ausgetragen, da wurde ich nach der Anzahl ausgetragener Zeitungen bezahlt. Eventuell liegt es daran?

Nein, daran liegt es nicht. Natürlich haben auch geringfügig Beschäftigte Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, sofern das Arbeitsverhältnis länger als vier Wochen besteht. Rechtsgrundlagen sind §§ 3 und 4 EntgFG, in besonderen Fällen § 3a EntgFG.

Wenn nach Anzahl der Zeitungen entlohnt wird, gilt: Erhält der Arbeitnehmer eine auf das Ergebnis der Arbeit abgestellte Vergütung, so ist der von dem Arbeitnehmer in der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit erzielbare Durchschnittsverdienst der Berechnung zugrunde zu legen.

Die Frage ist aber, ob der Anspruch auch tatsächlich durchsetzbar ist. Mein Hinweis auf die Umlage im Krankheitsfall (Antwort #1) zielt nämlich genau darauf ab. Zunächst ist der Arbeitgeber in der Pflicht, zahlt er die Umlage, hat er Anspruch auf Erstattung von 80 % der von ihm geleisteten Lohnfortzahlungen. Was aber wenn der Arbeitgeber selbst "am Hungertuch nagt"? In der Branche sind jede Menge schwarzer Schafe unterwegs, die sich im Grunde in jedem Rechtsstreit gelassen zurücklehnen können, weil bei ihnen ohnehin nichts zu holen ist ...
Zu U1: Der AG beschäftigt allein in meiner Stadt um die 40-50 Zusteller (Ausgehend  von Rechnung 15000 Haushalte: "durchschnittlich 300 Stück pro Zusteller) Und der Vertribsbezirk von AG ist noch größer als mein Stadt. Plus dazu die MA, die dort hauptberuflich arbeiten. Deswegen denke ich dass der AG nicht zu" U1" verpflichtet ist.
Was ist in diesem FALL? Wie gehe ich weiter vor?