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Autor Thema: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen  (Gelesen 5752 mal)

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Offline xavier1975

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Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« am: 19. Juli 2018, 11:59:36 »
Hallo,
ich bin neu hier. Danke im Voraus, dass Ihr mir hier helfen könnt.
Hätte auch gleich ne Frage.
Ich musste aus persönlichen Gründen zu meinen Eltern ziehen. Dort wohne ich in einem Zimmer und zahle momentan nur einen kleinen Pauschalbetrag für die Unkosten wie Strom, Wasser, Abwasser usw.
Ich durfte nun gestern auf dem Amt antanzen. Eigentlich wollte ich nur ne Kleinigkeit wissen bzgl. evtl. Hinzuverdienen. Ich hatte jedoch das Glück an eine top gelaunte Mitarbeiterin zu gelangen, die dann noch eine zweite hinzuzog.
Resultat: Meine Anfrage wurde vollständig abgeschmettert, mir aber dann dafür Vorwürfe gemacht, dass ich angeblich irgendwelche verdeckte Einnahmen hätte. Dies wurde u.a. damit begründet, dass ich beispielsweise für einen Bekannten bzw. für Verwandte auch mal was bei Ebay bestellt hab. (Gutmütigkeit zahlt sich eben doch nie aus!) Es wurde der Vorwurf geäußert, dass ich z.B. Kleidung, die ich für mich günstig über Ebay erworben habe, teuer weiterverkaufen würde. Da will man bei dem bisschen Geld, dass man hat, sparen und wird dann so angegangen.
Angeblich würde ich auch "irgendwelche falschen Kto-Auszüge" einreichen. Sie wollen jetzt nochmal aktuelle Kto-Auszüge von mir haben, als Kopie bzw. sie kopieren die dann.
Die Mitarbeiterin meinte dann noch ganz frech: "Sie erhalten das alles schriftlich! Auf die Stellungnahme bin ich dann gespannt!"
Ich wurde regelrecht "ausgezogen". So musste ich z.B. genau angeben, wie ich derzeit wohne, wie groß das Haus meiner Eltern ist usw.  Auch den Ebay-Namen musste ich angeben.

Sind solche Fragen und Unterstellungen zulässig?


Danke

Online Orakel

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Re: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« Antwort #1 am: 19. Juli 2018, 12:09:14 »
Schriftliche Aufforderung zur Mitwirkung abwarten und sachlich darauf reagieren!
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Online NevAda

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Re: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« Antwort #2 am: 19. Juli 2018, 12:21:58 »
Sind solche Fragen und Unterstellungen zulässig?
Du hättest auf vieles nicht antworten müssen (und sollen). Sagt Dir ja Dein gesunder Menschenverstand schon. Alles, was Du (freiwillig!) gesagt hast, steht jetzt in Deiner Akte. Pech. Ist so. Wenn Du Fragen zum (angekündigten) Schreiben hast, melde Dich hier ruhig wieder (bevor Du was machst!).

Wie wäre Deine Frage zum Hinzuverdienst (falscher Ansatz btw...) gewesen?

Online Orakel

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Re: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« Antwort #3 am: 19. Juli 2018, 12:27:37 »
Wenn mich jemand "bzgl. evtl. Hinzuverdienen" fragt, bekomme ich auch regelmäßig spitze Ohren ...   :zwinker:
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Online Ben

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Re: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« Antwort #4 am: 19. Juli 2018, 12:32:11 »
Wenn mich jemand "bzgl. evtl. Hinzuverdienen" fragt, bekomme ich auch regelmäßig spitze Ohren ...   :zwinker:

Solange nicht noch was anderes spitz wird..

Offline xavier1975

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Re: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« Antwort #5 am: 19. Juli 2018, 12:36:15 »
Ich wollte einfach fragen, wie es ist, falls ich noch was zuverdienen kann. Wie ich das angeben soll.

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Re: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« Antwort #6 am: 19. Juli 2018, 12:40:19 »
ALG2 ist kein Bedingungsloses Grundeinkommen. Sondern eine Hilfe in der Not, möglichst kurzfristig, wenn Menschen nicht selbst vollständig für ihren Lebensunterhalt aufkommen können.
Reihenfolge:
Du verdienst. Zu wenig? Okay, kriegst vom JC was dazu.
Aber nicht andersrum...

Wie Du das melden musst? Sobald Du den Arbeitsvertrag unterschrieben hast (Du und AG), teilst Du das dem JC (per VÄM) mit.

Und sobald Du dann eine Stelle gefunden hast, die Dir so viel einbringt, dass Du gar nicht mehr auf ALG2 angewiesen bist, machst Du das genau so.

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Re: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« Antwort #7 am: 19. Juli 2018, 12:41:39 »
Das SGB II kennt keinen "Hinzuverdienst" - nur anrechenbares Einkommen!

Formular zum Mitteilen von Änderungen, zum Beispiel bei Arbeitsaufnahme
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Offline xavier1975

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Re: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« Antwort #8 am: 23. Juli 2018, 09:00:53 »
Hallo,
Schreiben kam schon!
Ich soll jetzt u.a. erklären, warum ich für meinen Sohn die Kfz-Versicherung vorlege.
Ebenso soll ich erklären, warum ich an eine Gemeindeverwaltung Zahlungen geleistet hab.
Verstehe echt nicht, warum das für die Sachen relevant sein soll.
Ist das echt wichtig, dass ich für Ummeldung an die Gemeinde Geld gezahlt hab?
Außerdem soll ich - nochmal - Kontoauszüge vorlegen?!
Die gesamten Unterlagen haben die allesamt schon kopiert!
Ich hab echt keine Lust mehr auf den Laden!!!

Offline The Witch

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Re: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« Antwort #9 am: 23. Juli 2018, 10:08:12 »
Zitat von: xavier1975 am 23. Juli 2018, 09:00:53
Ich hab echt keine Lust mehr auf den Laden!!!

Tja ... da gibt es eine ganz einfache Lösung: Arbeit suchen und auf Leistungen des Ladens verzichten.

Offline xavier1975

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Re: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« Antwort #10 am: 23. Juli 2018, 10:20:44 »
Tja …. wenn man gesund wäre, könnte man das!

Online NevAda

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Re: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« Antwort #11 am: 23. Juli 2018, 15:51:46 »
Alle gesunden ALG2-LB sind also selber schuld und faul?

Offline blaumeise

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Re: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« Antwort #12 am: 23. Juli 2018, 16:59:34 »
Zitat von: xavier1975 am 23. Juli 2018, 09:00:53
Ebenso soll ich erklären, warum ich an eine Gemeindeverwaltung Zahlungen geleistet hab.
[...]
Ist das echt wichtig, dass ich für Ummeldung an die Gemeinde Geld gezahlt hab?
Nein. Wofür du dein Geld ausgibst, ist für das JC nicht relevant. Es sei denn, sie erkennen, dass du z. B. regelmäßg etwas für eine Lebensversicherung zahlst, die du andererseits nicht angegeben hast. Das wäre leistungsrelevant. Wenn das JC wissen will, warum du an eine Gemeindeverwaltung Zahlungen geleistest hast, muss es das schriftlich begründen, und zwar ganz konkret, warum und wofür es diese Daten benötigt.

Zitat von: xavier1975 am 23. Juli 2018, 09:00:53
Außerdem soll ich - nochmal - Kontoauszüge vorlegen?!
Die gesamten Unterlagen haben die allesamt schon kopiert!
Dann wäre das eine unzulässige doppelte Datenerhebung. Wenn das JC das nicht weiter begründet hat, könntest du z. B. dem JC - nachweislich schriftlich natürlich - mitteilen, dass die angeforderten Unterlagen bereits in Kopie vorliegen. Eine erneute Vorlage wäre eine unzulässige doppelte Datenerhebung. In demselben Schreiben kannst du eine Begründung für die Datenerhebung verlangen in Sachen Zahlung an die Gemeindeverwaltung. Das JC muss darlegen, inwiefern das leistungsrelevant ist.

Zitat von: xavier1975 am 23. Juli 2018, 09:00:53
Ich soll jetzt u.a. erklären, warum ich für meinen Sohn die Kfz-Versicherung vorlege.
Dazu kann ich nichts sagen, damit kenne ich mich nicht aus.


Alle gesunden ALG2-LB sind also selber schuld und faul?
Oh Mann ...

Offline xavier1975

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Re: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« Antwort #13 am: 01. August 2018, 12:09:30 »
Danke schon mal für die vielen netten, kreativen, hilfreichen und nachvollziehbaren Tipps. Das hilft mir echt schon weiter.  :smile: :clever:


Und der "überflüssige" Kommentar, von wegen "alle gesunden …. selbst schuld" hat niemand gesagt!!!!! Es war lediglich auf die Aussage, von wegen "Arbeit suchen …..", bezogen. Jeder kann in diese Situation kommen. Bei mir war der Grund u.a. eine missratene OP! Also von wegen einfach Arbeit suchen. Wohl dem, der es überhaupt gesundheitlich noch schafft.

Offline Coffee

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Re: Schikane und Unterstellungen durch JC Mitarbeiterinnen
« Antwort #14 am: 02. August 2018, 08:12:03 »
Du musst die zumüllen.

Via e-post der Deutschen Post kannst du bis zu 10 Seiten pro Fax kostenlos versenden.
Mit Sendebericht und Abbildung der ersten Seite.

Eines der größten Probleme vieler Leistungsbezieher ist der, das sie leider nicht in der Lage sind ihre Unterlagen (was den Leistungsbezug betrifft) ordentlich zu verwalten.
Um gegen ein JC gegenzuhalten muß das 100 %ig sein.

Wenn die Unterlagen digitalisiert sind, ist es ja kein problem diese schnell dem JC zuzufaxen wenn sie diese haben wollen.

In Fällen wo systematisch mit angeblich "nicht eingegangenen Unterlagen" gearbeitet wird, empfiehlt es sich das JC zuzumüllen.
Einfach das Fax 5 fach rausschicken und das mehrere tagelang. (Kostet ja nichts)

Und Fragen. 99,9 % sind dem Gesetz nach juristische Laien.
Immer nachfragen, per Fax.
Die wollen dich beschäftigen und du kannst sie auch beschäftigen.