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Autor Thema: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt  (Gelesen 989 mal)

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Offline Minniemouse

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Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« am: 13. Oktober 2018, 22:05:19 »
Liebe Leser dieses Forums,

als ich heute am frühen Nachmittag von der Arbeit nach Hause kam und den Briefkasten öffnete, fand ich zu meinem Entsetzen einen braunen Brief, der sich als PZU vom Jobcenter entpuppte. Als ich diesen mit zittrigen Finger öffnete, war zu meinem Erstaunen nur ein popeliger Vermittlungsvorschlag drin.

Meine Frage hierzu: Ist es wirklich üblich, Vermittlungsvorschläge als PZU zu versenden? Bislang bekam ich diese Dinger ganz normal in den grauen Briefumschlägen zugeschickt.

Und dann noch eine andere Sache, die mich gewaltig ärgert: Links oben auf dem Umschlag war ein riesengroßer Stempelaufdruck mit dem Absender des Jobcenters. Da ich ja noch nicht zu Hause war und somit die PZU persönlich in Empfang nehmen konnte, hat auf der rechten Seite des Briefes der Postbote vermerkt: " Zugestellt am 13.10.2018 und unterschrieben und das noch mit einem Deutsche Post-Kleber verziert.

So, jetzt weiß also mein Postbote, dass ich Alg2-Empfängerin bin. ( genauer gesagt: Aufstockerin)  Ist doch toll, oder? Wo ist da der Datenschutz? Da ich bislang allen Aufforderungen mich zu bewerben stets nachgekommen bin, halte ich einen Vermittlungsvorschlag per PZU für maßlos überzogen und unsinnig. Aber warum macht das Jobcenter so etwas?

Viele Grüße
Minniemouse

Online coolio

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Re: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« Antwort #1 am: 13. Oktober 2018, 22:10:08 »
schau mal auf den Sachbearbeiter. Ist das ein neuer/anderer?
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Die Angelegenheit mit der mittelbaren Diskriminierung würde ich den Datenschutzbeauftragten (Land/Bund - nicht JC) vorlegen.
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Online Anne-Suvi

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Re: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« Antwort #2 am: 13. Oktober 2018, 22:17:33 »
Wenn das JC Post im normalen Fensterumschlag verschickt, ist der Absender auch im Fenster lesbar.

Offline Minniemouse

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Re: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« Antwort #3 am: 13. Oktober 2018, 22:27:01 »
@coolio
Nein, es ist kein neuer Sachbearbeiter. Es ist nur diese eine Person, die von Anfang an für mich zuständig ist. Ich habe zu diesem Herrn eigentlich ein ganz lockeres und freundliches Verhältnis. Er schickt mir relativ wenige Vermittlungsvorschläge zu, da er stets darauf achtet, ob dieser Job auch wirklich auf mich halbwegs passgenau zugeschnitten ist. Um so erstaunter war ich, dass ich mich jetzt bei einer Zeitarbeitsfirma bewerben muss, für eine Tätigkeit, die ich noch nie gemacht habe und eigentlich ein voller Griff ins Klo ist. Das passt irgendwie nicht zu ihm. Aber er war es definitiv, der mir diesen Schrott zugeschickt hat

Online coolio

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Re: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« Antwort #4 am: 13. Oktober 2018, 22:36:07 »
Magst Du den VV mal lesen lassen (anonymisiert)?
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ZAF und ersatzweise Sanktionmöglichkeit passen durchaus auch zu dem gelben Brief  :no:
Sprich: die wollen so oder so Geld sparen oder brauchen dringend eine Weihnachtsfeier von der subventionierten ZAF.....   :teuflisch:
-----------
Ich habe ja 'meinen' GF mal nachdrücklich schriftlich an das Wirtschaftlichkeitsgebot, das das JC dem Steuerzahler schuldet, erinnert.
Seitdem bleiben solche Mätzchen aus!
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Zu dem VV vorab:
Zumutbarkeitskriterien nach § 10 SGB II bei Jobs und Maßnahmen zur Eingliederung

Ich bin mir fast sicher: mindestens einer meiner gedanklichen Ansätze greift hier!

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Offline Minniemouse

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Re: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« Antwort #5 am: 13. Oktober 2018, 22:54:54 »
@coolio
Leider habe ich nicht die Möglichkeit den Wisch einzuscannen.

Aber mal ein ein paar Infos: Sagenhafter Stundenlohn von 9,49 Euro brutto; Vollzeit 40 Stunden/Woche; Arbeitsbeginn sofort - befristet auf 2 Monate - unbefristetes Arbeitsverhältnis möglich.

Da ich ja eine Teilzeitstelle ( auf Minijobbasis)  bekleide, müsste ich erst mal diese kündigen und dabei natürlich auch die gesetzlichen Kündigungsfristen wahren. ( Einen Dreck werde ich tun)  Was ich zusätzlich brauche ist kein Vollzeitjob, sondern nur eine Stelle, bei der ich über die 450 Euro-Marke rutsche, so dass ich meine jetzige Tätigkeit behalten kann und somit zwei Arbeiten ausübe. Das reicht mir. KdU entfällt, da mein Bruder die Warmmiete zahlt. Auch das weiß mein Sachbearbeiter.

Online coolio

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Re: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« Antwort #6 am: 13. Oktober 2018, 23:00:18 »
Handyfoto?
Ich sag ja- die wollen sanktionieren - da wäre es schon wichtig die beiden Arbeitsverhältnisse abzugleichen.
Die Fehler in dem VV sind erwartbar....
aber nur mit rumraten halt auch nicht erledigt.
(Siehe Zumutbarkeit)
Wären denn die 2 Monate SV-pflichtig?
Die 9,xx € dürfte der neue Mindestlohn sein.
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Offline Minniemouse

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Re: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« Antwort #7 am: 13. Oktober 2018, 23:17:29 »
@coolio
zuerst einmal ein herzliches Dankeschön für Deine Hilfe.

Handyphoto? Das geht auch nicht, denn ich besitze kein Handy.

Die zwei Monate wären natürlich auch sozialversicherungspflichtig. Danach würde es sich entscheiden, ob eine Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis möglich ist, oder nicht. Da ich weder auf diesen Job, noch auf eine Zeitarbeitsfirma als Arbeitgeber Bock habe, sehe ich es nicht ein, meine jetzige, sichere Arbeit, die mir auch noch Spaß macht, wegen zwei Monaten aufs Spiel zu setzen und danach erst recht arbeitslos zu sein. Zumutbar wäre die Tätigkeit schon, und es ist mir klar, dass ich mich bewerben muss. Ich hoffe halt nur, dass wenn ich meine jetzige Arbeit im Lebenslauf erwähne und dann noch in Klammern unbefristet und ungekündigt schreibe, ich für die Verleihfritzen uninteressant bin. Darüber hinaus ( auch das steht im tabellarischen Lebenslauf drin) übe ich seit mehr als drei Jahren eine ehrenamtliche Tätigkeit aus. Auch diese werde ich nicht aufgeben.

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Re: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« Antwort #8 am: 13. Oktober 2018, 23:31:13 »
Zumindest das Ehrenamt musst Du in jedem Fall 'ausklammern'.
---------
Die Angelegenheit hier (Sanktion) ist mir zu kitzlig, um ohne nähere Kenntnis an irgendeiner Stelle zu- oder abzuraten.
Natürlich wird die ZAF nicht verlängern
Natürlich gibts eine Probezeit
Natürlich darfst Du Deine Bedürftigkeit (auch langfristig) nicht erhöhen (- wenn absehbar beide Jobs weg sind)
---------
Was mir aber gerade einfällt:
Mit 451€ wäre Dein Minijob SV-pflichtig (und sogar noch für den AG günstiger)....
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Re: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« Antwort #9 am: 13. Oktober 2018, 23:39:33 »
Ja, das stimmt - aber leider verdiene ich bei 6 Stunden die Woche und einem Stundenlohn von 12,5 Euro nur 300 Euro im Monat. Auch mit der Tatsache, dass ein Quartal 13 Wochen hat und ich in manchen Monaten mehr verdiene plus Urlaubs-und Weihnachtsgeld komme ich niemals über die 450 Euro hinaus. Mein Arbeitgeber ist eine Familie, bei der ich als Haushaltshilfe angestellt bin.

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Re: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« Antwort #10 am: 13. Oktober 2018, 23:47:11 »
Ruf doch Deinen 'Freundlichen' mal an und frag ihn, was der Sch... soll!
Hab auch schon erlebt, daß der einen VV wortlos/kommentarlos in den Papierkorb gestopft hat.

Du bist in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis - ist doch ein Argument gegenüber einer befristeten 2-monatigen Beschäftigung?
Auf "Möglichkeiten" in der Zukunft kann man sich wohl kaum bewerben müssen?
Weiss eh jeder, daß das glatt gelogen ist von der ZAF.
Die wollen nach den 2 Monaten eine neue Provision. (kleines Einmaleins des Arbeitsmarktes, dessen Abzocker)
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Re: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« Antwort #11 am: 14. Oktober 2018, 00:01:40 »
Anrufen glaube ich, geht nicht mehr. Früher war auf den Schriftstücken des JC rechts oben unter dem Namen des Sachbearbeiters stets die Durchwahlnummer angegeben. Jetzt steht da an der Stelle: " Rückfragen richten Sie bitte an den Telefonservice für Arbeitnehmerfragen" ( und dann die entsprechende Nummer)

Ich habe erst kürzlich probiert die Dame von der Leistungsabteilung, die für mich zuständig ist, mal direkt anzurufen. ( Das ging früher problemlos)  Da war ich in der Tat mit dieser Zentrale verbunden. Auf meine Bitte, ob sie mich mit Frau Soundso verbinden könne, bekam ich die Antwort, dass das jetzt nicht mehr möglich sei. Der Grund ist der, dass die Sachbearbeiter vor lauter Anrufe nicht mehr zu ihrer eigentlichen Arbeit kämen, da sie permanent abgelenkt werden. Man muss persönlich vorbeikommen und bei der Information einen Termin mit den entsprechenden Sachbearbeitern vereinbaren.

Online coolio

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Re: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« Antwort #12 am: 14. Oktober 2018, 00:16:55 »
morgen schnell einen Scan/lesbares Foto bei Verwandten/Bekannten/Freunden erstellen?
Und Dir selbst als mail-Anhang schicken?
Ich kann Dir schon was schreiben... das wäre aber angesichts der/meiner  Informationslage ggf. auch Harakiri für Dich.

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Offline NevAda

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Re: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« Antwort #13 am: 14. Oktober 2018, 09:12:18 »
Warum bewirbst Du Dich nicht einfach?
Sollte es zu einem Gespräch kommen, sprichst Du Deine (Minijob-)Arbeitszeiten an, kannst ruhig dazu sagen, dass Du den für einen 2-Monats-Job natürlich nicht kündigen kannst. Gut ist.
Ich würde da vorher nicht so ein Brimborium machen, was riskieren. Eine Bewerbung, die Dir nicht wichtig ist, geht doch schnell...

Offline zugchef werner

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Re: Vermittlungsvorschlag als Postzustellungsurkunde versandt
« Antwort #14 am: 14. Oktober 2018, 16:10:24 »
Zitat von: Minniemouse am 14. Oktober 2018, 00:01:40
Anrufen glaube ich, geht nicht mehr.
Macht auch keinen Sinn, denn im Zweifel erinnert sich kein SB mehr an das Gespräch.
Rechtlich gesehen wirst du dich Bewerben müssen, oder eine Sanktion riskieren.
Leider ist auch die Art der Zustellung vom VV zulässig.

Den Rest musst du bei der Leihbude klären um evtl. aus der Nummer raus zu kommen.
Wenn du sofort anfangen sollst, geht nicht weil du Kündigungsfristen einhalten musst.
Für was späteres unklares, bei der ZAF würde ich den festen Job auch nicht Aufgeben.
Also auch keine Personalbögen, vor Ort Ausfüllen, ist eine freie Entscheidung.