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Autor Thema: Anrechenbare Einkünfte Bedarfsgemeinschaft  (Gelesen 2840 mal)

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Offline Sheherazade

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Re: Anrechenbare Einkünfte Bedarfsgemeinschaft
« Antwort #15 am: 01. November 2018, 16:27:37 »
Ist er nun immatrikulierter Student oder nicht? Dem Jobcenter ist es nämlich ziemlich egal ob er seinen Lebensunterhalt als Werkstudent oder als Bafög-Student decken kann, er ist vom Leistungsbezug ausgeschlossen. Deshalb erscheint sein Einkommen auch nicht auf dem Berechnungsbogen.
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Online SantanaAbraxas

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Re: Anrechenbare Einkünfte Bedarfsgemeinschaft
« Antwort #16 am: 01. November 2018, 16:39:10 »
Diese Infos kennt ihr sicher schon:

https://www.studentenwerke.de/de/arbeitslosengeld2

Ich meine, ab August 2016 gab es Änderungen bezüglich Studium und ALG II.

Zum Berechnungsbogen - zahlt ihr tatsächlich 60€ Heizkosten? In der Berechnung wird ja die Hälfte anteilig aufgeführt, allerdings in Klammern "dezentrale Warmwasserbereitung". Hierfür müsste es einen Mehrbedarf geben in Höhe von ca. 9,60€ monatlich.

Offline Sensoriker

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Re: Anrechenbare Einkünfte Bedarfsgemeinschaft
« Antwort #17 am: 01. November 2018, 17:14:45 »
Wenn dein Freund niicht Leistungsberechtigt, da Student, ist die Berechnung so richtig.

Sollte er allerdings Anspruch haben (Promotionsstudent?? das müssen andere klären.) würde das folgendmaßen aussehen.

Anspruch
RS - 374,-
RS - 374,-
Miete - 740,-
Heizung - 60,-

Bedarf - 1548,-

Einkommen Netto 969,- minus 305,40 (Freibeträge vom Brutto: 100,- + 20% von 900,- + 10% von 254,-) = 663,60 Anrechnenbares Einkommen

Bedarf = 884,40


Ansonsten. Mit knapp 1000,- für 2 Personen nach abzug der Miete kommt ihr nicht klar. Kann ich auch nicht nachvollziehen.
und
Mein Partner hat noch Bafög-Schulden, die demnächst fällig sind (das lag dem Jobcenter übrigens auch vor), sodass er mich unmöglich unterstützen kann.
Ihr lebt zusammen und seit eine BG also wird er das wohl müssen.

Sensoriker
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Online SantanaAbraxas

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Re: Anrechenbare Einkünfte Bedarfsgemeinschaft
« Antwort #18 am: 01. November 2018, 17:17:42 »
Zitat von: Sensoriker am 01. November 2018, 17:14:45
Einkommen Netto 969,- minus 305,40 (Freibeträge vom Brutto: 100,- + 20% von 900,- + 10% von 254,-) = 663,60 Anrechnenbares Einkommen

10% Freibetrag gibt es bis 1.200€, bis 1.500€ bei zu berücksichtigendem Kind (auch außerhalb der BG) - also hier 10% von 200€.

Bleibt die Frage wegen des Mehrbedarfs für dezentrale Warmwasserbereitung.

Offline Sensoriker

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Re: Anrechenbare Einkünfte Bedarfsgemeinschaft
« Antwort #19 am: 01. November 2018, 17:40:19 »
ups stimmt. Danke für die Richtigstellung.

Dann Bedarf = 879,-

Sensoriker

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Offline KimGoldi

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Re: Anrechenbare Einkünfte Bedarfsgemeinschaft
« Antwort #20 am: 02. November 2018, 18:34:41 »
Vielen Dank für Eure Antworten.

Also laut Gesetzt ist es so, dass ein Promotionsstudium nicht Bafög-fähig ist, Promotionsstudenten entsprechend Anrecht auf ALG II haben.
Ich werde mal einen Widerspruch einlegen und dann schauen wir mal, was dabei rauskommt.
Ich halte Euch auf dem Laufenden, dann gibt es für so einen Fall auch Erfahrungswerte.

Ich weiß wirklich nicht, wie man mit so wenig Geld gut auskommen kann...
Man hat ja meist noch Versicherungen usw. zu laufen...
Vllt kommt es auch auf die Stadt an, in der man lebt.
Aber Hut ab vor allen, die das so gut hinbekommen!!

Euch allen ein schönes Wochenende!

Offline Floeti

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Re: Anrechenbare Einkünfte Bedarfsgemeinschaft
« Antwort #21 am: 02. November 2018, 19:39:10 »
Zitat von: KimGoldi am 02. November 2018, 18:34:41
Also laut Gesetzt ist es so, dass ein Promotionsstudium nicht Bafög-fähig ist, Promotionsstudenten entsprechend Anrecht auf ALG II haben.
Ich werde mal einen Widerspruch einlegen und dann schauen wir mal, was dabei rauskommt.
Ihr solltet auf jeden Fall Widerspruch einlegen. Wie du schon geschrieben hast, hat dein Freund als Promotionsstudent keinen BAföG-Anspruch. Der Leistungsausschluss nach § 7 Abs. 5 SGB II zielt aber gerade auf nach dem BAföG förderungsfähige Ausbildungen ab. Der Paragraph greift also bei deinem Freund nicht.

Ergänzung:
Zitat von: KimGoldi am 01. November 2018, 15:28:37
Mein Partner hat noch Bafög-Schulden, die demnächst fällig sind (das lag dem Jobcenter übrigens auch vor), sodass er mich unmöglich unterstützen kann.
Bei seinem geringen Einkommen kann er eine Freistellung von der BAföG-Rückzahlung beantragen.
« Letzte Änderung: 02. November 2018, 19:54:36 von Floeti »

Offline Sheherazade

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Re: Anrechenbare Einkünfte Bedarfsgemeinschaft
« Antwort #22 am: 03. November 2018, 09:00:00 »
Ich werde mal einen Widerspruch einlegen und dann schauen wir mal, was dabei rauskommt.

Vielleicht solltest du vorher deinen Partner fragen ob ihm die vielleicht 100€ mehr ALGII für dich es wert sind, in den Fängen von ALGII zu stecken.
"Wie hast du den Vogel zum Singen gebracht, Momo? Niemand hat das bisher geschafft!" "Ich denke, man muss ihm auch zuhören, wenn er nicht singt!" (M.Ende)

Im Leben braucht man drei Dinge: Die Bescheidenheit, sich anderen nicht überlegen zu fühlen. Den Mut, jede Situation zu bestehen. Und die Weisheit, sich von der Dummheit mancher Menschen nicht beeindrucken zu lassen.

Offline Floeti

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Re: Anrechenbare Einkünfte Bedarfsgemeinschaft
« Antwort #23 am: 04. November 2018, 15:09:31 »
Zitat von: Sheherazade am 03. November 2018, 09:00:00
Vielleicht solltest du vorher deinen Partner fragen ob ihm die vielleicht 100€ mehr ALGII für dich es wert sind, in den Fängen von ALGII zu stecken.
Sollte man wirklich drüber nachdenken. Andererseits sind sie ja anscheinend davon ausgegangen, dass sie eine BG bilden und er somit eh drin steckt. Es wären auch nicht 100 € mehr ALG II für sie, sondern für ihn (bzw. die BG). Je nachdem, ob und wie sie ihre Finanzen trennen, ein entscheidender Unterschied. Ist er jetzt überhaupt im Bescheid aufgeführt, abgesehen davon dass der Partnerregelsatz angesetzt wird. Wenn nicht, könnte es schwierig werden, die Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht zu erreichen. Immerhin auch 17,50 € im Monat.

Offline KimGoldi

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Re: Anrechenbare Einkünfte Bedarfsgemeinschaft
« Antwort #24 am: 06. November 2018, 14:53:05 »
Also ich habe nun erst einmal meiner Bearbeiterin geschrieben, ihr die Situation erläutert und um einen persönlichen Gesprächstermin gebeten, damit sie mir ihre Berechnung erläutern kann. Darauf kam keine Antwort, also habe ich mich darauf eingestellt, Widerspruch einzureichen.
Heute kam nun ein Bescheid, über die Korrektur der Bezüge. Es sind nun 878,35 Euro und mein Partner wird aufgeführt.

Ganz ehrlich, ich wollte ursprünglich nicht, dass mein Partner in die ganze Sache mitreingezogen wird. Entsprechend hatte ich begründet, dass wir keine Bedarfsgemeinschaft bilden. Wären für mich dann 816 Euro gewesen.
Das wurde aber abgelehnt, da wir ein gemeinsames Konto (für Miete etc.) haben.
Und wenn sie uns schon als Bedarfsgemeinschaft führen, dann richtig!

Idealerweise benötige ich die Hilfe vom Jobcenter auch nicht lange. Selbstverständlich bemühe ich mich sehr einen Job zu finden und vllt klappt es sogar mit einem, der im Februar startet. Mal schauen...

Aber für alle, die es nicht wussten: Promotionsstudenten haben durchaus Anrecht auf ALG II und müssen in der Bedarfsgemeinschaft auch aufgeführt werden.

Offline Fettnäpfchen

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Re: Anrechenbare Einkünfte Bedarfsgemeinschaft
« Antwort #25 am: 07. November 2018, 14:05:21 »
Zitat von: KimGoldi am 06. November 2018, 14:53:05
Das wurde aber abgelehnt, da wir ein gemeinsames Konto (für Miete etc.) haben.
Und wenn sie uns schon als Bedarfsgemeinschaft führen, dann richtig!
Das wäre dann nur wegen einem Konto immer noch falsch. s. Anhang

MfG FN

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Offline Floeti

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Re: Anrechenbare Einkünfte Bedarfsgemeinschaft
« Antwort #26 am: 07. November 2018, 18:15:17 »
Es wäre einfacher gewesen das Urteil direkt zu verlinken. Die Auslegung kann ich auch nicht ganz nachvollziehen. Ein gemeinsames Konto im Sinne einer Gemeinschaftskasse, die zu gleichen Teilen von beiden gespeist wird, um gemeinsame Kosten wie Miete davon zu bezahlen, kann zwar nicht so gedeutet werden, dass man über Einkommen oder Vermögen des anderen verfügen kann, aber dass es egal wäre, ob ein Partner mehr als der andere zahlt, steht so nicht in dem Urteil. Aber der Zug ist eh abgefahren.

@KimGoldi
Schön, dass es so problemlos abgelaufen ist. Ich drück die Daumen für die Jobsuche!