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Autor Thema: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen  (Gelesen 5338 mal)

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Offline Aprilregen

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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #15 am: 05. November 2018, 12:54:11 »
hallo,

also es fiel m ir auf, daß 2017 in den Kalten BK noch der Posten "Wasserversorgung" und "Entwässerung" auftauchte.
Dies wurde in der Abrechnung 2018 individuell abgerechnet, also nach persönl. Verbrauch, und das nennt sich da "Kaltwasser".
Dieser Posten ist im Vergleich (ich habe immer die Monatsanteile ausgerechnet) stark gestiegen, um 2,30 euro ca.

Enthalten sind des weiteren:

Niederschlagswasser ,Straßenreinigung
Müllabfuhr, Hausreinigung, Garten- und Außenpflege, Beleuchtung, Hauswart, Kabelgebühren, Schnee- und Eisbeseitigung, Gebäudeversicherung, Haftpflicht, Grundsteuer, Sperrmüll.

Das ist soweit o.k. wie geschrieben in manchen Posten gab es Steigerungen und bei manchen wurde es preiswerter, nur es fällt auf daß bei beiden Abrechnungen die Vorauszahlungen von mir nicht mal die Hälfte der voraussichtlich anfallenden kalten Betriebskosten decken.

2017: Gezahlt von mir: 231,80 Nachforderung: 309,24 Euro
2018: gezahlt von mir: 556,32 Nachforderung: 581,25 Euro

Das ist für mich Betrug. So niedrig darf man die kalten BK nicht ansetzen bei Einzug.

Von den warmen BK jetzt mal ganz zu schweigen, aber die sind ja verbrauchsabhängig.

Habe heute mit einem Mitbewohner geredet, der 2 Etagen über mir wohnt (dieselbe Wohnung), der muß irgendwas mit 300 Euro nachzahlen.


Gast45698

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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #16 am: 05. November 2018, 13:30:24 »
Was steht denn im Mietvertrag zu den Betriebskosten?
Was steht in der Hausordnung bzgl. der Beseitigung von Schnee und Eis im Winter?

Offline Aprilregen

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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #17 am: 05. November 2018, 14:17:53 »
Also es gibt ein paar allgemeine Paragraphen im Mietvertrag zu den Betriebskosten, und es gibt eine Anlage zum  Mietvertrag, die die Nebenkosten/Betriebskostenverordnung betrifft. Die BK wurden im Mietvertrag, so wie ich oben geschrieben habe, festgelegt.

Auflistung der Kosten
1. Laufende öffentliche Lasten des Grundstücks (Grundsteuer)
2. Kosten Wasserversorgung
3. Kosten Entwässerung
4. Kosten des Betriebs der zentralen Heizungsanlage einschl. Abgasanlage
5. Kosten des BEtriebs der zentralen Warmwasserversorgungsanlage
6. Kosten verbundenen Heizungs- und Warmwasserversorgungsanlagen
7. Kosten des Betriebs des Aufzugs (entfällt)
8. Kosten der Straßenreinigung und Müllabfuhr
9. Kosten der Gebäudereinigung und Ungezieferbekämpfung
10. Kosten der Gartenpflege
11. Kosten der Beleuchtung
12. Kosten der Schornsteinreinigung
13. Kosten Antennenanlage oder Kabel
14. Kosten des Betriebs der Einrichtung für die Wäschepflege (entfällt)
15. Sonstige Betriebskosten

Heizungsanlage / Warmwasserversorgung
Der Vermieter hat die Heizung vom 1.Okt. bis 30. April einschließlich und außerhalb in Betrieb zu halten, sobald es die Witterung erfordert. in den Wohnräumen gilt für die Zeit von 6 - 21 Uhr eine Temperatur von 21 Grad als vertragsgemäß.

....

da ist noch mehr Text.

Zur Schnee- und Eisbeseitigung steht nichts in der Hausordnung.

Gast45698

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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #18 am: 05. November 2018, 14:51:50 »
Ich sehe die Punkte Hauswart, Schnee und Eisbeseitigung und Sperrmüll als nicht umlegbar an. Beim Sperrmüll weiß ich aber nicht wie das im Kreis oder in der Gemeinde gehandhabt wird.

Der Hauswart steht nicht im Vertrag und kann nicht ergänzt werden.
Die Kosten für die Schneebeseitigung können genauso wenig umgelegt werden, wenn sich dazu nichts im Mietvertrag finden lässt. Auch muss klar definiert sein, was unter sonstigen Betriebskosten abgerechnet werden soll.

Offline Maunzi

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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #19 am: 05. November 2018, 15:24:02 »
Indirekt könnte der Punkt
Zitat von: Aprilregen am 05. November 2018, 14:17:53
8. Kosten der Straßenreinigung
der notwendigen Schnee und Eisbeseitigung entsprechen oder irre ich mich da und es muss explizit drinstehen?

Gast45698

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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #20 am: 05. November 2018, 15:30:20 »
Unter dem Punkt wird die Straßenreinigungsgebühr der Stadt abgerechnet.

Offline Maunzi

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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #21 am: 05. November 2018, 15:43:39 »
https://www.promietrecht.de/kalte-Betriebskosten/einzelne-Betriebskosten/Winterdienst/Betriebskosten-Winterdienst-Kosten-Eis-und-Schneebeseitigung-E2405.htm wär nur ein Beispiel - hab einige derartige Aussagen gefunden

Zitat
In den Betriebskostenverordnungen sind Kosten für den Winterdienst (Schnee- und Eisbeseitigung) nicht gesondert aufgeführt, denn sie fallen unter die Kostenposition Straßenreinigung.

Offline Aprilregen

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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #22 am: 05. November 2018, 19:01:42 »
Zitat
Beim Sperrmüll weiß ich aber nicht wie das im Kreis oder in der Gemeinde gehandhabt wird.

den muß man extra bestellen, wenn man ihn braucht. Deshalb hat mich auch gewundert, daß der in der BK-Abrechnung auftaucht.

Zitat
Der Hauswart steht nicht im Vertrag und kann nicht ergänzt werden.

Die Kosten für die Schneebeseitigung können genauso wenig umgelegt werden, wenn sich dazu nichts im Mietvertrag finden lässt. Auch muss klar definiert sein, was unter sonstigen Betriebskosten abgerechnet werden soll.

Die Sonstigen sind aufgelistet, komischerweise taucht da der Sperrmüll auf. Ich habe die hier nur jetzt nicht rein geschrieben.

Hauptproblem ist für mich daß sich die Nebenkosten innerhalb so kurzer Zeit mehr als verdoppelt haben. Ich empfinde das als Betrug.

Offline SantanaAbraxas

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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #23 am: 05. November 2018, 19:06:48 »
Zum Sperrmüll:

https://www.mieterbund.de/index.php?id=353
"Vermieter dürfen im Rahmen der Betriebskostenabrechnung Sperrmüllkosten auf die Mieter des Hauses aufteilen. Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes (DMB) entschied der Bundesgerichtshof (BGH VIII ZR 137/09) damit eine langjährige Streitfrage.

Die Karlsruher Richter bestätigten zwar, dass Sperrmüllkosten nicht jährlich entstehen. Entscheidend sei aber, dass die Kosten laufend entstehen, nämlich immer dann, wenn Mieter unberechtigten Müll auf Gemeinschaftsflächen abstellten.

Es handelt sich bei den Sperrmüllkosten um Kosten der Müllbeseitigung, die dem Vermieter damit regelmäßig entstehen. Selbst dann, wenn der Müll verbotenerweise durch Dritte in dem Mietobjekt entsorgt wird, darf der Vermieter die Sperrmüllkosten als Betriebskosten abrechnen."

Offline Aprilregen

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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #24 am: 05. November 2018, 19:37:11 »
Danke für die Info, SantanaAbraxas.

Was macht denn nun mehr Sinn: Anwalt oder Mieterschutzbund?

Online NevAda

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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #25 am: 05. November 2018, 22:18:51 »
Beim Mieterverein arbeiten Anwältinnen und Anwälte. Die sind auf solche Fällt spezialisiert.
Bei einem "freien" Anwalt hast Du i.d.R. höhere Kosten und Du kannst Dich nicht darauf verlassen, dass er viel Erfahrung im Mietrecht hat, nur weil das auf seinem Kanzleischild steht.

Also: Geschmackssache...

Offline Aprilregen

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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #26 am: 05. November 2018, 23:01:14 »
Ja, danke für die Antwort.
Ich habe noch mal online gesucht.
Ergebnis: Die Mietervereine wollen auch so eine Art Vorlaufzeit haben, dh. vielfach scheint man erstmal 2 Jahre lang zahlen zu müssen, bis man Hilfe bekommt? Werde morgen mal telefonieren diesbezüglich...

Anwälte gibts hier drei vor Ort die Mietrecht und Sozialrecht haben. Das scheint mir erstmal sinnvoller. Beratungsschein hol ich mir morgen.

Offline Aprilregen

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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #27 am: 06. November 2018, 13:26:07 »
hallo,

ich war heute beim Amt und es war sehr entspannt, also die Rechnung wird übernommen, die SB hat kurz die Zahlen überprüft und meinte das sei so o.k "aber sehr teuer" (überteuert, da waren wir uns einig).

Auch die geforderte neue Miete, die über der Angemessenheitsgrenze liegt, wird ein halbes Jahr übernommen. Ich bekomme eine Aufforderung zur Kostensenkung. SB meinte, diese müsse sie verschicken.
Sie hat auch ganz richtig festgestellt, daß ich kaum bzw. keine Kosten senken kann, letzten Endes "würde ich mit dieser Wohnung nicht mehr glücklich", was dann auf Umzug hinaus liefe.

Da hat sie wohl recht.

Also so weit alles o.k. Ich brauche die NK-Abrechnung auch nicht zu überprüfen, die Kosten kann ich mir sparen.

Ich hab dann noch gefragt wegen der Umzugskosten, weil ich das nicht bezahlen kann, bin ja auch chron. Krank, Auto hab ich nicht, heben kann ich nichts, und Rücklagen hab ich keine. Da meinte sie, das müsse man dann über den Amtsarzt machen.


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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #28 am: 06. November 2018, 13:55:27 »
Zitat von: Aprilregen am 06. November 2018, 13:26:07
Ich hab dann noch gefragt wegen der Umzugskosten, weil ich das nicht bezahlen kann
Die kannst du bei einem Senkungsverfahren & angemessener neuer Wohnung sowieso geltend machen.
Bei einer Frau ist das wie bei einem Mercedes.
Da kann man mitunter noch einiges Optimieren
*Ralf Richter

Offline Aprilregen

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Re: Hohe Nebenkostenabrechnung - Grundsicherung - Fragen
« Antwort #29 am: 06. November 2018, 14:12:16 »
Zitat
Die kannst du bei einem Senkungsverfahren & angemessener neuer Wohnung sowieso geltend machen.

Kannst du mir das bitte genauer erläutern? Ich kenne mich da überhaupt nicht aus.

"geltend machen" heißt aber doch wohl, daß ich diese bei einem Umzug anfallenden Kosten erst einmal selbst bezahlen muß?