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Autor Thema: Meldepflicht Testament  (Gelesen 779 mal)

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Offline Aster

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Meldepflicht Testament
« am: 02. Dezember 2018, 15:03:28 »
Hallo und guten Tag,
in dem Fall, dass ein Elternteil eines erwachsenen ALGII-Empfängers stirbt und ein Testament besteht, bei dem als Alleinerbe der Ehepartner des Elternteils eingesetzt wurde, muss die ALGII-Empfängerin das beim Jobcenter angegeben? Kann man genötigt werden, das Testament anzufechten?

In diesem Fall besteht allerdings nicht viel Geld als Vermögen und es gibt keine größeren Besitztümer (Immobilien etc.). Das Geld wird für die Beerdigung gebraucht und der Ehepartner lebt weiter in der Wohnung.

Wer kann mir da einen guten Rat geben?

Vielen Dank,

Aster

Offline NevAda

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Re: Meldepflicht Testament
« Antwort #1 am: 02. Dezember 2018, 15:13:30 »
Hallo.
Mein Beileid.
Der Pflichtteil steht Dir trotz Testament zu.
Wenn nichts "übrig" bleibt, wird auch nichts angerechnet. Dass Du das jetzt vermutest, ändert nichts an Deiner Mitwirkungspflicht (bei Zufluss zu informieren).
Nein, niemand wird Dich "nötigen", das Testament anzufechten. Der Pflichtteil ist davon nämlich unberührt.

Was für einen Rat benötigst Du? Wie das Testament zu gestalten ist? Oder ist Deine Mutter schon gestorben? Nein, DAS musst Du nicht melden.

Offline Aster

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Re: Meldepflicht Testament
« Antwort #2 am: 02. Dezember 2018, 16:55:51 »
Danke für die Antwort.
Meine Mutter ist heute Nacht verstorben. Danke auch für das Beileid!
Die Frage ist, wie hoch ist denn der Pflichtteil, bzw. wie wird der erreichnet. Es gibt noch 2 Geschwister.

Viele Grüße

Aster

Offline crippler

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Re: Meldepflicht Testament
« Antwort #3 am: 02. Dezember 2018, 17:02:04 »
Mein Beileid.

Erbberechtigt sind zu 1/2 der Überlebende Ehegatte, und zu 1/2 in gleichen Teilen die Kinder. D.h. Bei drei Kindern hat jedes Kind Anspruch auf 1/6 des Erbes. Der Pfleichtteil entspricht immer der Hälfte des Erbteils, in diesem Fall 1/12.

Sollte es keinen Ehegatten mehr geben erhalten dessen Nachkommen je zu gleichen Teil seinen Erbanspruch.

Offline NevAda

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Re: Meldepflicht Testament
« Antwort #4 am: 02. Dezember 2018, 17:03:00 »
Oh, Mann. Gaaaanz langsam. Ganz ehrlich, das JC ist jetzt höchstens das zweitwichtigste...

Also, hast Du den Ratgeber schon gelesen? Du musst JETZT nichts melden.

Offline Aster

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Re: Meldepflicht Testament
« Antwort #5 am: 05. Dezember 2018, 19:53:35 »
Hallo nochmal,

meine Frage ist die, ob es überhaupt ein Erbe gibt.
Die Eltern haben sich eine Wohnung geteilt und gemeinsame Konten. Ich glaube es gibt ein Sparkonto, dass der Verstorbenen gehört.
Was stellt denn jetzt das Erbe dar?
Zunächst muss davon die Beerdigung bezahlt werden. Und dann bleibt vielleicht noch ein Rest.


Ich weiß gar nicht, wie ich mich verhalten soll. Für den übrigen Elternteil wird jetzt die Rente neu berechnet. Geht es jetzt um die Rücklage, die sich beide aufgebaut haben?
Es taucht ja kein Notar auf, der jetzt irgendwas am Testament bezweifelt. Muss ich das tun, weil ich mir sonst ein Bußgeldverfahren einhole?
Das ist die Frage!

Offline TazD

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Re: Meldepflicht Testament
« Antwort #6 am: 05. Dezember 2018, 21:27:06 »
Auch von mir erstmal herzliches Beileid.

Was stellt denn jetzt das Erbe dar?
Zur Nachlassmasse gehört alles, was dem Verstorbenen am Todestag gehörte. In den meisten Fällen ist das Bargeld bzw Bankguthaben. Bei gemeinsamen Konten fällt die Hälfte des Kontoguthabens in den Nachlass.
Ansonsten sind es oftmals noch Kfz, die berücksichtigt werden müssen. Das stellt sozusagen die "Brutto-Nachlassmasse" dar. Davon können jetzt noch die Nachlassverbindlichkeiten abgezogen werden. In erster Linie sind das die Beerdigungskosten. Aber auch Arztrechnungen, die noch ausstehen, oder Kosten für einen Heimplatz stellen Nachlassverbindlichkeiten dar.
Wenn das abgezogen wurde, bleibt die "Netto-Nachlassmasse" oder der sogenannte "reine Nachlass" über. Davon berechnet sich der Pflichtteil.

Offline kaykaiser

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Re: Meldepflicht Testament
« Antwort #7 am: 07. Dezember 2018, 00:47:22 »
Nein, niemand wird Dich "nötigen", das Testament anzufechten.

Wie auch? Der/die TE hat doch gar kein Testament, was er/sie anfechten könnte. Und das bestehende Testament begünstigt ohnehin nur den Vater als Alleinerbe.

Übrigens: Pflichtteil-Berechtigte haben entgegen den Erbberechtigten rechtlich gesehen ganze drei Jahre Zeit, ihren Anteil einzufordern, falls da doch noch was übrig geblieben sein sollte.

Der Pflichtteil ist davon nämlich unberührt...

Genau deswegen...

...in dem Fall, dass ein Elternteil eines erwachsenen ALGII-Empfängers stirbt und ein Testament besteht, bei dem als Alleinerbe der Ehepartner des Elternteils eingesetzt wurde, muss die ALGII-Empfängerin das beim Jobcenter angegeben?

Nein, auf keinen Fall. Angeben musst Du grundsätzlich nur dann etwas, wenn tatsächlich auch Geld auf Dein Konto geflossen ist. Alles andere weckt nur schlafende Wölfe beim JC und ist auch gesetzlich nicht vorgeschrieben, da es keine fiktiven Anrechnungen im SGB II gibt. Lehn Dich also zurück, warte ab und schweige. Ein "Bußgeld" kann also auf keinen Fall gegen Dich erhoben werden.

Mein Beileid für den Verlust Deiner Mama.
« Letzte Änderung: 07. Dezember 2018, 01:10:14 von kaykaiser »
"Ich habe viel Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest hab’ ich einfach nur verprasst." - George Best

Ich habe nichts gegen Kritiker. Ich komme aus Ironien, das liegt direkt an der sarkastischen Grenze.

Offline Aster

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Re: Meldepflicht Testament
« Antwort #8 am: 08. Dezember 2018, 16:51:02 »
Vielen Dank für die Unterstützung!
Das Testament ist übrigens das Berliner Testament, bei dem das gemeinsam aufgebaute Vermögen dem Ehegatten als Alterssicherung dient. Ich würde als Schlusserbe erst Erben, wenn der andere Ehegatte stirbt. So sieht es das Testament vor.

Viele Grüße

Offline crazy

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Re: Meldepflicht Testament
« Antwort #9 am: 09. Dezember 2018, 09:16:25 »
Ja,haben meine Eltern auch gedacht. Und dann kam Post vom Anwalt ... Meine Stiefschwester wollte Kohle.
Ma musste notarielles Vermögensberzeichnis von allem machen inklusive aller Geschenke die sie bekommen hat und Anzahl der Wäschestücke des Verstorbenen.  Ma zahlt jetzt in Raten den Pflichtteil den die Dame bekommen muss. Dann erbt sie allerdings nichts weiter wenn Ma mal stirbt und was hinterlässt.
Am besten ist wohl du gibst gar nichts an. Keine schlafenden Hunde wecken. Nur Stress und es scheint auch nichts raus zu kommen was dir aus dem Bezug helfen könnte wenn da nicht heimlich 100000 oder mehr unterm Kopfkissen liegen