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Autor Thema: Ich 32, Wohngemeinschaft mit Vater  (Gelesen 589 mal)

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Offline lowlife

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Ich 32, Wohngemeinschaft mit Vater
« am: 05. Dezember 2018, 14:57:03 »
Hi,
Ich bin 32 jahre alt und arbeite Teilzeit und möchte einen Aufstockungsantrag stellen.

folgende Situation:
Ich wohne in der Wohnung meines Vaters. Ich wohne allein in dieser Wohnung, mein Vater wohnt mit seiner Frau in deren Wohnung. Leider muss mein Vater aber im Mietvertrag Hauptmieter bleiben weil es sich um eine Stadtbedienstetenwohnung handelt und eine übertragung auf mich leider nicht möglich ist. (Falls sich jetzt jemand wundert, ich lebe in München und die mieten auf dem freien Markt sind schlicht kriminell hoch, deshalb diese halblegale Variante dar eine Stadtbedienstetenwohnung mit 55m² für 750€ warm im Verhältnis noch erschwinglich ist. Sozialwohnung gibts nicht weil ich ja bereits ein Dach über dem Kopf hab.https://hartz.info/Smileys/hartzinfo/wand.gif)

Meine Fragen:
1. Ist mein Vater in irgendeiner Weise verpflichtet dem Arbeitsamt auskünfte jeglicher art zu erteilen?
2. Ich zahle die Miete alleine und nicht nur teilweise wie es in einer wohngemeinschaft wäre. Kann ich das dem amt vermitteln ohne die Vermieter auf den Plan zu rufen?
2.1 Bin ich verpflichtet den Mietvertrag vorzulegen?
2.2 Kann ich einfach behaupten das die hypotetisch anteilige Miete 750€ beträgt?
3. Wie mache ich eindeutig klar das es sich um keine Bedarfs- bzw. auch keine Haushaltsgemeinschaft handelt ohne meinen Vater ins bürokratische Spiel zu bringen?

vielen lieben Dank im voraus für eure Hilfe!
Stefan

Offline Sheherazade

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Re: Ich 32, Wohngemeinschaft mit Vater
« Antwort #1 am: 05. Dezember 2018, 15:12:30 »
3. Wie mache ich eindeutig klar das es sich um keine Bedarfs- bzw. auch keine Haushaltsgemeinschaft handelt ohne meinen Vater ins bürokratische Spiel zu bringen?

Indem du einen (Unter-)Mietvertrag für diese Wohnung zwischen dir und deinem Vater vorlegst.
Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten. (unbekannt)

Offline zugchef werner

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Re: Ich 32, Wohngemeinschaft mit Vater
« Antwort #2 am: 05. Dezember 2018, 16:00:43 »
Zitat von: lowlife am 05. Dezember 2018, 14:57:03
Ist mein Vater in irgendeiner Weise verpflichtet
Nein ist er nicht

zu 2.    ja

zu 2.1. um die KdU zu bekommen meistens ja, oder ein anderer Nachweis über die Zahlungspflicht der Miete
zu 2.2. ja aber dann wird es kein Geld dafür vom JC geben
zu 3.    indem du nur dich als BG angibst als alleiniger Mieter

Wie schon geschrieben, mit Untermietvertrag, Muster gibt es im Netz.
Problematisch könnte aber der Vermieter von deinem Vater sein, weil eben eine Dienstwohnung die er nicht selbst nutzt.
Denn der Vater benötigt dafür eine Genehmigung von ihm. 

Offline kaykaiser

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Re: Ich 32, Wohngemeinschaft mit Vater
« Antwort #3 am: 07. Dezember 2018, 00:02:01 »
Wie schon geschrieben, mit Untermietvertrag, Muster gibt es im Netz.

So weit ist das korrekt.

Problematisch könnte aber der Vermieter von deinem Vater sein, weil eben eine Dienstwohnung die er nicht selbst nutzt.

Nicht unbedingt, so fern der Vater mit erstem Wohnsitz noch dort gemeldet ist.

Denn der Vater benötigt dafür eine Genehmigung von ihm.

Falsch. Der Vater braucht dafür keine Genehmigung des VM, so fern der Sohn dort noch nicht gewohnt hat und wieder ausgezogen ist. Er hat bei leiblichen Kindern nur eine Mitteilungspflicht. Der VM hat das dann zu dulden, wenn z.B. keine erheblichen Bedenken wegen einer "Überbelegung" der Wohnung geltend gemacht werden können. Und das dürfte bei 55m² für zwei Personen nicht der Fall sein.

Allerdings hat das Kind keine Sonderrechte bei einer eventuellen Kündigung der Dienstwohnung, da diese nur einen zweckgebundenen Mietcharakter für den Vater hat. Hier zählt das private Mietrecht nicht, da hier nur ein "Werksvertrag" für die Wohnung anzunehmen ist.
« Letzte Änderung: 07. Dezember 2018, 00:17:57 von kaykaiser »
"Ich habe viel Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest hab’ ich einfach nur verprasst." - George Best

Ich habe nichts gegen Kritiker. Ich komme aus Ironien, das liegt direkt an der sarkastischen Grenze.

Offline NevAda

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Re: Ich 32, Wohngemeinschaft mit Vater
« Antwort #4 am: 07. Dezember 2018, 11:58:08 »
Der Vater braucht dafür keine Genehmigung des VM, so fern der Sohn dort noch nicht gewohnt hat und wieder ausgezogen ist. Er hat bei leiblichen Kindern nur eine Mitteilungspflicht. Der VM hat das dann zu dulden, wenn z.B. keine erheblichen Bedenken wegen einer "Überbelegung" der Wohnung geltend gemacht werden können. Und das dürfte bei 55m² für zwei Personen nicht der Fall sein.

Allerdings hat das Kind keine Sonderrechte bei einer eventuellen Kündigung der Dienstwohnung, da diese nur einen zweckgebundenen Mietcharakter für den Vater hat. Hier zählt das private Mietrecht nicht, da hier nur ein "Werksvertrag" für die Wohnung anzunehmen ist.
Kennst Du den Mietvertrag zwischen Vermieter und Vater? Deine Behauptung finde ich sehr mutig.

Offline Fettnäpfchen

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Re: Ich 32, Wohngemeinschaft mit Vater
« Antwort #5 am: 07. Dezember 2018, 14:22:16 »
Es ist allgemein bekannt das es da zwischen Eltern und Kindern keine Erlaubnis des Vermieters braucht.
Weniger bekannt ist dass das JC keine Befugnis hat so eine Genehmigung zu verlangen.
Zitat
Falls die dann plötzlich meinen, sie bräuchten aber noch eine Erlaubnis zur Untermiete vom Vermieter, dann nicht in Panik verfallen. In deinem Fall gilt:

Auf eine Untermieterlaubnis vom Vermieter hast du weder rechtlich Anspruch, noch ist diese hier relevant, da du einen Untermietvertrag hast. Dieser muss anerkannt werden.
Die Genehmigung der Untervermietung betrifft einzig das Rechtsverhältnis zwischen Hauptmieter und Vermieter und nicht dich.
Zu einer Mitwirkung bist du hier nicht verpflichtet, da es dir unmöglich ist, diese Daten zu beschaffen: § 67a SGB X i.V.m. § 65 SGB I.
Für die Leistungspflicht des JobCenters nach § 22 Abs. 1 S. 1 SGB II ist nur relevant, dass tatsächlich eine Pflicht zur Mietzahlung besteht: BSG Urteil vom 03.03.2009, B 4 AS 37/08 R. Diese besteht hier in Form des Untermietvertrages. Alle relevanten Daten wurden damit bereits erhoben.
Das Hauptproblem hier sehe ich im Kostenfaktor der Miete und ob diese bis 750.- übernommen wird.
Unterkunftskosten und Urteile
Zitat
- Urteil vom 23.11.2006, Az. B 11b AS 1/06 R:
Die Verteilung der Unterkunftskosten erfolgt immer pro Kopf, wenn kein Untermietvertrag vorhanden ist. Dabei ist es absolut unerheblich, ob und welche Personen, die in der Wohnung wohnen, Anspruch auf ALG II haben.
Bei vorhandenem Untermietvertrag sind die dort vereinbarten Kosten anzusetzen, diese mindern die  Unterkunftskosten des Hauptmieters.
Zitat
- Urteil vom 07.05.2009, B 14 AS 31/07 R:
Arbeitslosengeld-II-Empfänger haben auch dann Anspruch auf Übernahme von Wohnkosten, wenn sie bei Eltern oder anderen Verwandten zur Miete wohnen. Entscheidend sei dabei nicht, dass sie einen förmlichen Mietvertrag vorlegen können, sondern dass sie tatsächlich Geld für ihren Wohnraum zahlen.

MfG FN
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Offline zugchef werner

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Re: Ich 32, Wohngemeinschaft mit Vater
« Antwort #6 am: 07. Dezember 2018, 16:08:46 »
Zitat von: kaykaiser am 07. Dezember 2018, 00:02:01
Falsch. Der Vater braucht dafür keine Genehmigung des VM,
Sehe ich etwas anders, denn der Vater will die komplette Wohnung an den Sohn untervermieten.
Da er ja mit seiner Frau in deren Wohnung wohnt.
Der Sohn zieht ja nicht beim Vater mit ein sondern will allein da wohnen., in dessen Werkswohnung.

Er kann das so angeben, aber dann bekommt er auch nur die anteiligen KdU für sich. (das er mit dem Vater da wohnt)
So einfach ist das hier mit dem Untermietvertrag nicht.
Wobei das JC den aber akzeptieren müsste.

Zitat von: Fettnäpfchen am 07. Dezember 2018, 14:22:16
Weniger bekannt ist dass das JC keine Befugnis hat so eine Genehmigung zu verlangen.
Hat es auch nicht, da Mietrecht.

Offline NevAda

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Re: Ich 32, Wohngemeinschaft mit Vater
« Antwort #7 am: 07. Dezember 2018, 22:33:52 »
Es geht hier nicht ums Mietrecht. Sondern darum, dass diese Wohnung ausschließlich für Stadtbedienstete zur Verfügung gestellt wurde.

Nein, das JC geht das nichts an. Aber der Vater könnte sehr wohl Probleme mit der Vermietergesellschaft bekommen. Denn sein Sohn wohnt nicht bei ihm. Sondern die Wohnung wird komplett anders genutzt als vorgesehen.

Offline crazy

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Re: Ich 32, Wohngemeinschaft mit Vater
« Antwort #8 am: 08. Dezember 2018, 08:23:22 »
Richtig. Aber das ist das Problem des Beamten und nicht das des Sohnes.
Im Beamtenwesen gibt es die Fürsorgepflicht des Dienstherrn. Diese erstreckt sich auch auf die Kinder und Ehefrau des Beamten so lange diese vom Beamten versorgt werden müssen.
Für den TE zählt jedoch nur- er zahlt Miete und lebt allein in seiner Wohnung. Ob da noch jemand gemeldet ist ist auch irrelevant da es bei Alg2 auf den dauerhaften regelmäßigen Aufenthalt ankommt.
Es muss auch keine Untermieterlaubnis vorgelegt werden auch wenn das immer wieder von JCen versucht wird

Offline Sheherazade

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Re: Ich 32, Wohngemeinschaft mit Vater
« Antwort #9 am: 08. Dezember 2018, 09:36:21 »
Es muss auch keine Untermieterlaubnis vorgelegt werden auch wenn das immer wieder von JCen versucht wird

Bist du dir sicher, dass das auch für ganze Wohnungen gilt?

Zitat
Vermietung der gesamten Wohnung: kein Anspruch auf Erlaubnis

Um die ganze Wohnung unterzuvermieten, ist auf jeden Fall die Erlaubnis des Vermieters notwendig. Hier besteht kein gesetzlicher Anspruch auf die Erlaubnis.
Quelle

Viele Wohnungsbaugesellschaften haben diesen Passus schon im Mietvertrag verankert.
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Offline Fettnäpfchen

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Re: Ich 32, Wohngemeinschaft mit Vater
« Antwort #10 am: 08. Dezember 2018, 14:33:23 »
Sheherazade

Danke für den Link ist aufschlussreich. Deckt sich mit meinen Bedenken.

Vllt. ist die Mietsituation auch so dass der Vater ab und an mal in seiner eigenen Whg. aufschlägt. Gründe gäbe es bestimmt sei es eine Auszeit oder sonstiges.

Mal schauen was der TE meint, falls er sich nochmal meldet ist ja auch schon drei Tage her.

Ein schönes WE
FN
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