Datenschutzhinweis

Dieses Internetangebot erhebt und verarbeitet Daten gemäß Art. 6 Abs. 1 Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) um seine Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Fehler zu analysieren. Näheres dazu, welche Daten dabei zu welchem Zweck und auf welcher rechtlichen Grundlage erhoben und verarbeitet werden, wie Sie dies verhindern können und zu Ihren diesbezüglichen Rechten erhalten Sie in der Datenschutzerklärung. (Wir werden Sie in regelmäßigen Abständen daran erinnern.)

Verstanden & Schließen

Autor Thema: Wohnung abgelehnt  (Gelesen 2350 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Online coolio

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 50204
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #15 am: 06. Dezember 2018, 23:21:11 »
Ich trags mal hierher zurück:
Kostensenkungsaufforderung:
Zitat von: Kathy
Doch, leider ja. Die gab es direkt bei der Abgabe des Antrages.  Vom Datum der Abgabe des Antrages zählend, deswegen ja der 01.04.
Aus meiner Sicht so unzulässig! (kanns aber nicht per sofort sicher begründen)
Vll. kann ein anderer aushelfen?

Macht Antragsabgabe 01.10.2018 und immer noch kein Bescheid?
Εν οίδα οτι ουδέν οίδα (Sokrates) alias: Scio nescire - zu deutsch: null Ahnung
Wer redet oder telefoniert, der verliert!
I'm with intelligents - hopefully!

Offline oldhoefi

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 10338
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #16 am: 07. Dezember 2018, 00:02:49 »
@Kathy,

Zitat
Vorgabe des Jobcenters: 350 Kalt incl. NK, 50qm
Somit angemessene Bruttokalt-Miete EUR 350.

Zitat
Die Miete beträgt 353,20 und die Wohnung ist 54qm groß.
Die KdU für die neue Wohnung dürften demnach auch Bruttokalt-Miete sein.

Zitat
Ich habe mir jetzt den Ablehnungsbescheid nochmal vorgenommen.
Wortwörtlich steht drin: Eine Mietzusicherung für die genannte Wohnung kann somit nicht erteilt werden. Neben der Miete und der qm-Zahl wird auch noch die Zimmeranzahl beanstandet.
Die Anzahl von Quadratmeter und Zimmer sind absoluter Quatsch. Du könntest beispielsweise auch eine 5-Zimmer-Wohnung mit 100 qm anmieten, solange die tatsächlichen Aufwendungen den Angemessenheitskriterien des Leistungsträgers entsprechen (vgl. § 22 Abs. 1 Satz 1 SGB II).

Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass bei der Ablehnung des Leistungsträgers auch die Bruttokalt-Miete gemeint ist.

Zitat
Heizkosten wären wesentlich geringer, da die Wohnung im Gegensatz zu meiner jetzigen keine Außenwohnung ist, was ich dem Jobcenter auch mitgeteilt habe.
Darauf will ich hinaus.

§ 22 SGB II Bedarfe für Unterkunft und Heizung - Auszug
(10) 1Zur Beurteilung der Angemessenheit der Aufwendungen für Unterkunft und Heizung nach Absatz 1 Satz 1 ist die Bildung einer Gesamtangemessenheitsgrenze zulässig. 2Dabei kann für die Aufwendungen für Heizung der Wert berücksichtigt werden, der bei einer gesonderten Beurteilung der Angemessenheit der Aufwendungen für Unterkunft und der Aufwendungen für Heizung ohne Prüfung der Angemessenheit im Einzelfall höchstens anzuerkennen wäre. 3Absatz 1 Satz 2 bis 4 gilt entsprechend.

--> https://dejure.org/gesetze/SGB_II/22.html

Diesen Absatz in § 22 SGB II überlesen die Leistungsträger wissentlich nur zu gerne.

Innerhalb der Gesamtangemessenheit (KM/NK/HK) kann umgeschichtet werden. Wenn die Bruttokalt-Miete um EUR 3,20 die Angemessenheit übersteigt, sollte geprüft werden, ob bei den tatsächlichen Heizkosten noch Spielraum bis zu den angemessenen Heizkosten vorhanden ist.

Beispiel:

Bruttokalt-Miete angemessen bis                        EUR 350
Heizkosten angemessen bis                               EUR   60
gesonderte Beurteilung bis                            EUR 410

Bruttokalt-Miete tatsächlich                                EUR 360
Heizkosten tatsächlich                                       EUR   50
Gesamtangemessenheit tatsächlich                EUR 410
„Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.“ (Heinrich Heine)

Offline Maunzi

  • Vielschreiber
  • ***
  • Beiträge: 757
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #17 am: 07. Dezember 2018, 06:05:24 »
Zitat von: Kathy am 06. Dezember 2018, 21:55:04
Ich habe auch mal ausgerechnet, was wäre wenn ich auf Hartz 4 verzichte. Bei meiner jetzigen Wohnung hätte ich kaum was über zum Leben, bei der neuen dann um die 160 Euro (für Lebensmittel, Putzmittel, Kosmetik, Arzneimittel, Benzin usw.).
Woran viele zB nicht denken wäre das durch ALG2 ebenfalls die Kranken und Pflegeversicherungsbeiträge bezahlt werden und du deinen Job ja auch jederzeit durch Gründe wie Krankheit etc verlieren könntest und dann diese Kosten ebenfalls zu tragen hättest wegen der allgemeinen Versicherungspflicht. Dann wäre sowieso alles nochmal von vorne zu machen Antragstechnisch - derzeit wäre es lediglich eine Veränderungsmitteilung.

Zu dem bisher nicht bearbeiteten Antrag - wie finanzierst du dich und deine Wohnung denn momentan? Du schreibst ja selbst, dass es zum Leben nicht reicht... wieso bist du bisher gegen die "Nichtbearbeitung" des Antrags nicht vorgegangen? Die 6 Wochen Bearbeitungszeit sind ja schon ein Weilchen rum. Oder gab es Unterlagenforderungen die von dir nicht erfüllt wurden weswegen sich das Ganze so rauszögert? Würde diesbezüglich mal ein neues Thema eröffnen und schauen, dass du zeitnah was tust bevor noch irgendwelche Schuldenberge entstehen.

Offline Kathy

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 17
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #18 am: 07. Dezember 2018, 11:23:42 »
Maunzi: danke für den Hinweis bzgl. Verzicht auf Hartz4.

Ich finanziere mich durch erspartes. Ein Umzug war sowieso geplant (Kostenfrage und Schimmelproblem), weswegen ich eine kleine Rücklage auf dem Konto angesammelt habe. Von August bis Oktober hatte ich gearbeitet, allerdings krankheitsbedingt auch nur Teilzeit.
Außerdem verkaufe ich alles was ich nicht mehr brauche, anders ginge es nicht, sonst müsste ich zur Tafel, was ich nicht will.

Zum 14.10 bin ich arbeitslos geworden. Arbeitslosigkeit direkt am 01.10 bei der Arbeitsagentur gemeldet, beim JC am 05.10 das erste Mal vorgesprochen. Dort Anträge mitbekommen, Termin am 18.10 beim JC. An dem Tag dort meine Anträge abgegeben, die Aufforderung zum Wohnungswechsel bekommen und ich musste Unterlagen nachreichen (Gehaltsnachweise, ALG-Bescheid usw.). Da mein Exarbeitgeber die Herausgabe der Unterlagen bis zur Ermahnung durch die Arbeitsagentur herausgezögert hat, gab es verspätet das ALG und ich konnte demnach erst am 09.11 den ALG -Bescheid m JC nachreichen. Hatte das JC allerdings auch darüber informiert, dass mich keine Schuld trifft an der verspäteten Nachreichung.
Ich habe bis jetzt schon zweimal telefonisch und diese Woche beim JC persönlich nachgefragt. Im JC hängt ein Hinweis, dass durch Probleme mit der EDV die Bearbeitung der Leistungsbescheide länger dauert. Jedes Mal heißt es der Antrag ist noch in Bearbeitung. Ich habe diese Woche darauf hingewiesen, dass mein Geld knapp wird.

oldhoefi: die Ablehnung der Wohnung bezieht sich auch auf die Miete.
Wo finde ich denn Richtwerte für angemessene Heizkosten?
Deine Erklärung dazu ist gut, werde ich mit als Argument für den Widerspruch verwenden.


Offline pizzaiolo

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 168
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #19 am: 07. Dezember 2018, 12:16:20 »
Wo finde ich denn Richtwerte für angemessene Heizkosten?

Bei uns gibt auf Beschluss des Stadtrates das Sozialamt die Richtlinie über die Angemessenheit der Aufwendungen für Unterkunft und Heizung nach den Sozialgesetzbüchern II und XII (Unterkunfts- und Heizungskostenrichtlinie) heraus und ist online abrufbar.
Nur wer seine Rechte kennt, kann sie durchsetzen.

Offline Fettnäpfchen

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 14509
  • Optionskommune
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #20 am: 07. Dezember 2018, 13:21:29 »
Kathy

Zitat von: Kathy am 07. Dezember 2018, 11:23:42
oldhoefi: die Ablehnung der Wohnung bezieht sich auch auf die Miete.
Wo finde ich denn Richtwerte für angemessene Heizkosten?
Deine Erklärung dazu ist gut, werde ich mit als Argument für den Widerspruch verwenden.
zu1
Was bei einer Kostensenkungsaufforderung UND einer zusätzlichen Prüfung ob die Angemessenheitskriterien* nicht unbedingt zu einer Ablehnung führen darf.
Ratgeber Angemessenheit der Kosten der Unterkunft hier wir auch erklärt wie du zu der Heizkostenberechnung kommst/machst. Dann geht es darin auch um:
Zitat
Mitteilung über zu hohe Unterkunftskosten/Aufforderung zur Kostensenkung
Maßgeblich ist, dass der Hilfebedürftige im Bedarfszeitraum tatsächlich eine Kostensenkung durchführen kann, ansonsten ist die derzeitige Wohnung als angemessen zu betrachten und deren Kosten solange zu zahlen, bis eine Möglichkeit zur Kostensenkung tatsächlich besteht. Eine Kürzung der KdU Aufgrund einer Forderung zur Kostensenkung, die in der Praxis nicht realisierbar ist, ist damit klar rechtswidrig.(weiterlesen...und das Formblatt auch anklicken)
Heißt im Umkehrschluss wenn das JC wegen ein paar Euro, die ja sogar von mehreren hier angezweifelt werden, das JC die Kostensenkung durch Ablehnung verhindert.
(Ich persönlich würde das sogar im Widerspruch in Verbindung mit oben gepostetem Vorgehen bei einer Kostensenkungsaufforderung erwähnen)
* http://www.harald-thome.de/oertliche-richtlinien.html hier mal schauen ob dein Ort gelistet ist da dann noch wie alt die Kriterien sind und ob es auch Sonderregelungen gibt wie 10% Zuschlag oder so.
Dann noch aus dem KDU Link zu den Urteilen:
Zitat
- Urteil vom 19.03.2008, Az. B 11b AS 41/06 R:
Eine Mitteilung über unangemessene Unterkunftskosten ist eine Information mit Aufklärungs- und Warnfunktion gegenüber dem Hilfebedürftigen. Diese muss den angemessenen Mietzins und die Folgen mangelnder Kostensenkung enthalten. (Diese Mitteilungspflicht gilt auch als erfüllt, wenn die vom Träger darin angegebenen Angemessenheitskriterien rechtswidrig sind.)
so auch: Urteil vom 07.11.2006, Az. B 7b AS 10/06 R; Urteil vom 19.03.2008, Az. B 11b AS 43/ 06 R
Zitat
- Urteil vom 24.11.2011, Az. B 14 AS 107/10 R:
§ 22 Abs. 1 S. 2 SGB II umfasst auch Fälle, in denen der Umzug zwar nicht zwingend notwendig ist, aber aus sonstigen objektiv sachlichen Gründen erforderlich erscheint. Ausreichend ist, dass ein plausibler, nachvollziehbarer und verständlicher Grund für den Wohnungswechsel vorliegt, von dem sich auch ein Nichtleistungsberechtigter leiten lassen würde.
Die neue Wohnung muss geeignet sein, die nicht mehr hinnehmbaren Nachteilen der bisherigen Wohnung abzuwenden.
Die Kosten der neuen Wohnung müssen angemessen sein, wobei der durch den Umzug erzielbare Gewinn an Lebensqualität innerhalb der Angemessenheitsgrenze allenfalls eine geringfügige Kostensteigerung zulässt.
Meine Meinung: Da geht es um 12.- die durch geringere Heizkosten sicher wieder zu einer Angemessenheit führen.

Zitat von: Kathy am 07. Dezember 2018, 11:23:42
Termin am 18.10 beim JC. An dem Tag dort meine Anträge abgegeben, die Aufforderung zum Wohnungswechsel bekommen und ich musste Unterlagen nachreichen (Gehaltsnachweise, ALG-Bescheid usw.). Da mein Exarbeitgeber die Herausgabe der Unterlagen bis zur Ermahnung durch die Arbeitsagentur herausgezögert hat, gab es verspätet das ALG und ich konnte demnach erst am 09.11 den ALG -Bescheid m JC nachreichen.
Leistungspflicht des Leistungsträgers
z.B.:
Zitat
Ist zur Feststellung der Anspruchsvoraussetzungen erkennbar längere Zeit erforderlich, muss der Leistungsträger gemäß § 40 Abs. 2 Nr. 1 SGB II i.V.m. § 328 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 und Satz 2 SGB III auf Antrag des Betroffenen über die Leistung vorläufig entscheiden. Dieser Antrag ist an keine Frist gebunden.

Gemäß den §§ 42 und 43 SGB I hat der Leistungsträger ebenfalls auf Antrag des Betroffenen die Leistung als Darlehen zu zahlen, wenn die Zuständigkeit des Leistungsträgers unklar ist, oder eine abschließende Berechnung noch nicht möglich.
Diesen Antrag muss der Betroffene spätestens am Ende des Monats, in dem er den Antrag abgegeben hat, stellen, da die Leistungspflicht erst dann beginnt.
insofern du mdl. oder schriftlich auf Darlehen, Vorschuss oder Bearbeitung nachgefragt hast ist da auch noch was falsch gelaufen, jetzt aber egal.

Zitat von: Kathy am 06. Dezember 2018, 21:55:04
Ich wollte am Montag (morgen kann ich wegen Terminen nicht) zum JC, um das Ganze nochmal vor Ort zu besprechen. Gute Idee oder doofe Idee?
Das bringt nur was wenn das JC an dem Tag zu deinen Gunsten entscheidet.
Die Whg ist ja nur bis Mo. reserviert und wenn es beim Vermieter blöd läuft ist die Reservierung hinfällig weil du dich zu spät meldest.
Wenn du meinst das bis 04. noch eine passende Whg findest.... ansonsten steht alles andere in den Beiträgen hier im Thread verteilt.

Die Sache:
Zitat von: coolio am 06. Dezember 2018, 23:21:11
Ich trags mal hierher zurück:
Kostensenkungsaufforderung:

Zitat von: Zitat von: Kathy
Doch, leider ja. Die gab es direkt bei der Abgabe des Antrages.  Vom Datum der Abgabe des Antrages zählend, deswegen ja der 01.04.
Aus meiner Sicht so unzulässig! (kanns aber nicht per sofort sicher begründen)
Vll. kann ein anderer aushelfen?
passt, außer die Aufforderung an sich ist nach oberem Urteil falsch bzw. ungültig
Zitat
- Urteil vom 17.12.2009, Az. B 4 AS 19/09 R:
Der Leistungsträger muss grundsätzlich immer die tatsächlichen Unterkunftskosten tragen, sofern der Antragsteller nicht über deren Unangemessenheit informiert gewesen ist - längstens für 6 Monate nach einer derartigen Information. Das gilt auch dann, wenn der Antragsteller vor seinem Erstantrag eine unangemessene Wohnung angemietet hat, aber nicht wusste, dass die Kosten derselben unangemessen sind. Einer Zusicherung des Trägers zur Übernahme der Aufwendungen für die "neue" Wohnung im Sinne des § 22 Abs 2 SGB II bedarf es vor Leistungsbeginn/Erstantragstellung nicht, der Leistungsträger kann sich also nicht darauf berufen, dass diese fehlt oder nicht eingeholt wurde.

MfG FN
Meine Beiträge beinhalten oder ersetzen keine anwaltliche Beratung oder Tätigkeit.
Für eine verbindliche Rechtsberatung und -vertretung suchen Sie bitte einen Anwalt auf.
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe. Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern. (Konfuzius)

Offline Kathy

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 17
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #21 am: 09. Dezember 2018, 21:42:49 »
pizzaiolo: danke für den Hinweis, ich google da mal nach.

Fettnäpfchen: danke für die ausführlichen Tipps und Hinweise. Ich muss mich entschuldigen, dass ich heute erst antworte, hatte einige anstrengende Tage und keinen Kopf für das Internet.

Wie steigt ihr alle da bloß noch durch? Je mehr ich lese um so verwirrter bin ich. Diese ganze Paragraphen machen mich kirre, und dabei bin ich bestimmt kein dummer Mensch.

Ganz ehrlich? Ich bin heillos überfordert mit der Situation und auch völlig mutlos. Eine WOhnung zu finden nach den Maßgaben des JC und die mich auch zufrieden stellt scheint mir unmöglich zu sein. Darf ich denn keine Ansprüche haben?

Offline Ascor

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 324
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #22 am: 09. Dezember 2018, 21:51:32 »
Vielleicht kann einer der Profis hier, einfach nen Schriftstück aufsetzen, dass erstmal Luft schafft. Damit man erstmal das gesagte dort in Frage stellt und zur Prüfung freigibt.

Es geht nicht darum das du § für § auswendig kannst. DU sollst denen einfach auf den Schlips treten und dem gesagten Widersprechen.

Offline Kathy

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 17
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #23 am: 09. Dezember 2018, 22:13:14 »
Ascor, danke für den Zuspruch.

Dass ich nicht alles auswendig kennen muss ist klar, für mich ist dieses Paragraphen-Kauderwelsch fürchterlich zu lesen. Vielleicht bin ich auch durch die Depression nicht mehr so fit im Kopf wie früher.
Wenn ich wenigstens wüsste ob ich überhaupt eine Aufstockung bekomme. Denn wenn nicht, kann ich ganz frei von allem mir eine Wohnung suchen. Diese Unsicherheit macht mich kirre. Ich hasse diese Abhängigkeit.

Offline Sheherazade

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 31549
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #24 am: 10. Dezember 2018, 05:18:58 »
Das kannst du dir doch anhand deiner neuen Miete und deinem Einkommen mit einem ALGII-Rechner im Netz relativ gut ausrechnen.
Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten. (unbekannt)

Offline pizzaiolo

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 168
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #25 am: 10. Dezember 2018, 11:28:45 »
@Kathy, ich sehe die Sachlage wie ...

Wenn du kein Darlehen für die Kaution brauchst und auch keine Umzugskosten, dann nimm die Wohnung. Man wird dir dann den angemessenen Satz zahlen.

Folge deinem Herzen. Wenn dir die Whg. gefällt, sofort zuschlagen. [...]

Vlg. auch Antwort #16  "Bildung einer Gesamtangemessenheitsgrenze"


Seit dem 01.08.2016 ist gemäß § 22 Abs. 10 SGB II zur Beurteilung der Angemessenheit der Aufwendungen für Unterkunft und Heizung die Bildung einer Gesamtangemessenheitsgrenze im Rahmen einer kommunalen Richtlinie zulässig.

Die Gesamtangemessenheitsgrenze besteht aus der Summe der "angemessenen Aufwendungen für die Unterkunft (Bruttokaltmiete)" und der "angemessenen Aufwendungen für die Heizung". Dadurch können höhere Aufwendungen für die Unterkunft durch geringere Aufwendungen für die Heizung ausgeglichen werden und umgekehrt.

Solange die Gesamtangemessenheitsgrenze insgesamt nicht überschritten wird, sind die Unterkunftskosten auch bei Überschreitung einzelner Bestandteile (Kaltmiete, Betriebskosten, Heizkosten) insgesamt zu übernehmen.

Zitat von: Stadt Gelsenkirchen, Referat Soziales: Arbeitshinweise zu den angemessenen Kosten der Unterkunft und Heizung. Stand 01.01.2016
6.4 Umzug ohne Zusicherung

Mit Eintritt der neuen Hilfebedürftigkeit liegt ein neuer Leistungsfall vor, bei dem die Aufwendungen für Unterkunft und Heizung nach § 22 Abs. 1 Satz 1 SGB II zu übernehmen sind (vgl. BSG-Urteile ...


Des weiteren: Wird keine Zusage des Jobcenters eingeholt und findet dennoch ein Umzug statt, sollte die neue Wohnung nicht teurer sein als die alte. Wenn sie doch teurer ist, muss eine darüber hinaus gehende Miete aus dem Regelsatz bezahlt werden.

Toi, Toi, Toi.  :-)
Nur wer seine Rechte kennt, kann sie durchsetzen.

Offline Fettnäpfchen

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 14509
  • Optionskommune
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #26 am: 10. Dezember 2018, 16:35:08 »
Zitat von: Kathy am 09. Dezember 2018, 21:42:49
dass ich heute erst antworte, hatte einige anstrengende Tage und keinen Kopf für das Internet.
passt schon

Mal andersrum gibt es die Whg. noch? Wenn nicht dann ist es eh zu spät für weitere Schritte.
Stell mal den Bescheid Ablehnung vom JC ein!
Wann hast du das Angebot vorgelegt? wann kam die Antwort? und
was heißt > Heute durfte ich die Antwort auf den Antrag abholen, der abgelehnt worden ist.? zu deutsch wie lange geht das schon?
Zitat von: Ascor am 09. Dezember 2018, 21:51:32
Vielleicht kann einer der Profis hier, einfach nen Schriftstück aufsetzen, dass erstmal Luft schafft. Damit man erstmal das gesagte dort in Frage stellt und zur Prüfung freigibt.
Das sollte dann höchstens eine Vorlage beim nächsten pers. Termin zur Zusicherung der Übernahme KdUH beim JC sein der sofort bearbeitet werden sollte. (Erst wenn alles beim Termin scheitert als Widerspruch zur Ablehnung mit der Aufforderung das zeitnah zu bearbeiten(mit dem Zusatz das ein EA beim SG gestellt wird*))Das dann wahrscheinlich nur wenn der Vorgesetzte hinzu geholt wird:
Von
Zitat von: coolio
Die Zustimmung muss eigentlich vor Ort erteilt werden (Angemessenheitserklärung).
Wenn die nicht vor Ort getroffen wird, schriftliche Aussage fordern mit Begründung, sonst weiter zum Teamleiter / Geschäftsführer, gleich vom SB veranlassen lassen!.
Weil:
Das JC hat eine Treuepflicht und muss Zeit- Fristgerecht entscheiden.
D.H.
Kommt das JC seiner Treuepflicht nicht nach, kann man die Zustimmung bzw. die eigene Entscheidung vorm SG ersetzen lassen - solange die Angemessenheit klar bzw. unstrittig ist.
Die zitierte Treuepflicht ergibt sich aus § 17 Abs. 1 SGB I.

MfG FN
anzupassendes Muster
* Erlass einer einstweiligen Regelung => Zustimmung zum Umzug
Meine Beiträge beinhalten oder ersetzen keine anwaltliche Beratung oder Tätigkeit.
Für eine verbindliche Rechtsberatung und -vertretung suchen Sie bitte einen Anwalt auf.
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe. Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern. (Konfuzius)

Offline Kathy

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 17
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #27 am: 13. Dezember 2018, 12:51:46 »
Die Woche hatte ich so viel um die Ohren, dazu habe ich mich noch erkältet, daher erst heute eine Antwort.

Ich bin Montag nochmal beim JC gewesen. Antrag auf Aufstockung ist zwar bewilligt, aber immer noch nicht durch die letzte Instanzen durch.
Heute kam dann noch ein Anruf vom Sachbearbeiter, er fragte nach ob meine Betriebsrentenversicherung einen Rückkaufswert hat, das würde sich auf mein Vermögen auswirken.

Ich habe die Wohnung jetzt gemietet. Beim JC habe ich genau eure Argumente vorgetragen. Die Sachbearbeiterin sagte ich könne die Wohnung mieten, ich wäre ja auch nur Aufstockerin und würde ja mit etwas Glück bald auch wieder arbeiten und so gar nicht mehr vom JC abhängig sein, da wäre es ja blöd diese Wohnung nicht zu nehmen.

Das JC würde allerdings keine Mehrkosten tragen (wusste ich ja vorher), keine Mieterhöhungen und keine Nebenkostennachzahlungen.
Und ich hätte kein Anrecht auf Umzugskosten Erstattung (sowieso nicht meinte sie) und die Übernahme der doppelten Miete.

Ich habe mich bewusst trotz diesen Umständen für die WOhnung entschieden, da ich dringend die Mietkosten senken muss um auf Dauer finanziell über die Runden zu kommen. Und die Wohnung ist wirklich schön.

Sheherazade: auf die Idee bin ich noch nicht gekommen, mache ich gleich mal.

pizzaiolo: die neue WOhnung ist ja 100 Euro günstiger im Monat plus Ersparnis bei den Heizkosten, das passt also.
Ihr habt mir hier den Mut gemacht, meine Wunschwohnung zu nehmen und mich nicht weiter vom JC drängeln zu lassen. Hätte ich nicht Montag zugesagt wäre die Wohnung weg gewesen.
Ich werde eine VÄ abgeben, aber erst wenn ich die Hartz4 Bescheinigung habe.

Fenttnäpfchen: beim hiesigen JC ist es so, dass es innerhalb 48 Stunden eine Entscheidung treffen muss.
Ich hatte den Antrag Dienstag abgegeben und konnte mir Donnerstag die Antwort abholen.
Danke noch für die Infos.

Offline Maunzi

  • Vielschreiber
  • ***
  • Beiträge: 757
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #28 am: 13. Dezember 2018, 12:57:32 »
Zitat von: Kathy am 13. Dezember 2018, 12:51:46
Ich werde eine VÄ abgeben, aber erst wenn ich die Hartz4 Bescheinigung habe.

Das würde ich nicht abwarten! Du bist in der Pflicht sowas sofort zu melden (nachweislich versteht sich) sonst gibts noch ärger a la Überzahlung der KDU weil die alte Wohnung teurer war oder sowas.

Offline Kathy

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 17
Re: Wohnung abgelehnt
« Antwort #29 am: 13. Dezember 2018, 13:01:41 »
Maunzi: okay, danke, das wusste ich nicht. Dann werde ich mich morgen zum JC aufmachen mit den Unterlagen. Obwohl ich den Mietvertrag noch nicht habe, sondern erst mal nur dieses vorläufige Formular unterschrieben habe (im Bauverein sind momentan viele krank/im Urlaub, daher die Verzögerung).