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Autor Thema: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente  (Gelesen 1643 mal)

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Offline HeikoHammer

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Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« am: 17. Dezember 2018, 16:03:24 »
Hallo,

es geht um eine weibliche Person (50 Jahre alt) die krankgeschrieben ist, bald eine Reha macht und dauerhaft Erwerbsunfähig eingestuft wird.
Aktuell steht diese Person mit dem ehemaligen Mann (nach deutschem Recht geschieden) im Grundbuch von einem Haus. Er lebt darin und zahlt auch alles ab. Sie hatte mit dem haus nie etwas zu tun. Nun haben die beide sich 10 Jahre nicht gesehen.

Am Liebsten, will sie sich einfach austragen lassen. <-- geht das?

Was werden die Ämter dazu sagen? Kann das Sozialamt (denn die Rente wird nicht ausreichen) verlangen, dass sie sich auszahlen lässt?
Worauf sollte sie noch achten? Was sollte ich mir noch durchlesen? Schlagwörter? Impulse für mich?

Über eure Unterstützung würde ich mich sehr freuen. Durch dieses Forum konnte ich mir, meinen Freunden, Bekannten und sogar Nachbarn immens helfen. Ich bin euch allen sehr dankbar und weiß eure Antworten sehr zu schätzen.

Online Sheherazade

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Re: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« Antwort #1 am: 17. Dezember 2018, 16:09:28 »
Am Liebsten, will sie sich einfach austragen lassen. <-- geht das?

Das wird ihr nichts mehr nutzen, das Sozialamt prüft auf 10 Jahre rückwirkend. Für das Sozialamt hat sie verwertbares Vermögen in Form einer Haushälfte.
Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten. (unbekannt)

Offline HeikoHammer

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Re: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« Antwort #2 am: 18. Dezember 2018, 14:43:33 »
Das verstehe ich.

1. Was kann sie tun?

Sie steht lediglich im Grundbuch. Sie hat nichts davon abbezahlt. Sie will am liebsten sich austragen lassen und nichts damit zu tun haben. Was ist wenn sie es für 1€ ihren Anteil verkauft? Was ist wenn sie gar nichts macht und beim Sozialamt aufstockt? Geht dann der Staat los und vollstreckt seine hälfte?

Vor allem interessiert mich. Was muss man jetzt geschicktes tun, damit sie in Ruhe leben kann?

Offline NevAda

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Re: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« Antwort #3 am: 18. Dezember 2018, 14:49:23 »
Sich von ihrem Ex ihre Hälfte abkaufen lassen. Und das zu einem möglichst realistischen Preis.

Mal ganz nüchtern betrachtet:
Da ist jemand, deren Geld reicht nicht zum Leben. Aber ihr gehört ein halbes Haus, von dem sie "behauptet", es sei gar nicht ihrs. Deswegen will sie jetzt Sozialhilfe.
Wie klingt das?

Online Sheherazade

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Re: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« Antwort #4 am: 18. Dezember 2018, 14:52:32 »
Warum wurde das mit dem Eigentumsanteil nicht im Zuge der Scheidung geregelt?
Zitat von: HeikoHammer am 18. Dezember 2018, 14:43:33
Was ist wenn sie es für 1€ ihren Anteil verkauft? Was ist wenn sie gar nichts macht und beim Sozialamt aufstockt? Geht dann der Staat los und vollstreckt seine hälfte?

Verkauft sie ihren Anteil unter Wert oder verschenkt sie den Anteil, wird das Sozialamt den Verkauf oder die Schenkung rückgängig machen. Und ja, das Sozialamt wird sich in das Grundbuch eintragen lassen und sie bekommt die Sozialleistungen nur als Darlehen.

Zitat von: HeikoHammer am 18. Dezember 2018, 14:43:33
Was muss man jetzt geschicktes tun, damit sie in Ruhe leben kann?
Mir fällt da nichts zu ein. Diese Gedanken kommen gut 10 Jahre zu spät.
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Online TazD

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Re: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« Antwort #5 am: 18. Dezember 2018, 15:42:30 »
Sich von ihrem Ex ihre Hälfte abkaufen lassen. Und das zu einem möglichst realistischen Preis.
Das ist das einzig sinnvolle.

Sie kann zwar noch auf ihr Eigentum verzichten, aber das würde ihr die gleichen Probleme einbringen, wie der Verkauf zum symbolischen Euro. Da hat sie also nichts gewonnen.

Offline HeikoHammer

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Re: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« Antwort #6 am: 19. Dezember 2018, 01:21:08 »
Sich von ihrem Ex ihre Hälfte abkaufen lassen. Und das zu einem möglichst realistischen Preis.

Mal ganz nüchtern betrachtet:
Da ist jemand, deren Geld reicht nicht zum Leben. Aber ihr gehört ein halbes Haus, von dem sie "behauptet", es sei gar nicht ihrs. Deswegen will sie jetzt Sozialhilfe.
Wie klingt das?

Sie hat den Mann verlassen. Die Ehe ging nur wenige Jahre und sie ist nicht aufgeklärt. Sie wurde bedroht und ist geflüchtet. Sie hat nie die Raten abbezahlt. Sie fühlt sich schlecht, wenn sie jetzt etwas davon abbekommen würde, hat Angst dieser Person zu begegnen und hat Schwierigkeiten jetzt das beste aus der Situation zu machen.


Offline coolio

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Re: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« Antwort #7 am: 19. Dezember 2018, 01:28:32 »
Ich würde mal unter "verwertbares Vermögen" suchen gehen.
Da der (Ex-) Mann da drin wohnt dürfte das nicht verwertbar sein.
Ratgeber Vermögen
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Online Sheherazade

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Re: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« Antwort #8 am: 19. Dezember 2018, 05:38:31 »
hat Angst dieser Person zu begegnen

Egal bei welcher Vorgehensweise wird sie ihrem Exmann begegnen oder zumindest Kontakt zu ihm aufnehmen müssen. Sie sind schließlich gemeinsame Eigentümer einer Immobilie. Das erfordert bei Auflösung der Eigentümergemeinschaft (durch Verkauf oder Schenkung) notarielle Beurkundungen.
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Offline HeikoHammer

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Re: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« Antwort #9 am: 06. Januar 2019, 05:45:10 »
Danke euch beiden.

Sollte die Frau sich heute mit 15% des Imobilienwerts zufrieden geben. Begründung ist, dass er 100% selber gezahlt hat und die Frau keinen Tag dort gelebt hat. Auch die Tochter hat und lebt immer noch in dem Haus. Würde dann das Sozialamt in zB 2 Jahren rückwirkend eingreifen und dies für nichtig erklären? Gibt es ähnliche Gerichtsentscheidungen? So etwas ist doch schon sicherlich zufällig vorgekommen, oder?

Offline HeikoHammer

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Re: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« Antwort #10 am: 07. Januar 2019, 14:13:32 »
Schade, dass keine Antworten auf meine letzte Fragen gekommen sind.

Etwas einfacheres. Wenn die Person sich nun krankschreibt und das Krankengeld nicht ausreicht, würde sie doch mit ALG 2 aufstocken, oder? Würde dann auch schon wegen der Immobilie des Ex Mannes geschaut werden? Diese ist ja nicht verwertbar, oder? Ist das wirklich schon so streng gleich zu beginn, bei jemanden der Krankengeld bezieht?

Online Sheherazade

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Re: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« Antwort #11 am: 07. Januar 2019, 14:22:18 »
Etwas einfacheres. Wenn die Person sich nun krankschreibt und das Krankengeld nicht ausreicht, würde sie doch mit ALG 2 aufstocken, oder? Würde dann auch schon wegen der Immobilie des Ex Mannes geschaut werden?

Unter Umständen ja.

Zitat
Ist das wirklich schon so streng gleich zu beginn, bei jemanden der Krankengeld bezieht?

Streng? Der ALGII-Bezug ist doch keine Vorschule. Es gibt eben keine ALGII-Bezieher erster und zweiter Klasse - vor dem Jobcenter sind alle gleich.
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Offline Birgit63

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Re: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« Antwort #12 am: 07. Januar 2019, 14:53:19 »
Ist doch logisch. Sie steht im Grundbuch mit drin und somit gehört ihr die Hälfte der Immobilie. Die ist erstmal vorrangig zu verwerten, bevor der Staat einspringt. Ich wusste auch noch nicht, dass man sich selber krankschreiben kann. Bei mir macht das immer ein Arzt. Sowie sie einen Cent ALG 2 bekommt, werden die Vermögensverhältnisse geprüft.

Offline The Witch

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Re: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« Antwort #13 am: 07. Januar 2019, 21:09:32 »
Zitat von: HeikoHammer am 07. Januar 2019, 14:13:32
Wenn die Person sich nun krankschreibt und das Krankengeld nicht ausreicht, würde sie doch mit ALG 2 aufstocken, oder? Würde dann auch schon wegen der Immobilie des Ex Mannes geschaut werden? Diese ist ja nicht verwertbar, oder? Ist das wirklich schon so streng gleich zu beginn, bei jemanden der Krankengeld bezieht?
Deinem Eingangsbeitrag zufolge ist die Frau bereits krank geschrieben - wo kommt jetzt plötzlich das Krankengeld her? Und wovon lebt sie aktuell überhaupt?

Offline HeikoHammer

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Re: Grundbucheintrag + Erwerbsunfähigkeitsrente
« Antwort #14 am: 08. Januar 2019, 07:07:13 »
Deinem Eingangsbeitrag zufolge ist die Frau bereits krank geschrieben - wo kommt jetzt plötzlich das Krankengeld her? Und wovon lebt sie aktuell überhaupt?

Das war mein Fehler.

Sie ist krankgeschrieben. Noch ist sie beim Hausarzt und hat auch schon die Überweisung zum Facharzt. Deswegen denke ich schon mit dem Krankengeld.