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Autor Thema: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?  (Gelesen 7322 mal)

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Offline karl36

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Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« am: 18. Dezember 2018, 19:48:51 »
Ich wurde fristgerecht gekündigt nach sieben Monaten Arbeit in einem Unternehmen.
Nun droht das Jobcenter mit ca. 33% Sanktion aus nicht genannten Gründen. Ich darf schriftlich dazu Stellung beziehen. Der Arbeitgeber wird aber auch befragt werden.
Ist das rechtens bei einer fristgerechten Kündigung, für die man als Person ja nichts kann, man also szsg. der Willkür eines anderen Menschen ausgeliefert ist!?


- Arbeitgeber und Arbeitnehmer waren mit der Arbeit weitestgehend zufrieden, teilweise unzufrieden.
- Die Anstellung wurde zu 50% gefördert (und war nicht schlecht bezahlt).

Offline NevAda

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Re: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« Antwort #1 am: 18. Dezember 2018, 19:51:04 »
>Ich vermute, in erster Linie fragt das JC bzw. bittet um Aufklärung. Richtig?

Nein, wenn Du die Kündigung nicht "verhaltensbedingt" provoziert hast, kriegst Du keine Sperre. Mit welcher Begründung wurdest Du entlassen?

Ich drücke Dir die Daumen, dass Du möglichst übergangslos wieder was findest!

Offline karl36

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Re: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« Antwort #2 am: 18. Dezember 2018, 23:28:57 »
joa danke werde ich :)


Kündigung hatte keine Begründung.
Aber auf Nachfrage wurden mündlich ein paar kleine angebliche Mängel mitgeteilt.
(es hatten mehrere Mitarbeiter gleichzeitig angefangen und dann gewählt)

Ja sie bitten um Stellungnahme.
Können die aber eine Sanktion verhängen, wenn der AG viel/negatives berichten sollte, auch wenn ich anderer Meinung bin und diese äußere?
Ich meine für den Fall dass ein AG so etwas willkürlich tut, ist man ja seiner Willkür völlig ausgeliefert!?

Offline coolio

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Re: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« Antwort #3 am: 18. Dezember 2018, 23:57:46 »
Lass die Anhörung nach §24 (ist das wohl) mal lesen.
Die Förderung ging an den Arbeitgeber direkt?
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Offline Beluga2

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Re: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« Antwort #4 am: 19. Dezember 2018, 07:38:26 »
Ich wurde fristgerecht gekündigt nach sieben Monaten Arbeit in einem Unternehmen.
Kündigung hatte keine Begründung.
Aber auf Nachfrage wurden mündlich ein paar kleine angebliche Mängel mitgeteilt.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer waren mit der Arbeit weitestgehend zufrieden, teilweise unzufrieden.
Die Anstellung wurde zu 50% gefördert (und war nicht schlecht bezahlt).
Nun droht das Jobcenter mit ca. 33% Sanktion aus nicht genannten Gründen. Ich darf schriftlich dazu Stellung beziehen.
In Deinem Fall benötigt man Kenntnisse,
sowohl aus aus dem Arbeitsrecht als auch aus dem Sozialrecht.

Aufgrund der umfassenden Thematik benötigst Du einen Rechtsanwalt.

In diesem Thread kann man die Kündigung/das Arbeitsverhältnis,
eines vom Steuerzahler geförderten Arbeitsplatz,
das Du beschreibst,
durch einen Einzelnen kaum bewältigen!!!
« Letzte Änderung: 19. Dezember 2018, 08:17:40 von Beluga2 »

Offline karl36

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Re: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« Antwort #5 am: 07. Januar 2019, 18:30:51 »
Ich werde berichten... läuft noch...

Ich habe erstmal geantwortet dass ich immer alle Aufgaben nach besten Fähigkeiten, Können und Leistung erledigt habe.



Ja die Förderung ging direkt an den AG.


RA:  Naja ich will mir nicht gleich und unbedingt den Aufwand mit RA machen.

Offline coolio

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Re: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« Antwort #6 am: 07. Januar 2019, 18:45:54 »
Es kommt schonmal vor, daß Arbeitgeber erstmal die Förderung (entspricht wohl den 6 Monaten überschlägig) abgreifen und sich dann den nächsten subventionieren lassen.
Mach Dir Deine eigenen Gedanken dazu...
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Offline Zuckerwasser

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Re: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« Antwort #7 am: 07. Januar 2019, 19:10:47 »
Wurdest du in der Probezeit gekündigt oder war die Probezeit schon vorbei?

Offline Verycold

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Re: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« Antwort #8 am: 07. Januar 2019, 21:04:17 »
Es kommt schonmal vor, daß Arbeitgeber erstmal die Förderung (entspricht wohl den 6 Monaten überschlägig) abgreifen und sich dann den nächsten subventionieren lassen.
Mach Dir Deine eigenen Gedanken dazu...

Dann müssen die Arbeitgeber jeden Monat der Nachbeschäftigung, die sie eigentlich hätten durchziehen müssen zurückzahlen.
Jeder gefördete Monat muss nachbeschäftigt werden...

Beispiel: 6 Monate EGZ

Wenn nach 7 Monaten ordentlich gekündigt wird, müsste der AG 5 Monate zurückzahlen die er bereits erhalten hat.
Dies gilt i.d.R. nur dann nicht, wenn der Arbeitnehmer sich verhaltensbedingt eine Kündigung zugezogen hat. Hier wohl nicht der Fall.
Klingt hier nicht nach Ausnutzung irgendwelcher Förderungen....

Very

Offline karl36

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Re: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« Antwort #9 am: 05. März 2019, 16:47:53 »
(Ja genau zum Ende und in der Probezeit gekündigt.)



 :help:
Das Arbeitsverhältnis ging ganz normal Fristgerecht in beidseitigem Einverständnis auseinander.
Der AG möchte nun scheinbar natürlich nicht deine erwähnten Beträge zurückzahlen und hat dazu bei der Befragung nun natürlich tatsächlich ein paar negative Punkte zu meinen Arbeiten aufgeführt.  :lol:
Allein das ist unerhört, hatte ich mich doch gut mit allen Kollegen verstanden und kurz zuvor noch Lob kassiert. Aber wenn's um's Geld geht...

(Eigentlicher Kündigungsgrund war wie gesagt, dass die Wahl auf einen Mitbewerber fiel, der genau am gleichen Tag im gleichen Tätigkeitsfeld angefangen hat. Das war so geplant und wurde uns auch vorab gesagt.)


Das JC glaubt dem AG. Kann ich denn hier gar nichts machen? Ist man der Entscheidung des JC über 'Aussage gegen Aussage' ausgeliefert?
Ich habe denen mehrmals die Lage beim AG geschildert, weiterhin dass sich dort auch andere Mitarbeiter als "billige Arbeitskräfte" vorkamen und gerade, bis auf zwei, die ganze Belegschaft von 14 Leuten getauscht wurde, weil alle gekündigt hatten/wurden.


Nun ist das JC scheinbar human und hat mir eine eintägige psychologische Überprüfung aufgebrummt, damit ich beweisen kann, dass diese Branche (Büro, Support, IT) mich überfordert und ich das, was mir unterstellt wird, nicht mit Absicht gemacht habe.

Was will das JC wirklich damit bezwecken? (Außer mich danach auch außerhalb meiner Zielbranche zu vermitteln? (Ist doch so?))
Falls "geeignet für die Branche" rauskommt, kann es dann sein dass ich ALLES zurückzahlen muss? Oder drohnen nur ganz normale Sanktionen?

(btw Sanktionen gibt's ja bald eh nicht mehr!? (bald neues Urteil!?))

Offline Ottokar

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Re: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« Antwort #10 am: 06. März 2019, 13:20:32 »
Kündigung hatte keine Begründung.
Und nur das ist relevant.

Aber auf Nachfrage wurden mündlich ein paar kleine angebliche Mängel mitgeteilt.
Sofern der AG das dem JC nicht schriftlich gibt und bereit ist, das vor Gericht zu bezeugen, ist das absolut nichts Wert.

Zitat von: karl36 am 05. März 2019, 16:47:53
Nun ist das JC scheinbar human und hat mir eine eintägige psychologische Überprüfung aufgebrummt, damit ich beweisen kann, dass diese Branche (Büro, Support, IT) mich überfordert und ich das, was mir unterstellt wird, nicht mit Absicht gemacht habe.
Bei denen piepts wohl!
Seit wann muss der AN beweisen, dass der Sanktionsgrund nicht besteht?
Das ist eine unzulässige Beweislastumkehr, denn das JC muss darlegen und beweisen, dass eine Sanktion berechtigt ist, wenn es eine erlassen will.
Meine Beiträge beinhalten oder ersetzen keine anwaltliche Beratung oder Tätigkeit.
Für eine verbindliche Rechtsberatung und -vertretung suchen Sie bitte einen Anwalt auf.


Offline SantanaAbraxas

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Re: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« Antwort #11 am: 07. März 2019, 09:00:19 »
Zitat von: karl36 am 05. März 2019, 16:47:53
Das Arbeitsverhältnis ging ganz normal Fristgerecht in beidseitigem Einverständnis auseinander.

Hiermit ist aber nicht "Aufhebung" gemeint, oder?

Offline karl36

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Re: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« Antwort #12 am: 08. März 2019, 08:43:33 »
(Es war eine Kündigung, keine Aufhebung. Aber halt quasi in beidseitigem Einverständnis.)


Ja Leute und speziell @Ottokar, was würdet ihr denn da jetzt tun?

Besonders die Folgen dieses Psycho-Gedöhns-Tests wären interessant (siehe oben) ?

Offline NevAda

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Re: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« Antwort #13 am: 08. März 2019, 08:44:23 »
Zitat von: karl36 am 08. März 2019, 08:43:33
Es war eine Kündigung, keine Aufhebung. Aber halt quasi in beidseitigem Einverständnis.
Wie ist das zu verstehen? Steht irgendwo, dass Du mit der Kündigung einverstanden warst?

Zitat von: karl36 am 18. Dezember 2018, 19:48:51
Nun droht das Jobcenter mit ca. 33% Sanktion aus nicht genannten Gründen.
Wie meinst Du das? Du hast einen Brief bekommen, in dem steht. WENN NICHT, dann sanktionieren wir mit ca. 33%. Und das ganze ohne Begründung?

Offline karl36

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Re: Sanktion trotz fristgerechter Kündigung rechtens?
« Antwort #14 am: 08. März 2019, 08:45:57 »
(Nein das steht nirgendswo. Ich meine das so, dass ich mit der Kündigung einverstanden war und AG und AN sich vorher schon im Klaren waren, dass es auf eine Kündigung hinauslaufen würde und dies besser sei. (u.a. weil halt der andere Kollege besser war / gewählt wurde) )



"Nun droht das Jobcenter mit ca. 33% Sanktion aus nicht genannten Gründen."  :sehrgut: :mocking::

Ich bekam einen Brief:
- "folgender Sachverhalt ist bekannt:
   Der AG hat Ihr Arbeitsverhältnis vom XY zum XYZ gekündigt."
- Aber es wird nicht näher drauf eingegangen was genau, bzw. da steht einfach weiter nix*  :lachen:  :wand: :teuflisch: :lol:
- "nehmen Sie Stellung...oder wir entscheiden anhand des vorliegenden Sachverhalts und sanktionieren mit (rund) 33% nach §..."

Zu dem hab ich mich dann geäußert:
"Ich habe immer alle Aufgaben nach besten Fähigkeiten, Können und Leistung erledigt".

Eingliederungsvereinbarung:
* Im Gespräch zur Eingliederungsvereinbarung in dem ich die Anweisung zum Pscho-Gedöhns-Test*** unterschreiben musste,
wurde ich dann mündlich über ein paar "Defizite/Fehler/Nachlässigkeiten/ :nea: " meinerseits informiert.
***(wird lediglich in einer Berufsausbildungsstätte gemacht)



Was tun?
Speziell zwecks ungerechter "Beweislastumkehr" und den Folgen des Psycho-Tests  :scratch:?
« Letzte Änderung: 08. März 2019, 09:26:02 von karl36 »