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Autor Thema: Erwerbsunfähigkeitsrente (HzL oder Grundsicherung?) - Haushaltsgemeinschaft  (Gelesen 3026 mal)

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Offline Versagender

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Guten Tag,

momentan beziehe ich noch ALG2, nach längerer Zeit des hin und hers ist nun die Prüfung anscheinend beim Rententräger durch und ich erhielt vom Sozialamt hier einen Brief, dass ich unverzüglich einen Antrag stell soll.

Ich habe den Antrag ausgedruckt und nun will ich fragen ob ich die Familienverhältnisse inklusive Einkommen und Vermögen angeben muss? Beim ALG2 musste ich das nicht machen, da ich keine Bedarfsgemeinschaft mit meiner Mutter und Schwester führe und auch nicht gemeinschaftlich wirtschaften.
Ich lebe zur Untermiete/Kostenbeteiligungsvereinbarung bei meiner Mutter, die momentan selber arbeitslos ist und Arbeitslosenversicherung bezieht. Meine Schwester ist in Ausbildung. Ich bin weit über 25 Jahre alt.
Wie soll ich da verfahren? Namen erwähnen aber ansonsten nichts angeben? Meine Mutter kann ja auch ein Schreiben aufsetzen, in der Sie schreibt, dass nicht gemeinschaftlich gewirtschaftet oder sonstiges wird.

Und wie sieht das mit der Mietübernahme aus?
Beim Jobcenter gab es nie Probleme, es wurde einfach der Hauptmietvertrag meiner Mutter kopiert sowie eine Vereinbarung zwischen mir und meiner Mutter mit der Kostenbeteiligung.
Wenn ich den Antrag noch in diesem Jahr in den Briefkasten einwerfe, zählt dann noch der Dezember oder erst im Januar? Laut Jobcenter werde ich noch solange ALG2 bekommen bis mir Grundsicherung gewährt wird.

Ich habe nun Angst und das ist schon alles sehr belastend für mich.

Danke

EDIT:


Was ich vergessen habe, was grundsätzlich wichtig ist.



HzL oder Grundsicherung?

Laut Brief wurde ich auf Zeit erwerbsunfähig eingestuft durch den Rententräger, und da steht dass ich dann auf Leistungen nach 3.Kapitel SGBXII Anspruch hätte.​
Aber das wäre ja Hilfe zum Lebensunterhalt?

Im letzten Absatz schreiben die dann, dass ich umgehend Erwerbsunfähigkeitsrente beantragen solle, das ist aber nicht das Gleiche?
Bei HzL hätte ich eine vielfach höhere Belastung, weil ich gelesen habe, dass auch Angehörige geprüft werden.



Wie soll ich fortfahren, soll ich trotzddem Grundssicherung ankreuzen und wenn es abgelehnt wird, wird weiter ALG2 bezahlt?
« Letzte Änderung: 28. Dezember 2018, 14:20:23 von Versagender »

Offline Norbert

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Hallo,

Es entscheidet der tatsächliche Eingang bei der jeweiligen Behörde. N i c h t  das "Datum des Poststempels" !

Brief also am 31.12 in den Postkasten werfen wird wohl nicht mehr funktionieren. Im Streitfall mußt Du den rechtzeitigen Zugang beim Amt beweisen können.
Der 31. ist ein Montag. Der 31. ist kein gesetzlicher Feiertag. Gleichwohl wird Dein Sozialamt wohl ganztätig geschlossen sein.
Sollte es vormittags noch Sprechzeit haben, würde ich sie nutzen.

Du hast den Antrag vorliegen? Fülle ihn aus, soweit Du es ohne Probleme kannst. Wo Du unsicher bist laß die Fragen erst einmal offen. Dazu gehören sicherlich auch die Fragen nach der Miete und den Vermögensverhältnissen - insbesonderer Deiner Angehörigen.
Hast Du schon den Rentenbescheid von der Rentenversicherung? Kopiere ihn und gebe/sende ihn mit. Kopiere für Dich auf alle Fälle den gesamten Antrag. Du mußt damit ja noch weiterarbeiten.Kannst Du den Antrag am 31.12 nicht mehr persönlich abgeben, dann spätestens morgen 29.12 mit der Post senden. Einschreiben geht wg. Wochenende auch nicht mehr also einfacher Brief und "Augen zu".
Am 02 Januar rufst Du dann beim Sozialamt an - erklärst die Sachlage und fragst wie Du nun weiterverfahren sollst, und ob die Antragsfrist Dez. 2018 gewahrt werden konnte. Du hast im Moment nichts zu verlieren, mehr kannst Du jetzt glaube ich auch nicht machen.

Auf Deine anderen Fragen komme ich später (morgen?) nochmal zurück. Eine Frage noch, was ist das genau für ein Antrag - Was steht oben drüber? Im Moment ging es mir hier nur um die schnellstmögliche (Not-) Antragsabgabe.

MfG Norbert



Offline Sheherazade

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Wenn ich den Antrag noch in diesem Jahr in den Briefkasten einwerfe, zählt dann noch der Dezember oder erst im Januar? Laut Jobcenter werde ich noch solange ALG2 bekommen bis mir Grundsicherung gewährt wird.

Also keine Panik, das Jobcenter zahlt weiter bis zur Bewilligung vom Sozialamt, eventuelle Überzahlungen verrechnen die Ämter untereinander. Ich sehe da für eine Notantragstellung keinen Grund.

Grundsätzlich sollten die Voraussetzungen hinsichtlich deiner Familie und deren Vermögensverhältnisse erst einmal so sein wie beim Jobcenter, mit anderen Worten: Geht die nichts an. Du bist erst einmal alleine für dich der Antragsteller und genauso füllst du auch den Antrag aus. Sinnvoll wäre ggf. eine Art Kostenbeteiligungsvereinbarung in Höhe deines Mietanteils, dann musst du den Mietvertrag deiner Mutter (normalerweise) nicht vorlegen.

Der Rentenversicherungsträger hat dich erwerbsunfähig geschrieben? Befristet oder unbefristet? Sofern das nicht mit einem Antrag auf Erwerbsminderungsrente gekoppelt sein sollte, mach umgehend einen Termin beim Rentenversicherungsträger, damit du den Antrag auf EM-Rente stellen kannst.
Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
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Offline cherrylady18

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EM Rente ist immer befristet. Meistens auf 3 Jahre. 6 Monate vor Ablauf einen neuen Antrag stellen. Das geht insgesamt 3 Mal. Dann wird die EM Rente auf Dauer gewährt.

Offline Turbo

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Zitat von: Versagender am 28. Dezember 2018, 14:00:41
Laut Brief wurde ich auf Zeit erwerbsunfähig eingestuft durch den Rententräger,
Zitat von: Versagender am 28. Dezember 2018, 14:00:41
Im letzten Absatz schreiben die dann, dass ich umgehend Erwerbsunfähigkeitsrente beantragen solle
Wie passt das zusammen? Wie willst du vom Rententräger eingestuft worden sein, wenn du noch gar keinen Antrag auf EMR gestellt hast?

Zitat von: cherrylady18 am 28. Dezember 2018, 16:49:55
EM Rente ist immer befristet. Meistens auf 3 Jahre. 6 Monate vor Ablauf einen neuen Antrag stellen. Das geht insgesamt 3 Mal. Dann wird die EM Rente auf Dauer gewährt.
Nein, nicht immer. Meine beispielsweise wurde direkt beim 1. Antrag auf Weiterbewilligung unbefristet gewährt.

Offline Versagender

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Ich habe vom Rententräger noch nichts bekommen, also eine Entscheidung. Da wissen wohl die Sozialämter/Jobcenter mehr.
Ich habe aber schon seit Mitte dieses Jahres einen Antrag gestellt mit Allem, danach kam dann wieder etwas, dass ich doch noch nicht alle Anträge eingereicht hätte, wobei ich das schon eigentlich gemacht habe.
Nochmals abgeschickt, und seitdem kam nichts mehr.
Fehlkommunikation zwischen den Ämtern? Ich fühle mich hier etwas außen vorgelassen.

Also vom Sozialamt habe ich paar Tage vor Weihnachten diesen Brief bekommen, in dem eben steht, dass ich durch den Rententräger erwerbsunfähig auf Zeit eingestuft wurde, aber es steht auch nicht da für wie lange.

Oder missverstehe ich etwas?
Den Antrag auf Grundsicherung/Sozialhilfe wird ja beim lokalen Sozialamt eingereicht und nicht beim Rententräger?

Aber was mich dann wieder stutzig macht ist der letzte Absatz, ich zitiere.

Beantragen Sie bitte umgehende Erwerbsunfähigkeitsrente und legen uns einen Nachweis über die Antragstellung vor.
Wieso sollte ich nochmals EM Rente stellen, wenn ich schon beim Rententräger etwas abgegeben habe, was alles etwa ein halbes Jahr gedauert hat und die haben mich nun eingestuft?
Oder war das nur die Einstufung seitens des Rententrägers und ich muss nochmals was beantragen?
Ich verstehe jetzt gar nichts mehr.
Ebenso sollte ich 2 Merkblätter unterschreiben und zusammen mit Kopie meines Personalausweises ans Sozialamt schicken.


Edit: Sind etwa EM Rentenantrag und Antrag auf Grundsicherung/Sozialhilfe beides etwas Anderes? Sprich ich muss gleichzeitig beide Anträge stellen? Ich bekomme noch kaum Schlaf und kann mich kaum konzentrieren bei 1 Antrag, weil das mich so sehr belastet.
Und wo bekomme die EM Renten Formulare her? Ich finde nur Formulare für die Beantragung einer Festellung der Erwerbsfähigkeit, was ja schon geschehen ist.


Erfüllung der Mindestversicherungszeiten
Sie sind mindestens 5 Jahre versichert, wovon Sie in den letzten 5 Jahren mindestens 3 Jahre im Rahmen einer Beschäftigung oder Tätigkeit Pflichtbeiträge bezahlt haben müssen.

Das ist bei mir nicht der Fall, habe ich dann  grundsätzlich keinen Anspruch auf EM Rente?
« Letzte Änderung: 28. Dezember 2018, 18:22:54 von Versagender »

Offline Versagender

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Es tut mir Leid, wenn alles verwirrend klingt, aber ich bin wirklich verwirrt und zugleich auch stark mental belastet durch die ganze Situation. Das verschlimmert die Krise nur noch.

Habe den Antrag R0100 für EM-Rente gefunden und dazu einen Haufen anderer Formulare. Benötige ich die wirklich oder kann man das nicht beschleunigen, weil ich ja grundsätzlich nicht mal die Voraussetzung für die Mindestversicherungszeiten erfülle?´

Bei der Suche nach Beratungsstellen gibt es eine direkt im örtlichen Sozialamt. Dieses hat aber über die Tage nun sowieso geschlossen.
Soll ich dort einen Termin machen und die Sache erklären? Werden die mir beim Prozess helfen und mich etwas entlasten?
Letztlich beantrage ich ja nur EM Rente formell, damit ich einen Ablehnungsbescheid bekomme, den das Sozialamt benötigt, weil die Sozialhilfen nachrangig gewährt werden.

Und was passiert danach?
Habe ich oder meine Mutter/Schwester Nachteile, wenn ich statt Grundsicherung, Hilfe zum Lebensunterhalt beantragen muss, weil ich für die Grundsicherung ebenso nicht die Voraussetzung der dauerhaften Erwerbsminderung erfülle?

Edit: Online Terminvereinbarung geht nicht, da ist laut System alles ausgebucht bis März 2019.

Das wird mir alles zuviel...



« Letzte Änderung: 28. Dezember 2018, 19:15:17 von Versagender »

Offline cherrylady18

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Du musst nicht zu Deiner örtlichen Beratungsstelle. Ergoogle mal ob es weiter entfernt von Deinem Wohnort Beratungsstellen der Rentenversicherung gibt. Da kannst Du evtl. auch ohne Termin erscheinen. Wenn Du mobil bist oder jemanden hast mit dem Du dahinfahren kannst, solltest Du das machen.
Die Formulare müssen leider alle ausgefüllt werden. Dabei helfen sie Dir dort auch. Sie können Dir auch sagen wie hoch die EM Rente ungefähr ausfällt und ob Du wirklichen einen Anspruch hast. Bei meinem Sohn haben wir auch gedacht er hätte keinen Anspruch. Hatte er aber doch.
Nachdem mein Sohn seinen EM Rentenbescheid erhalten hatte, wurde er vom JC angeschrieben. Das JC hat mit sofortiger Wirkung die Zahlung eingestellt. Mit diesem Schreiben vom JC gehst Du dann zum Amt für Soziales. Die kennen das schon und ärgern sich jedes mal über die JC. Weil man Überzahlungen auch intern abhandeln kann, ohne das dem LE ein Schaden entstehen würde.
Wir haben also mit dem Antrag auf Leistungen, alle Unterlagen (Schreiben JC, Mietvertrag, Kontoverbindung etc.) dort hin geschickt. Anschließend haben wir bei dem Amt angerufen. Die waren sehr kooperativ und haben umgehend gehandelt. Mein Sohn hatte das fehlende Geld nach 3 oder 4 Tagen auf seinem Konto. Somit konnte er auch seine Miete bezahlen.
Mach Dich nicht verrückt und lass es auf Dich zukommen.

Offline Versagender

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Danke für die ermunternde Worte, aber diese Sache macht mich einfach fertig, bin ja sowieso nicht belastungsfähig.

Es gibt eine Beratungsstelle im lokalen Landratsamt, aber die haben nur 1 mal die Woche einen Termin und dort steht man muss ich sich auch vorher einen Termin vereinbaren, ebenso steht. dass "- eine Rentenantragstellung oder ein Antrag auf Kontenklärung etc. werden dort nicht aufgenommen."

Zitat
Bitte beachten Sie, dass Sie aufgrund der hohen Nachfrage 10 bis 12 Wochen auf einen freien Termin bei den Sprechtagen im Landratsamt warten müssen. In der Zentrale der Deutschen Rentenversicherung X hingegen beträgt die Wartezeit auf einen freien Termin maximal 2 Wochen:

Also ohne Termin geht gar nichts. Und ich muss eine längere Strecke mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen inklusive saftigem Ticketpreis zusätzlich zum Problem der mentalen Belastung in Öffentlichkeit und großer Menschenmenge.

Und woher die Anträge? Meine Druckerpatrone ist momentan fast leer. Kann ich einen formlosen Antrag stellen und hoffen, dass die mir alle Unterlagen schicken?

Offline cherrylady18

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Den Antrag kannst Du leider nicht formlos stellen.
Hast Du niemanden der Dich fahren kann? Wenn ja solltest Du Dir in einem anderen Ort oder auch Bundesland eine Beratungsstelle der Rentenversicherung suchen.
Bekannte von mir, die in Hamburg wohnen, sind z. B. ohne Termin nach Neumünster gefahren und haben dort ihren Rentenantrag gestellt.

Offline Turbo

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Zitat von: cherrylady18 am 29. Dezember 2018, 12:49:29
Den Antrag kannst Du leider nicht formlos stellen.
Auch hier: doch, den Antrag kann man durchaus formlos stellen. Dann bekommt man den Stapel Formulare zugeschickt und das Ganze dauert eben länger.
Man kann den Antrag aber auch online stellen.
www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/.../ihr_rentenantrag_so_gehts.pdf

Wenn man Hilfe braucht, kann man auch Mitglied im VdK werden. Ist so ähnlich wie der Mieterverein. Kostet etwa 60 Euro im Jahr und die Geschäftsstellen sind bundesweit recht gut verteilt. Die helfen beim Antrag, beim Durchsetzen und auch bei Fragen.

Zitat von: Versagender am 28. Dezember 2018, 17:45:30
Wieso sollte ich nochmals EM Rente stellen, wenn ich schon beim Rententräger etwas abgegeben habe, was alles etwa ein halbes Jahr gedauert hat und die haben mich nun eingestuft?
Kann es sein, dass du da was verwechselst? Dass es da nicht um einen Antrag auf EMR ging, sondern um die Feststellung deiner Leistungsfähigkeit durch den Amtsarzt?

Offline Versagender

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Ich bin momentan einfach in Panikmodus und habe nun pure Existenzängste, fühle mich komplett paralysiert. Ja, ich verwechselte viele Sachen.



Wieso erfahre ich indirekt über das Sozialamt, dass der Rententräger entschieden hat, dass ich auf Zeit erwerbsunfähig bin?
Vom Rententräger habe ich bisher nichts bekommen, auch nichts weiter von Jobcenter gehört.
Die Geschichte mit DRV hat damit angefangen, dass meine Psychiaterin ein Attest geschrieben hat, dass ich auf nicht absehbarer Zeit arbeitsfähig bin.
Dann musste ich beim DRV etwas beantragen, veranlasst durch das JC. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber es müsste wohl die Prüfung auf Erwerbsfähigkeit gewesen sein, das dauerte nun etwa ein halbes Jahr und jetzt vor etwa 1 Woche kam dann eben der Brief des Sozialamts.

Das Jobcenter schrieb vor einigen Monaten, dass ich bis ich woanders unterkomme, weiterhin Leistungen gezahlt werden, stimmt das nun jetzt auch, wenn ich jetzt angeblich offiziell auf Zeit erwerbsunfähig eingestuft wurde?
Das Sozialamt würde mir dann wohl aber auch keine Grundsicherung gewähren, da nur auf Zeit erwerbsunfähig.



Wie stelle ich nun am besten den Antrag bei der DRV, was dann wohl abgelehnt wird wegen fehlenden Beitragszahlungen?
Online, oder einfach erstmal formlos mit der Bitte um die Sendung aller Formulare? (Mein Tintendrucker ist fast leer).
Muss ich online etwas einscannen oder auch etwas am Ende drucken?  Ich habe gelesen, die benötigen Originale von Nachweisen, bekommt man die zurück?

Werden die nicht wieder ärtzliche Atteste und so weiter verlangen, oder werden die schon im System haben, dass die Erwerbsfähigkeit geprüft wurde von DRV?
Beratungstermine sind hier und in der nächsten Stadt mit mehreren Wochen Wartezeit verbunden.
Sozialamt klingt drohend, dass ich umgehend eine EM-Rente beantragen soll und einen Nachweis liefern muss.


Ich weiß nicht ob ich das alles packe und wie lange das so weitergehen kann. :heul:
Das ist nicht alles gut für meine psychische Gesundheit. Hätte ich das alles gewusst, hätte ich damals meine Psychiaterin gestoppt dieses Attest auszustellen.
Beim Jobcenter hatte ich bis dahin keine größeren Probleme gehabt.
Nun ist meine Existenz ein Spielball mehrerer Institutionen und ich fühle mich komplett machtlos.

Entschuldigung


Edit: Ich kann das alles alleine nicht packen. Ich werde das Sozialamt mitteilen, sobald ich einen Termin bei einer Beratungsstelle bekomme, dass ich dort den Antrag stelle, weil ich mich mental überfordert fühle und das alles zu belastend ist.
Was für Konsequenzen kann das für mich haben? Ich beziehe ja noch nicht Leistungen von Sozialamt oder soll das heißen, dass ich ab Feststellung der Erwerbsunfähigkeit durch DRV nichts mehr bekomme vom Jobcenter?
Weiterbewilligung läuft bis Mai und bis jetzt habe kein Schreiben durch das JC bekommen.

Offline Sheherazade

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Nun komm mal wieder runter. Du bekommst ausreichend Zeit, die notwendigen Dinge zu erledigen. Du hast selbst geschrieben:

Laut Jobcenter werde ich noch solange ALG2 bekommen bis mir Grundsicherung gewährt wird.

Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten. (unbekannt)

Offline cherrylady18

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Das JC stellt erst die Zahlung ein wenn Du den Rentenbescheid hast. Solltest Du aber keine Rente bekommen zahlt nur noch das Sozialamt. Da geht es auf jeden Fall entspannter und freundlicher zu als beim JC.

Offline Ottokar

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Ich habe vom Rententräger noch nichts bekommen, also eine Entscheidung. Da wissen wohl die Sozialämter/Jobcenter mehr.
...
Also vom Sozialamt habe ich paar Tage vor Weihnachten diesen Brief bekommen, in dem eben steht, dass ich durch den Rententräger erwerbsunfähig auf Zeit eingestuft wurde, aber es steht auch nicht da für wie lange.
Da stimmt doch was nicht.
Normalerweise erhälst du von der RV den Bescheid, teilst das dem JC mit und das JC fordert dich dann auf, Grundsicherung zu beantragen. Dass das Sozialamt vor dir darüber Bescheid weis, ist eigentlich unmöglich, da die RV das dem Sozialamt gar nicht mitteilen darf.

Zitat von: cherrylady18 am 29. Dezember 2018, 12:49:29
Den Antrag kannst Du leider nicht formlos stellen.
Selbstverständlich kann man auch einen Antrag auf Grundsicherung oder Sozialhilfe beim Sozialamt formlos stellen.

Zitat von: Sheherazade am 28. Dezember 2018, 16:29:00
Grundsätzlich sollten die Voraussetzungen hinsichtlich deiner Familie und deren Vermögensverhältnisse erst einmal so sein wie beim Jobcenter,
Nicht ganz. Hier ist aufgrund § 39 SGB XII unbedingt erforderlich, dass die anderen Mitglieder der Haushaltsgemeinschaft schriftlich erklären, dass sie den Antragsteller nicht finanziell oder materiell unterstützen (Widerlegung der Vermutung des gemeinsamen Wirtschaftens).
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