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Autor Thema: Selbständig: Erneut Rückforderung über 3600 Euro... Verständnisfragen...  (Gelesen 670 mal)

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Offline hellten

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Hallo,

Hab mich in letzter Zeit öfter mal bezüglich Selbständigkeit und SGB II hier gemeldet. Auf Anraten reiche ich meine Unterlagen nun immer selbständig und pünktlich beim Jobcenter ein. Allerdings ändern die in ihrer Verfahrensweise nichts.

Nun ist der Bescheid vom Turnus 12.17 bis 05.18 gekommen und man fordert wieder 3600 Euro zurück. Da man im vorherigen Turnis bereits 3200 Euro zurückfordert sind das mittlerweile fast 7000 Euro. Beides ist widersprochen - das erste liegt beim Gericht und wird durch Anwalt begleitet. Der Turnus 06-17 - 11-17 liegt beim Jobcenter und dürfte bald beschieden werden. Mir wurde schon gesagt - das müsse halt ausgestritten werden - soweit so gut.

Aber mir macht ein wenig Gedanken, dass sich die Schulden so arg Türmen. Seit dem man mich darüber "informiert hat" dass man meine Bürokosten, Telefonkosten, etc nicht mehr berücksichtigt, zieht das man strikt durch. Es fühlt sich so an als wäre ich in einer Endlossschleife, bei der ich zwar irgendwie so weiter machen kann, gleichzeitig aber jedes Jahr einen größeren Schuldenberg anhäufe, weil das Jobcenter die Betriebskosten nicht anerkennt.

Ich brauch irgendwie Hilfe was ich nun für Möglichkeiten habe.

Außerdem hab ich Verständnisfragen. Nehmen wir an ich verliere vor Gericht und muss wirklich Geld zurückzahlen. Gibt sich der "Inkassoservice" dauerhaft dann damit zufrieden wenn ich pro Monat ~40 Euro zurückzahle - auch wenn die Schulden jedes halbe Jahr stark ansteigen?

Offline NevAda

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Wieso steigen die Schulden? Wieso planst Du das auch für die Zukunft?

Schätzt Du immer so falsch? Gibst Du immer so viel zu wenig in Deiner Schätzung an? Und merkst es im laufenden Halbjahr nicht, so dass Du was davon zurücklegen könntest, was Du (für Dich offensichtlich) zu viel ausgezahlt kriegst?

Was ich meine:
Offensichtlich waren die letzten beiden EKS nicht richtig vorhergesagt. Das kannst Du bei der nächsten ändern. Wenn Du weiterhin vorsichtig sein möchtest, musst Du halt das zur Seite legen, was Du mehr einnimmst als erwartest.

Online Sheherazade

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DIe Vorgeschichte gibt es u. a. hier zu lesen. Der TE macht leider jedes Mal einen neuen Thread auf zum gleichen Sachverhalt.
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Offline hellten

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Wieso steigen die Schulden? Wieso planst Du das auch für die Zukunft?

Schätzt Du immer so falsch? Gibst Du immer so viel zu wenig in Deiner Schätzung an? Und merkst es im laufenden Halbjahr nicht, so dass Du was davon zurücklegen könntest, was Du (für Dich offensichtlich) zu viel ausgezahlt kriegst?

Was ich meine:
Offensichtlich waren die letzten beiden EKS nicht richtig vorhergesagt. Das kannst Du bei der nächsten ändern. Wenn Du weiterhin vorsichtig sein möchtest, musst Du halt das zur Seite legen, was Du mehr einnimmst als erwartest.

Doch ich lege natürlich Geld zurück. Nur habe ich mit etwa einer Rückzahlung von 1200€ gerechnet. Nicht mit 3600. Das Jobcenter erkennt Betriebskosten, Künstlersozialekasse und Werbeausgaben nicht an. Dadurch fordert man 3600€ zurück.

Eine EKS muss ich vorsichtig vorhersagen. Was ich da eintrage wird grundsätzlich nicht anerkannt und mit einem Standardwisch gerechtfertigt, dass meine Selbständigkeit nicht Tragfähig sei und Subvention verboten wäre (so grob formuliert...)

Die Frau die das Berechnet wollte das ich Grundsicherung "beantrage", bzw weiteren ärzlichen Untersuchungen zustimme um die dauerhafte Erwerbunfähigkeit ausgesprochen zu bekommen. Nur hätte das gravierende Nachteile, da ich aktuell in die Rentenkasse einzahle und eigentlich deutlich bessere Konditionen für die Freibeätrge habe - was ja bei Grundischerung nur 10% zu sein schein....

Was ratet ihr - würde sich diese Situation auflösen wenn ich dem Grundsicherungsprozedere zustimme? Oder soll ich einfach weiter fleissig schulden sammeln - Gerichtentscheidungen abwarten und das was ich zurückzahlen muss - Abstottern?

Offline Orakel

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Eine EKS muss ich vorsichtig vorhersagen.

Grundsätzlich falsch! Du musst dein voraussichtliches Einkommen realistisch einschätzen. Dazu hättest du dich weitgehend am tatsächlichen Einkommen der Vergangenheit orientieren müssen. Dann wären dir Erstattungsansprüche zumindest teilweise erspart geblieben. Das ist übrigens keine überzogene Erwartung des Jobcenters, sondern eine gängige Vorgehensweise JEDES Selbständigen, der seine Finanzen für das folgende Geschäftsjahr plant.

Was ich da eintrage wird grundsätzlich nicht anerkannt und mit einem Standardwisch gerechtfertigt, dass meine Selbständigkeit nicht Tragfähig sei und Subvention verboten wäre (so grob formuliert...)

Tatsächliche Ausgaben sollen nicht abgesetzt werden, soweit diese ganz oder teilweise vermeidbar sind oder offensichtlich nicht den Lebensumständen während des Bezuges der Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende entsprechen (§ 3 Abs. 3 Satz 1 Alg II-V). Deine Aufgabe besteht also genau darin, den Beweis zuerbringen, dass deine Ausgaben unvermeidbar sind und den Lebensumständen während des Leistungsbezuges entsprechen. Das ist legitim und rechtlich nicht zu beanstanden, weil Sozialleistungen nicht dazu gedacht sind, selbständige Tätigkeiten zu subventionieren, die auf Dauer nicht zu einer wesentlichen Überwindung der Hilfebedürftigkeit führen. Hier sind Zweifel schon allein deshalb begründet, weil deine Erwerbsfähigkeit in Frage steht. Im Übrigen steht § 3 Abs. 3 Satz 1 Alg II-V mit wettbewerbsrechtlichen Einschränkungen im Einklang, ob gleich sich über die Anwendungspraxis ohne Frage streiten lässt.

... weiteren ärzlichen Untersuchungen zustimme um die dauerhafte Erwerbunfähigkeit ausgesprochen zu bekommen. Nur hätte das gravierende Nachteile ...

Sollte am Ende dein Rententräger Erwerbsminderungsrente bewilligen, so hast du bezüglich deines anrechenbaren Einkommens kein Wahlrecht nach "besseren oder schlechteren Konditionen".
Rechtlicher Hinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.
Ein Blick ins Buch und zwei ins Leben // wird die rechte Form dem Geiste geben. (Johann Wolfgang von Goethe)
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Offline hellten

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Eine EKS muss ich vorsichtig vorhersagen.

Grundsätzlich falsch! Du musst dein voraussichtliches Einkommen realistisch einschätzen. Dazu hättest du dich weitgehend am tatsächlichen Einkommen der Vergangenheit orientieren müssen. Dann wären dir Erstattungsansprüche zumindest teilweise erspart geblieben. Das ist übrigens keine überzogene Erwartung des Jobcenters, sondern eine gängige Vorgehensweise JEDES Selbständigen, der seine Finanzen für das folgende Geschäftsjahr plant.

[/quote]

Das ist natürlich richtig und verstehe ich ja auch. Bedeutet aber nach Streit mit dem Jobcenter und wenig entgegen kommen auch, dass ich dauerhaft im Bedarf unterdeckt wäre und mein rechnungen nicht mehr zahlen kann. Dort spricht niemand mit einem - ist an Lösungfindung interessiert.

Bezüglich Erwerbsminderungsrente passiert aktuell ja nichts - weil mich meine "Vermittlungsfachkraft" in Ruhe lässt. Der Arbeitgeberservice macht den Druck, indem man die Berechnugn eben so auslegt, dass hohe Rückforderungen zustande kommen - gleichzeitig die Auszahlungssätze minimiert werden. (Aktuell 160€ Regelbedarf + 70€ Miete Büro) weniger. Geb ich also noch mehr an dann bekomm ich bald garkein Geld mehr und darf mit anderen konsequenzen leben.

Das ist der Teufelskreis der mich gefangne hält und aus dem ich persönlich keinen ausweg sehe.

"Beweisen" - Was beudetet beweisen? Ich habe nun zwei Abrechnungen in Folge mit Überschuss eingereicht... Das letzte mal mit 1890,51€ als übrigenbleibendes Ergebnis nach Abzügen von Investionen, Werbekosten und Betriebskosten.

Und aktuell 1407,97€ nach abzügen der Kosten.

Die Selbständigkeit ist sich selbst tragend und erwirtschaftet Gewinn die den Regelsatz minimieren kann. Sollte doch beweis genug sein?

Offline NevAda

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Rentabel ist sie aber nicht. Was für einen Stundenlohn "erwirtschaftest" Du mit dieser Selbstständigkeit?

Offline hellten

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Rentabel ist sie aber nicht. Was für einen Stundenlohn "erwirtschaftest" Du mit dieser Selbstständigkeit?

Ich habe keinen Stundenlohn. Ich bin Blogger über Videospiele / veröffentliche Musik. Bedeutet ich verdiene einen Großteil Über Werbeeinblendungen und Affiliate was Tagsabhängig völlig unterschiedlich ausfällt. Gibt sehr gute und sehr schlechte Tage. Das Geschäftsmodell besteht eigentlich darin, an den guten Tagen möglichst viele Leser zu erreichen. Das Problem - mein Hauptverbreitungstool ist Facebook und die haben leider in der Hand wann ich wenn erreiche... Besser wäre hier wohl eine eigene App - aber da ich nur PHP / Html bissi programmiren kann müsste ich die kaufen. Wieder mit Kosten verbunden und das ich das aktuell nicht "darf" hab ich ja schon beschrieben -.-

Bei der Musik gibt es einmal Jährlich eine Kontenauszahlung durch das Label. Ich erhalte nur 30%. Auch hier wäre es wohl sinnvoller ein eigenes Label aufzubauen - da hat es aber an Lizenzen gehapert die ich in den letzten 2 Jahren erst teuer erkaufen musste - daher auch etwas höhere Investionen - die sich aber hoffentlich ab diesem Jahr auszahlen....

Offline Orakel

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"Beweisen" - Was beudetet beweisen?

Die Feststellung eines Sachverhalts (Gegenstand oder Umstand) als Tatsache; hier

... den Beweis zuerbringen, dass deine Ausgaben unvermeidbar sind und den Lebensumständen während des Leistungsbezuges entsprechen.
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