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Autor Thema: berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben  (Gelesen 1299 mal)

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Offline Hummel

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berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben
« am: 29. Januar 2019, 19:19:02 »
hallo, ich hab mal wieder ein Problem und würde dazu gerne eure Meinungen wissen und um einen Rat bitten.

Ich bin momentan in einer 1-jährigen beruflichen Reha. Theorie-und Praktikumsphasen wechseln sich ab, bekomme Übergangsgeld.
Bin GdB 40. Gleichgestellt.

Die Rentenversicherung hat in meinem Leistungsbild folgendes festgelegt:

Ausreichend belastbar für leichte Büroarbeiten, zeitweise im stehen,gehen und sitzen, überwiegend Tagschicht, Früh und Spätschicht.

Auszuschließen sind: Arbeitsgebiete mit hoher Anforderung an Gang,-und Standsicherheit, Konzentration, Reaktionsvermögen, Verantwortung für  Personen und Maschinen, Steuerung komplexer Arbeitsvorgänge, Ersteigen von Treppen , Leitern, Gerüsten
Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sowie Zwangshaltungen.
Nässe, Zugluft, extrem schwankende Temperaturen, Vibrationen, häufig wechselnde Arbeitszeiten und Tätigkeiten mit erhöhter Unfallgefahr.

Mein nächstes Praktikum soll in einem Seniorenheim stattfinden, teilweise im Büro, ich soll den Senioren aber auch das Essen reichen, sie im Rollstuhl schieben...

Ich glaube nicht das die letzteren Tätigkeiten meinem Leistungsbild entsprechen. Kann ich mich auf mein Leistungsbild berufen und das Praktikum absagen ( Ohne Konsequenzen ?) , der Vertrag ist auch noch nicht unterschrieben.

Was kann ich machen, wenn auch bei mir dieses Leistungsbild,was von der Rentenversicherung ja so feststeht, vom Maßnahmeträger passend zum Praktikum ( wenn auch leicht)umgeschrieben wird? ( bei anderen Teilnehmern so passiert)

Ich danke euch.

LG Hummel
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Online Sheherazade

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Re: berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #1 am: 30. Januar 2019, 04:28:41 »
Ich glaube nicht das die letzteren Tätigkeiten meinem Leistungsbild entsprechen.

Warum nicht?
Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten. (unbekannt)

Offline Birgit63

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Re: berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #2 am: 30. Januar 2019, 07:58:26 »
Das Praktikum im Seniorenheim hört sich doch sehr nach Abwechslung an. Einen Rollstuhl zu schieben bedarf nun nicht so viel Kraft und den Senioren das Essen anzureichen auch nicht. Du sollst die Bewohner nicht tragen oder auch umlagern. Das kannst du nicht mit deinem Leistungsbild. Aber leichte Bürotätigkeit und wie o. b. den Senioren ein wenig zur Hand gehen, sollte drin sein.

Online Sheherazade

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Re: berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #3 am: 30. Januar 2019, 08:00:53 »
Aber leichte Bürotätigkeit und wie o. b. den Senioren ein wenig zur Hand gehen, sollte drin sein.

Mehr darf ein Praktikant in der Regel auch gar nicht.
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Offline Birgit63

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Re: berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #4 am: 30. Januar 2019, 11:05:14 »
Da täuscht du dich. Meine Tochter hat examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin gelernt. Sie musste vor Ausbildungsbeginn ein 6-wöchtiges Praktikum absolvieren. Dieses hat sie in einem Seniorenstift abgeleistet. Dort wurde sie nach zwei Wochen als volle Mitarbeiterin missbraucht.

Online Sheherazade

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Re: berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #5 am: 30. Januar 2019, 12:05:54 »
Ein Missbrauch ist keine Erlaubnis. Man DARF als Praktikant nicht alles machen am Patienten.
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Offline Jul7

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Re: berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #6 am: 30. Januar 2019, 13:14:34 »
Nach 15 Jahren Pflege kann ich sagen: Ich habe es nie erlebt das Praktikanten NICHT missbraucht werden. Und ja sie tun es dann weil Druck ausgeübt wird und sie Angst bekommen, es droht eine schlechte Beurteilung, Kündigung etc. Nennt man Realität. Sorry musste ich loswerden.

Online Sheherazade

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Re: berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #7 am: 30. Januar 2019, 13:26:54 »
Nennt man Realität.

Auch wenn du es darstellst, als wäre das so üblich, ist und bleibt es ein Missbrauch.
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Offline Hartzer_Käse

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Re: berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #8 am: 30. Januar 2019, 14:12:27 »
Auszuschließen sind: Arbeitsgebiete mit hoher Anforderung an Gang,-und Standsicherheit, Konzentration, Reaktionsvermögen, Verantwortung für  Personen und Maschinen, Steuerung komplexer Arbeitsvorgänge, Ersteigen von Treppen , Leitern, Gerüsten
Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sowie Zwangshaltungen.
Nässe, Zugluft, extrem schwankende Temperaturen, Vibrationen, häufig wechselnde Arbeitszeiten und Tätigkeiten mit erhöhter Unfallgefahr.

Mein nächstes Praktikum soll in einem Seniorenheim stattfinden, teilweise im Büro, ich soll den Senioren aber auch das Essen reichen, sie im Rollstuhl schieben...

Ich glaube nicht das die letzteren Tätigkeiten meinem Leistungsbild entsprechen.

Also meiner Meinung nach sind auch Tätigkeiten wie Senioren im Rollstuhl schieben auch Aufgaben mit Personenverantwortung. Im Notfall ist dann nicht sichergestellt, ob du alle Maßnahmen einer sofortigen Ersten Hilfe selbst tätigen kannst, um den Menschen zu retten aufgrund deiner Einschränkung.

Folgendes Beispiel ist sicherlich nicht aus der Luft gegriffen oder nur theoretisch: Ein Senior mit Adipositas bekommt im Rollstuhl einen Herzanfall und eine Wiederbelebungsmaßnahme muss umleitend eingeleitet werden. Wahrscheinlich könntest du dann das Gewicht nicht aus dem Rollstuhl heben um in die Entsprechend Lage zur Wiederbelebung zu bringen.

Hat hier jemand vielleicht Praxiserfahrungen für diese Annahme gesammelt?



 

Offline Birgit63

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Re: berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #9 am: 30. Januar 2019, 14:30:32 »
Wenn man im Pflegeheim einen Bewohner im Rollstuhl schiebt, ist man nicht allein auf weiter Flur. Da wird gerufen und gebrüllt und schon eilt Hilfe herbei. Sie muss ja mit dem Bewohner nicht das Haus verlassen. Nur innerhalb des Hauses mal in den Essenssaal oder zu irgendwelchen Aktivitäten fahren, dafür braucht sie gewiss keinen Erste-Hilfe-Kurs. Evtl. hat sie den ja schon durch den Besitz eines Führerscheins. Ich weiß wovon ich rede. Mein Mann arbeitet seit 15 Jahren in der Pflege.

Offline Hummel

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Re: berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #10 am: 30. Januar 2019, 20:23:53 »
Vielen Dank für eure Hilfe,und ich soll mit den Senioren auch spazieren gehen, bzw.den Rollstuhl draussen schieben...je nach Wetter...

Ich habe morgen früh in dieser Einrichtung ein Gespräch mit dem Leiter.

Ich darf beruflich auch keinen Betreuungsassistenten machen. Meine letzten beiden Praktikumsverträge lauteten nur für leichte Büroarbeiten, aus dem ersten Praktikum wurde ich rausgenommen weil es zu schwer war für mich, mußte schwere Archivkisten tragen.

Jetzt habe ich dieses Praktikum mir nicht selber gesucht, ich habe keine Stelle gefunden und so habe ich diese Praktikumststelle von der Einrichtung bekommen, wo ich die Theoriephase ( Schule) habe. Jetzt steht auch im Vertrag leichte Büro und Betreuungshelferin
(Wechseltätigkeit).
Die Psychologin sagte mir heute, wenn ich pflegerische Tätigkeiten machen muß soll ich sofort in der Schule anrufen, denn das darf ich ja nicht machen.
Das widerspricht sich doch alles :weisnich:

Ich weiß das Praktikanten" verheizt" werden...

Außerdem sollte ich von der Schule aus EM-Rente beantragen,  habe ich Ende Dezember auch schon eingereicht. Bin nicht mehr vollschichtig einsetzbar, nur noch bis maximal 6 Std.täglich.

LG Hummel

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Online Sheherazade

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Re: berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #11 am: 31. Januar 2019, 04:49:11 »
Jetzt steht auch im Vertrag leichte Büro und Betreuungshelferin
(Wechseltätigkeit).
Die Psychologin sagte mir heute, wenn ich pflegerische Tätigkeiten machen muß soll ich sofort in der Schule anrufen, denn das darf ich ja nicht machen.
Das widerspricht sich doch alles :weisnich:

Eine "leichte Betreuungshelferinnentätigkeit" ist keine pflegerische Tätigkeit. Da widerspricht sich nichts.
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Offline Birgit63

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Re: berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #12 am: 31. Januar 2019, 07:34:46 »
Kann es sein, dass du darauf keine Lust hast? Ich würde erstmal hingehen und anfangen. Wenn dann wirklich was verlangt wird, was du nicht kannst, dann kann man immer noch was dagegen unternehmen.

Offline Fettnäpfchen

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Re: berufliche Reha, Teilhabe am Arbeitsleben
« Antwort #13 am: 04. Februar 2019, 13:03:34 »
Ein Praktikum für einen Beruf den man nach den Zumutsbarkeitskriterien nicht mal ausüben darf ist Schwachsinn und deswegen abzulehnen!
Deine Gesundheit sowie die der zu betreuenden Personen hat Vorrang.
Zumutbarkeitskriterien nach § 10 SGB II bei Jobs und Maßnahmen zur Eingliederung

Zitat von: Hummel am 30. Januar 2019, 20:23:53
spazieren gehen, bzw.den Rollstuhl draussen schieben...je nach Wetter...
unzumutbar
Zitat von: Hummel am 30. Januar 2019, 20:23:53
Ich darf beruflich auch keinen Betreuungsassistenten machen
noch Fragen? was soll da ein Pflegehelferpraktikum.
Zitat von: Hummel am 30. Januar 2019, 20:23:53
so habe ich diese Praktikumststelle von der Einrichtung bekommen, wo ich die Theoriephase ( Schule) habe. Jetzt steht auch im Vertrag leichte Büro und Betreuungshelferin
(Wechseltätigkeit).
auch die Einrichtung hat sich an deine Möglichkeiten zu halten.
Zitat von: Hummel am 30. Januar 2019, 20:23:53
Die Psychologin sagte mir heute, wenn ich pflegerische Tätigkeiten machen muß soll ich sofort in der Schule anrufen, denn das darf ich ja nicht machen.
eindeutig!
Zitat von: Hummel am 30. Januar 2019, 20:23:53
Außerdem sollte ich von der Schule aus EM-Rente beantragen,  habe ich Ende Dezember auch schon eingereicht.
Antrag bei der DRV heißt zumindest beim JC stehst du wegen Zweifel an der Erwerbsfähigkeit nicht zur Verfügung.

Das sollte reichen, in den anderen Beiträgen von dir stand nicht mehr viel anderes.

MfG FN
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