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Autor Thema: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?  (Gelesen 1241 mal)

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Offline Banane007

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Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« am: 10. Februar 2019, 14:04:05 »
Hallo,

kann man eine Stelle (VM vom JC) sanktionsfrei ablehnen, weil man dafür den Privat-PKW nicht benutzen möchte (darf)? Fahrt ZUR Arbeit ist kein Problem, aber wenn er für Fahrten während der Arbeit (Kurierdienste, von Einsatzort zu Einsatzort...) benutzt werden soll, möchte und darf ich das nicht. Mir steht ein Auto zur Verfügung. Ich zahle Steuern und Versicherung, der Wagen gehört aber der SchwieMu, die ihn uns zur Verfügung stellt. U.a. auch deshalb, weil sie selbst nicht mehr fahren kann/möchte und wir "Taxi spielen", wenn es nötig ist. Das ist mit ihr auch vertraglich geregelt.

Außerdem habe ich früher jahrelang meinen Privat-PKW im Kurierdienst "verheizt". Ich möchte das nicht mehr. Die Versicherung würde ebenfalls teurer (berufliche Nutzung, höhere Jahreskilometer). Und ob die SchwieMu dem zustimmt, ist eher ungewiss.

Kann es also zu einer Sanktion kommen, wenn ich solch eine Stelle mit der Begründung ablehne, dass ich den Privat-PKW dafür nicht nutzen will/darf?

Danke und Gruß

Banane

Offline NevAda

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Re: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« Antwort #1 am: 10. Februar 2019, 14:10:57 »
Wenn Du es gut formulierst...
Dir steht kein Pkw zur Verfügung, nicht durchgehend, nicht immer. Nicht zuverlässig. Wenn sie gefahren werden muss, braucht sie das Auto.
Wie genau ist es denn im (Nutzungs-?)Vertrag formuliert?

Offline BErnies

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Re: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« Antwort #2 am: 10. Februar 2019, 14:20:29 »
Hi,

also erst einmal vorweg:

KEIN ARBEITGEBER dieser Welt kann Dich zwingen, Dein Privat PKW für die Arbeit zu nutzen. Ebenso verhält es sich mit Deinem PRIVAT HANDY oder gar Deinem PRIVATEN INTERNET ANSCHLUSS. Privat ist Privat. Sollte die Arbeitsstelle Mobilität erfordern, so kann maximal ein Führerschein von Dir verlangt werden um die Stellenvoraussetzungen zu erfüllen.

Was aber in der Praxis oft gemacht wird ist, dass der Arbeitgeber (da er kein eigenes Auto stellen möchte) fragt ob Du Dich bereit erklärst Dein Auto auch für betriebliche Zwecke zur Verfügung zu stellen. Dies kannst Du verneinen. Oft einigt man sich aber mit dem Arbeitgeber dann, dass dieser z.B. 50% der Raten zur Abzahlung des Fahrzeuges mit trägt oder Versicherung übernimmt oder z.B. monatlich einen Zusatzbeitrag als "Entschädigung" zum Lohn oben drauf zahlt.

Zu unterscheiden ist hier, ob es sich tatsächlich um eine Nutzung im Sinne "betrieblicher Nutzung" handelt oder hier nur verlangt wird wechselnde Arbeitsstellen (ZAF) anzufahren.

Für betriebliche Nutzung (z.B. bei Kurierdienste, Auslieferungen, Handwerksdienste, Pflegedienste etc.) musst Du DEIN PRIVAT PKW natürlich nicht zur Verfügung stellen. Wenn Dich der Arbeitgeber deshalb nicht nehmen will, ist dass sein Problem. Kann man sehr gut vergleichen mit: "Ohhh, Sie haben ein Eigenheim mit großem Schuppen. Da können Sie ja gleich unserer betrieblichen Krempel einlagern - weil wir echt kaum Lagermöglichkeiten haben und Sie halt einen großen Schuppen."

Es ist also ein Märchen, dass man privates Zeug auch betrieblich zur Verfügung stellen muss. Ein Märchen, dass sich hartnäckig hält, da viele Arbeitnehmer gerne bereit sind dies zu tun. Ich würde dies nicht tun, nur bei ausreichender finanziellen Ausgleich - der weit mehr ist als nur die Tankfüllung.

Wie "NevAda" schon formuliert. Hast Du denn vom Arbeitgeber ein Nutzungsvertrag bekommen? Oder war das nur mündliches Blablabla? Entschädigt Dich der Nutzungsvertrag angemessen?

 

Offline NevAda

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Re: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« Antwort #3 am: 10. Februar 2019, 14:22:02 »
Darum geht es hier nicht. Es geht hier um das JC, um das Verhindern der Aufnahme einer Beschäftigung.

Offline Banane007

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Re: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« Antwort #4 am: 10. Februar 2019, 14:23:44 »
Hallo,

wir haben grob vereinbart, dass wir keine Eigentumsrechte an dem Wagen haben, dass Werkstattbesuche, Veränderungen, Anschaffungen (neue Reifen ect.) und die Nutzung über den privaten Bereich hinaus mit ihr abgesprochen werden müssen. Die SchwieMu möchte, dass wir den Wagen pfleglich behandeln und eben privat im üblichen Rahmen nutzen.

Aber wenn wir mal davon ausgehen, es wäre zu 100% mein Auto und ich könnte frei darüber verfügen, müsste ich dann einen Job annehmen, in dem ich für den Arbeitgeber mit dem Privat-PKW unterwegs sein müsste? Darf ich dazu quasi gezwungen werden? Mein Fall ist da etwas spezieller. Aber mal ganz einfach gedacht. Ich möchte mein Auto nicht (mehr) für solche Fahrten belasten.

Hintergrund ist der, dass ich in den 90ern fast 6 Jahre im Kurierdienst tätig war, innerorts überwiegend und eben mit dem Privat-Wagen. Spaß hat es mir gemacht, ich fahre sehr gerne. Aber den Verschleiß am PKW und die höhere Prämie musste ich selbst tragen. AG hat nur ne KM-Pauschale für Sprit bezahlt. Daher möchte ich es eh nicht mehr. Dazu kommt eben jetzt der Nutzungsvertrag mit der SchwieMu, der mich da nicht frei entscheiden lässt.

BErnies, Deine Ausführungen sind mir so weit bewusst. Da mir aktuell solch ein VM vorliegt, worauf ich mich gerne bewerbe, weil mir die Stelle wirklich zusagt, bin ich da im Konflikt. Der AG stellt erst ab Vollzeit einen Firmenwagen. Die Stelle ist aber ne Teilzeitstelle. Fahrt ZUR Arbeit ist absolut kein Problem. Aber da es sich um eine Fahrertätigkeit handelt, bei der ich täglich mehrere Orte anfahren muss im LK, soll dafür der Privat-PKW genutzt werden (steht auch so in der Ausschreibung). Bei Vollzeit KANN ein Firmenwagen gestellt werden.

Danke und Gruß

Banane

Offline BErnies

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Re: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« Antwort #5 am: 10. Februar 2019, 14:28:53 »
Hallo,

wir haben grob vereinbart, dass wir keine Eigentumsrechte an dem Wagen haben, dass Werkstattbesuche, Veränderungen, Anschaffungen (neue Reifen ect.) und die Nutzung über den privaten Bereich hinaus mit ihr abgesprochen werden müssen. Die SchwieMu möchte, dass wir den Wagen pfleglich behandeln und eben privat im üblichen Rahmen nutzen.

Aber wenn wir mal davon ausgehen, es wäre zu 100% mein Auto und ich könnte frei darüber verfügen, müsste ich dann einen Job annehmen, in dem ich für den Arbeitgeber mit dem Privat-PKW unterwegs sein müsste? Darf ich dazu quasi gezwungen werden? Mein Fall ist da etwas spezieller. Aber mal ganz einfach gedacht. Ich möchte mein Auto nicht (mehr) für solche Fahrten belasten.

Hintergrund ist der, dass ich in den 90ern fast 6 Jahre im Kurierdienst tätig war, innerorts überwiegend und eben mit dem Privat-Wagen. Spaß hat es mir gemacht, ich fahre sehr gerne. Aber den Verschleiß am PKW und die höhere Prämie musste ich selbst tragen. AG hat nur ne KM-Pauschale für Sprit bezahlt. Daher möchte ich es eh nicht mehr. Dazu kommt eben jetzt der Nutzungsvertrag mit der SchwieMu, der mich da nicht frei entscheiden lässt.

Danke und Gruß

Banane


Im Vorstellgespräch sagst Du: "Ich würde mein privaten PKW NICHT zur Verfügung stellen." Was soll Dir da nun passieren???? Nix, ist ja keine Arbeitsverweigerung. Gibt kein Gesetz wo steht, Du MUSST einen privat PKW zur Verfügung stellen für Deinen Arbeitgeber. Du kannst. Musst aber nicht! Dann wird der Arbeitgeber halt Dich nicht nehmen, wenn er so scharf auf Dein Auto war und dessen Nutzung. Oder er findet ne Lösung. Aber warum du dem Jobcenter nun erklären willst das Du Dein Auto nicht hergeben willst verstehe ich nicht. Du versuchst hier was zu erklären wofür es keine Rechtliche Handhabe gibt. bzw. zu rechtfertigen.

Bleiben wir bei dem Beispiel Schuppen oder Handy. Willst Du da dem Jobcenter dann erklären: Ich werde diesen Job nicht antreten, weil ich meine halbe Wohnung als Lagerraum nutzen soll und auch meine private Handynummer an alle Kunden rausgeben muss. Würdest Du doch auch nicht. Weil Du das rechtlich eh nicht musst. Und PKW ist nix anderes. Also warum das dem Jobcenter erklären müssen?

Wenn es noch eine Abstufung gibt von Teilzeit auf Vollzeit und davon auch die Wagennutzung abhängig ist, dann muss ich sagen scheint hier der Arbeitgeber abzocken zu wollen. Du wirst dort niemals eine Vollzeitstelle bekommen. Also lass Dich nicht auf so krumme Sachen ein. PKW ist nicht und basta.

Offline Banane007

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Re: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« Antwort #6 am: 10. Februar 2019, 14:36:20 »
Hallo,

ich hab mich auf die Stelle beworben und reingeschrieben, dass der Führerschein alte Klasse 3 vorhanden ist. Von einem PKW (wie in der Ausschreibung gefordert) hab ich nichts erwähnt. Falls es zu einem engeren Kontakt mit dem AG kommt, werde ich mir überlegen, wie ich das angehe. Wie genau die Fahrten vergütet werden, weiß ich ja auch noch nicht. Und ob das im Falle des Falles von der SchwieMu abgesegnet wird, weiß ich auch nicht. Die erholt sich gerade von einer schweren Halswirbelsäulen-OP im Krankenhaus. Dort werden wir sie dann z.B. abholen, wenn sie entlassen wird. Und eben für sowas hat sie den Wagen gekauft und uns zur Nutzung überlassen. Dass wir jederzeit da sein können, wenn sie mobil sein muss.

Danke und Gruß

Banane

Offline Sheherazade

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Re: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« Antwort #7 am: 10. Februar 2019, 14:40:37 »
ich hab mich auf die Stelle beworben und reingeschrieben, dass der Führerschein alte Klasse 3 vorhanden ist. Von einem PKW (wie in der Ausschreibung gefordert) hab ich nichts erwähnt. Falls es zu einem engeren Kontakt mit dem AG kommt, werde ich mir überlegen, wie ich das angehe.

Ist doch ganz einfach: Du besitzt keinen Pkw. Das dir bzw. deiner Familie ein Fahrzeug für die gelegentliche Nutzung geliehen wird, ist völlig irrelevant in diesem Zusammenhang.
Der Heiligenschein mancher Leute ist nichts anderes als eine Notbeleuchtung. (Ernst Ferstl)
Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten. (unbekannt)

Offline SantanaAbraxas

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Re: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« Antwort #8 am: 10. Februar 2019, 14:58:02 »
Bei Vollzeit KANN ein Firmenwagen gestellt werden.

Du hast ja selbst schon die Betonung gesetzt...

Offline Greywolf08

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Re: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« Antwort #9 am: 10. Februar 2019, 15:03:43 »
Bei Vollzeit KANN ein Firmenwagen gestellt werden.

Du hast ja selbst schon die Betonung gesetzt...
Ändert aber nix an der Tatsache, das der TE keinen PKW besitzt. Und genau das kann und sollte er bei einem Vorstellungsgespräch auch angeben.
Jedes Mal, wenn man mir sagt, ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin überaus erleichtert.

Offline SantanaAbraxas

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Re: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« Antwort #10 am: 10. Februar 2019, 15:21:27 »
Ist ja richtig. Ich wollte nur noch mal darauf hinweisen, dass bei Aussicht auf eine Vollzeitstelle nicht gleich ein Dienstwagen zur Verfügung stehen muss.

Offline Maunzi

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Re: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« Antwort #11 am: 11. Februar 2019, 02:01:26 »
Wenn du den Inhalt der Vereinbarung hier korrekt beschrieben hast, dann darfst du anhand derer den Wagen gar nicht fürs Berufliche nutzen, denn da steht ja

Zitat von: Banane007 am 10. Februar 2019, 14:23:44
und die Nutzung über den privaten Bereich hinaus mit ihr abgesprochen werden müssen. Die SchwieMu möchte, dass wir den Wagen pfleglich behandeln und eben privat im üblichen Rahmen nutzen.

Somit würde ich beim Vorstellungsgespräch ehrlich sagen, dass du sehr gerne da anfangen würdest, dir aber lediglich ein Wagen zur begrenzten, privaten Nutzung innerhalb der Familie zur Verfügung steht und das auch nicht immer. Somit kannst und darfst du diesen nicht für die Arbeit nutzen und ob man dir eventuell einen Wagen stellen könnte.

Über Diskussionen a la Entschädigung etc würde ich gar nicht erst nachdenken, wenn die Stelle wirklich so toll ist, dann muss auch das Verhältnis zum Chef stimmen und das stimmt nicht wenn er auf die Nutzung des PKW trotz der genannten Verhältnisse besteht.

Da musst du dem JC auch nix erklären, sollten die anfangen zu mosern ist das deren Problem - kommt ne Sanktion darf das SG diese einkassieren. Du hast defacto nunmal keinen Wagen, er gehört dir nicht und auch wenn es so wäre darf man dich nicht zwingen diesen für die Arbeit einzusetzen.

Online coolio

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Re: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« Antwort #12 am: 11. Februar 2019, 02:09:03 »
Kurzform:
Eigentum: Mutter
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*pfeiffadeckel*  :lol:
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Offline Lachsangler

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Re: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« Antwort #13 am: 11. Februar 2019, 07:29:36 »
Den PKW für "dienstliche" einsetzen .......

Für mich wäre das übehaupt kein Diskussionsgrund oder ein Grund der Rechtfertigung.

Antwort: "NEIN!"

„Wie Du kommst gegangen, so Du wirst empfangen“.
J.W. von Goethe.

Offline Banane007

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Re: Stelle ablehnen, weil Privat-PKW benutzt werden soll?
« Antwort #14 am: 11. Februar 2019, 11:35:00 »
Hallo,

ich danke Euch. Bin aktuell echt sehr verunsichert, weil es meine SB auf mich abgesehen hat. Eine Sanktion liegt bereits beim SG. Und ich möchte echt nicht über die Steine stolpern, die sie mir gerade vor die Füße wirft.

Danke und Gruß

Banane