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Autor Thema: Aufwandsentschädigung Ehrenamt  (Gelesen 813 mal)

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Offline Zwergkaninchen

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Aufwandsentschädigung Ehrenamt
« am: 13. Februar 2019, 12:40:23 »
Hallo alle zusammen.

Ich habe ein Anliegen, zu welchem ich bis hierhin nicht wirklich fündig geworden bin, bzw. gegensätzliche Aussagen erhalten habe.

Meine Wenigkeit hat einen Job, bei dem es das Entgelt erfordert, dass ich vom Jobcenter Leistungen (Aufstockung) beziehe. Nun habe ich eine ehrenamtliche Tätigkeit, wo ich eine Pauschale von 50€ im Monat erhalten könnte.

Bei einem Anruf der Hotline des Jobcenters erhielt ich die Aussage, dass ich diese 50€ monatlich nicht behalten darf, weil es lediglich gestattet ist jeweils ein Freibetrag gleichzeitig zu nutzen. Absolut nachvollziehbar in Bezug auf mehrere Mini-, Midijobs, wo der Gesamtverdienst dann zusammengezogen wird um mit den einschlägigen Freibeträgen den Aufstockungsbetrag zu ermitteln.

In Bezug auf die Ehrenamtspauschale/Übungsleiterpauschale heißt es jedoch unisono, dass diese grundsätzlich einen anderen Zweck als die Leistungen nach SGB II verfolgen und deshalb bis zu der Höhe von bis zu 200€ nicht angerechnet werden dürfen.

Das widerspricht natürlich der Aussage die ich an der Hotline erhalten habe.

Zu dem Thema würde ich gerne einmal eure Meinungen hören, bzw. auch gerne Links zu dem Thema, die mir bis dato verborgen geblieben sind, bevor ich mir jetzt einen Vormittag frei nehme, um bei meinem Jobcenter vorstellig zu werden, die ja neuerdings praktischerweise nur noch vormittags geöffnet haben. :wand:

Danke im Voraus.

Offline mousekiller

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Re: Aufwandsentschädigung Ehrenamt
« Antwort #1 am: 13. Februar 2019, 14:33:39 »
Die Aussage, die du hierzu im Netz erhalten hast, ist korrekt. Die Aufwandsentschädigung dient dazu, deine Unkosten abzudecken.
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Offline Fouxie

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Re: Aufwandsentschädigung Ehrenamt
« Antwort #2 am: 13. Februar 2019, 16:46:49 »
Durch die Aufwandsentschädigung hast Du den erhöhten Freibetrag von 200 €. Da Du nur 50€ davon für das Ehrenamt bekommst, hast Du noch 150€ "übrig", Die bleiben Dir als Freibetrag für Dein Einkommen aus Erwerbstätigkeit.
Bsp.:
Einkommen 400 € und Aufwandsentschädigung 50 €:
400 - 150 = 250€
- 20%:        -50 €
Angerechnet werden 200 €

Quelle: http://www.ehrenamt-deutschland.org/verguetung-aufwandsentschaedigung/alg-2-hartz-4.html

Offline Zwergkaninchen

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Re: Aufwandsentschädigung Ehrenamt
« Antwort #3 am: 13. Februar 2019, 18:52:05 »
Vielen Dank soweit, dann werde ich mein Jobcenter diesbezüglich einmal beehren.

Offline Maxi99

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Re: Aufwandsentschädigung Ehrenamt
« Antwort #4 am: 13. Februar 2019, 22:22:38 »
Hallo,

ich kenne es anders. Sobald es eine Übungsleiteraufwandsentschädigung gibt erhöht sich der "Freibetrag" von € 100,- auf € 200,-. Davon sind € 100,- für die Aufwandsentschädigung und € 100,- für den "normalen" Verdienst vorgesehen. Gibt es eine Aufwandsentschädigung von 50,- werden die auf  € 100,- angerechnet. Die restlichen € 50,- verfallen. Für den "normalen" Verdienst bleibt dann noch die zweite Hälfte = € 100,- anrechnungsfrei.

Wie das mit den Fahrtkosten in diesem Zusammenhang ist, weiß ich leider noch nicht. Würde mich aber interessieren, besonders im Hinblick auf diese KFZ Pflichtversicherung.

Ein ablie8ender Kommentar über das Ergebnis waere toll.

tschues
Maxi99

Offline ichweissnichts

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Re: Aufwandsentschädigung Ehrenamt
« Antwort #5 am: 14. Februar 2019, 10:50:53 »
Hallo,

bin seit 2017 ehrenamtlich tätig. Hatte auch mit dem JC zu kämpfen, wegen Anrechnung auf H4. Da meine Aufwands-
entschädigung immer unter 200-, EUR ist, dürfen sie es nicht auf H4 anrechnen. (hab ich mit Hilfe vom RA durchgekämpft).

Für ein paar Monate hatte ich einen Job, wobei ich v. JC Aufstockung bekam - auch hier hab ich währenddessen eine Auf-
wandsentschädigung durch Ehrenamt bekommen, unter 200,- EUR - und es wurde nicht angrechnet!

Ich muss nur jeden Monat eine Bescheinigung mit Kontoauszug/Aufwandsentschädigung dem JC schicken.

Gruss
maboo

Offline Banane007

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Re: Aufwandsentschädigung Ehrenamt
« Antwort #6 am: 14. Februar 2019, 11:13:30 »
Hallo,

Fouxie, falsch.

Der Freibetrag erhöht sich auf BIS ZU 200,--Euro.

Gibt es nur 50,-- Euro Aufwandsentschädigung, liegt der Freibetrag bei 150,-- Euro. Ehrenamt also anrechnungsfrei PLUS 100,--Euro auf Erwerbseinkommen. Der erhöhte Freibetrag ist NICHT auf Erwerbseinkommen übertragbar.

Gruß

Banane

Offline Ottokar

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Re: Aufwandsentschädigung Ehrenamt
« Antwort #7 am: 14. Februar 2019, 12:49:53 »
Bei einem Anruf der Hotline des Jobcenters erhielt ich die Aussage, dass ich diese 50€ monatlich nicht behalten darf, weil es lediglich gestattet ist jeweils ein Freibetrag gleichzeitig zu nutzen.
Diese Aussage ist nachweislich falsch.
Lt. § 11b Abs. 2 SGB II erhöht sich der Grundfreibetrag bei einer steuerfreien Aufwandsentschädigung auf bis zu 200€, in Abhängigkeit der Höhe der Aufwandsentschädigung.

Bsp:
a)
400€ Erwerbseinkommen
200€ Aufwandsentschädigung
Grundfreibetrag: 100€ für Erwerbseinkommen + 100€ für Aufwandsentschädigung = 200€

b)
70€ Erwerbseinkommen
200€ Aufwandsentschädigung
Grundfreibetrag: 70€ für Erwerbseinkommen + 130€ für Aufwandsentschädigung = 200€

c)
0€ Erwerbseinkommen
200€ Aufwandsentschädigung
Grundfreibetrag: 0€ für Erwerbseinkommen + 200€ für Aufwandsentschädigung = 200€

d)
400€ Erwerbseinkommen
80€ Aufwandsentschädigung
Grundfreibetrag: 100€ für Erwerbseinkommen + 80€ für Aufwandsentschädigung = 180€
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Offline Fouxie

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Re: Aufwandsentschädigung Ehrenamt
« Antwort #8 am: 14. Februar 2019, 14:41:09 »
Sorry, Ihr habt Recht! :schaem:

Offline Zwergkaninchen

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Re: Aufwandsentschädigung Ehrenamt
« Antwort #9 am: 20. Februar 2019, 16:13:37 »
Ich war gestern bei meinem Jobcenter und es ist in der Tat so, dass sich der Freibetrag entsprechend erhöht und die 50€ nicht angerechnet werden.

Vielen Dank an alle die sich an der Aufdröselung beteiligt haben.