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Autor Thema: Hartz IV Erstantrag, Ü25, noch bei den Eltern lebend, Untermiete?  (Gelesen 712 mal)

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Offline Cobi

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Hallo Zusammen :),

ich habe da mal ein paar wichtige Fragen zum Erstantrag:

Aktuell beziehe ich noch ALG I, welches am 30.04 ausläuft. Ich bin 31 Jahre alt und lebe seit ende 2017 wieder vorübergehend bei meinen Eltern, in meinem Jugendzimmer (bin auf Wohnungssuche).

Den Erstantrag habe ich soweit fertig, was mich aber ziemlich "verwirrt", ist die Frage um eine bestehende Haushaltsgemeinschaft, oder Wohngemeinschaft. Soweit ich das richtig verstanden habe, falle ich
ab Ü25 aus einer sogenannten "Bedarfsgemeinschaft" raus? Bislang war es so, dass meine Eltern mich mietfrei, hier haben wohnen lassen. Ich habe mich im Gegenzug mit anderen Dingen wie, das Auto zwischendurch Tanken, im Haushalt beteiligen, oder Einkäufe bezahlen, beteiligt. Da ich eine 7 Jährige Tochter habe, und diese auch regelmäßig abhole und die Betreuung, sowie die Abholung usw. bezahle, unterstützen meine Eltern mich damit, dass ich hier kostenfrei Wohnen kann. Wenn ich alles soweit richtig verstehe, lebe ich aktuell in einer Wohngemeinschaft, da wir neben getrennten Konten auch getrennte Räume beleben und ich oft, wie in einer WG, für mich selbst einkaufe und koche usw.

Jetzt frage ich mich natürlich, ob es bei ALG II nicht sinnvoller wäre, anteilig Miete zu bezahlen, da sich nun die Möglichkeit daraus ergibt. Meine Eltern haben nicht viel Geld. Mein Vater ist bereits Rentner und meine Mutter arbeitet in Teilzeit und erhält eine Aufstockung, ebenfalls durch Hartz IV. Mein Vater hat mir vorhin mitgeteilt, dass es gut wäre, wenn ich auch etwas zur Miete beisteuern könnte, was ich natürlich verstehe und was auch mir sehr wichtig wäre.

Mein Vater hat vor kurzem vom Jobcenter Unterlagen erhalten, wo drum gebeten wird, dass er einen Antrag auf Grundsicherung stellt und meine Mutter soll zwecks Aufstockung einen Folgeantrag stellen. Leider ist die Situation ziemlich kompliziert, da ich nicht weiß was meine Eltern in der Vergangenheit alles gemacht haben, bei Nachfrage weiß mein Vater auch nicht weiter.

Hat jemand von Euch eine Idee, wie ich da am besten vorgehen sollte? Ich weiß natürlich nicht, wie lange ich hier noch wohnen werde, da ich schon über ein Jahr, aktiv nach einer geeigneten Wohnung für mich suche. Ich habe auch gelesen, dass das Jobcenter beim Thema Untermiete gerne versucht die Leute zu linken. So wäre ein Untermietvertrag nicht beim Vermieter, sondern beim Hauptmieter einzufordern, was die in manchen Fälle abstreiten?

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand sagen kann, was im Moment am schlausten wäre, sprich auf Wohngemeinschaft gehen oder über Untermiete? Ich will den Antrag schnellstmöglich durchhauen und schauen, dass ich wieder Fuss fassen kann. Ich möchte meine Eltern durch Angaben usw. natürlich auch soweit wie möglich raushalten. Kompliziert ist es für mich leider, durch die Fehlenden Angaben meiner Eltern. Ich will da nichts falsches machen, was mich hinterher die Falle haut und meinen Eltern ggf. Probleme bringt.

Danke schon mal und viele Grüße :)

Cobi

Online NevAda

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Re: Hartz IV Erstantrag, Ü25, noch bei den Eltern lebend, Untermiete?
« Antwort #1 am: 07. April 2019, 18:14:54 »
Hallo.
Ja, mit dem Untermietvertrag (Kostenbeteiligungsvereinbarung ist idR komplikationsärmer) hast Du sicherlich recht. Deine Eltern leben zur Miete?

Was mir als erstes auffällt: Du lebst mit ALG2-LB in einer Wohnung auf deren Kosten? Deine Eltern erhalten die Kosten ihrer Unterkunft durch das JC finanziert, während noch zwei Menschen (nicht LB) seit über einem Jahr dort wohnen? Deine Mutter hat Euren Einzug nicht gemeldet beim JC?

Offline Cobi

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Re: Hartz IV Erstantrag, Ü25, noch bei den Eltern lebend, Untermiete?
« Antwort #2 am: 07. April 2019, 18:21:43 »
Hallo.
Ja, mit dem Untermietvertrag (Kostenbeteiligungsvereinbarung ist idR komplikationsärmer) hast Du sicherlich recht. Deine Eltern leben zur Miete?

Was mir als erstes auffällt: Du lebst mit ALG2-LB in einer Wohnung auf deren Kosten? Deine Eltern erhalten die Kosten ihrer Unterkunft durch das JC finanziert, während noch zwei Menschen (nicht LB) seit über einem Jahr dort wohnen? Deine Mutter hat Euren Einzug nicht gemeldet beim JC?

Hallo und danke für die Antwort.

Meine Eltern leben seit 1998 in dieser Wohnung zur Miete. LB steht für Leistungsbezug? Sry, kenne mich da noch nicht so aus  :weisnich:. Ob meine Eltern die Wohnung von ALG2 bezahlen weiß ich nicht. Mein Vater ist zwei Jahre vor seiner Rente Arbeitssuchend geworden und hat nach dem Bezug von ALG I, eine kurze Zeit lang ALG II erhalten, bis es dann in die geringe Rente ging. Meine Mutter arbeitet nach wie vor seit Jahren in Teilzeit und stockt, seit mein Vater in Rente ist, auf. Mehr weiß ich leider nicht. Dem Jobcenter ist bekannt, wie viele Personen in diesem Haushalt leben. Was jetzt neu ist, ist meine blöde Situation und die Tatsache, dass ich das erste mal im Leben ALG II beziehe bzw. bald beziehen werde. Mein ALG I läuft wie gesagt am 30.04 aus.

Edit:
Ach und noch was, wie ist das mit zwei Menschen (nicht LB) gemeint? Wenn meine Tochter und ich (Vater) gemeint sind, meine Tochter ist nur jedes zweite Wochenende hier (leider).
« Letzte Änderung: 07. April 2019, 18:51:08 von Cobi »

Online NevAda

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Re: Hartz IV Erstantrag, Ü25, noch bei den Eltern lebend, Untermiete?
« Antwort #3 am: 07. April 2019, 18:35:48 »
Mit LB meine ich Leistungsberechtigte/-Beziehende, ja.
Deine Eltern zahlen nicht von ihrem ALG2 ihre Miete, sondern die KdU (Kosten der Unterkunft) kriegen sie zusätzlich zum Regelsatz.
Wenn die Warmmiete 800 beträgt:
Deine Mutter kriegte, als sie zu zweit lebten, die Hälfte vom JC (400). Jetzt, da Ihr dort zu viert lebt, kriegt sie nur noch 200 (ein Viertel eben). Du zahlst von Deinem ALG1/Kindergeld nichts dazu?
Deine Eltern bilden eine Bedarfsgemeinschaft. Du und Dein Kind gehören nicht dazu, Ihr seid eine zweite BG. Ihr 4 seid tatsächlich eine Wohngemeinschaft. Damit Du vom JC auch Deine anteiligen KdU bekommst, musst Du sie angeben. Wenn Ihr in etwa gleich viel Wohnraum benutzt und die Daten Deiner Eltern eh schon vorliegen, kannst Du mit ihnen vielleicht einfach vereinbaren, dass Du die Hälfte aller Kosten trägst, inklusive Neben- und Heizkosten und auch die entsprechenden Jahresabrechnung.

Edit:
Du solltest bei Deinem Antrag unbedingt vermerken, dass es nur eine vorübergehende Notlösung ist, dass Du dort wohnst. Dass Du auf der Suche nach etwas "Richtigem" bist.

Offline Cobi

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Re: Hartz IV Erstantrag, Ü25, noch bei den Eltern lebend, Untermiete?
« Antwort #4 am: 07. April 2019, 19:01:50 »
Mit LB meine ich Leistungsberechtigte/-Beziehende, ja.
Deine Eltern zahlen nicht von ihrem ALG2 ihre Miete, sondern die KdU (Kosten der Unterkunft) kriegen sie zusätzlich zum Regelsatz.
Wenn die Warmmiete 800 beträgt:
Deine Mutter kriegte, als sie zu zweit lebten, die Hälfte vom JC (400). Jetzt, da Ihr dort zu viert lebt, kriegt sie nur noch 200 (ein Viertel eben). Du zahlst von Deinem ALG1/Kindergeld nichts dazu?
Deine Eltern bilden eine Bedarfsgemeinschaft. Du und Dein Kind gehören nicht dazu, Ihr seid eine zweite BG. Ihr 4 seid tatsächlich eine Wohngemeinschaft. Damit Du vom JC auch Deine anteiligen KdU bekommst, musst Du sie angeben. Wenn Ihr in etwa gleich viel Wohnraum benutzt und die Daten Deiner Eltern eh schon vorliegen, kannst Du mit ihnen vielleicht einfach vereinbaren, dass Du die Hälfte aller Kosten trägst, inklusive Neben- und Heizkosten und auch die entsprechenden Jahresabrechnung.

Edit:
Du solltest bei Deinem Antrag unbedingt vermerken, dass es nur eine vorübergehende Notlösung ist, dass Du dort wohnst. Dass Du auf der Suche nach etwas "Richtigem" bist.

Ah ok, super. Jetzt weiß ich wie das gemeint ist.

Ich habe jetzt mal nachgehackt bei meinen Eltern. Meine Mutter erhält aktuell 576,08€ monatlich durch ihre Teilzeitstelle und dazu kommt eine Aufstockung i.H. von 182,97€ durch das Jobcenter. Mein Vater erhält eine gesamte Rente von 476,82€ im Monat. Die Wohnung kostet aktuell 531,28€ Miete + ca. 207€ für Abschläge (Strom, Gas). Die Wohnung selbst ist ca. 72 m² groß und hat vier Zimmer. Also wie man sieht, ist es recht knapp, daher beteilige ich mich halt wie es mir aktuell möglich ist (wenig ALG I). Zu meiner Tochter, sie lebt bei ihrer Mutter. Ich habe sie alle zwei Wochen. Das zählt denke ich nicht als vierte Person in eine Wohngemeinschaft. Wenn meine Tochter hier übers Wochenende oder in den Ferien zu Besuch da ist, wohnt sie im alten Zimmer meiner Schwester.

Jetzt ist die Frage, wenn ich hin bekomme, das ganze über eine Untermiete für meine Person zu regeln, wird dann die Aufstockung meiner Mutter mit der Untermiete, die ich dann tätigen würde, verrechnet oder bekommen meine Eltern das oben drauf? Nicht das es dann nur am Ende abgezogen wird und es läuft aufs gleiche hinaus? Ich hab da leider, wie gesagt - noch nicht wirklich die Ahnung.

Der Tipp mit dem Vermerk zur Notlösung ist gut! Das werde ich definitiv machen, da es ja auch so ist. Ich bin meinen Eltern sehr dankbar dafür, dass ich hier leben darf, möchte aber natürlich auch so schnell es geht, diese entlasten und natürlich auch wieder eine eigene Wohnung beziehen.


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Re: Hartz IV Erstantrag, Ü25, noch bei den Eltern lebend, Untermiete?
« Antwort #5 am: 07. April 2019, 19:09:27 »
Dein Drittel für die Miete wird sicherlich schon seit Deinem Einzug bei Deiner Mutter "abgezogen". Das JC zahlt Dir keine KdU, wenn Du nicht selber LB bist.
Hast Du ihren Bewilligungsbescheid gerade vorliegen? Wie viel KdU wird ihr anerkannt?

Offline Cobi

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Re: Hartz IV Erstantrag, Ü25, noch bei den Eltern lebend, Untermiete?
« Antwort #6 am: 07. April 2019, 19:18:33 »
Dein Drittel für die Miete wird sicherlich schon seit Deinem Einzug bei Deiner Mutter "abgezogen". Das JC zahlt Dir keine KdU, wenn Du nicht selber LB bist.
Hast Du ihren Bewilligungsbescheid gerade vorliegen? Wie viel KdU wird ihr anerkannt?

Ich hab mir eben den Änderungsbescheid meiner Mutter, der aktuell ist, geben lassen. Dort wird noch von Januar 2019 - April 2019 ein monatlicher Gesamtbetrag von 332,50€ KdU - Miete/Eigentum aufgezählt. Tatsächlich erhalten meine Eltern monatlich aktuell nur die besagten 182,97€ vom JC. Ich weiß jetzt natürlich nicht warum und vermute, das dort ggf. etwas als Einkommen verrechnet und abgezogen wurde (evtl. Steuerrückzahlung oder Weihnachtsgeld).

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Re: Hartz IV Erstantrag, Ü25, noch bei den Eltern lebend, Untermiete?
« Antwort #7 am: 07. April 2019, 19:26:37 »
Deiner Mutter steht der Regelsatz und die anteiligen KdU zu.

Ihr Gehalt wird natürlich auf ihren Bedarf angerechnet. Die Rente Deines Vaters reicht nicht für seinen RS und seinen Anteil KdU. Er bekommt aber nichts aufstockend?

Was haben die 332,50 mit den 531,28+Heizung (da musst Du die 207 aufteilen) zu tun? Es sieht (auf den ersten Fernblick) schon so aus, als würden Deiner Mutter die Hälfte der KdU als Bedarf angerechnet. Als wüsste das JC nichts von Deinem Einzug.

Offline Cobi

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Re: Hartz IV Erstantrag, Ü25, noch bei den Eltern lebend, Untermiete?
« Antwort #8 am: 07. April 2019, 19:34:12 »
Deiner Mutter steht der Regelsatz und die anteiligen KdU zu.

Ihr Gehalt wird natürlich auf ihren Bedarf angerechnet. Die Rente Deines Vaters reicht nicht für seinen RS und seinen Anteil KdU. Er bekommt aber nichts aufstockend?

Was haben die 332,50 mit den 531,28+Heizung (da musst Du die 207 aufteilen) zu tun? Es sieht (auf den ersten Fernblick) schon so aus, als würden Deiner Mutter die Hälfte der KdU als Bedarf angerechnet. Als wüsste das JC nichts von Deinem Einzug.

Was bedeutet denn RS? Mein Vater soll jetzt wohl die Grundsicherung beim Jobcenter beantragen. Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde er von denen angeschrieben (Er geht immer mit meiner Mutter zu den Terminen und kümmert sich um die Formalitäten). Zu meinem Einzug und dem Jobcenter, weiß ich noch, dass als meine Eltern damals zu weiteren Personen im Haushalt befragt worden sind, mein Vater angegeben hat, dass ich über 25 Jahre alt bin und studiere, was damals noch der Fall war (2017). Mein Vater sagte mir, dass die SB dann gemeint hat, man würde mich in den BG nicht einberechnen. Vermutlich daher die Vermutung? Die Angabe zur Miete etc. habe ich nur der Vorsicht halber gemacht, falls die Angabe hier relevant sein sollte für jemanden.

Gast41804

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Re: Hartz IV Erstantrag, Ü25, noch bei den Eltern lebend, Untermiete?
« Antwort #9 am: 07. April 2019, 19:58:48 »
Zitat von: Cobi am 07. April 2019, 19:34:12
Mein Vater soll jetzt wohl die Grundsicherung beim Jobcenter beantragen.

Wenn er Altenrente bekommt ist nicht das Jobcenter zuständig sondern das Sozialamt. (Viertes Kapitel Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung )

Siehe dazu >> https://www.buzer.de/gesetz/3415/b9291.htm

Dazu auch wichtig >> Bundessozialgericht: Einkommensanrechnung bei gemischten SGB II & SGB XII - Bedarfsgemeinschaften
>> https://www.anwalt.de/rechtstipps/bundessozialgericht-einkommensanrechnung-bei-gemischten-sgb-ii-sgb-xii-bedarfsgemeinschaften_028490.html

Offline Cobi

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Re: Hartz IV Erstantrag, Ü25, noch bei den Eltern lebend, Untermiete?
« Antwort #10 am: 07. April 2019, 20:25:11 »
Zitat von: Cobi am 07. April 2019, 19:34:12
Mein Vater soll jetzt wohl die Grundsicherung beim Jobcenter beantragen.

Wenn er Altenrente bekommt ist nicht das Jobcenter zuständig sondern das Sozialamt. (Viertes Kapitel Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung )

Siehe dazu >> https://www.buzer.de/gesetz/3415/b9291.htm

Dazu auch wichtig >> Bundessozialgericht: Einkommensanrechnung bei gemischten SGB II & SGB XII - Bedarfsgemeinschaften
>> https://www.anwalt.de/rechtstipps/bundessozialgericht-einkommensanrechnung-bei-gemischten-sgb-ii-sgb-xii-bedarfsgemeinschaften_028490.html

Das ist gut zu wissen, vielen Dank :). Ich werde mich in den kommenden Tagen wohl mit viel mehr auseinandersetzen müssen, als nur mit meinem eigenem Erstantrag, wie ich merke -.-.
Mein Vater erhält eine Kombi. aus Altenrente und einer kleinen Betriebsrente. Wohngeld beantragen kann er vermutlich nicht, oder? Ich frage jetzt einfach mal in seinem Interesse.

Ich werde dann bei mir selbst, beim Erstantrag angeben, das es sich um eine Wohngemeinschaft handelt. Ich vermute mal, dass ich bei einer Wohngemeinschaft den Wisch (Anlage HG) nicht ausfüllen muss? Soll ich für meinen Vater dann einen Untermietvetrag anfertigen und diesen mit ihm unterschreiben und mit einer Kopie vom Mietvertrag zum JC gehen zwecks eigener KdU?

Vorab, vielen Dank nochmal für die vielen Antworten und Bemühungen. Ich hab zumindest schon mal viel mehr Klarheit.
 

Gast41804

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Re: Hartz IV Erstantrag, Ü25, noch bei den Eltern lebend, Untermiete?
« Antwort #11 am: 07. April 2019, 20:47:10 »
Zitat von: Cobi am 07. April 2019, 20:25:11
Mein Vater erhält eine Kombi. aus Altenrente und einer kleinen Betriebsrente. Wohngeld beantragen kann er vermutlich nicht, oder?


Berechnung für Wohngeld : hier muss das Einkommen 80 % des Bedarfs decken.
Beispiel: Bedarf - 424,00 € Regelsatz sowie Bruttokaltmiete für eine 50 qm Wohnung 292.00 € = Gesamtbedarf = 716,00 € : 100 x 80  = 572,80 € = 80 %
Heizkosten sowie Kosten für Warmwasser bleiben bei der Wohngeldberechnung außen vor.
Ebenfalls entfällt die GEZ- Befreiung.


Zitat von: Cobi am 07. April 2019, 20:25:11
Ich werde dann bei mir selbst, beim Erstantrag angeben, das es sich um eine Wohngemeinschaft handelt. Ich vermute mal, dass ich bei einer Wohngemeinschaft den Wisch (Anlage HG) nicht ausfüllen muss? Soll ich für meinen Vater dann einen Untermietvetrag anfertigen und diesen mit ihm unterschreiben und mit einer Kopie vom Mietvertrag zum JC gehen zwecks eigener KdU?

Lies mal dazu >>§ 42a SGB XII Bedarfe für Unterkunft und Heizung

Nachtrag dazu >>
Für Wohngemeinschaften wird in Abs. 4 erstmals eine spezielle Regelung zur Anerkennung von Bedarfen für Unterkunft und Heizung für diese Wohnform geschaffen (so BT-Drs. 18/9984). Durch diese Spezialregelung sollen nach der Gesetzesbegründung die bislang bestehenden Auslegungsfragen beseitigt werden, die sich ergeben bei der Ermittlung der angemessenen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung bei Wohngemeinschaften sowohl für die Wohnung insgesamt als auch für die auf einzelne Bewohner entfallenden Anteile.

Dadurch soll eine Vereinheitlichung der Vorgehensweise der ausführenden Träger ermöglicht werden. Die Regelung basiert auf dem Grundsatz, dass in Wohngemeinschaften jede darin wohnende leistungsberechtigte Person einen Anspruch auf einen kopfteiligen Anteil an den Aufwendungen für Unterkunft und Heizung eines entsprechenden Mehrpersonenhaushalts hat.

Dabei ist z. B. bei einer Wohngemeinschaft aus 3 Personen der Dreipersonenhaushalt der Vergleichsmaßstab. Damit ist ausgeschlossen, dass im Falle einer Wohngemeinschaft aus 3 Personen für jede Person die angemessenen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung eines Einpersonenhaushalts als Bedarf berücksichtigt werden, in der Summe also die Bedarfe für Unterkunft und Heizung von 3 Einpersonenhaushalten (BT-Drs. 18/9984).

Eine Ausnahme besteht nach Abs. 4 Satz 3, wenn die leistungsberechtigte Person mit dem Vermieter der Wohnung oder einem anderen Mieter einen gesonderten Mietvertrag über die ihr allein zur Nutzung überlassenen Räume und die gemeinschaftlich genutzte Mietfläche abgeschlossen hat. In diesen Fällen ist die mietvertragliche Vereinbarung für die Anerkennung der angemessenen Bedarfe für Unterkunft und Heizung maßgebend, in der Höhe jedoch begrenzt auf die angemessenen Aufwendungen für einen Einpersonenhaushalt.

Dies gilt jedoch bei Mietverträgen mit einem anderen Mieter der Wohnung nur, wenn die vertraglich vereinbarte Miete zu der gesamten Wohnungsmiete in einem angemessenen Verhältnis steht. Übersteigen die tatsächlichen Aufwendungen die nach Abs. 4 Satz 1 und 2 angemessenen Aufwendungen, gilt nach Abs. 4 Satz 3 die Regelung des § 35 Abs. 2 Satz 2. Danach sind die tatsächlichen Aufwendungen nur so lange als Bedarf anzuerkennen, wie es der leistungsberechtigten Person nicht möglich oder zuzumuten ist, die Aufwendungen zu senken, längstens jedoch für 6 Monate.

Quelle >> Jung, SGBXII, SGB XII § 42a Bedarfe für Unterkunft und Heizung


« Letzte Änderung: 07. April 2019, 21:17:02 von Gast41804 »

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Offline Cobi

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Re: Hartz IV Erstantrag, Ü25, noch bei den Eltern lebend, Untermiete?
« Antwort #13 am: 07. April 2019, 21:13:01 »
Zitat von: Cobi am 07. April 2019, 20:25:11
Mein Vater erhält eine Kombi. aus Altenrente und einer kleinen Betriebsrente. Wohngeld beantragen kann er vermutlich nicht, oder?


Berechnung für Wohngeld : hier muss das Einkommen 80 % des Bedarfs decken.
Beispiel: Bedarf - 424,00 € Regelsatz sowie Bruttokaltmiete für eine 50 qm Wohnung 292.00 € = Gesamtbedarf = 716,00 € : 100 x 80  = 572,80 € = 80 %
Heizkosten sowie Kosten für Warmwasser bleiben bei der Wohngeldberechnung außen vor.
Ebenfalls entfällt die GEZ- Befreiung.


Zitat von: Cobi am 07. April 2019, 20:25:11
Ich werde dann bei mir selbst, beim Erstantrag angeben, das es sich um eine Wohngemeinschaft handelt. Ich vermute mal, dass ich bei einer Wohngemeinschaft den Wisch (Anlage HG) nicht ausfüllen muss? Soll ich für meinen Vater dann einen Untermietvetrag anfertigen und diesen mit ihm unterschreiben und mit einer Kopie vom Mietvertrag zum JC gehen zwecks eigener KdU?

Lies mal dazu >>§ 42a SGB XII Bedarfe für Unterkunft und Heizung


Ok, danke für den Hinweis, dann wäre das Sozialamt wohl die bessere Variante, wenn ich das richtig verstehe.

§ 42a SGB XII Bedarfe für Unterkunft und Heizung - Habe ich mir durchgelesen. Bleibt leider nur nicht viel von hängen, weil ich mich schon den ganzen Tag mit diesem Schrecken beschäftige  :wand:. Werde ich mir nachher nochmal durchlesen. Aber wenn ich das richtig auffasse, wäre eine Untermiete in dem Fall sinnvoll und berechtigt. Ich habe mir von Hartz4.de mal ein Muster-Untermietvertrag runtergeladen und werde das anpassen. Man man, schon schlimm das ganze. Was für mich die Sache so kompliziert macht, ist dass meine Eltern selbst zu wenig Ahnung von dem haben, was die in der Vergangenheit dort ausgefühlt haben. Ich muss mich da quasi auch nochmal separat einarbeiten um keine Fehler zu machen, von denen die hinterher Probleme tragen. Würde es nur um mich und meine eigene Wohnung gehen, sehe das ganze wieder entspannter aus.

Helferlein linkt:
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_12/__42a.html

Dankeschön  :smile:

Gast41804

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Re: Hartz IV Erstantrag, Ü25, noch bei den Eltern lebend, Untermiete?
« Antwort #14 am: 07. April 2019, 21:31:22 »
Zitat von: Cobi am 07. April 2019, 21:13:01
Aber wenn ich das richtig auffasse, wäre eine Untermiete in dem Fall sinnvoll und berechtigt.

Zur Info dazu :
Mieteinnahmen, die aufgrund der Untervermietung von einem oder mehreren Zimmern in der selbst genutzten Wohneinheit erzielt werden, sind bei der Berechnung
der SGB XII-Leistungen entsprechend zu berücksichtigen.


Die Untermieteinnahmen mindern den Unterkunftsbedarf der leistungsberechtigten Person. Sie sind daher von den Kosten der Unterkunft in Abzug zu bringen. Nur wenn
die Untermieteinnahmen höher sind als die Gesamtmiete, ist der übersteigende Teil als Einkommen anzurechnen.

Nachtrag :
Ich schreib dir mal bis morgen ein Muster ( Untermietvertrag )
Dazu benötige die genauen Kosten laut Mietvertrag
Kaltmiete
Betriebskosten
Heizkosten
qm der Wohnung
qm deiner Wohnfläche
« Letzte Änderung: 07. April 2019, 21:58:15 von Gast41804 »