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Autor Thema: Hat jemand persönliche Erfahrungen mit § 16 i? / Derzeit nicht im Leistungsbezug  (Gelesen 1970 mal)

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Offline miwu

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Vorweg. Die dagegen sprechenden Argumente sind mir alle bekannt und ich kann diese Argumente auch verstehen.

Ich möchte es aber machen, weil ich dadurch die Möglichkeit habe einen Job auszuführen, der nicht von meinem erlernten Beruf weg ist und dadurch auch verhindert wird, dass eine größere Lücke in meinem Lebenslauf entsteht. So naiv zu glauben, dass aus dem Job eine richtige Stelle wird, bin ich nicht. Ich glaube aber auch nicht, dass es ohnehin schon geringen Chancen auf dem Ersten Arbeitsmarkt beim Bewerben erhöht, wenn ich eine längere Zeit zuhause sitze.

Ich habe ein Jahr über das Projekt Soziale Teilhabe einen Job gehabt, könnte normalerweise einen Fünf-Jahres-Vertrag bekommen. Was die Eigenfinanzierung angeht, wäre von Seiten des Arbeitgebers alles geregelt. Ich scheitere aber daran, dass mein ALG-II-Antrag immer noch nicht bearbeitet ist. Dazu habe ich einen gesonderten Thread und möchte das Thema aus diesem Thread auch gerne raushalten. Ich frage dennoch mal nach, ob es wirklich das selbe ist, ob ich wegen einer festen Stelle auf dem 1. Arbeitsmarkt kein oder wenig ALG-II bekomme oder wegen eines unbearbeiteten ALG-II-Antrag so ist, weil angeblich meine Vermögensverhältnisse nicht klar sind? Es ist alles etwas vertrackt. Das grundlegende Problem, dass ich arbeitslos bin, habe ich doch trotzdem und finde es nahezu absurd, dass ich diesen Arbeitsvertrag nicht unterschreiben kann, weil ich kein ALG-II beziehe.


Offline Meph1977

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Du musst im Normalfall 6 Jahre im ALG2 Bezug gewesen sein ohne geringfügige Beschäftigung bevor eine Förderung nach §16i SGB II in betracht kommt. Es gibt davon aber eine Ausnahme.

Zitat
(10) 1Abweichend von Absatz 3 Nummer 2 und 3 kann eine erwerbsfähige leistungsberechtigte Person auch dann einem Arbeitgeber zugewiesen werden, wenn sie seit dem 1. Januar 2015 für mehr als sechs Monate in einem Arbeitsverhältnis beschäftigt war, das durch einen Zuschuss nach § 16e in der bis zum 31. Dezember 2018 geltenden Fassung oder im Rahmen des Bundesprogramms "Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt" gefördert wurde, und sie dieses Arbeitsverhältnis nicht selbst gekündigt hat. 2Zeiten eines nach § 16e in der bis zum 31. Dezember 2018 geltenden Fassung oder nach dem Bundesprogramm "Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt" geförderten Arbeitsverhältnisses werden bei der Ermittlung der Förderdauer und Förderhöhe nach Absatz 2 Satz 1 berücksichtigt und auf die Förderdauer nach Absatz 3 Nummer 4 angerechnet.

Den Arbeitsvertrag kannst du natürlich unterschreiben. Die Frage ist eher ob der Arbeitgeber ihn unterschreibt.
Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.

Offline miwu

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@Meph Ich bin zu 70% schwerbehindert und muss daher sogar nur fünf Jahre im Leistungsbezug gewesen sein, alles Voraussetzungen, die ich definitiv erfülle. Das mit dem Arbeitsvertrag war wohl missverständlich formuliert. Es gibt gegenwärtig keinen Arbeitsvertrag, den ich unterzeichnen könnte. Das Problem ist, dass der Antrag auf den Job laut meiner Fallmanagerin nicht bearbeitet werden kann, weil ich aktuell keine Leistungen vom Jobcenter beziehe. Ich bin aber doch trotzdem ohne Arbeit.


Offline miwu

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@Meph Ich bin zu 70% schwerbehindert und muss daher sogar nur fünf Jahre im Leistungsbezug gewesen sein, alles Voraussetzungen, die ich definitiv erfülle. Das mit dem Arbeitsvertrag war wohl missverständlich formuliert. Es gibt gegenwärtig keinen Arbeitsvertrag, den ich unterzeichnen könnte. Das Problem ist, dass der Antrag auf den Job laut meiner Fallmanagerin nicht bearbeitet werden kann, weil ich aktuell keine Leistungen vom Jobcenter beziehe, weil angeblich die Nichtverwertbarkeit meines Vermögens unklar ist. Ich bin aber doch trotzdem ohne Arbeit.

Offline Meph1977

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Wer hat denn den "Antrag auf den Job" gestellt. Dieser Antrag auf Förderung muss eigentlich vom Arbeitgeber gestellt werden
Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.

Offline miwu

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Wer hat denn den "Antrag auf den Job" gestellt. Dieser Antrag auf Förderung muss eigentlich vom Arbeitgeber gestellt werden

Der Arbeitgeber, bei dem ich auch den Job über das Projekt Soziale Teilhabe hatte. Die zuständige Stelle sagt eben, dass sie den Antrag nicht bearbeiten kann, weil ich keine Leistungen vom Jobcenter beziehe, bzw. über meinen Widerspruch über die Zurückweisung meines ALG-II-Antrags noch nicht entschieden wurde. Es ist mir schon klar, dass das Jobcenter diesem Arbeitgeber grundsätzlich jemand anderen zuweisen könnte. Es ist anzunehmen, dass der Arbeitgeber bei seiner Antragsstellung den Wunsch äußerte, dass das ich mache, weil ich ja eingearbeitet bin.

Offline Meph1977

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Der Arbeitgeber stellt den Antrag nicht für irgendwen sondern für den den er einstellt also für dich und für keinen anderen. Ob du Tatsächlich aktuell ALG2 beziehen musst um eine geförderte Arbeitsstelle ist mir allerdings gerade in dieser besonderen Situation auch nicht klar.
Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.

Offline pizzaiolo

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Ich möchte es aber machen, weil ich dadurch die Möglichkeit habe einen Job auszuführen, der nicht von meinem erlernten Beruf weg ist und dadurch auch verhindert wird, dass eine größere Lücke in meinem Lebenslauf entsteht. ...
  :sehrgut: Endlich erkennt ein ELB, dass das Förderinstrument "Teilhabe am Arbeitsmarkt" auch eine Chance sein kann!

Das Problem ist, dass der Antrag auf den Job laut meiner Fallmanagerin nicht bearbeitet werden kann, weil ich aktuell keine Leistungen vom Jobcenter beziehe. Ich bin aber doch trotzdem ohne Arbeit.
Ziel und Zielgruppe nach § 16i SGB II Abs. 1, Abs. 3 und Abs. 10 SGB II richtet sich an sehr arbeitsmarktferne erwerbsfähige Leistungsberechtigte (ELB), die bisher nicht integriert werden konnten. Vorrangiges Ziel ist die Eröffnung von Teilhabechancen.

Das Zweite Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) regelt die Grundsicherung für Arbeitsuchende. Und § 16i SGB II trat mit Wirkung zum 1. Januar 2019 im Rahmen des SGB II in Kraft. Eintritte in die Förderung sind bis zum 31. Dezember 2024 möglich. Das bedeutet auch, das erwerbsfähige Menschen, die keine Hartz-IV-Leistungen beziehen, nicht förderwürdig sind.
 

Nur wer seine Rechte kennt, kann sie durchsetzen.

Offline miwu

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Ich möchte es aber machen, weil ich dadurch die Möglichkeit habe einen Job auszuführen, der nicht von meinem erlernten Beruf weg ist und dadurch auch verhindert wird, dass eine größere Lücke in meinem Lebenslauf entsteht. ...
  :sehrgut: Endlich erkennt ein ELB, dass das Förderinstrument "Teilhabe am Arbeitsmarkt" auch eine Chance sein kann!

Das Problem ist, dass der Antrag auf den Job laut meiner Fallmanagerin nicht bearbeitet werden kann, weil ich aktuell keine Leistungen vom Jobcenter beziehe. Ich bin aber doch trotzdem ohne Arbeit.
Ziel und Zielgruppe nach § 16i SGB II Abs. 1, Abs. 3 und Abs. 10 SGB II richtet sich an sehr arbeitsmarktferne erwerbsfähige Leistungsberechtigte (ELB), die bisher nicht integriert werden konnten. Vorrangiges Ziel ist die Eröffnung von Teilhabechancen.

Das Zweite Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) regelt die Grundsicherung für Arbeitsuchende. Und § 16i SGB II trat mit Wirkung zum 1. Januar 2019 im Rahmen des SGB II in Kraft. Eintritte in die Förderung sind bis zum 31. Dezember 2024 möglich. Das bedeutet auch, das erwerbsfähige Menschen, die keine Hartz-IV-Leistungen beziehen, nicht förderwürdig sind.

Ich dachte, dass dieses Projekt auch für Menschen infrage kommt, die kein ALG-2 beziehen, weil sie in einer Bedarfsgemeinschaft leben. Das tue ich zwar nicht. Bei mir geht es darum, dass ich meiner Ansicht nach unverwertbares Vermögen habe und das Jobcenter meinen Widerspruch prüft. Letztlich besteht das Problem der Arbeitslosigkeit ja in beiden Fällen. Ich habe noch nie davon gehört, dass ein Vermögen im Hintergrund die Chancen bei der Stellensuche erhöht, selbst wenn es verfügbar wäre.

Offline miwu

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Der Job, den ich ausführen kann, ist an einer Schule, an der die Mitarbeiter in der Regel nach TV-ÖD bezahlt werden, bzw. die Lehrer nach TV-L. Ich habe mal gelesen, dass bei tarifgebundenen Einrichtungen auch Tarif gezahlt werden sollte. Ich finde die betreffende Stelle allerdings nicht im Gesetz, sondern nur Hinweise, dass es die Möglichkeit gibt in Anlehnung an einen Tarif bezahlt zu werden oder alternativ zum Mindestlohn. Nun wäre ich allerdings nicht bei der Stadt angestellt, sondern bei der Schule. Der Eigenanteil ab dem dritten Jahr käme nicht von der Stadt selbst. Für mich wurde Mindestlohn beantragt, was bei 75% Arbeitszeit bedeutet, dass ich wiederum nicht aus dem Leistungsbezug falle. Hat jemand persönliche Erfahrungen damit?