hartz.info erhebt und verarbeitet Daten um seine Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Fehler zu analysieren.
Teilweise benötigen wir dazu deine Zustimmung, diese kannst du jederzeit widerrufen. Mehr Infos dazu gibt es hier.
Mit Klick auf "Cookies ablehnen" kannst du die erforderliche Zustimmung ablehnen.

Ich stimme zu

Autor Thema: Jobcenter verlangt Nachweis dass ich Renovierungsarbeiten nicht durchführen kann  (Gelesen 2751 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline tilkeridis

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 99
Hallo zusammen,

ich werde ab 01.Juli vom ALG II ins SGB XII rutschen, weil ich das Rentenalter erreicht habe und meine Rente zu gering ist.

Ich bin seit 8 Jahren unbefristet zu 100 % schwerbehindert begutachtet worden und habe seitdem diesen Status.

Nun ist in meinem Mietvertrag vereinbart, daß ich nach 10 Jahren gewisse Schönheitsreperaturen vornehmen muß. ( malern, Fenster streichen usw. )

Ich hätte damals eine Vereinbarung mit dem Vermieter treffen können, dass ich bei einem Aufschlag zur Miete in Höhe von 44,00 € monatlich die Schönheitsreperaturen nicht selbst vornehmen muss. Nach Absprache mit dem Jobcenter habe ich dies nicht unterzeichnet, weil die im Jobcenter gesagt haben, daß sie die Kosten übernehmen.  Nun muss ich die Arbeiten durchführen.
Jetzt verlangt das Jobcenter eine ärztliche Bescheinigung, dass ich selbst nicht in der Lage bin, die Arbeiten durchzuführen.
Meine Ärztin sagt nun, sie kann das so einfach nicht bescheinigen, dass sollen die Gutachter von damals bescheinigen, welche mir die 100 % Schwerbehinderung attestiert haben.
Die wollen aber für ein erneutes Gutachten einen Kostenbeitrag haben, da es aus dem Schwerbehinderten Recht keine zusätzliche Bescheinigung bedarf. Und ob ich Schönheitreperaturen durchführen kann, könnnen sie sowieso nicht bescheinigen. Sie sind ja bei der Arbeit nicht dabei.

Was kann ich nun unternehmen, dass das Jobcenter/Sozialamt die Kosten für die Schönheitsreperatur  doch übernimmt.

Vielen Dank

Online blaumeise

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2270
Zitat von: tilkeridis am 07. Juni 2019, 16:27:06
Nach Absprache mit dem Jobcenter habe ich dies nicht unterzeichnet, weil die im Jobcenter gesagt haben, daß sie die Kosten übernehmen.
Hast du irgendwas schriftlich dazu?

Aber egal, für notwendige und mietrechtlich geschuldete Renovierungsarbeiten steht dir eine Kostenerstattung zu. Selbsthilfe bei den Arbeiten geht meines Wissens vor, und wenn du die Arbeiten nicht selber ausführen kannst, brauchst du eine ärztliche Bescheinigung, die das bestätigt. Eine Schwerbehinderung allein sagt darüber nichts aus. Vielleicht würde dir ein anderer Facharzt für deine spezielle Erkrankung/Behinderung so eine Bescheinigung ausstellen, wenn die Gutachter von damals jetzt zu teuer sind und deine jetzige Ärztin sich weigert?

Magst du genauer sagen, warum du nicht streichen kannst?

Zitat von: tilkeridis am 07. Juni 2019, 16:27:06
Nun ist in meinem Mietvertrag vereinbart, daß ich nach 10 Jahren gewisse Schönheitsreperaturen vornehmen muß. ( malern, Fenster streichen usw. )
Hier würde ich zuallererst klären, ob im Vertrag wirklich eine so starre Frist gesetzt ist. Denn dann ist diese Klausel meines Wissens unwirksam und du musst aktuell überhaupt nicht renovieren, es sei denn, der Zustand der Wohnung erfordert es.

Offline Lachsangler

  • Vielschreiber
  • ***
  • Beiträge: 698
  • In der Ruhe liegt die Kraft
Im Netz unter dem Stichwort "Renovierungsfristen" findest du ausreichend Informationen, ob überhaupt eine Renovierung fällig ist. Meistens sind die Klauseln unwirksam und nebenbei bemerkt ....

Aufschlag 44,- € ......

Rechne mal nach: 10 Jahre x 12 Monate x 44,- € = unglaubliche 5.280,- €. Dafür würdest du sogar eine "Luxusrenovierung" erhalten!
„Wie Du kommst gegangen, so Du wirst empfangen“.
J.W. von Goethe.

Offline Wuff

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 1260
Ich frage mich, wo deine Ärztin ein Problem sieht. Sie kann dir doch Bescheinigen, dass du nicht auf Leitern herumklettern, schwer heben darfst usw usf... Mehr ist das nicht, was das JC will.

Außerdem hatte das JC jemals bei dir eine amtsärztliche Untersuchung durchgeführt?

Wenn ja, dann sollte da auch entsprechend drin bereits vermerkt sein, dass du diese und jene Arbeiten nicht durchführen solltest.

Offline tilkeridis

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 99

Danke für die Antworten.

ich kann wirklich auf keine Leiter mehr  steigen, weil ich selbst beim Treppensteigen schon Riesen Probleme habe und die  Treppe kann ich auch nur sehr schwer seitlich rauf oder runter steigen,wenn ein Geländer da ist zum festhalten. Sodass die Wirbelsäule nicht zu sehr beansprucht wird.

Und ja, auch schwer heben kann ich seither nicht mehr. Habe mir bei einem Unfall einen Lendewirbel gebrochen, der mit Zement und reichlich Metall wieder soweit hergerichtet wurde, dass ich zumindest wieder ein paar Schritte schmerzfrei laufen kann. Mit heben und tragen ist da gar nichts mehr.

Ich spreche noch mal mit meiner Ärztin. Mal schauen, ob es was bringt.

Und das mit der Mieterhöhung ist wohl gesetzlich so erlaubt. Zumindest steht es in dem Schreiben des Vermieters.
Auch das Jobcenter hat die Rechtmäßigkeit nicht bestritten. Und wegen der Höhe habe ich es dem Jobcenter auch so vorgerechnet und gesagt, dass sie eigentlich Geld gespart haben. Aber gebracht hat es leider nichts.

Ich werde auf jeden Fall die Vereinbarung mit dem VM dahingehend ändern lassen, dass ich selbst keine Schöheitsrenovierungen mehr durchführen kann.
Dann hat sich auch in Zukunft das Problem mit der Übernahme der Renovierungskosten erledigt.

Danke schon mal.

Gruß


Online blaumeise

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2270
Zitat von: tilkeridis am 09. Juni 2019, 13:42:56
Und das mit der Mieterhöhung ist wohl gesetzlich so erlaubt. Zumindest steht es in dem Schreiben des Vermieters.
Mir ging es darum, ob die Klausel mit den Fristen bezüglich des Renovierens in deinem Mietvertrag nichtig ist oder nicht. Da geht es um den genauen Wortlaut. Der Vermieter würde natürlich auch hier sagen, dass das gesetzlich so erlaubt und richtig ist.  ;-)

Vielleicht braucht es jetzt noch gar keine Renovierung.

Offline nikki74

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 231
Solche Maler.- u. Renovierungsarbeiten müssen ja auch Fachgerecht durchgeführt werden. Nicht jeder hat Ahnung wie so was geht. Ich würde noch mal ein Brief schreiben das es gesundheitlich nicht möglich ist und zudem jegliche Kenntnisse fehlen. Den Arzt würde ich wechseln. Der hat vermutlich keine Lust auf den Papierkram.

Offline

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2357
Zitat von: nikki74 am 21. Juni 2019, 12:26:53
Solche Maler.- u. Renovierungsarbeiten müssen ja auch Fachgerecht durchgeführt werden.
Off Topic:
Müssen Sie das? Entschuldige, aber jeder, der etwas mit dem Geld rechnen musst, macht so etwas selber. (Familie Freunde) :weisnich:
Ich habe es genau einmal mitbekommen, dass ein Maler beauftragt wurde, und das auch nur, weil es um ein
offenes Treppenhaus ging. (Gerüst auf Treppe)

Das der TE aufgrund seiner gesundheitlichen Situation nicht in der Lage ist, ist mir klar.
Nur stört mich dein erstes Satz.




Bei einer Frau ist das wie bei einem Mercedes.
Da kann man mitunter noch einiges Optimieren
*Ralf Richter

Online blaumeise

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2270
Zitat von: Nö am 24. Juni 2019, 12:56:30
Müssen Sie das?
Ja. Hier gibt's Infos dazu: https://www.frag-einen-anwalt.de/Was-bedeutet-fachgerecht-renovieren--f127355.html

Offline Der Friese

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 479

Danke für die Antworten.

ich kann wirklich auf keine Leiter mehr  steigen, weil ich selbst beim Treppensteigen schon Riesen Probleme habe und die  Treppe kann ich auch nur sehr schwer seitlich rauf oder runter steigen,wenn ein Geländer da ist zum festhalten. Sodass die Wirbelsäule nicht zu sehr beansprucht wird.

Und ja, auch schwer heben kann ich seither nicht mehr. Habe mir bei einem Unfall einen Lendewirbel gebrochen, der mit Zement und reichlich Metall wieder soweit hergerichtet wurde, dass ich zumindest wieder ein paar Schritte schmerzfrei laufen kann. Mit heben und tragen ist da gar nichts mehr.

Ich spreche noch mal mit meiner Ärztin. Mal schauen, ob es was bringt.

Und das mit der Mieterhöhung ist wohl gesetzlich so erlaubt. Zumindest steht es in dem Schreiben des Vermieters.
Auch das Jobcenter hat die Rechtmäßigkeit nicht bestritten. Und wegen der Höhe habe ich es dem Jobcenter auch so vorgerechnet und gesagt, dass sie eigentlich Geld gespart haben. Aber gebracht hat es leider nichts.

Ich werde auf jeden Fall die Vereinbarung mit dem VM dahingehend ändern lassen, dass ich selbst keine Schöheitsrenovierungen mehr durchführen kann.
Dann hat sich auch in Zukunft das Problem mit der Übernahme der Renovierungskosten erledigt.

Danke schon mal.

Gruß

Also ich habe leider ähnliche Beschwerden wie du. Ich habe aber auch eine tolle Hausärztin. Die Bescheinigt alles notwendige, ohne irgendwelche Zusatzkosten. Ich weiß sie ist ein absoluter Glücksfall und nimmt sich richtig Zeit für jeden Patienten. Vielleicht hilft dir ja der Wechsel zu einem nicht nur gewinnorientierten Arzt.

Offline

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2357
Zitat von: blaumeise am 24. Juni 2019, 23:57:06
Ja. Hier gibt's Infos dazu

Fachgerecht bedeutet "mittlerer Art und Güte" und bedeutet gerade nicht, dass die Arbeiten nur ein Fachbetrieb durchführen darf. Auch der Mieter kann "fachgerecht" renovieren.  :weisnich:
Bei einer Frau ist das wie bei einem Mercedes.
Da kann man mitunter noch einiges Optimieren
*Ralf Richter

Online blaumeise

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2270
Richtig. Kein Mensch hat was anderes behauptet. Hauptsache, fachgerecht.

Offline crazy

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 7720
So lange man in seinem zu hause wohnt,macht man es für sich schön . Küche je nach Nutzung sicher eher als nach 10 Jahren. Niemand zwingt dazu. Wer fleckige verpekte Wände und Decken erträgt,lässt es .So manches Zimmer hat nach 30 Jahren noch keine Renovierung erfahren..  Das kontrolliert keiner! Interessant wirds nur bei Auszug- schlimmstenfalls komplett renovieren,weil man nie was gemacht hat.
Fenster von innen streichen wenn Holzfenster,logisch bevor hinüber.
Du kannst es nicht selber,dann für unbedingt notwendiges(Fenster???) Bescheinigung und Kostenvoranschlag oder eben Freunde,Familienangehörige um Unterstützung bitten.

Offline nikki74

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 231
Ich durfte mir Malerfirmen suchen (3 Kostenvoranschläge zuvor einreichen). Die Kosten für den preiswertesten Betrieb wurde übernommen.
Grund: Ich habe keine Ahnung vom Renovieren und das ist auch wirklich so. Handwerkliches Geschick hatte ich noch nie.
Gesundheitliche Probleme sind auch da aber von mir wurde kein Attest verlangt.
Freunde, Bekannte, Familie hatten keine Zeit oder selbst krank.

Offline crazy

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 7720
Aber eben nur bei Einzugs oder Auszugsrenovierung bei gültiger Mietvertragsklausel. Zwischendrin die grüne Wand blau streichen oder Blümchen gegen Streifen tauschen ist Privatsache während der Mietzeit. Für Zwang und Kontrolle gibt es keine Rechtsgrundlage.