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Autor Thema: Einschätzung bezüglich zu viel gezahlter Leistungen / plötzlich Rückforderung  (Gelesen 2642 mal)

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Offline xDDDx

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Guten Morgen

Im November 2018 bekam meine Freundin Weihnachtsgeld zu ihrem Ausbildungsgehalt.
Dies teilte ich dem Amt umgehend nachweislich mit und hörte genau bis gestern nichts mehr davon.
Inzwischen ist das Geld mehr oder weniger weg. Naja, nun möchte das Amt das zuviel gezahlte Geld doch zurück, was wir auch bereit sind zu zahlen.
Jedoch steht dort, es muss in einer Summe zurück gezahlt werden.
Zudem fordert das Amt unersichtlich viel und für uns ist schleierhaft wodurch sich das nun zusammen gesetzt hat.
Ausserdem zahlte ich im Mai bereits eine kleinere Rückforderung in Höhe von 155,05€.

Das Ausbildungsgehalt stieg zum 2. Lehrjahr ebenfalls. Ausserdem schwankte das Einkommen, der Regelbedarf wurde immer mal angepasst und jetzt ist das Chaos komplett. Ich kann nicht sagen ob das so richtig ist oder das Amt zuviel fordert.
Man hat einen Monat Widerrufsfrist. Kann ich den irgendwie vorsorglich ins rollen bringen um in Ruhe der Sache auf den Grund zu gehen?

Mir ist bewußt das etwas zurück gezahlt werden muss, ich kann mir aber nicht vorstellen das es so hoch ist:

Schreiben 1: Erstattungen von Leistungen bei endgültiger Festsetzung des Leistungsanspruches
Für mich: 412,40
Schreiben 2: Erstattungen von Leistungen bei endgültiger Festsetzung des Leistungsanspruches
Partnerin: 412,40
Kind 1: 209,41
Kind 2: 172,51
Kind 3: 144,32

Macht zusammen 1351,04.

Mich ärgert das ganze deswegen, weil wir stets alles pünktlich und gewissenhaft vorgelegt und eingereicht haben.
Ich habe hier Leistungsbescheide, Änderungsbescheide in 10facher Ausfertigung. Was konkret benötige ich überhaupt um da einmal nachvollziehen zu können ob das stimmt oder falsch berechnet wurde? Lediglich den Bescheid der mit der Zahlungsaufforderung kam?

 :wand:

Offline Lachsangler

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Sorry, aber mit diesen Angaben, das nicht nachvollziehen.

Grundsätzlich ist es bei Aufstockern so, das dgezahlte Sondergelder = Leistungsmindernd berücksichtigt werden. Das es hier so lange gedauert hat, .....ist eben so!

Du hast für deinen Widerspruch 30 Tage Zeit.

In dieser Zeit wirst du doch rechnerisch übereprüfen können, wasdeine Freundin an Weihnachtgratifikation erhalten hat. Das Geld ist leistungsmindernd.

So wie es sich hier liest, wusstest du ja bzgl. der Überzahlung bescheid und dann frage ich, wieso gibt mand Geld aus, was einem nicht gehört, bzw. was zurückgefordert wird?
Woraus die anderen Rückforderungen entstanden sind  ...... keine Ahnung! (Allerdings wird eine Azubi sichelrich keine 1351,04 € erhalten haben und das Azubi-Geld wird vom 1. Lehrjahr zum 2. Lehrjahr auch nicht ins Uferlose gestiegen sein.
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Offline xDDDx

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Da gebe ich dir recht. Zuviel gezahltes Geld gibt man nicht aus. Wenn man denn gewusst hätte wieviel ist eigentlich zu viel gezahlt? Demnach müsste ich ja bis auf unbestimmte Zeit rein gar nichts ausgeben dürfen. Man weiß ja nie ob irgendein Anspruch irgendwann in der Zukunft zurück gefordert wird.
Dazu habe ich damals und auch heute immer zeitnah alles eingereicht um zu viel gezahlte Leistungen weitestgehend abzuwenden.

Es ist aber jetzt so wie es ist und wir möchten entstandene Rückforderungen auch gerne begleichen.#Wir möchten aber auch nicht einfach so diese Summe begleichen, wenn sie am Ende gar nicht stimmt.

Es fängt schon allein damit an, das in jedem Monat ein höheres und komischerweise gleichbleibendes Nettoeinkommen im Leistungsbescheid steht.
Dies deckt sich schon nicht mit dem tatsächlichen Gehaltseingang in den Monaten.
Ausserdem ändert sich unser Gesamtbedarf Monat für Monat. Weiß ich auch nicht warum das so ist.

Tatsächlicher Lohn:
November 2018 1586,83
Dezember 2018 1003,69
Januar 2019      1018,78
Februar 2019      965,88
März 2019         1020,10
April 2019         1020,10

Im Anhang einmal die Forderungen und der geänderte Bescheid dazu.

[gelöscht durch Administrator wegen Erreichen der Speicherfrist]

Offline SantanaAbraxas

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Zur abschließenden Berechnung aufgrund schwankenden Einkommens siehe

https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbii/41a.html
"(4) Bei der abschließenden Feststellung des Leistungsanspruches nach Absatz 3 ist als Einkommen ein monatliches Durchschnittseinkommen zugrunde zu legen. Satz 1 gilt nicht ..."

Meines Wissens ist die einmalige Einnahme (Weihnachtsgeld) nicht in die Berechnung des Durchschnittseinkommens zu übernehmen.
Führt bei einer endgültigen Bewilligung von Leistungen eine einmalige Einnahme nicht zur Überwindung der Hilfebedürftigkeit, ist diese Einnahme vollständig im Zuflussmonat zu berücksichtigen. Dies ist im vorliegenden Fall offenbar nicht so gehandhabt worden.

Offline xDDDx

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Es wurde andauernd in den Bescheiden ein anderes Einkommen zugrunde gelegt.
Beispiel:

Bewilligungsbescheid 31.10.2018
Nov-Feb 837,90

Änderungsbescheid 24.11.2018
Januar 2019 -? 837,90

vorläufiger Bescheid 25.04.2019
Mai-Oktober 1024,07

Bewilligungsbescheid 25.04.2019
Mai-August 843,50

Änderungsbescheid 21.05.2019
Mai 1024,07

Änderungsbescheid 01.06.2019
Juli-Oktober 1024,07

aktueller vom 19.06. alles auf 1103


Und daraus soll ich schlau werden?  :weisnich:


Edit: Habe jetzt nicht im detail aus jedem Bescheid alle Daten eingetragen sonst wäre das zu viel des guten vorerst.

Offline Deadpool

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Wenn du den oben genannten tatsächlichen Lohn zusammen rechnest und durch die 6 Monate teilst, kommst du genau auf 1102,56 Euro. Demnach wurde aus allem ein Durchschnittseinkommen ermittelt.

Offline SantanaAbraxas

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Genau - incl. der einmaligen Einnahme...

Offline xDDDx

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Es sind jedoch nicht die letzten 6 Monate, sondern 8?
Und dazwischen ergingen etliche Bescheide bei denen der Bedarf stets gestiegen ist.
Ich werde da nicht schlau draus. Auch wenn diese Zahlungen nunmehr im Durchschnitt genau das Ergebnis bringen, was habe ich mit 155€ zuvor bezahlt?
Meiner Meinung, auch wenn das ganze am Ende absolut berechtigt ist, wieso rechnet man ein tatsächliches Einkommen über ein Jahr viel zu niedrig an?
Erst durch die Rückforderung ist mir aufgefallen das man bis 2019 praktisch mit Netto rund 900€ gerechnet hat.
Dazwischen sind unzählige Nachweise beim Amt eingegangen. Nie auch nur mit einem Wort wurde irgendwas zurück gefordert oder Andeutungen in die Richtung gemacht.
Hilft alles nichts. Hoffe man lässt sich trotzdem auf eine Ratenzahlung ein  :weisnich:

Offline Lachsangler

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Zitat von: xDDDx am 23. Juni 2019, 17:18:45
Und dazwischen ergingen etliche Bescheide bei denen der Bedarf stets gestiegen ist. Ich werde da nicht schlau draus.

Für jedend Bescheid hast du wieder und wieder 30 Tage Widerspruchsfrist und die nutzt man, um seinen Bescheid auf Richtigkeit, Vollständigkeit, möglicher Änderungen etc. zu überprüfen.

Wenn man aber nur (vermutlich) empfängt,liest und ablegt, hat man es jetzt scherer, alles zu verstehen. Warum hast du nicht jede Änderung direkt hinterfragt? (rein rhetorisch!)
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Offline xDDDx

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Es gab schlicht keine Änderung auf unseren Kontoauszügen!
Alles war nun über die Jahre weitestgehend gleich. Geringfügige plausible Anpassungen (Kindergelderhöhung, Leistungsanpassungen). Dadurch gab es keine Auffälligkeiten sich irgendwohin auseinander zu setzen. Es war von Anfang an das zu Grunde gelegte Einkommen und wir waren der Meinung das es so seine Richtigkeit hat.
Das von 2018 bis Mitte 2019 eigentlich zu wenig angerechnet wurde, tut mir wirklich leid aber das wussten wir nicht und wieso dagegen Einspruch einlegen???
Ich/wir haben alle 6 Monate alles eingereicht was notwendig war. Gehaltsabrechnungen, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Arbeitsvertrag und was man dort im 1., 2, 3., Lehrjahrverdient sowie diesen Steuerbescheid den man einmal jährlich bekommt.
Also noch mal. Wogegen hätten wir da Widerspruch einlegen sollen?
Das nun festgesetzte Einkommen mag für 6 Monate hochgerechnet worden sein, stimmt im ganzen über den kompletten Zeitraum (Ausbildungsbeginn bis dato)  scheinbar sowieso nicht.

Offline SantanaAbraxas

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Zitat von: xDDDx am 23. Juni 2019, 17:18:45
was habe ich mit 155€ zuvor bezahlt?

Hattet ihr evtl. ein Betriebskosten-Guthaben?

Offline BigMama

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Da es nun schon wiederholt geschrieben wurde:
Zitat von: Lachsangler am 23. Juni 2019, 18:02:11
Für jedend Bescheid hast du wieder und wieder 30 Tage Widerspruchsfrist
Es sind keine 30 Tage sondern 1 Monat.
Die Welt wird nicht von skrupellosen Verbrechern, finstren Kapitalisten oder machtgierigen Despoten regiert, sondern von einer gigantischen, weltumspannenden RIESENBLÖDHEIT.
Wer´s nicht glaubt, ist schon infiziert.
(Michael Schmidt-Salomon, GBS-Sprecher)

Offline Norbert

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Hallo,
Vorwürfe nützen jetzt nicht mehr so viel.

Mal zu dem was Du hier an Leistungsbescheiden und Schriftstücken eingestellt hast. Ich rechne schon den ganzen Nachmittag und bin schon ganz maddelig davon. Ich möchte Das mal mit einer etwas anderen Tabelle nachrechnen. Dazu bräuchte ich noch die Bruttogehälter für die betreffenden Monate Nov.18 bis einschl. April 19. Besser vielleicht einschl. Mai, da sitzt Ihr ja vielleicht schon wieder in den miesen. Außerdem müsste ich Eure Geburtsdaten Monatsgenau haben - ohne rechnet diese Tabelle leider nicht.

Ach ja, sind genau die angegebenen Nettogehälter aufs Konto gegangen?

Es dauert bei mir etwas. Vielleicht erst Dienstag. Ich brauche jetzt erstmal etwas Abstand.

Für die 155 hab ich im Moment keine Idee.

MfG Norbert

Offline Deadpool

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Es sind jedoch nicht die letzten 6 Monate, sondern 8?
Und dazwischen ergingen etliche Bescheide bei denen der Bedarf stets gestiegen ist.



Es können keine 8 Monate sein. Eine vorläufige Bewilligung ist immer nur 6 Monate. Dann kommt ein neuer vorläufiger Bewilligungsbescheid. Der alte Bewilligungsabschnitt wird dann mit den tatsächlichen Einkommen und Bedarfen überrechnet und eventuelle Nachzahlungen erbracht oder eben Überzahlungen gefordert.


Zitat
Ich werde da nicht schlau draus. Auch wenn diese Zahlungen nunmehr im Durchschnitt genau das Ergebnis bringen, was habe ich mit 155€ zuvor bezahlt?


Vielleicht die endgültige Festsetzung für den Bewilligungsabschnitt davor? Schaust du einfach mal in den Bescheid über die 155 Euro, da sollte das drin stehen.

Zitat

Meiner Meinung, auch wenn das ganze am Ende absolut berechtigt ist, wieso rechnet man ein tatsächliches Einkommen über ein Jahr viel zu niedrig an?


6 Monate, nicht ein Jahr. Deshalb ist es ja nur vorläufig, weil man das Einkommen nur prognostiziert hat. Man wusste ja nicht, dass deine Frau mehr verdient.

Zitat


Erst durch die Rückforderung ist mir aufgefallen das man bis 2019 praktisch mit Netto rund 900€ gerechnet hat.
Dazwischen sind unzählige Nachweise beim Amt eingegangen. Nie auch nur mit einem Wort wurde irgendwas zurück gefordert oder Andeutungen in die Richtung gemacht.
Hilft alles nichts. Hoffe man lässt sich trotzdem auf eine Ratenzahlung ein  :weisnich:

Muss man auch nicht. Das ergibt sich bereits daraus, dass es das ALG2 nur vorläufig gab.

Natürlich ist Ratenzahlung möglich. Wenn nicht aufgerechnet wird, dann kann man mit dem Inkassoservice Raten vereinbaren. Sollte aber auch im Bescheid stehen.

Offline SantanaAbraxas

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Zitat von: Norbert am 23. Juni 2019, 19:08:14
Dazu bräuchte ich noch die Bruttogehälter für die betreffenden Monate Nov.18 bis einschl. April 19

Und die Höhe des Weihnachtsgeldes, falls du dir tatsächlich die Mühe machen willst. Ich würde an TEs Stelle eher Widerspruch einlegen bzw. ggfl. Überprüfungsantrag stellen.

Bezüglich der Rückforderung iHv 155€ noch mal die Frage - gab es evtl. ein Betriebskosten-Guthaben?